Von D. Volbracht
Das Wichtigste in Kürze
Ein Photovoltaik-Konfigurator ist ein Online-Werkzeug, das aus wenigen Angaben zu Dach und Stromverbrauch eine erste Auslegung für eine Solaranlage berechnet: Größe, erwarteter Ertrag und eine grobe Kostenschätzung. Er ersetzt kein Angebot, zeigt aber in Minuten, in welcher Größenordnung eine Anlage liegt.
- Eingaben: Dachform, Dachfläche, Neigung, Ausrichtung, Jahresstromverbrauch, Speicher ja oder nein
- Ergebnis: Anlagenleistung in kWp, Jahresertrag in kWh, Kostenrahmen
- Flächenbedarf zum Gegenrechnen: etwa 4,4 m² Modulfläche je kWp
- Ertrag zum Gegenrechnen: grob 900 bis 950 kWh je kWp und Jahr auf einem Dach in Deutschland
- Grenzen: Verschattung, Zustand des Dachs und örtliche Preise erfasst erst der Termin vor Ort
- Nächster Schritt: mehrere Angebote von Fachbetrieben einholen und mit dem Ergebnis vergleichen
Was ist ein Photovoltaik-Konfigurator?
Ein Photovoltaik-Konfigurator ist ein digitales Planungswerkzeug für den ersten Schritt zur eigenen Photovoltaikanlage. Sie geben online ein, wie Ihr Dach aussieht und wie viel Strom Sie verbrauchen. Das Werkzeug schlägt daraus eine Anlagengröße vor und schätzt Ertrag und Kosten.
Der Nutzen liegt in der Orientierung. Wer noch nie mit einem Fachbetrieb gesprochen hat, weiß nach wenigen Minuten, ob auf dem Dach eher 5 oder eher 12 Kilowatt Peak Platz finden und ob die Anlage den eigenen Verbrauch rechnerisch decken kann. Mit diesem Wissen lassen sich Angebote besser einordnen. Eine Beratung vor Ort ersetzt der Konfigurator nicht.
Wie läuft die Konfiguration ab?
Der Weg von der Eingabe zum Angebot hat vier Stationen. Die ersten beiden erledigt der Konfigurator, die letzten beiden liegen bei Ihnen.
- EingebenDach, Verbrauch und Speicherwunsch
- Ergebnis lesenGröße, Ertrag, Kostenrahmen
- Gegenprüfenmit zwei Faustwerten nachrechnen
- Angebote einholenFachbetriebe prüfen das Dach vor Ort
Die Eingabe dauert in der Regel nur wenige Minuten. Wer danach Angebote wünscht, hinterlässt Kontaktdaten, und Fachbetriebe aus der Region melden sich. Für die reine Ersteinschätzung ist das nicht nötig.
Welche Daten müssen Sie eingeben?
Ein Konfigurator fragt nur ab, was sich ohne Messgerät beantworten lässt. Je genauer die Angaben sind, desto brauchbarer ist das Ergebnis. Den Jahresstromverbrauch finden Sie auf der letzten Stromabrechnung, die Dachfläche lässt sich aus dem Bauplan ablesen oder mit der Anleitung zum Berechnen der Dachfläche ermitteln.
| Eingabe | Was gemeint ist | Wofür sie gebraucht wird |
|---|---|---|
| Dachform | Satteldach, Pultdach, Walmdach, Flachdach | bestimmt das Montagesystem und die Belegung |
| Dachfläche | belegbare Fläche in Quadratmetern | begrenzt die Anlagengröße |
| Dachneigung | Winkel in Grad | beeinflusst den Ertrag, siehe Neigungswinkel |
| Ausrichtung | Himmelsrichtung der Dachfläche | bestimmt Höhe und Tagesverlauf des Ertrags, siehe Ausrichtung |
| Stromverbrauch | Kilowattstunden im Jahr | Grundlage für Größe und Eigenverbrauch |
| Speicher | ja oder nein | verändert Eigenverbrauch und Kosten |
| Zeitraum | wann die Anlage gebaut werden soll | wichtig für die Terminplanung der Betriebe |
Planen Sie eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto, tragen Sie den Stromverbrauch ein, den Sie danach erwarten. Sonst fällt die empfohlene Anlage zu klein aus.
Wie rechnet ein Konfigurator?
Hinter der Oberfläche stehen drei einfache Rechenschritte. Wer sie kennt, kann jedes Ergebnis nachvollziehen.
