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Solarkataster – Solarpotenzial Ihres Daches prüfen (2026)
Zusammenfassung

Ein Solarkataster ist eine interaktive Online-Karte, die das Solarpotenzial von Dachflächen auf Basis von Geodaten, Luftbildern und Klimamodellen visualisiert.

Kein deutschlandweites Kataster: Die meisten Bundesländer bieten eigene Solarkataster an – in einigen Regionen existieren nur kommunale Lösungen.

Bewertete Faktoren: Sonneneinstrahlung, Dachneigung, Dachausrichtung und Verschattung durch Gebäude, Bäume oder Schornsteine.

Kostenlos und öffentlich zugänglich: Die Nutzung ist für Hauseigentümer, Unternehmen und Kommunen kostenfrei.

Photovoltaik und Solarthermie: Viele Kataster bewerten Dachflächen primär für die Stromerzeugung (PV), einige zusätzlich auch für Solarthermie.

Erste Orientierung, keine Fachplanung: Ein Solarkataster ersetzt nicht die Vor-Ort-Analyse durch einen qualifizierten Fachbetrieb.

Integrierte Ertragsrechner ermöglichen bei vielen Kataster-Portalen eine grobe Wirtschaftlichkeitsabschätzung direkt im Browser.

Daten-Aktualisierung: Die Aktualität variiert je nach Betreiber deutlich – von monatlich (z. B. NRW) bis hin zu mehrjährigen Intervallen.

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Was ist ein Solarkataster?

Ein Solarkataster ist eine interaktive Online-Karte. Es zeigt auf Basis von georeferenzierten Luftbildern und Klimadaten, welche Dachflächen sich für die Nutzung von Solarenergie eignen. Häufig wird es auch als Solaratlas, Solardachkataster oder Solarpotenzialkataster bezeichnet.

Zielgruppe sind Hauseigentümer, Kommunen und Unternehmen. Das Tool liefert eine erste, kostenlose Einschätzung – ohne Vor-Ort-Termin und ohne Verpflichtung. In über 1.500 Kommunen deutschlandweit stehen Solarkataster bereits zur Verfügung.

Photovoltaik und Solarthermie werden unterschieden. Während Photovoltaik Sonnenlicht direkt in Strom umwandelt, erzeugt Solarthermie Wärme zur Heizungsunterstützung oder Warmwasserbereitung. Viele Solarkataster bewerten primär die PV-Eignung, einige zusätzlich auch die Solarthermie-Nutzung.

Wie funktioniert ein Solarkataster?

Die Basis bilden hochauflösende Laserscandaten. Aus Luftbildern werden 3D-Modelle der Dachlandschaft erzeugt. Dabei werden auch Strukturen wie Schornsteine, Dachfenster und Gauben erfasst, die nicht für Module nutzbar sind.

Klimadaten ergänzen die Geodaten. Viele Solarkataster kombinieren Geodaten mit meteorologischen Strahlungsdaten, teils vom Deutschen Wetterdienst. Je nach Region und aktueller Wetterdatenentwicklung liegt die jährliche Globalstrahlung in Deutschland grob im Bereich von etwa 950 bis 1.200 kWh pro Quadratmeter.

Verschattungsanalyse ist ein zentraler Bestandteil. Nachbargebäude, Bäume und andere Hindernisse werden in die Berechnung einbezogen. Die Qualität dieser Analyse variiert jedoch stark zwischen den einzelnen Kataster-Anbietern.

Farbliche Kennzeichnung zeigt die Eignung. In der Regel signalisiert Grün eine gute bis sehr gute Eignung, Gelb eine eingeschränkte und Rot eine geringe Eignung für Solarmodule. Nach Eingabe Ihrer Adresse sehen Sie sofort das Ergebnis für Ihr Dach.

💡 Gut zu wissen

Die ideale Dachausrichtung für eine Photovoltaikanlage ist Süd mit einer Neigung von ca. 30 Grad. Aber auch Ost-West-Dächer können wirtschaftlich betrieben werden – besonders bei hohem Eigenverbrauch.

So prüfen Sie, ob Ihr Dach geeignet ist

Schritt 1 – Solarkataster Ihres Bundeslandes aufrufen. Nutzen Sie die Übersichtstabelle weiter unten, um das passende Portal zu finden. Für die beste Übersicht empfiehlt sich ein größerer Bildschirm.

