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Das Wichtigste in Kürze

Verschattung kostet bei einer PV-Anlage meist mehr Ertrag, als die verschattete Fläche vermuten lässt, weil die Module in Reihe geschaltet sind und das schwächste den Strom aller begrenzt. Ein Ausschlusskriterium ist Schatten trotzdem selten: Mit guter Planung und passender Technik bleibt der Verlust klein.

  • Grundeffekt: Ohne Schutz halbiert eine zur Hälfte verschattete Zelle die Leistung des ganzen Moduls, eine ganz verschattete Zelle senkt sie auf null (PVEducation)
  • Schutz im Modul: Bypass-Dioden überbrücken verschattete Zellgruppen, bei Siliziumzellen höchstens rund 15 Zellen je Diode (PVEducation)
  • Mikrowechselrichter: 3,7 % mehr Ertrag bei leichter, 7,8 % bei mittlerer und 12,3 % bei starker Verschattung gegenüber einem Strangwechselrichter (Testfeld des US-Forschungslabors NREL)
  • Winter: Auf 51° nördlicher Breite ist der Mittagsschatten am kürzesten Tag rund 3,6-mal so lang wie das Hindernis hoch ist, am längsten Tag 0,5-mal (eigene Rechnung)
  • Gehölze: Hecken, Gebüsche und bestimmte Bäume dürfen vom 1. März bis zum 30. September nicht abgeschnitten oder beseitigt werden (§ 39 Bundesnaturschutzgesetz)

Was bedeutet Verschattung bei einer PV-Anlage?

Verschattung bedeutet, dass ein Hindernis das Sonnenlicht abfängt, bevor es die Solarmodule erreicht. Das kann ein Baum sein, das Nachbarhaus, der eigene Schornstein oder ein Fleck Vogelkot. Die betroffenen Zellen bekommen weniger Licht und erzeugen weniger Strom.

Das Besondere an Solaranlagen: Der Verlust bleibt nicht auf die verschattete Stelle beschränkt. Die Zellen eines Moduls und die Module eines Strangs sind hintereinandergeschaltet, wie die Glieder einer Kette. Durch alle fließt derselbe Strom, und die schwächste Stelle gibt vor, wie viel das ist. Das Lehrwerk PVEducation beschreibt den Effekt ohne Schutzschaltung so: Wird eine einzige Zelle zur Hälfte verschattet, fällt die Leistung des ganzen Moduls auf die Hälfte. Wird sie ganz verschattet, fällt die Leistung auf null.

In der Praxis ist es weniger dramatisch, weil jedes Modul Schutzbauteile enthält und der Wechselrichter gegensteuert. Der Grundsatz bleibt aber: Ein kleiner Schatten kann einen großen Teil der Anlage bremsen. Wie die Verschaltung im Einzelnen funktioniert, erklärt der Beitrag zur Reihenschaltung.

Welche Arten von Verschattung gibt es?

Bei PV-Anlagen unterscheidet man Verschattung danach, woher sie kommt und wie dauerhaft sie ist. Für die Planung ist die Einteilung wichtig, weil jede Art eine andere Antwort verlangt.

Tabelle seitlich scrollen
Arten der Verschattung bei PV-Anlagen und der übliche Umgang damit (Zusammenstellung von Solar.red, qualitative Einordnung)
ArtTypische UrsacheWirkungUmgang
NahverschattungSchornstein, Gaube, Antenne, Dachfensterharter Schatten auf einzelnen ModulenFläche aussparen oder Module einzeln regeln
FernverschattungNachbarhaus, Baumreihe, Hügelweicher Schatten auf vielen Modulen, oft morgens oder abendsin der Ertragsprognose berücksichtigen
EigenverschattungModulreihen auf dem Flachdachvordere Reihe beschattet die hintereReihenabstand und Neigung anpassen
Zeitweise VerschattungLaub, Schnee, Vogelkot, Staubpunktuell oder flächig, wechselndKontrolle, bei Bedarf Reinigung
Wachsende VerschattungBäume, Hecken, Neubautennimmt über die Jahre zubeobachten, Rückschnitt, Bebauungsplan prüfen

Wolken zählen nicht dazu. Sie dämpfen das Licht für die ganze Anlage gleichmäßig, sodass kein Modul die anderen bremst. Kritisch ist immer der ungleichmäßige Schatten, der nur einen Teil der Zellen trifft. Auf dem Flachdach ist die Eigenverschattung der häufigste Planungsfehler, weil sich dichter gestellte Reihen im Winter gegenseitig verdecken.

