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Das Wichtigste in Kürze

Ein Solarkataster ist eine kostenlose Online-Karte, die für einzelne Gebäude zeigt, wie gut sich das Dach für Photovoltaik oder Solarthermie eignet. Es ist der schnellste erste Check für das eigene Dach, ersetzt aber keine Planung. Ein bundesweites Kataster für einzelne Gebäude gibt es nicht, zuständig sind Länder, Landkreise und Städte.

  • Landesweites Portal belegt in 10 von 16 Bundesländern: Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Thüringen
  • Datengrundlage: Laserscandaten aus Befliegungen, amtliche Gebäudeumrisse und langjährige Strahlungswerte des Deutschen Wetterdienstes
  • Bewertet werden Dachfläche, Neigung, Ausrichtung, Einstrahlung und Verschattung
  • Nicht bewertet werden Statik, Zustand des Dachs, Denkmalschutz und die Elektrik im Haus

Was ist ein Solarkataster?

Ein Solarkataster ist eine Online-Karte, in der jedes erfasste Gebäude danach bewertet ist, wie viel Sonnenenergie sein Dach liefern kann. Sie geben Ihre Adresse ein, klicken auf Ihr Haus und sehen, welche Dachflächen sich eignen. Andere Namen für dasselbe sind Solardachkataster, Solarpotenzialkataster und Solaratlas.

Betrieben werden die Portale von Landesämtern, Energieagenturen der Länder, Landkreisen und Städten. Die Nutzung kostet nichts und verpflichtet zu nichts. Je nach Portal wird nur die Eignung für Solarenergie allgemein angezeigt oder getrennt für Strom aus Photovoltaik und Wärme aus Solarthermie.

Gedacht ist das Kataster als erster Schritt. Es beantwortet die Frage, ob sich ein genauerer Blick lohnt. Für die Antwort, welche Anlage aufs Dach kommt und was sie kostet, braucht es danach einen Fachbetrieb.

Wie funktioniert ein Solarkataster?

Ein Solarkataster berechnet für jede Dachfläche, wie viel Sonnenstrahlung im Jahr darauf fällt, und zieht den Schatten ab. Dafür werden drei amtliche Datensätze zusammengeführt. Die Energieagentur Rheinland-Pfalz beschreibt das Vorgehen für ihr Portal so: hochauflösende Laserscandaten für die Form der Dächer, Gebäudeumrisse aus dem Liegenschaftskataster für die Lage der Häuser und der langjährige Mittelwert der Globalstrahlung vom Deutschen Wetterdienst.

  1. BefliegungEin Flugzeug tastet das Gelände mit einem Laser ab und misst die Höhe jedes Punktes.
  2. GebäudemodellAus den Höhenpunkten und den amtlichen Gebäudeumrissen entsteht ein 3D-Modell der Dächer.
  3. EinstrahlungFür jede Dachfläche wird berechnet, wie viel Strahlung ankommt und wie viel Schatten fällt.
  4. KarteDas Ergebnis erscheint als farbige Fläche auf dem Dach, oft mit Ertragsrechner.
So entsteht ein Solarkataster. Vereinfachte Darstellung nach der Methodikbeschreibung des Energieatlas Rheinland-Pfalz.

Nicht jedes Land arbeitet mit denselben Daten. Berlin stützt sich nach eigener Beschreibung auf das Liegenschaftskataster und fertige 3D-Gebäudemodelle. Hessen lässt das Land regelmäßig mit Laserscannern überfliegen. Der Unterschied ist für Sie als Nutzer kaum sichtbar, erklärt aber, warum die Portale unterschiedlich genau sind.

Wie viel Strahlung an einem Ort grundsätzlich ankommt, beschreibt die Globalstrahlung. Was davon auf Ihrem Dach landet, hängt von Ausrichtung, Neigung und Verschattung ab. Genau diese drei Größen rechnet das Kataster für Sie aus.

Solarkataster nach Bundesland

Ein landesweites Solarkataster mit Auswertung für einzelne Gebäude ließ sich für zehn Bundesländer belegen. Bayern zeigt in seinem Energie-Atlas die Einstrahlung, aber keine einzelnen Dächer. In den übrigen Ländern gibt es Kataster einzelner Städte, Landkreise oder Regionen.