Der erste Schritt macht aus der Dachfläche eine Leistung. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme nennt für marktübliche Module eine Nennleistung von 230 W je Quadratmeter. Ein Kilowatt Peak braucht demnach rund 4,4 m² Modulfläche. Was die Einheit bedeutet, erklärt der Beitrag zur DC-Nennleistung.
Der zweite Schritt macht aus der Leistung einen Jahresertrag. Für Dachanlagen in Deutschland nennt das Fraunhofer ISE in einer Jahresauswertung 922 Vollbenutzungsstunden. Ein Kilowatt Peak bringt damit grob 900 bis 950 kWh im Jahr. Gute Konfiguratoren passen diesen Wert an Standort, Neigung und Ausrichtung an.
Der dritte Schritt vergleicht Ertrag und Verbrauch. Hier entscheidet sich, wie viel Solarstrom im Haus bleibt. Ohne Speicher verbrauchen Haushalte nach dem Fraunhofer ISE je nach Anlagengröße 20 bis 40 % ihres Solarstroms selbst. Den Rest speisen sie ins Netz ein und erhalten dafür die Einspeisevergütung. Aus beiden Beträgen ergibt sich die Wirtschaftlichkeit.
| Belegbare Modulfläche | Anlagenleistung | Jahresertrag, grob |
|---|---|---|
| 20 m² | 4,6 kWp | rund 4.200 kWh |
| 30 m² | 6,9 kWp | rund 6.300 kWh |
| 45 m² | 10,4 kWp | rund 9.500 kWh |
| 60 m² | 13,8 kWp | rund 12.700 kWh |
Die Tabelle ist eine eigene Rechnung mit 230 W je Quadratmeter und 920 kWh je kWp. Sie gilt für eine günstig ausgerichtete Dachfläche ohne Schatten.
Wie genau sind die Ergebnisse?
Ein Konfigurator liefert eine Größenordnung und keinen Messwert. Bei sorgfältigen Eingaben passt die empfohlene Anlagengröße meist gut, weil sie sich aus Fläche und Verbrauch ergibt. Unsicherer sind Ertrag und Kosten, denn beide hängen von Dingen ab, die das Werkzeug nicht sieht.
Das kann ein Konfigurator
- Anlagengröße aus Fläche und Verbrauch ableiten
- Ertrag für Standort und Ausrichtung abschätzen
- Varianten mit und ohne Speicher vergleichen
- Einen Kostenrahmen für das Gespräch mit Betrieben liefern
Das kann er nicht
- Schatten von Bäumen, Gauben und Nachbarhäusern erfassen
- Zustand von Dachhaut, Sparren und Zählerschrank beurteilen
- Örtliche Preise und Auslastung der Betriebe kennen
- Ein verbindliches Angebot ersetzen
Am stärksten wirkt die Verschattung. Ein Schornstein oder ein Baum kann den Ertrag einzelner Modulreihen deutlich senken, und das zeigt sich erst bei der Begehung. Auch das Dach selbst entscheidet mit: Ist die Eindeckung in wenigen Jahren fällig, gehört die Sanierung vor die Montage.
Lässt sich ein Batteriespeicher mitplanen?
Die meisten Konfiguratoren fragen ab, ob ein Speicher gewünscht ist, und rechnen dann beide Varianten. Ein Batteriespeicher verschiebt den Überschuss vom Mittag in den Abend und erhöht so den Anteil des Solarstroms, der im Haus bleibt. Nach einem Infoblatt der Solaroffensive Augsburg, das auf dem Unabhängigkeitsrechner der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin beruht, steigt der Autarkiegrad typischerweise von 20 bis 30 % ohne Speicher auf über 60 % mit Speicher.
Für die Größe nennt dasselbe Infoblatt eine Faustformel: je 1.000 kWh Jahresstromverbrauch 1 bis 1,5 kWp Modulleistung und 1 bis 1,5 kWh nutzbare Speicherkapazität. Schlägt ein Konfigurator einen deutlich größeren Speicher vor, lohnt die Nachfrage nach dem Grund. Wie sich der Speicher rechnet, zeigt die Beispielrechnung im Beitrag zum Eigenverbrauch.
Welche Arten von Konfiguratoren gibt es?