Schritt 2 – Adresse eingeben und heranzoomen. Das Kataster funktioniert ähnlich wie Google Maps. Geben Sie Ihre Adresse ein und zoomen Sie auf Ihr Gebäude.

Schritt 3 – Farbmarkierung interpretieren. Grüne Flächen signalisieren gutes Solarpotenzial, rote Flächen eine eher ungeeignete Ausrichtung oder zu starke Verschattung.

Schritt 4 – Ertragsrechner nutzen (falls verfügbar). Viele Kataster bieten einen integrierten Rechner, mit dem Sie die voraussichtliche Stromerzeugung und grobe Einsparungen abschätzen können. Geben Sie dazu Ihren Eigenverbrauch und ggf. die gewünschte Anlagengröße in kWp ein.

Schritt 5 – Fachbetrieb kontaktieren. Das Solarkataster ersetzt keine professionelle Planung. Für ein verbindliches Angebot sollten Sie mindestens drei Fachbetriebe anfragen.

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Solarkataster nach Bundesland

Kein einheitliches deutschlandweites Solarkataster existiert bisher. Die meisten Bundesländer stellen eigene Portale bereit. In einigen Ländern sind nur kommunale Lösungen verfügbar. Die folgende Tabelle zeigt den aktuellen Stand (März 2026).

Tabelle seitlich scrollen
Übersicht der Solarkataster in allen 16 Bundesländern (Stand: März 2026)
Bundesland Solarkataster Hinweise
Baden-Württemberg Energieatlas BW Landesweit, PV + Solarthermie, inkl. Wirtschaftlichkeitsrechner
Bayern Energie-Atlas Bayern Eher grobe Orientierung (Globalstrahlung) – für gebäudescharfe Analysen kommunale Kataster prüfen
Berlin Energieatlas Berlin Landesweit, Solaratlas mit Ertragsrechner
Brandenburg Solaratlas Brandenburg Seit 2022, mit Wirtschaftlichkeitsrechner
Bremen Solarkataster Bremen Landesweit verfügbar
Hamburg Solaratlas Hamburg Funktionsumfang und aktuelle URL vor Nutzung direkt auf der offiziellen Hamburger Seite prüfen
Hessen Solar-Kataster Hessen Inkl. Förderprogramm-Hinweise, PV + Solarthermie
Mecklenburg-Vorpommern Kein landesweites Solarkataster – kommunale Lösungen prüfen (z. B. Rostock, Schwerin)
Niedersachsen Kein einheitliches Landeskataster – regionale Portale (z. B. Süd-Niedersachsen, Hannover, Aurich, Emsland)
Nordrhein-Westfalen Solarkataster NRW Größtes Solarkataster Deutschlands, monatlich aktualisiert
Rheinland-Pfalz Solarkataster RLP Inkl. Fassadenflächen-Bewertung
Saarland Geoportal Saarland Solardachkataster für Teile des Saarlands; zusätzlich Kataster des Regionalverbands Saarbrücken (seit 2024)
Sachsen Solarkataster Sachsen PV-Potenziale für Dach- und Freiflächen, inkl. Ertragsrechner
Sachsen-Anhalt Kein landesweites Kataster – nur Landkreis Stendal bietet eigenes Kataster
Schleswig-Holstein Kein einheitliches Kataster – Kiel und Flensburg bieten kommunale Lösungen
Thüringen Solarrechner Thüringen Landesweit, PV + Solarthermie, Dach- und Freiflächen
📌 Hinweis

Nicht jedes Bundesland bietet ein landesweites Solarkataster mit gebäudescharfer Analyse an. In Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Niedersachsen sind Sie teils auf kommunale Lösungen oder regionale Portale angewiesen. Eine Übersicht kommunaler Kataster finden Sie auf solare-stadt.de.

Woher stammen die Daten?

Georeferenzierte Luftbilder bilden die Grundlage. Hochauflösende Laserscandaten (LiDAR) erfassen die Dachlandschaft dreidimensional. Selbst kleinere Strukturen wie Gauben, Kamine und Dachfenster werden erkannt.

