Von D. Volbracht
Dachneigungsrechner für Photovoltaik
Die Dachneigung lässt sich aus zwei Maßen berechnen: der Höhe von der Traufe bis zum First und der waagerechten Strecke von der Traufe bis unter den First. Der Rechner zeigt den Neigungswinkel in Grad, die Neigung in Prozent, die Sparrenlänge und den Ertrag bei Südausrichtung im Verhältnis zum Optimum.
Beide Maße in Metern eingeben, das Ergebnis erscheint sofort.
Ertragswerte: Fraunhofer ISE, Tabelle zur Einstrahlung nach Ausrichtung und Neigung, Standort Freiburg, Fassung vom 20. August 2026, Südausrichtung, Zwischenwerte linear interpoliert. Ohne Verschattung. © Solar.red, alle Angaben ohne Gewähr.
Das Wichtigste in Kürze
Der optimale Photovoltaik Neigungswinkel liegt in Deutschland bei Südausrichtung zwischen 30 und 40 Grad; das Ertragsmaximum ist so flach, dass jedes Süddach zwischen 20 und 50 Grad mindestens 96 Prozent des Bestwerts erreicht. Wichtiger als ein paar Grad sind Verschattung und Himmelsrichtung.
- Fraunhofer ISE, Fassung vom 20. August 2026, Standort Freiburg: Süd 40 Grad = 100 %, Süd 30 Grad 99 %, Süd 20 Grad 96 %, waagerecht 84 %
- Ost und West: flacher ist besser, 10 Grad bringen 83 %, 40 Grad nur noch 78 % (Ost) und 76 % (West)
- Flachdach: Ost-West-Aufständerung mit rund 10 Grad bringt mehr Module aufs Dach (HTW Berlin)
- Senkrecht an der Südfassade oder am Balkon: rund 71 % des Optimums
- Unter 15 Grad verschmutzen Module stärker; steilere Module verlieren weniger Ertrag durch Schnee
Was ist der optimale Neigungswinkel für Photovoltaik?
Der optimale Neigungswinkel für Photovoltaik liegt in Deutschland bei Südausrichtung zwischen 30 und 40 Grad. Laut Fraunhofer ISE, Fassung vom 20. August 2026, liegt das Ertragsmaximum am Standort Freiburg bei Süd und 40 Grad, ist aber so flach ausgebildet, dass 30 oder 50 Grad nur ein Prozent weniger bringen. Weiter nördlich verschiebt sich das Optimum zu steileren Winkeln.
Der Neigungswinkel ist der Winkel zwischen Modulfläche und Waagerechter. Er entscheidet, wie steil das Sonnenlicht auf die Module trifft. Fällt es senkrecht ein, ist die Einstrahlung je Quadratmeter am größten. Weil die Sonne im Sommer hoch und im Winter tief steht, gibt es für eine fest montierte Anlage keinen Winkel, der immer passt, sondern einen, der über das Jahr den höchsten Ertrag liefert.
Wie viel die Neigung bringt, zeigt der Vergleich mit waagerecht liegenden Modulen: Bei Südausrichtung und 40 Grad erreichen Module in Freiburg 100 Prozent, flach liegend nur 84 Prozent. Für Freiflächenanlagen mit 20 bis 25 Grad nennt das Fraunhofer ISE rund 15 Prozent mehr Einstrahlung auf die Modulebene als auf die Waagerechte. Die mittlere horizontale Globalstrahlung in Deutschland lag laut den dort ausgewerteten Daten des Deutschen Wetterdienstes im Zeitraum 2001 bis 2020 bei 1.102 kWh je Quadratmeter und Jahr, je nach Standort etwa plus oder minus 10 Prozent. Mehr zur Einstrahlung steht im Beitrag zur Globalstrahlung.