Konfiguratoren unterscheiden sich darin, wer sie anbietet und wie tief sie rechnen. Für Hausbesitzer sind die ersten beiden Arten der Tabelle gedacht, die anderen beiden nutzen Fachleute.
| Art | Für wen | Stärke | Schwäche |
|---|---|---|---|
| Online-Konfigurator eines Portals | Hausbesitzer | schnell, vermittelt Angebote aus der Region | rechnet vereinfacht |
| Unabhängiger Ertragsrechner | Hausbesitzer | standortgenaue Wetterdaten, keine Kontaktdaten nötig | keine Kosten, keine Angebote |
| Konfigurator eines Herstellers | Kunden dieser Marke | genau für die eigenen Produkte | kennt nur das eigene Sortiment |
| Planungssoftware | Fachbetriebe | Simulation mit Verschattung und Verschaltung | für Laien zu aufwendig |
Zur zweiten Art gehören zwei kostenlose Werkzeuge öffentlicher Einrichtungen: der Ertragsrechner PVGIS der Europäischen Kommission für den Jahresertrag am Standort und der Unabhängigkeitsrechner der HTW Berlin für Eigenverbrauch und Autarkie. Beide eignen sich, um das Ergebnis eines Portals gegenzuprüfen.
Praxis: Ergebnis in fünf Minuten selbst prüfen
Mit einem Taschenrechner lässt sich jedes Konfigurator-Ergebnis auf Plausibilität prüfen. Als Beispiel dient ein Haus mit 40 m² belegbarer Dachfläche und 4.500 kWh Jahresverbrauch.
- Leistung nachrechnen. Fläche geteilt durch 4,4 ergibt die mögliche Leistung. Im Beispiel: 40 ÷ 4,4 = rund 9 kWp. Nennt der Konfigurator deutlich mehr, passt die Fläche nicht.
- Ertrag nachrechnen. Leistung mal 920 ergibt den groben Jahresertrag. Im Beispiel: 9 × 920 = rund 8.300 kWh. Werte weit über 1.000 kWh je kWp sind für ein Dach in Deutschland erklärungsbedürftig.
- Mit dem Verbrauch vergleichen. Die Anlage erzeugt im Beispiel fast das Doppelte des Verbrauchs. Das ist in Ordnung, weil ein großer Teil mittags anfällt und eingespeist wird.
- Speichergröße prüfen. Nach der Faustformel passen zu 4.500 kWh Verbrauch 4,5 bis 6,8 kWh Speicher.
- Eigenverbrauch einordnen. Ohne Speicher sind 20 bis 40 % üblich. Verspricht das Ergebnis ohne Speicher deutlich mehr, fragen Sie nach den Annahmen.
Stimmen die Größenordnungen, ist das Ergebnis eine gute Grundlage für das Gespräch mit Fachbetrieben. Weichen sie stark ab, liegt es meist an einer Eingabe, etwa an der gesamten Dachfläche statt der belegbaren.
Wie geht es nach der Konfiguration weiter?
Nach der Konfiguration beginnt die eigentliche Planung. Sichern Sie zuerst die Zusammenfassung mit Anlagengröße, Ertrag und Kostenrahmen, denn sie ist Ihr Maßstab für alles Weitere.
- Mehrere Angebote von Fachbetrieben einholen und auf denselben Umfang achten: Module, Wechselrichter, Speicher, Montage, Gerüst, Zählerschrank, Anmeldung.
- Auf einem Termin vor Ort bestehen, bei dem Dach, Schatten und Zählerschrank angesehen werden.
- Belegungsplan und Ertragsprognose für den Standort verlangen und mit dem Ergebnis des Konfigurators vergleichen.
- Nach dem Preis je kWp fragen, damit unterschiedlich große Angebote vergleichbar werden.
- Förderprogramme von Land und Kommune vor der Auftragsvergabe prüfen, weil viele Zuschüsse vor Baubeginn beantragt werden müssen.
- Die Wirtschaftlichkeit über die gesamte Laufzeit betrachten und nicht nur den Kaufpreis.
Was eine Anlage kostet, zeigt der Beitrag zu den Photovoltaik-Kosten. Ob sie sich rechnet, beantwortet der Beitrag Lohnt sich Photovoltaik?.
Häufige Fragen
Was ist ein Photovoltaik-Konfigurator?
Ein Photovoltaik-Konfigurator ist ein Online-Werkzeug, mit dem Sie eine Solaranlage in wenigen Minuten grob planen. Sie geben Dachform, Dachfläche, Neigung, Ausrichtung und Stromverbrauch ein. Das Werkzeug berechnet daraus eine Anlagengröße, den erwarteten Jahresertrag und einen Kostenrahmen.
Welche Daten benötigt ein PV-Konfigurator?
Üblich sind Dachform, belegbare Dachfläche in Quadratmetern, Dachneigung, Ausrichtung, Jahresstromverbrauch in Kilowattstunden, der Wunsch nach einem Speicher und der geplante Zeitraum. Den Stromverbrauch finden Sie auf der letzten Stromabrechnung.
Wie genau sind die Ergebnisse eines PV-Konfigurators?
