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Ausrichtung Solaranlage: Optimaler Azimut & Effizienz-Rechner (2026)
Zusammenfassung

Die Ausrichtung einer Solaranlage wird durch den Azimutwinkel beschrieben und bestimmt maßgeblich den Stromertrag. In Deutschland liefert eine Südausrichtung (Azimut 0°) mit 30–35° Dachneigung den höchsten Gesamtertrag. Abweichungen bis ±45° (Südost/Südwest) verursachen nur 5–10 % Ertragsverlust. Eine Ost-West-Ausrichtung erreicht rund 80 % des Maximums, verteilt die Stromerzeugung gleichmäßiger und kann den Eigenverbrauch um bis zu 25 % steigern. Regionale Unterschiede: Norddeutschland 35–37°, Süddeutschland 30–32°. Entscheidender als die perfekte Himmelsrichtung ist die Vermeidung von Verschattung.

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Was ist der Azimutwinkel und warum ist er entscheidend?

Der Azimutwinkel beschreibt die horizontale Ausrichtung Ihrer Photovoltaikanlage zur Himmelsrichtung. Er gibt an, um wie viele Grad Ihre Module von der optimalen Südausrichtung abweichen.

Gemessen wird von Süden aus: 0° = perfekte Südausrichtung. Positive Werte zeigen Abweichung nach Westen (90° = Westen), negative nach Osten (–90° = Osten). Zusammen mit dem Neigungswinkel ist der Azimut der wichtigste Ertragsparameter.

💡 Praxistipp

Kleine Abweichungen sind kein Problem. Bis ±20° vom Süden entstehen kaum messbare Verluste. Selbst bei ±45° verlieren Sie nur 5–10 %. Den Azimut bestimmen Sie mit einer Kompass-App – achten Sie auf die lokale Magnetdeklination.

Der Azimutwinkel bestimmt direkt, wie viel Sonnenlicht Ihre Module einfangen. Je rechtwinkliger die Strahlen auf die Solarzellen treffen, desto mehr Energie entsteht.

Schematische Darstellung der Ausrichtung einer PV-Anlage nach Himmelsrichtungen mit Azimutwinkel
Ausrichtung einer PV-Anlage: Der Azimutwinkel zeigt die Abweichung von Süden

Optimale Ausrichtung einer Solaranlage

Südausrichtung mit 30–35 Grad Neigung liefert den höchsten Gesamtertrag. Diese Kombination fängt während der Mittagsstunden das meiste Sonnenlicht ein.

Abweichungen nach Südwest oder Südost kosten nur 5–10 % Ertrag. Selbst reine Ost- oder Westausrichtungen erreichen noch 80 % und bleiben wirtschaftlich.

Azimut
Optimum: Südausrichtung
30–35°
Idealer Neigungswinkel
100 %
Ertrag bei Süd + 35°
≈ 80 %
Ertrag bei Ost/West

Der ideale Neigungswinkel variiert regional. Norddeutschland benötigt rund 37 Grad, Süddeutschland 32 Grad. Abweichungen von ±5 Grad beeinflussen die Leistung kaum – mehr dazu im Ratgeber zum Photovoltaik-Neigungswinkel.

Flachdächer profitieren von Ost-West mit 10–15 Grad Neigung. Das ermöglicht mehr Module pro Fläche. Mindestneigung von 7 Grad sichert Wasserablauf und Selbstreinigung.

Tabelle seitlich scrollen
Übersicht: Optimale Ausrichtung und Neigungswinkel für PV-Anlagen in Deutschland
Ausrichtung Neigung Ertrag vs. Optimum Hinweise
Süd (0°) 30–35° 100 % Höchster Ertrag zur Mittagszeit
Südost / Südwest (±45°) 30–35° 90–95 % Geringe Verluste, gute Alternative
Ost / West (±90°) 30–35° ≈ 80 % Gleichmäßige Vor-/Nachmittagsproduktion
Flachdach Ost–West 10–15° ≈ 80 %, kompensierbar Mehr Modulreihen; mind. 7° für Regenabfluss
Süd – Norddeutschland 37° 100 % Steilerer Winkel für flacheren Sonnenstand
Süd – Süddeutschland 32° 100 % Flacher, da Sonne höher steht

Ausrichtung Solaranlage Rechner

Ermitteln Sie in Sekunden, wie effizient Ihre Dachausrichtung für eine PV-Anlage ist. Stellen Sie Dachneigung und Ausrichtung mit den Schiebereglern ein – die Effizienz wird sofort berechnet.

Effizienz-Rechner: Dachneigung & Ausrichtung

Optimieren Sie Ihre Solaranlage durch die perfekte Ausrichtung

Dachneigung: 30°
Ausrichtung: 0° (Süden)

Geschätzte Effizienz

99.6%

Basierend auf realen Messwerten für Deutschland

📊 So nutzen Sie den Rechner

Dachneigung: Slider auf die Neigung Ihres Daches (0–90°) stellen – steht in Ihren Bauplänen oder per Wasserwaage messbar. Ausrichtung: Slider auf den Azimut. 0° = Süden, ±90° = Ost/West, ±180° = Norden. Kompass-App nutzen.