Warum ist Schatten im Winter länger?

Schatten ist im Winter länger, weil die Sonne dann deutlich tiefer steht. In der Mitte Deutschlands, auf 51° nördlicher Breite, erreicht sie am längsten Tag des Jahres mittags rund 62° über dem Horizont, am kürzesten Tag nur rund 16°. Ein Hindernis, das im Juni kaum stört, kann im Dezember das halbe Dach abdecken.

1 m Sommer: 0,5 m Winter: 3,6 m
Mittagsschatten eines 1 m hohen Hindernisses auf ebener Fläche bei 51° nördlicher Breite, am längsten und am kürzesten Tag des Jahres. Eigene Rechnung, Darstellung nicht maßstäblich.

Die Schattenlänge lässt sich mit Schulmathematik abschätzen: Höhe des Hindernisses geteilt durch den Tangens des Sonnenwinkels. Zur Tagundnachtgleiche im Frühjahr und Herbst steht die Sonne mittags bei rund 39°, der Schatten ist dann etwa 1,2-mal so lang wie das Hindernis hoch. Der Rechner zeigt die Werte für Ihren Breitengrad.

Rechner: Schattenlänge zur Mittagszeit

0,5 m
längster Tag des Jahres
1,2 m
Tagundnachtgleiche
3,6 m
kürzester Tag des Jahres

Am kürzesten Tag reicht der Mittagsschatten rund 3,6 m weit.

Gilt für eine waagerechte Fläche und den Sonnenhöchststand am Mittag. Morgens und abends sind die Schatten länger, auf einem nach Süden geneigten Dach kürzer. Deutschland liegt etwa zwischen 47 und 55 Grad Nord.

Für den Ertrag ist das weniger schlimm, als es klingt. In den dunklen Monaten erzeugt eine Anlage ohnehin nur einen kleinen Teil ihres Jahresstroms. Ein Schatten, der nur von November bis Januar aufs Dach fällt, kostet deshalb wenig. Teuer wird Schatten, der auch von März bis Oktober und um die Mittagszeit auf den Modulen liegt.

Was passiert bei Schatten im Modul?

Bei Schatten im Modul wird die verschattete Zelle vom Stromerzeuger zum Hindernis. Die besonnten Zellen wollen ihren vollen Strom durch die Kette schicken, die verschattete lässt aber nur wenig durch. Nach PVEducation wird die überschüssige Leistung der besonnten Zellen dann in der verschatteten Zelle in Wärme umgesetzt. So entsteht ein Hot-Spot, eine überhitzte Stelle, die Zelle und Modul auf Dauer schädigen kann.

Dagegen sind in jedem Modul Bypass-Dioden eingebaut. Sie wirken wie eine Umleitung: Sobald eine Zellgruppe den Strom bremst, fließt er über die Diode an ihr vorbei. Bei Siliziumzellen kann eine Diode nach PVEducation höchstens rund 15 Zellen absichern, deshalb ist ein Modul in mehrere Gruppen geteilt. Fällt Schatten auf eine Gruppe, geht deren Leistung verloren, der Rest des Moduls arbeitet weiter.

Viele Module bestehen außerdem aus halbierten Zellen, die in einer oberen und einer unteren Hälfte verschaltet sind. Liegt der Schatten nur auf dem unteren Rand, etwa durch Schnee oder die vordere Modulreihe, kann die obere Hälfte weiterarbeiten. Wie stark das hilft, hängt davon ab, wie der Schatten über das Modul läuft.

Bypass-Dioden schützen, sie retten keinen Ertrag

Eine überbrückte Zellgruppe liefert in dem Moment nichts. Die Diode verhindert nur, dass sie den Rest ausbremst und überhitzt. Wer Schatten auf dem Dach hat, braucht deshalb zusätzlich eine durchdachte Planung.

Was hilft gegen Verschattungsverluste?

Gegen Verschattungsverluste hilft an erster Stelle die Planung und erst an zweiter die Technik. Die wirksamste Maßnahme kostet nichts: Module nicht dorthin legen, wo regelmäßig Schatten fällt. Was dann noch an Schatten bleibt, lässt sich mit vier Stufen von Technik abfangen.