Die Ergebnisse geben eine Größenordnung an und keinen Messwert. Die Anlagengröße passt bei sorgfältigen Eingaben meist gut. Ertrag und Kosten sind unsicherer, weil Verschattung, Zustand des Dachs und örtliche Preise erst beim Termin vor Ort erfasst werden. Verbindlich ist nur das Angebot eines Fachbetriebs.
Wie viel Dachfläche braucht eine Solaranlage?
Rund 4,4 m² Modulfläche je Kilowatt Peak. Das ergibt sich aus der Nennleistung von 230 W je Quadratmeter, die das Fraunhofer ISE für marktübliche Module nennt. Für 10 kWp sind demnach etwa 44 m² belegbare Fläche nötig.
Wie viel Strom erzeugt die Anlage aus dem Konfigurator?
Als Faustwert gelten grob 900 bis 950 kWh je Kilowatt Peak und Jahr für Dachanlagen in Deutschland. Eine Anlage mit 9 kWp kommt damit auf rund 8.300 kWh. Der Wert hängt von Standort, Neigung, Ausrichtung und Verschattung ab.
Kann ich einen Batteriespeicher im Konfigurator mitplanen?
Ja, die meisten Konfiguratoren rechnen Varianten mit und ohne Speicher. Als Faustformel gelten je 1.000 kWh Jahresstromverbrauch 1 bis 1,5 kWh nutzbare Speicherkapazität. Mit Speicher steigt der Autarkiegrad typischerweise von 20 bis 30 % auf über 60 %.
Berücksichtigen PV-Konfiguratoren Fördermittel?
Viele Konfiguratoren rechnen die Einspeisevergütung vereinfacht ein. Zuschüsse von Ländern und Kommunen sowie Kreditprogramme fehlen meist und müssen getrennt geprüft werden. Viele Programme verlangen den Antrag vor Baubeginn.
Wie geht es nach der Online-Konfiguration weiter?
Sichern Sie die Zusammenfassung und holen Sie mehrere Angebote von Fachbetrieben ein. Ein Betrieb sollte Dach, Schatten und Zählerschrank vor Ort ansehen und einen Belegungsplan mit Ertragsprognose liefern. Vergleichen Sie die Angebote über den Preis je kWp und mit dem Ergebnis des Konfigurators.
Fazit
Ein Photovoltaik-Konfigurator ist der schnellste Einstieg in die Planung. Er macht aus Dachfläche und Stromverbrauch eine Anlagengröße, einen Ertrag und einen Kostenrahmen. Mit zwei Faustwerten, 4,4 m² je kWp und gut 900 kWh je kWp, lässt sich das Ergebnis in Minuten nachprüfen. Verbindlich wird die Planung erst, wenn ein Fachbetrieb das Dach gesehen hat. Bis dahin ist der Konfigurator das, was er sein soll: eine belastbare erste Orientierung.
Quellen und Methodik
Nennleistung je Quadratmeter, Vollbenutzungsstunden und der typische Eigenverbrauch von Haushalten stammen aus den Fakten zur Photovoltaik des Fraunhofer ISE. Die Vollbenutzungsstunden beziehen sich dort auf ein einzelnes Auswertungsjahr und sind ein Richtwert. Autarkiegrade und die Faustformel zur Dimensionierung stammen aus einem Infoblatt der Solaroffensive Augsburg, das auf dem Unabhängigkeitsrechner der HTW Berlin beruht. Der Flächenbedarf je kWp, die Überschlagstabelle und das Rechenbeispiel im Praxisteil sind eigene Rechnungen aus diesen Werten. Preise, Fördersätze, Steuerregeln und Amortisationszeiten nennt der Beitrag nicht, weil sie sich laufend ändern.
- Fraunhofer ISE: Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland - Nennleistung je Fläche, Vollbenutzungsstunden, Eigenverbrauch
- Stadt Augsburg, Solaroffensive: Kann ich mit Photovoltaik unabhängig werden? - Autarkiegrade, Faustformel für Anlage und Speicher
- HTW Berlin: Unabhängigkeitsrechner - kostenloser Rechner für Eigenverbrauch und Autarkie
- Europäische Kommission, Gemeinsame Forschungsstelle: PVGIS - kostenloser Ertragsrechner mit Wetterdaten für den Standort
Hinweis: Solar.red steht in keiner geschäftlichen Verbindung mit den genannten Einrichtungen. Rechenbeispiele und Tabellen dienen der Orientierung und ersetzen kein Angebot. Für verbindliche Preise und die technische Planung wenden Sie sich an einen Fachbetrieb.
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