Photovoltaik Neigungswinkel Tabelle: Ertrag nach Neigung und Himmelsrichtung
Die Photovoltaik Neigungswinkel Tabelle des Fraunhofer ISE zeigt, wie viel Prozent des bestmöglichen Jahresertrags eine Anlage je nach Neigung und Himmelsrichtung erreicht. Bezugswert ist Süd mit 40 Grad am Standort Freiburg, berechnet mit dem EU-Werkzeug PVGIS. Süddächer zwischen 20 und 60 Grad bleiben bei mindestens 95 Prozent, Ost- und Westdächer verlieren mit wachsender Neigung.
| Neigung | Süd | Ost | West |
|---|---|---|---|
| 0 Grad (waagerecht) | 84 % | 84 % | 84 % |
| 10 Grad | 91 % | 83 % | 83 % |
| 20 Grad | 96 % | 82 % | 81 % |
| 30 Grad | 99 % | 81 % | 79 % |
| 40 Grad | 100 % | 78 % | 76 % |
| 50 Grad | 99 % | 74 % | 72 % |
| 60 Grad | 95 % | 70 % | 68 % |
| 90 Grad (senkrecht) | 71 % | 50 % | 48 % |
Die Werte gelten für einen Standort ohne Verschattung und sind Modellrechnungen, keine Messwerte einzelner Anlagen. Für das eigene Dach rechnet PVGIS, das kostenlose Werkzeug der Gemeinsamen Forschungsstelle der EU-Kommission, mit den Wetterdaten der genauen Adresse. Wer Neigung und Himmelsrichtung gleichzeitig vergleichen möchte, findet eine erweiterte Ertragstabelle und einen Rechner im Ratgeber zur Ausrichtung der Solaranlage. Die dortigen Modellwerte für einen mittleren deutschen Standort weichen um wenige Prozentpunkte ab, die Aussage bleibt dieselbe.
Welche Dachneigung ist für Photovoltaik optimal? 10 bis 45 Grad im Check
Für Photovoltaik optimal ist bei Süddächern jede Dachneigung zwischen 30 und 50 Grad, sie erreicht laut Fraunhofer ISE mindestens 99 Prozent des Bestwerts. Auch 20 Grad bringen noch 96 Prozent, 10 Grad 91 Prozent. Ein Schrägdach lohnt sich deshalb fast immer so, wie es ist; eine Aufständerung auf dem Schrägdach zahlt sich selten aus.
| Dachneigung | Typisches Dach | Ertrag Süd | Einordnung |
|---|---|---|---|
| 10 Grad | flaches Pultdach, Flachdach-Aufständerung | 91 % | gut, stärkere Verschmutzung |
| 15 Grad | flaches Pultdach, Bungalow | 93,5 % | gut |
| 20 Grad | flaches Satteldach | 96 % | sehr gut |
| 25 Grad | Satteldach | 97,5 % | sehr gut |
| 30 Grad | Satteldach | 99 % | nahe am Optimum |
| 35 Grad | Satteldach | 99,5 % | nahe am Optimum |
| 40 Grad | steiles Satteldach | 100 % | Optimum in Freiburg |
| 45 Grad | steiles Satteldach | 99,5 % | nahe am Optimum, Schnee rutscht besser |
Der Grund für die geringen Unterschiede ist der flache Verlauf des Optimums: Zwischen 30 und 50 Grad ändert sich der Einfallswinkel der Sonne über das Jahr gerechnet nur wenig. Größer wird der Einfluss erst bei sehr flachen Dächern, bei sehr steilen Dächern über 60 Grad und bei Dächern, die nicht nach Süden zeigen. Wie viel Fläche das eigene Dach bietet, berechnet der Rechner zur Dachfläche.
Photovoltaik Neigungswinkel in Nord- und Süddeutschland
In Norddeutschland liegt der optimale Photovoltaik Neigungswinkel einige Grad steiler als in Süddeutschland, weil die Sonne dort über das Jahr tiefer steht. Das Fraunhofer ISE beschreibt diese Verschiebung zu größeren Neigungen für weiter nördlich gelegene Standorte, nennt aber keine eigene Gradzahl je Region. Praktisch fällt der Unterschied kaum ins Gewicht.
Der Grund ist der Breitengrad. Freiburg liegt auf rund 48 Grad nördlicher Breite, Hamburg auf rund 53,5 Grad. Je weiter nördlich ein Standort liegt, desto flacher fällt das Sonnenlicht ein, und desto steiler sollten Module stehen, um es senkrecht aufzufangen. Weil das Optimum aber sehr flach verläuft, reicht ein Süddach mit 30 bis 45 Grad in ganz Deutschland für nahezu den Höchstertrag. Wer es für die eigene Adresse genau wissen will, lässt in PVGIS den optimalen Winkel berechnen.