Für eine standortgenaue Ertragsberechnung empfehlen wir unseren PV-Ertragsrechner oder das EU-Tool PVGIS.

Video: Solaranlage Ausrichtung erklärt

Wie wirkt sich der Neigungswinkel auf die Leistung aus?

Bei 30–35 Grad Neigung treffen Sonnenstrahlen im optimalen Winkel auf die Module. Das maximiert den Stromertrag über das gesamte Jahr.

Das Lambertsche Kosinusgesetz erklärt den Zusammenhang: Die Lichtintensität sinkt mit dem Kosinus des Einfallswinkels. Bei 15–20 Grad Neigung erreichen Sie noch 95 % der Maximalleistung.

Zwischen 15 und 60 Grad funktioniert Ihre Anlage hervorragend. Unter 7 Grad leidet die Selbstreinigung, über 40 Grad gibt es weniger Verschattung zwischen Modulreihen auf Flachdächern. Ausführliche Tabelle im Ratgeber zum optimalen Neigungswinkel.

📐 Neigungswinkel bestimmen

Baupläne prüfen – dort steht die Dachneigung. Alternativ: Smartphone-App (z. B. „Clinometer"), Wasserwaage mit Winkelanzeige oder Berechnung über die Dachfläche.

Süd- vs. Ost-West-Ausrichtung: Was lohnt sich wann?

Die beste Ausrichtung hängt von Ihrem Eigenverbrauchsprofil ab – nicht allein vom maximalen Gesamtertrag.

Südausrichtung: Maximaler Gesamtertrag

Süd produziert 10–20 % mehr Strom als Ost-West. Besonders effizient während der Mittagsstunden.

Nachteil: massive Mittagsspitze. Ohne Stromspeicher geben Sie den Überschuss zu niedrigen Einspeisevergütungen ab.

Ost-West-Ausrichtung: Gleichmäßige Tagesverteilung

Ost-West erreicht 80–90 % der Südleistung, verteilt die Erzeugung aber von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Das passt zum typischen Verbrauchsprofil der meisten Haushalte.

Diagramm täglicher Stromverbrauch im Vergleich zur Solarstromproduktion – Morgens und abends höherer Verbrauch, mittags höchste PV-Leistung
Täglicher Stromverbrauch vs. Solarstromproduktion: Morgens und abends wird Strom verbraucht, mittags ist die PV-Leistung am höchsten. Ost-West gleicht das aus.

✅ Vorteile Ost-West

  • Eigenverbrauch +25 %: Strom morgens und abends, genau wenn Sie ihn brauchen.
  • Mehr Fläche: Auf Flachdächern bis zu 40 % mehr Module möglich.
  • Netzfreundlich: Gleichmäßige Einspeisung ohne Mittagsspitzen.
  • Weniger Speicher nötig: Konstante Produktion senkt Speicherbedarf und Kosten.

❌ Nachteile Ost-West

  • 10–20 % weniger Strom: Geringerer Gesamtertrag als Südausrichtung.
  • Schwächere Mittagsleistung: Weniger Strom für Wärmepumpe oder E-Auto tagsüber.
  • Zwei Dachflächen nötig: Module auf Ost- und Westseite erforderlich.
⚡ Faustregel

Viel Tageslast (Homeoffice, Wärmepumpe, E-Auto) → Süd. Verbrauch morgens und abends → Ost-West ist meist wirtschaftlicher.

Regionale Unterschiede in Deutschland

Der Standort beeinflusst den optimalen Neigungswinkel erheblich. Die Globalstrahlung variiert in Deutschland deutlich zwischen Nord und Süd.

Tabelle seitlich scrollen
Regionale Empfehlungen für Neigungswinkel, Ertrag und Ausrichtung in Deutschland
Region Neigungswinkel Azimut-Toleranz (≤ 10 %) Globalstrahlung Spez. Ertrag Besonderheiten
Norddeutschland 37° ± 45° 1.000–1.050 kWh/m² ≈ 900 kWh/kWp Steilerer Winkel erhöht Wintererträge; Wind kühlt Module
Mitteldeutschland 35° ± 45° 1.100–1.150 kWh/m² 950–1.000 kWh/kWp Ausgewogenes Verhältnis Sommer/Winter
Süddeutschland 30–32° ± 45° 1.200–1.300 kWh/m² 1.100–1.160 kWh/kWp Höhere Strahlung erlaubt flachere Module

Detaillierte Strahlungsdaten für Ihren Standort finden Sie in unseren Lexikon-Einträgen zur diffusen Strahlung und direkten Strahlung. Den konkreten Ertrag simulieren Sie mit dem PV-Ertragsrechner.