Klimadaten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) fließen ein. Die durchschnittliche Sonneneinstrahlung wird standortgenau berechnet. Im Süden Deutschlands liegt sie tendenziell höher als im Norden.

Das Amtliche Liegenschaftskatasterinformationssystem (ALKIS) liefert zusätzliche Gebäudedaten. Diese werden mit den Geodaten abgeglichen, um die nutzbare Dachfläche präzise zu bestimmen.

Verschattungssimulationen ergänzen das Bild. Gebäudehöhen, Baumbestände und topografische Gegebenheiten werden rechnerisch berücksichtigt. Die Qualität dieser Simulationen unterscheidet sich je nach Kataster-Betreiber teilweise erheblich.

Wie genau sind die Ergebnisse?

Solarkataster liefern eine Orientierung, keine exakte Planung. Die Qualität der Ergebnisse hängt direkt von der zugrunde liegenden Datenqualität ab. Je aktueller und hochauflösender die Luftbilder, desto präziser die Bewertung.

Veränderungen vor Ort können die Ergebnisse verfälschen. Ein neu gebautes Nachbargebäude oder gewachsene Bäume verändern die Verschattungssituation. Wann diese Veränderungen erfasst werden, hängt vom jeweiligen Betreiber ab – manche Kataster werden monatlich aktualisiert, andere nur in mehrjährigen Abständen.

Statik und Gebäudezustand bleiben unberücksichtigt. Ein Solarkataster bewertet ausschließlich die solare Einstrahlung und Dachgeometrie. Ob die Dachkonstruktion das Gewicht einer PV-Anlage trägt, muss ein Fachbetrieb vor Ort klären.

✅ Empfehlung

Nutzen Sie das Solarkataster als ersten Schnell-Check. Für eine verbindliche Planung inklusive Wechselrichter-Dimensionierung, Speichergröße und Netzeinspeisung sollten Sie einen qualifizierten Fachbetrieb hinzuziehen.

Vorteile und Grenzen eines Solarkatasters

✅ Vorteile

  • Kostenlos und sofort verfügbar: Keine Anmeldung, keine Kosten – einfach Adresse eingeben und Ergebnis erhalten.
  • Schneller Überblick: In wenigen Minuten wissen Sie, ob Ihr Dach grundsätzlich für Solar geeignet ist.
  • Ertragsrechner integriert: Viele Portale bieten eine grobe Wirtschaftlichkeitsabschätzung direkt im Browser.
  • Unabhängig und herstellerneutral: Die Kataster werden von Landesbehörden oder Kommunen bereitgestellt – ohne Verkaufsinteresse.
  • PV und Solarthermie: Beide Technologien werden oft parallel bewertet.

❌ Grenzen

  • Keine individuelle Planung: Statik, Elektroinstallation und bauliche Besonderheiten werden nicht berücksichtigt.
  • Daten teils veraltet: Aktualisierungsintervalle variieren je nach Betreiber stark und können zu ungenauen Ergebnissen führen.
  • Qualitätsunterschiede: Die Detailtiefe variiert stark zwischen Bundesländern und Kommunen.
  • Kein deutschlandweites Portal: Je nach Region müssen Sie das passende Kataster erst suchen.
  • Neubauten oft nicht erfasst: Kürzlich errichtete Gebäude können in den Daten noch fehlen.

Alternativen zum Solarkataster

Ein Solarrechner liefert oft schnellere Ergebnisse. Online-Solarrechner wie unser Solarrechner berechnen auf Basis Ihrer individuellen Angaben (Dachfläche, Stromverbrauch, Ausrichtung) eine detailliertere Wirtschaftlichkeitsanalyse als die meisten Kataster.

Photovoltaik-Konfiguratoren gehen einen Schritt weiter. Tools wie der Photovoltaik-Konfigurator ermöglichen eine individuelle Anlagenplanung inklusive Modulanzahl, Wechselrichter-Auswahl und Speicherdimensionierung.

Vor-Ort-Begehung durch einen Fachbetrieb bleibt unverzichtbar. Nur ein qualifizierter Solarteur kann Dachstatik, Kabelwege, NA-Schutz-Anforderungen und die optimale Modulbelegung verbindlich bewerten. Die aktuelle Fördersituation sollte dabei ebenfalls besprochen werden.