Photovoltaik Neigungswinkel im Winter und Sommer
Im Winter ist ein steilerer, im Sommer ein flacherer Photovoltaik Neigungswinkel ideal, weil die Mittagssonne im Winter tief und im Sommer hoch steht. Eine Studie in der Fachzeitschrift Sustainability von 2023 beschreibt als Faustregel: Jahresoptimum etwa gleich dem Breitengrad, für den Sommer rund 23,45 Grad weniger, für den Winter rund 23,45 Grad mehr.
| Zeitraum | Faustregel | Ergebnis bei 51 Grad Breite | Praxis |
|---|---|---|---|
| Sommer | Breitengrad minus 23,45 Grad | rund 28 Grad | flache Module nutzen den hohen Sonnenstand |
| Winter | Breitengrad plus 23,45 Grad | rund 74 Grad | steile Module fangen die tiefe Sonne, Schnee rutscht ab |
| Ganzjährig fest | Optimum laut PVGIS | 30 bis 40 Grad | Standard für Dachanlagen |
Die Faustregel ist eine Vereinfachung; für feste Dachanlagen zählt der Ganzjahreswert aus PVGIS, den das Fraunhofer ISE für Freiburg mit 40 Grad angibt. Verstellbare Gestelle lohnen sich auf dem Hausdach kaum: Laut derselben Studie bringt monatliches Nachstellen bei 35 Grad Breite gut 7 Prozent mehr Einstrahlung, bei 40 bis 60 Grad Breite, also auch in Deutschland, unter 6 Prozent. Weil der Winter ohnehin wenig Solarstrom liefert, wie der Jahresgang zeigt, gleicht dieser Gewinn den Aufwand für verstellbare Gestelle selten aus.
Photovoltaik Neigungswinkel Ost-West
Bei Ost-West-Anlagen ist ein flacher Photovoltaik Neigungswinkel besser: Laut Fraunhofer ISE erreichen Ost- und Westflächen bei 10 Grad rund 83 Prozent des Süd-Optimums, bei 40 Grad nur noch 78 Prozent (Ost) und 76 Prozent (West). Ein Westdach mit 45 Grad liefert rund 26 Prozent weniger als ein Süddach gleicher Neigung.
Der Grund: Ein steiles Ostdach wendet sich ab Mittag von der Sonne ab, ein steiles Westdach bekommt am Vormittag kaum Licht. Flach liegende Module sehen dagegen auch die Sonne der anderen Tageshälfte. Dafür verteilt eine Ost-West-Anlage die Erzeugung gleichmäßiger über den Tag, mit mehr Strom am Morgen und am frühen Abend. Das erhöht den Eigenverbrauch, weil Haushalte zu diesen Zeiten mehr Strom brauchen als mittags. Laut einer Presseinformation des Fraunhofer ISE vom Mai 2021 waren im Zubau 2019 bereits 22 Prozent der neuen Anlagen nach Westen, Osten oder Ost-West ausgerichtet.
Photovoltaik Neigungswinkel auf dem Flachdach
Auf dem Flachdach ist ein Photovoltaik Neigungswinkel von etwa 10 Grad in Ost-West-Aufständerung meist die beste Wahl, wenn möglichst viel Strom von der Dachfläche kommen soll. Laut HTW Berlin verschatten sich die flachen Reihen kaum gegenseitig, deshalb passen mehr Module aufs Dach; der Ertrag je Kilowattpeak sinkt, der Ertrag der ganzen Fläche steigt.
Steiler aufgeständerte Südreihen holen aus jedem Modul mehr heraus, brauchen aber Abstand, damit die vordere Reihe die hintere nicht verschattet. Eine Simulation der TU Berlin von 1998 für den Standort Berlin zeigt den Effekt: Bei einem Reihenabstand doppelt so groß wie die geneigte Modullänge verlor der untere Modulrand durch Verschattung 11,6 Prozent Einstrahlung bei 30 Grad Neigung, aber nur 1,5 Prozent bei 10 Grad, gemittelt über drei Rechenpunkte 4,8 und 0,6 Prozent. Je steiler die Module, desto empfindlicher reagiert die Anlage auf Verschattung; flache Winkel spielen ihren Vorteil vor allem aus, wenn die Reihen eng stehen.
Ost-West, etwa 10 Grad
- mehr Module auf derselben Fläche
- kaum Verschattung zwischen den Reihen
- geringere Windangriffsfläche
- gleichmäßigere Erzeugung über den Tag
Süd, 20 bis 30 Grad
- höherer Ertrag je Modul
- bessere Selbstreinigung durch Regen
- Schnee rutscht schneller ab
- sinnvoll, wenn die Fläche nicht knapp ist
Wie viel Gewicht die Aufständerung braucht, damit sie bei Wind sicher liegt, hängt von Neigung, Gebäudehöhe und Windzone ab; das zeigt der Rechner zum Ballastsystem. Grundlagen zur Montage stehen in den Beiträgen zur Aufständerung und zur Photovoltaik auf dem Flachdach.