Tabelle seitlich scrollen
Technik gegen Verschattungsverluste im Vergleich (Zusammenstellung von Solar.red, qualitative Einordnung)
LösungSo wirkt sieAufwandPasst bei
Bypass-Diodenüberbrücken verschattete Zellgruppenin jedem Modul enthaltenjeder Anlage
Getrennte Strängeverschattete Module hängen an einem eigenen Eingangnur PlanungSchatten auf einem zusammenhängenden Dachteil
Schattenmanagement im Wechselrichtersucht regelmäßig den besten Arbeitspunkt des StrangsFunktion des Gerätsleichtem, wanderndem Schatten
Leistungsoptimiererregeln einzelne Module am besten ArbeitspunktZusatzgerät je betroffenem ModulSchatten auf einzelnen Modulen
Mikrowechselrichterjedes Modul arbeitet unabhängigein Gerät je Modulstarkem Schatten, vielen Ausrichtungen

Schattenmanagement im Wechselrichter

Der Wechselrichter sucht ständig den Arbeitspunkt, an dem ein Strang die meiste Leistung abgibt, den Maximum Power Point. Ohne Schatten gibt es davon genau einen. Mit Teilverschattung entstehen mehrere, und ein einfacher Regler kann an einem schlechteren hängen bleiben. Geräte mit Schattenmanagement prüfen deshalb in Abständen den ganzen Spannungsbereich und springen auf den besten Punkt. Das kostet nichts extra und reicht bei gelegentlichem Schatten oft aus.

Leistungsoptimierer und Mikrowechselrichter

Leistungsoptimierer sitzen hinter einzelnen Modulen und regeln diese getrennt vom Rest des Strangs. Mikrowechselrichter gehen einen Schritt weiter: Jedes Modul bekommt seinen eigenen kleinen Wechselrichter, ein Strang im klassischen Sinn entfällt.

Was das bringt, hat das US-Forschungslabor NREL auf einem Testfeld mit zwei baugleichen Anlagen von je 8 kW gemessen. Gegenüber einem Strangwechselrichter erzeugten Mikrowechselrichter bei leichter Verschattung 3,7 %, bei mittlerer 7,8 % und bei starker 12,3 % mehr Strom.

Mehrertrag mit Mikrowechselrichtern gegenüber einem Strangwechselrichter
leichte Verschattung3,7 %
mittlere Verschattung7,8 %
starke Verschattung12,3 %
Messung des National Renewable Energy Laboratory an zwei gleichen Anlagen mit je 8 kW. Die Balkenlänge ist auf 15 % als volle Breite bezogen. Wechselrichter mit Schattenmanagement können den Abstand verkleinern.

Die Zahlen zeigen zwei Dinge. Bei wenig Schatten ist der Vorteil klein und rechtfertigt den Mehrpreis selten. Bei starkem Schatten sind zweistellige Prozentwerte möglich. Die goldene Mitte ist oft, nur die zwei oder drei betroffenen Module mit Optimierern auszustatten und den Rest normal zu verschalten.

Wie läuft eine Verschattungsanalyse ab?

Bei einer Verschattungsanalyse baut der Fachbetrieb das Dach und seine Umgebung als 3D-Modell in einer Planungssoftware nach und lässt die Sonne darüber wandern, für jede Stunde des Jahres. Das Ergebnis zeigt, welches Modul wann wie lange im Schatten liegt und wie viel Ertrag das kostet. Bei einem ordentlichen Angebot gehört diese Simulation zur Planung dazu.

Aus der Analyse folgen drei Entscheidungen: welche Dachflächen belegt werden, wie die Module auf die Stränge verteilt werden und ob einzelne Module eine eigene Regelung brauchen. Lassen Sie sich das Ergebnis zeigen. Eine gute Darstellung weist den erwarteten Verlust durch Verschattung als eigene Zahl aus.

Eine erste Einschätzung können Sie selbst gewinnen. Beobachten Sie das Dach an einem sonnigen Tag morgens, mittags und nachmittags und halten Sie mit Fotos fest, wo Schatten liegt. Wiederholen Sie das möglichst einmal im Sommer und einmal im Winter. Diese Bilder helfen dem Planer mehr als jede Beschreibung. Wie Himmelsrichtung und Neigung den Ertrag zusätzlich beeinflussen, steht im Beitrag zur Ausrichtung der Solaranlage.

Wie wirken Vogelkot, Laub und Schmutz?