Tabelle seitlich scrollen
Solarkataster der 16 Bundesländer. Angaben nach den Einstiegsseiten der Portale, der Funktionsumfang kann sich ändern.
BundeslandPortalBetreiberWas bewertet wird
Baden-WürttembergSolardachkataster im Energieatlas BWLandesanstalt für Umwelt Baden-WürttembergPhotovoltaik auf Dächern, Wirtschaftlichkeitsrechner, Solarthermie wählbar
BayernEnergie-Atlas BayernFreistaat BayernKein Kataster je Gebäude. Gezeigt werden Globalstrahlung und Potenziale je Ort.
BerlinEnergieatlas BerlinLand BerlinPhotovoltaik und Solarthermie auf Dächern, Solarrechner
BrandenburgSolaratlas BrandenburgEnergie- und Klimaagentur BrandenburgDächer, Freiflächen, Auswertung je Kommune
BremenSolarkataster Bremen-Eignung der Dachflächen für eine Solaranlage
HamburgSolaratlas HamburgIn Kooperation mit dem Landesbetrieb Geoinformation und VermessungEinstrahlung auf dem Dach, Eignung für Photovoltaik oder Solarthermie. Einstieg über die Umweltbehörde der Stadt.
HessenSolar-Kataster HessenLandesEnergieAgentur HessenDach- und Freiflächen, Beispielrechnung zum Ertrag
Mecklenburg-VorpommernKein Landesportal-Kein landesweites Portal belegt. Fragen Sie bei Stadt oder Landkreis nach einem eigenen Kataster.
NiedersachsenKein Landesportal-Kein landesweites Portal belegt. Fragen Sie bei Stadt oder Landkreis nach einem eigenen Kataster.
Nordrhein-WestfalenSolarkataster NRWLandesamt für Natur, Umwelt und KlimaPhotovoltaik und Solarthermie auf Dächern, Freiflächen, Rechner auch für Neubau, Fassade und Steckersolar
Rheinland-PfalzSolar- und GründachkatasterEnergieagentur Rheinland-PfalzPhotovoltaik, Solarthermie, Gründach, Wirtschaftlichkeitsrechner
SaarlandKein Landesportal-Kein landesweites Portal belegt. Der Regionalverband Saarbrücken betreibt ein eigenes Kataster.
SachsenSolarkataster SachsenBeratung über die Sächsische EnergieagenturPhotovoltaik auf Dach- und Freiflächen
Sachsen-AnhaltKein Landesportal-Kein landesweites Portal belegt. Fragen Sie bei Stadt oder Landkreis nach einem eigenen Kataster.
Schleswig-HolsteinSolarkataster SHBetreiber nicht geprüftPortal für Schleswig-Holstein. Betreiber und Abdeckung vor der Nutzung im Impressum prüfen.
ThüringenThüringer SolarrechnerThüringer Energie- und GreenTech-AgenturPhotovoltaik und Solarthermie auf Dächern, Freiflächen, Wirtschaftlichkeit
Kein Portal für Ihr Bundesland?

Suchen Sie nach dem Namen Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises zusammen mit dem Wort Solarkataster. Viele Kommunen betreiben eigene Karten, auch dort, wo das Land keine anbietet. Achten Sie darauf, dass das Portal von der Verwaltung stammt und nicht von einem Anbieter, der Anlagen verkaufen möchte.

Für ganz Deutschland gibt es den Solaratlas des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. Er wurde aus Luftbildern und Oberflächenmodellen des Bundes berechnet. Öffentlich zeigt er das Potenzial aber nur zusammengefasst für Gemeinden, Kreise und Länder, nicht für Ihr Haus.

So prüfen Sie Ihr Dach in fünf Schritten

Ihr Dach prüfen Sie im Solarkataster in wenigen Minuten: Portal öffnen, Adresse eingeben, Haus anklicken, Ergebnis lesen, Rechner nutzen. Am Computer geht das leichter als am Handy, weil die Karten viel Platz brauchen.