Schnee und Selbstreinigung: Wie flach darf es sein?
Unter 15 Grad Neigung verschmutzen Photovoltaikmodule laut Fraunhofer ISE besonders stark, weil Regen Staub, Pollen und Laub schlechter abspült. Steilere Module verlieren zudem weniger Ertrag durch Schnee: Eine Untersuchung des US-Forschungslabors NREL von 2017 zeigt, dass mit wachsender Neigung mehr Schnee abrutscht.
Wie groß der Unterschied ist, zeigt die NREL-Simulation für zwei verschneite US-Standorte: In Boulder verlor eine Anlage mit 20 Grad Neigung 5,5 Prozent des Jahresertrags durch Schnee, eine Anlage mit einer Neigung gleich dem Breitengrad 3,9 Prozent; in Minneapolis waren es 10,7 und 9,5 Prozent. Einen festen Winkel, ab dem Schnee sicher abrutscht, gibt es nicht. Es hängt von Temperatur, Schneeart, Modulrahmen und Sonne ab. In schneereichen Lagen spielt außerdem die Schneelast für Unterkonstruktion und Dach eine Rolle.
Für die Praxis heißt das: Auf Flachdächern ist eine Neigung um 10 Grad ein Kompromiss zwischen Platz und Selbstreinigung. Ganz waagerechte Module sind nur sinnvoll, wenn eine regelmäßige Reinigung eingeplant ist.
Fassade und Balkonkraftwerk: 90 Grad Neigung
Senkrechte Module mit 90 Grad Neigung erreichen nach Süden ausgerichtet rund 71 Prozent des Optimums, nach Osten 50 und nach Westen 48 Prozent. Laut Fraunhofer ISE bringt eine vertikale Südfassade etwa 29 Prozent weniger Jahresstrom als ein Süddach mit 45 Grad; dasselbe gilt für senkrecht am Balkongeländer montierte Stecker-Solargeräte nach Süden.
Beim Balkonkraftwerk lohnt deshalb ein Aufsteller, wenn die Hausordnung es erlaubt: Auf einem unverschatteten Südbalkon hebt eine Neigung von 30 bis 40 Grad den Ertrag laut der Tabelle von rund 71 auf bis zu 99 bis 100 Prozent. Senkrechte Module haben dafür einen Vorteil im Winter, weil die tief stehende Sonne sie fast senkrecht trifft. Bei Fassaden und Zäunen kommen deshalb auch bifaziale Solarmodule zum Einsatz, die Licht von beiden Seiten nutzen.
Dachneigung berechnen und messen: Formel und Praxis
Die Dachneigung berechnet sich mit der Formel Neigungswinkel gleich Arkustangens aus Höhe geteilt durch waagerechte Strecke. Bei 3,5 Metern Höhe und 5 Metern Strecke ergibt das rund 35 Grad. Die Neigung in Prozent ist Höhe geteilt durch Strecke mal 100, im Beispiel also 70 Prozent. Beide Werte liefert der Dachneigungsrechner oben.
- Bauunterlagen: Im Schnitt des Bauplans steht die Dachneigung meist direkt in Grad, sonst Firsthöhe und Hausbreite.
- Neigungsmesser oder Smartphone: Eine Wasserwaage mit Winkelanzeige oder eine Neigungs-App auf einen Sparren im Dachboden legen.
- Messen im Dachboden: Waagerechte Strecke vom Sparrenfuß bis unter den First und senkrechte Höhe messen, dann in den Rechner eingeben; bei symmetrischen Satteldächern ist die Strecke die halbe Hausbreite.
- Über Dachziegel schätzen: Sichtmaß einer Dachpfanne mal Anzahl der Pfannen ergibt die Sparrenlänge; zusammen mit der halben Hausbreite lässt sich daraus die Neigung bestimmen.
Nicht vom Dach aus messen: Arbeiten auf dem Dach ohne Absturzsicherung sind gefährlich. Für die Planung reicht ein Wert auf wenige Grad genau, weil der Ertrag zwischen 30 und 50 Grad kaum schwankt. Den Jahresertrag der eigenen Anlage schätzt der PV-Ertragsrechner.