Was passiert bei nicht optimaler Ausrichtung?

Auch bei suboptimaler Ausrichtung bleibt Ihre PV-Anlage wirtschaftlich. Die Verluste im Überblick:

5–10 %
Verlust bei Südost/Südwest
≈ 20 %
Verlust bei Ost/West
40–50 %
Verlust bei Nordausrichtung

Kritisch wird es erst bei Nordausrichtung mit 50–60 % des Optimums. Bei diffusem Licht (bewölkt) produzieren Nordanlagen allerdings ähnlich viel. Flache Neigung unter 30 Grad minimiert die Verluste.

🔑 Wichtigste Erkenntnis

Verschattung schadet mehr als eine ungünstige Himmelsrichtung. Vermeiden Sie Schatten durch Schornsteine, Dachgauben, Bäume oder Nachbargebäude. Moderne Wechselrichter mit Moduloptimierern kompensieren Teilverschattung zusätzlich.

Rund 44 % aller gebäudenahen PV-Module in Deutschland zeigen nach Süden, weitere 30 % nach Südwest oder Südost (laut dena Gebäudereport 2025). Nur 2,6 % sind nordausgerichtet.

So berechnen Sie die ideale Ausrichtung für Ihr Dach

In sechs Schritten zur optimalen Aufstellung:

1. Dachausrichtung bestimmen: Kompass-App auf dem Smartphone nutzen. 0° = Süden, –90° = Osten, 90° = Westen.

2. Neigungswinkel erfassen: Baupläne prüfen oder mit App/Wasserwaage messen. Alternativ über die Dachfläche berechnen.

3. Effizienz-Rechner nutzen: Unseren Rechner oben auf dieser Seite verwenden – Ergebnis in Sekunden.

4. Ertrag simulieren: Für standortgenaue Prognosen den PV-Ertragsrechner oder das EU-Tool PVGIS nutzen.

5. Verschattung prüfen: Bäume, Schornsteine, Nachbargebäude – Verschattung mindert den Ertrag stärker als ungünstige Ausrichtung.

6. Fachberater einbeziehen: Ein zertifizierter Solarteur bewertet Ihre Situation vor Ort.

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Häufige Fragen zur Ausrichtung von Solaranlagen

Was ist der Azimutwinkel bei Solaranlagen?

Der Azimutwinkel gibt die horizontale Abweichung Ihrer PV-Anlage von Süden an. 0° = Süd, positive Werte = West, negative = Ost. Bis ±45° entstehen nur 5–10 % Ertragsverlust.

Welche Ausrichtung ist für eine Solaranlage optimal?

Südausrichtung (0° Azimut) mit 30–35 Grad Dachneigung liefert den höchsten Ertrag. Ost-West erreicht rund 80 % und kann durch höheren Eigenverbrauch wirtschaftlicher sein.

Lohnt sich eine Ost-West-Ausrichtung der Solaranlage?

Ja – Strom morgens und abends, bis zu 25 % mehr Eigenverbrauch, auf Flachdächern bis zu 40 % mehr Module. Für Haushalte mit Verbrauch zu Randzeiten oft die bessere Wahl.

Was passiert bei nicht optimaler Ausrichtung?

Ihre Anlage bleibt wirtschaftlich. Südost/Südwest: nur 5–10 % Verlust. Ost/West: rund 20 %. Kritisch erst bei Nord (40–50 %). Verschattung vermeiden ist wichtiger.

Wie berechne ich die ideale Ausrichtung für mein Dach?

Azimut per Kompass-App bestimmen, Neigung aus Bauplänen ablesen. Dann unseren Effizienz-Rechner oder den PV-Ertragsrechner für Prognosen nutzen.

Fazit

Die optimale Ausrichtung hängt davon ab, wann Sie den Strom verbrauchen. Südausrichtung liefert den höchsten Gesamtertrag, Ost-West passt oft besser zum tatsächlichen Haushaltsprofil.

Bei Abweichungen bis ±45° verlieren Sie weniger als 10 %. Selbst suboptimale Ausrichtungen bleiben wirtschaftlich. Am wichtigsten: Verschattung vermeiden und Neigungswinkel plus Ausrichtung auf den eigenen Bedarf abstimmen.

Morgen-/Abendverbrauch → Ost-West. Hohe Tageslast → Süd. Nutzen Sie die Tools und holen Sie das Maximum aus Ihrem Dach.

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Hinweis: Alle Angaben zu Erträgen und Effizienzwerten basieren auf öffentlich zugänglichen Daten, Herstellerangaben und branchenüblichen Erfahrungswerten (Stand: Februar 2026). Tatsächliche Erträge können je nach Standort, Verschattung, Modultyp und Wetterbedingungen abweichen. Für verbindliche Ertragsberechnungen wenden Sie sich an einen zertifizierten Fachhändler oder Energieberater.

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