  1. Portal öffnen: Wählen Sie das Portal Ihres Bundeslandes aus der Tabelle oder das Ihrer Stadt.
  2. Adresse eingeben: Die Karte springt zu Ihrem Grundstück. Prüfen Sie im Luftbild, ob wirklich Ihr Haus markiert ist.
  3. Dachflächen ansehen: Jede Teilfläche des Dachs ist einzeln eingefärbt. Was die Farben bedeuten, steht in der Legende des Portals, die Skalen sind nicht einheitlich.
  4. Rechner starten: Viele Portale fragen nach Stromverbrauch und gewünschter Anlagengröße und berechnen daraus Ertrag und Wirtschaftlichkeit.
  5. Ergebnis gegenprüfen: Vergleichen Sie die Zahlen mit dem PV-Ertragsrechner und holen Sie danach Angebote ein.
Worauf Sie beim Lesen achten sollten

Eine schwächer bewertete Fläche ist nicht automatisch ungeeignet. Dächer nach Osten und Westen liefern weniger als ein Süddach, verteilen den Strom aber besser über den Tag. Das passt gut, wenn Sie viel Strom selbst verbrauchen. Mehr dazu unter Eigenverbrauch.

Wie genau sind die Ergebnisse?

Die Ergebnisse eines Solarkatasters sind genau genug für eine erste Einschätzung und zu ungenau für eine Planung. Der wichtigste Grund ist das Alter der Daten. Befliegungen sind teuer und finden nur alle paar Jahre statt. Die Thüringer Energieagentur weist für ihr Portal ausdrücklich darauf hin, dass neuere Gebäude fehlen können. Im Solarkataster Nordrhein-Westfalen fehlen Gebäude, die nach dem letzten Datenstand ins Liegenschaftskataster eingetragen wurden, bis zur nächsten Aktualisierung.

Das kann ein Solarkataster

  • Dachgeometrie: Größe, Neigung und Ausrichtung jeder Teilfläche
  • Einstrahlung: Jahressumme am Standort im langjährigen Mittel
  • Schatten: Nachbarhäuser, Bäume und Dachaufbauten zum Zeitpunkt der Befliegung
  • Erste Rechnung: möglicher Ertrag und grobe Wirtschaftlichkeit

Das kann es nicht

  • Statik: ob das Dach das Gewicht trägt
  • Zustand: ob die Eindeckung noch viele Jahre hält
  • Veränderungen: Neubauten, Anbauten und Bäume, die seit der Befliegung dazukamen
  • Vorschriften: Denkmalschutz und örtliche Gestaltungsregeln
  • Elektrik: Zählerschrank, Leitungswege und Netzanschluss

Die Punkte auf der rechten Seite entscheiden oft darüber, ob und wie gebaut wird. Ob das Dach die zusätzliche Flächenlast trägt, klärt ein Fachbetrieb oder ein Statiker. In schneereichen Gegenden kommt die Schneelast hinzu. Was alles zur Vorbereitung gehört, steht im Beitrag PV-Anlage planen.

Was tun, wenn es kein Solarkataster gibt?

Gibt es für Ihren Ort kein Solarkataster oder fehlt Ihr Haus darin, kommen Sie mit eigenen Angaben zum selben Ziel. Sie brauchen dafür drei Werte: die nutzbare Dachfläche, die Neigung und die Himmelsrichtung.

  • Dachfläche ermitteln: Mit der Dachflächen-Berechnung kommen Sie von den Maßen des Hauses zur Fläche.
  • Ertrag berechnen: Der PV-Ertragsrechner rechnet aus Fläche, Neigung und Ausrichtung den Jahresertrag.
  • Anlage zusammenstellen: Mit dem Photovoltaik-Konfigurator sehen Sie, welche Anlagengröße zu Ihrem Verbrauch passt.
  • Rechner des Landesportals nutzen: Einige Portale haben einen freien Rechner für Gebäude, die nicht in der Karte stehen.

Ein Luftbild aus einem Kartendienst hilft, Schatten und Dachaufbauten zu erkennen. Verlässlicher ist der Blick aus dem Fenster zu verschiedenen Tageszeiten: Wo im Winter mittags Schatten liegt, lohnt sich kein Modul.

Häufige Fragen zum Solarkataster

Was ist ein Solarkataster?

Ein Solarkataster ist eine Online-Karte, die für jedes erfasste Gebäude zeigt, wie gut sich das Dach für eine Solaranlage eignet. Grundlage sind Vermessungsdaten aus Flugzeugbefliegungen, amtliche Gebäudeumrisse und Strahlungsdaten. Die Nutzung ist kostenlos.

Gibt es ein deutschlandweites Solarkataster?

Nein, ein bundesweites Kataster für einzelne Gebäude gibt es nicht. Solarkataster werden von Bundesländern, Landkreisen und Städten betrieben. Der Solaratlas des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt deckt zwar ganz Deutschland ab, zeigt öffentlich aber nur Werte für Gemeinden, Kreise und Länder.