Welche Faktoren beeinflussen neben der Dachneigung den Ertrag?
Neben der Dachneigung bestimmen vor allem Himmelsrichtung, Verschattung, Standort und Modultechnik den Ertrag einer Photovoltaikanlage. Die Himmelsrichtung wiegt schwerer als die Neigung: Ein Westdach mit 45 Grad liefert laut Fraunhofer ISE rund 26 Prozent weniger als ein Süddach gleicher Neigung, während ein Süddach mit 30 statt 40 Grad nur ein Prozent verliert.
| Faktor | Einfluss | Beleg |
|---|---|---|
| Himmelsrichtung | West 45 Grad rund 26 % weniger als Süd 45 Grad | Fraunhofer ISE |
| Standort | Globalstrahlung je nach Ort etwa plus oder minus 10 % | Fraunhofer ISE nach DWD-Daten 2001 bis 2020 |
| Neigung | Süd 20 bis 50 Grad mindestens 96 % des Optimums | Fraunhofer ISE |
| Verschattung | bei Reihenabstand 1:2 und 30 Grad bis 11,6 % weniger Einstrahlung am unteren Modulrand | TU Berlin 1998, Simulation |
| Verschmutzung | besonders unter 15 Grad Neigung | Fraunhofer ISE |
| Alterung | gemessen rund 0,15 % Leistungsverlust je Jahr, 0,5 % gilt als konservative Annahme | Fraunhofer ISE |
Was Verschattung konkret kostet und wie Optimierer helfen, erklärt der Beitrag zur Verschattung der PV-Anlage. Die Leistung der Module selbst hängt vom Modulwirkungsgrad ab, die Alterung beschreibt der Beitrag zur Degradation.
Häufige Fragen zum Photovoltaik Neigungswinkel
Welcher Neigungswinkel ist für Photovoltaik optimal?
Für Photovoltaik ist in Deutschland bei Südausrichtung ein Neigungswinkel von 30 bis 40 Grad optimal. Laut Fraunhofer ISE liegt das Maximum am Standort Freiburg bei 40 Grad, 30 und 50 Grad bringen jeweils 99 Prozent. Weiter nördlich darf es etwas steiler sein, bei Ost- und Westdächern dagegen flacher.
Wie berechne ich den Neigungswinkel meines Daches?
Den Neigungswinkel berechnet man als Arkustangens aus Dachhöhe geteilt durch die waagerechte Strecke von der Traufe bis unter den First. Bei 3,5 Metern Höhe und 5 Metern Strecke sind das rund 35 Grad. Der Dachneigungsrechner auf dieser Seite rechnet Winkel, Prozentwert und Sparrenlänge automatisch aus.
Lohnt sich Photovoltaik bei 10 Grad Dachneigung?
Ja. Ein Süddach mit 10 Grad Neigung erreicht laut Fraunhofer ISE rund 91 Prozent des optimalen Ertrags, Ost- und Westflächen mit 10 Grad rund 83 Prozent. Nachteil der flachen Neigung ist die schwächere Selbstreinigung: Unter 15 Grad verschmutzen Module stärker, deshalb sollte gelegentlich geprüft und bei Bedarf gereinigt werden.
Welcher Neigungswinkel ist im Winter optimal?
Im Winter ist ein steiler Neigungswinkel optimal, weil die Sonne tief steht. Nach einer Faustregel aus einer Sustainability-Studie von 2023 liegt der Winterwinkel rund 23,45 Grad über dem Breitengrad, für die Mitte Deutschlands also bei etwa 74 Grad. Für feste Dachanlagen zählt aber der Ganzjahreswinkel von 30 bis 40 Grad.
Welche Neigung ist bei Ost-West-Ausrichtung am besten?
Bei Ost-West-Ausrichtung ist eine flache Neigung am besten. Laut Fraunhofer ISE erreichen Ost- und Westflächen bei 10 Grad rund 83 Prozent des Süd-Optimums, bei 40 Grad nur 78 und 76 Prozent. Auf Flachdächern hat sich deshalb die Ost-West-Aufständerung mit etwa 10 Grad durchgesetzt, weil mehr Module auf die Fläche passen.
Welcher Neigungswinkel ist für ein Balkonkraftwerk am besten?