Google Maps als Grob-Check. Für eine allererste Einschätzung der Dachfläche und -ausrichtung kann auch Google Maps hilfreich sein. Eine Solarpotenzial-Analyse ersetzt das jedoch nicht.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Solarkataster?

Ein Solarkataster ist eine interaktive Online-Karte, die auf Basis von Geodaten, Luftbildern und Klimadaten das Solarpotenzial von Dachflächen darstellt. Es zeigt, ob sich ein Dach für Photovoltaik oder Solarthermie eignet – kostenlos und öffentlich zugänglich.

Gibt es ein deutschlandweites Solarkataster?

Nein, ein einheitliches Solarkataster für ganz Deutschland existiert bisher nicht. Die meisten Bundesländer bieten jedoch eigene Portale an. In Ländern ohne landesweites Kataster gibt es oft kommunale Lösungen für einzelne Städte und Regionen.

Wie genau sind die Daten im Solarkataster?

Solarkataster liefern eine erste Orientierung, keine exakte Planung. Die Genauigkeit hängt von der Datengrundlage ab – hochauflösende Laserscandaten liefern bessere Ergebnisse. Lokale Veränderungen wie neue Gebäude oder gewachsene Bäume können die Ergebnisse verfälschen. Für eine verbindliche Planung ist eine Vor-Ort-Begehung durch einen Fachbetrieb notwendig.

Welche Faktoren berücksichtigt ein Solarkataster?

Solarkataster berücksichtigen die Sonneneinstrahlung am Standort, die Dachneigung und -ausrichtung, Verschattung durch Nachbargebäude, Bäume oder Schornsteine sowie die nutzbare Dachfläche. Statik und baulicher Zustand des Gebäudes werden hingegen nicht erfasst.

Was ist der Unterschied zwischen Photovoltaik und Solarthermie im Solarkataster?

Viele Solarkataster bewerten Dachflächen sowohl für Photovoltaik (Stromerzeugung) als auch für Solarthermie (Wärmeerzeugung). Photovoltaik wandelt Sonnenlicht direkt in elektrischen Strom um, Solarthermie nutzt die Sonnenwärme zur Heizungsunterstützung oder Warmwasserbereitung.

Kann ich mit dem Solarkataster meine Einsparungen berechnen?

Viele Solarkataster bieten integrierte Ertragsrechner, mit denen Sie die mögliche Stromerzeugung und grobe Einsparungen abschätzen können. Für eine detailliertere Wirtschaftlichkeitsberechnung empfiehlt sich ein spezialisierter Solarrechner, der Eigenverbrauch, Einspeisevergütung und aktuelle Strompreise berücksichtigt.

Fazit

Ein Solarkataster ist der ideale Einstiegspunkt für jeden, der über eine Solaranlage nachdenkt. In wenigen Minuten erhalten Sie eine fundierte erste Einschätzung, ob Ihr Dach für Photovoltaik oder Solarthermie geeignet ist – kostenlos, unverbindlich und herstellerneutral.

Beachten Sie jedoch die Grenzen des Tools. Ein Solarkataster ersetzt weder die Fachplanung durch einen Solarteur noch eine statische Prüfung Ihres Daches. Die Daten können je nach Region und Aktualisierungsintervall variieren.

Der nächste Schritt zählt. Nutzen Sie das Solarkataster als Ausgangspunkt und vertiefen Sie Ihre Planung mit einem professionellen Angebot. Unsere Empfehlung: Holen Sie mindestens drei Angebote ein. Berechnen Sie vorab Ihren Bedarf mit unserem Solarrechner.

Hinweis: Solar.red steht in keiner geschäftlichen Verbindung oder Kooperation mit den hier genannten Landesbehörden, Kommunen oder Kataster-Betreibern. Alle Angaben basieren auf öffentlich zugänglichen Informationen (Stand: März 2026). Die Verfügbarkeit und Funktionalität einzelner Solarkataster kann sich jederzeit ändern. Für verbindliche Angebote und technische Beratung wenden Sie sich bitte an einen qualifizierten Fachbetrieb. Dieser Artikel dient ausschließlich der unabhängigen Information.

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