Welche Bundesländer haben ein eigenes Solarkataster?

Ein landesweites Portal mit Auswertung je Gebäude ließ sich für Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen belegen. In den übrigen Ländern helfen Kataster von Städten und Landkreisen weiter.

Wie genau sind die Daten im Solarkataster?

Ein Solarkataster liefert eine erste Orientierung, keine Planung. Die Daten stammen aus Befliegungen, die oft Jahre zurückliegen. Neue Gebäude, Anbauten und gewachsene Bäume können deshalb fehlen. Statik und Zustand des Dachs erfasst das Kataster gar nicht.

Welche Faktoren berücksichtigt ein Solarkataster?

Ein Solarkataster berücksichtigt die Größe, Neigung und Ausrichtung der Dachflächen, die Sonneneinstrahlung am Standort und die Verschattung durch Nachbargebäude, Bäume und Dachaufbauten. Viele Portale rechnen daraus einen Stromertrag und eine erste Wirtschaftlichkeit aus.

Mein Haus fehlt im Solarkataster. Was kann ich tun?

Fehlt ein Gebäude, ist es meist nach der letzten Befliegung gebaut worden. Einige Portale bieten dafür einen eigenen Rechner an, in den Sie Dachgröße, Neigung und Ausrichtung von Hand eingeben. Das Solarkataster Nordrhein-Westfalen hat zum Beispiel einen Rechner für Neubauten und Fassaden.

Kann ich mit dem Solarkataster meine Einsparungen berechnen?

Bei vielen Portalen ja. Sie enthalten einen Rechner, der aus Dachfläche, Stromverbrauch und Anlagengröße den Ertrag und eine grobe Wirtschaftlichkeit ermittelt. Die Ergebnisse beruhen auf Annahmen des Portals zu Preisen und Vergütung und ersetzen kein Angebot.

Kann ich verhindern, dass mein Haus im Solarkataster erscheint?

Das hängt vom Portal ab. Im Solarkataster Nordrhein-Westfalen können Eigentümer der Veröffentlichung ihrer Gebäudedaten schriftlich widersprechen. Ob das bei Ihrem Portal möglich ist, steht in dessen Hinweisen zum Datenschutz.

Fazit

Das Solarkataster ist der bequemste erste Schritt zur eigenen Solaranlage. In wenigen Minuten wissen Sie, welche Dachflächen infrage kommen und ob sich ein genauerer Blick lohnt. Weil die Portale von der Verwaltung stammen, will Ihnen dort niemand etwas verkaufen.

Nehmen Sie das Ergebnis als Einschätzung, nicht als Zusage. Die Daten sind oft einige Jahre alt, und über Statik, Dachzustand und Elektrik sagt die Karte nichts. Der nächste Schritt ist deshalb ein Fachbetrieb, der sich das Dach ansieht.

Quellen und Methodik

Die Angaben zu Datengrundlage und Grenzen stammen von den Betreibern der Landesportale und vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Die Tabelle beruht auf den Einstiegsseiten der verlinkten Portale. Wo kein Landesportal genannt ist, ließ sich über Seiten der Landesverwaltung keines belegen. Die Kartenfunktionen selbst hat Solar.red nicht getestet.

  1. Energieagentur Rheinland-Pfalz: Methodik Solarkataster - Laserscandaten, Gebäudeumrisse, Strahlungswerte
  2. Energieatlas Nordrhein-Westfalen: Solarkataster erklärt - Rechner, fehlende Gebäude, Widerspruch gegen die Veröffentlichung
  3. LandesEnergieAgentur Hessen: Solar-Kataster Hessen - Befliegungen mit Laserscannern
  4. Land Berlin: Inhaltliche Beschreibung Solarpotenzial und Solarrechner - Liegenschaftskataster und 3D-Gebäudemodelle als Grundlage
  5. Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt: Atlas zeigt Potenzial von Solaranlagen in Deutschland - bundesweiter Solaratlas auf Ebene von Gemeinden, Kreisen und Ländern

Hinweis: Dieser Beitrag dient der unabhängigen Information und ersetzt keine Planung durch einen Fachbetrieb. Adressen und Funktionen der Portale können sich ändern. Solar.red steht in keiner Verbindung zu den genannten Behörden und Betreibern. Über die Anzeigen auf dieser Seite werden Anfragen an Fachbetriebe vermittelt, dafür erhält Solar.red eine Vergütung.

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