Für ein Balkonkraftwerk nach Süden ist ein Neigungswinkel von 30 bis 40 Grad am besten, der rund 99 bis 100 Prozent des Optimums bringt. Senkrecht am Geländer montiert erreichen die Module nach Fraunhofer ISE nur rund 71 Prozent, nach Osten 50 und nach Westen 48 Prozent. Ein Aufsteller lohnt sich, wenn die Hausordnung ihn erlaubt.
Kann man Solarmodule ohne Neigung waagerecht montieren?
Waagerecht montierte Solarmodule erreichen laut Fraunhofer ISE rund 84 Prozent des optimalen Ertrags und funktionieren damit grundsätzlich. Nachteil: Regen reinigt sie kaum, Schmutz und Schnee bleiben länger liegen, und unter 15 Grad Neigung verschmutzen Module besonders stark. Eine leichte Aufständerung um 10 Grad ist deshalb meist die bessere Lösung.
Lohnt sich ein verstellbarer Neigungswinkel?
Ein verstellbarer Neigungswinkel lohnt sich auf dem Hausdach selten. Laut einer Studie in der Fachzeitschrift Sustainability von 2023 bringt monatliches Nachstellen bei 40 bis 60 Grad Breite, also auch in Deutschland, unter 6 Prozent mehr Einstrahlung. Aufwand, Gestellkosten und Windlast stehen meist in keinem Verhältnis zum Mehrertrag.
Ist 45 Grad Dachneigung gut für Photovoltaik?
Ja, 45 Grad Dachneigung ist bei Südausrichtung gut für Photovoltaik und liegt mit rund 99,5 Prozent nahe am Optimum, interpoliert aus der Tabelle des Fraunhofer ISE. Bei Ost- oder Westausrichtung verliert ein so steiles Dach dagegen deutlich: Ein Westdach mit 45 Grad liefert rund 26 Prozent weniger als ein Süddach gleicher Neigung.
Fazit
Der optimale Photovoltaik Neigungswinkel liegt in Deutschland bei Südausrichtung zwischen 30 und 40 Grad, aber er ist weniger kritisch als oft angenommen: Jedes Süddach zwischen 20 und 50 Grad erreicht mindestens 96 Prozent des Bestwerts. Bei Ost- und Westdächern und auf dem Flachdach sind flache Winkel um 10 Grad die bessere Wahl.
Wer eine Anlage plant, sollte deshalb nicht am Winkel feilen, sondern auf Verschattung, Himmelsrichtung und die nutzbare Fläche achten. Wie viel Strom das eigene Dach liefern kann und was eine Anlage kostet, zeigt der Solarrechner.
Quellen und Methodik
Die Ertragswerte nach Neigung und Himmelsrichtung stammen aus der Tabelle des Fraunhofer ISE, berechnet mit PVGIS für den Standort Freiburg; sie gelten ohne Verschattung. Die Werte für 15, 25, 35 und 45 Grad sowie die Rechnerergebnisse sind eigene lineare Interpolationen, die Sommer- und Winterwinkel eigene Anwendung der Faustregel aus der Sustainability-Studie. Das Ertragsdiagramm im Text stammt aus dem Lehrbuch Photovoltaik von K. Mertens.
- Fraunhofer ISE: Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland (Fassung vom 20. August 2026) - Ertrag nach Neigung und Ausrichtung, Globalstrahlung, Verschmutzung, Degradation, Fassade
- HTW Berlin: Das Berliner Solarpotenzial - Ost-West-Aufständerung mit 10 Grad auf Flachdächern
- Quaschning, Hanitsch (TU Berlin): Höhere Flächenausbeute durch Optimierung bei aufgeständerten Modulen, 13. Symposium Photovoltaische Solarenergie, Staffelstein 1998 - Reihenverschattung bei 10 und 30 Grad
- NREL, Ryberg und Freeman: Integration, Validation, and Application of a PV Snow Coverage Model in SAM, NREL/TP-6A20-68705 (August 2017) - Schneeverluste in Abhängigkeit von der Neigung
- Machidon, Istrate: Sustainability 15 (2023), Artikel 7015 - Faustregel für Jahres-, Sommer- und Winterwinkel, Einstrahlungsgewinn durch Nachstellen
Hinweis: Die Ertragswerte sind Modellrechnungen für einen unverschatteten Standort und ersetzen keine standortgenaue Planung. Für verbindliche Ertragsprognosen und die Montage wenden Sie sich an einen qualifizierten Fachbetrieb. Arbeiten auf dem Dach nur mit Absturzsicherung.
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