Vogelkot, Laub und Schmutz wirken auf Solarmodulen wie ein kleiner, harter Schatten. Weil die Zellen in Reihe geschaltet sind, können stark verschmutzte Teilflächen nach Angaben des Fraunhofer ISE erheblich stärkere Ertragseinbußen verursachen, als es ihrem Flächenanteil entspricht. Ein einzelner Fleck auf einer Zelle kann eine ganze Zellgruppe lahmlegen.

Insgesamt bleibt der Schaden meist begrenzt. Das Fraunhofer ISE hält fest, dass die Einbußen durch Verschmutzung in vielen Fällen überschaubar bleiben und kräftiger Regen die Module größtenteils wieder reinigt. Besonders betroffen sind Module mit sehr flacher Neigung unter 15°, bei denen sich Schmutz an der unteren Kante und in den Ecken sammelt.

Ob sich eine Reinigung lohnt, lässt sich nicht pauschal sagen. Sinnvoll ist ein Blick aufs Dach im Frühsommer nach dem Pollenflug und im Herbst nach dem Laubfall. Hartnäckige Ablagerungen, die der Regen nicht entfernt, sollten runter. Worauf dabei zu achten ist, beschreibt der Beitrag zur Solarreinigung, die regelmäßigen Kontrollen der Beitrag zur Wartung der Solaranlage.

Darf ich schattengebende Bäume fällen?

Schattengebende Bäume dürfen Sie nicht einfach fällen, auch nicht auf dem eigenen Grundstück. Zwei Regelwerke sind zu prüfen: das Bundesnaturschutzgesetz und die Satzung der eigenen Gemeinde.

Nach § 39 des Bundesnaturschutzgesetzes ist es verboten, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September abzuschneiden, auf den Stock zu setzen oder zu beseitigen. Für Bäume gilt das Verbot, wenn sie außerhalb des Waldes und außerhalb gärtnerisch genutzter Grundflächen stehen. Erlaubt bleiben schonende Form- und Pflegeschnitte, die den Zuwachs entfernen oder den Baum gesund erhalten.

Unabhängig davon haben viele Städte und Gemeinden eine Baumschutzsatzung. Sie stellt Bäume ab einem bestimmten Stammumfang unter Schutz, auch im Garten. Fällen ist dann nur mit Genehmigung erlaubt, und der Schatten auf einer Solaranlage wird als Grund nicht überall anerkannt. Ein Anruf beim Umwelt- oder Grünflächenamt klärt, was am eigenen Ort gilt.

Bäume des Nachbarn

Steht der Baum auf dem Nachbargrundstück, entscheidet der Nachbar. Suchen Sie das Gespräch, bevor Sie über Ansprüche nachdenken. Ein gemeinsamer Rückschnitt außerhalb der Schutzzeit ist oft die einfachste Lösung. Rechtliche Fragen klärt im Streitfall ein Anwalt für Nachbarrecht.

Praxis: Lohnt sich die Anlage trotz Schatten?

Eine PV-Anlage lohnt sich trotz Schatten in vielen Fällen, wenn der Schatten nur einen Teil des Daches oder nur Randzeiten betrifft. Schornstein, Gaube und Nachbarbaum gehören zu fast jedem Dach. Entscheidend ist, wie viel Ertrag unter dem Strich übrig bleibt, und das zeigt die Simulation.

Mit diesen Fragen lässt sich die eigene Lage vorab einordnen.

  • Liegt der Schatten nur morgens oder abends auf dem Dach? Dann ist der Verlust klein.
  • Fällt der Schatten nur im Winter aufs Dach? Auch dann kostet er wenig Jahresertrag.
  • Sind nur einzelne Module betroffen? Dann helfen Optimierer an genau diesen Modulen.
  • Ist ein ganzer Dachteil betroffen? Dann gehört er an einen eigenen Eingang des Wechselrichters oder bleibt frei.
  • Liegt mittags im Sommer Schatten auf großen Teilen der Fläche? Dann sollte eine andere Fläche geprüft werden.
  • Wächst die Schattenquelle noch, etwa ein junger Baum? Dann planen Sie mit dem Zustand in zehn Jahren.

Oft ist weniger mehr. Ein Modul, das die halbe Zeit im Schatten liegt, bringt wenig und kann seine Nachbarn bremsen. Es wegzulassen spart Geld und macht die Anlage einfacher. Lassen Sie sich im Angebot zwei Varianten rechnen, einmal mit und einmal ohne die kritische Fläche. Wie sich die Anlage insgesamt rechnet, zeigt der Beitrag zur Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik.

Häufige Fragen

Was passiert, wenn ein PV-Modul verschattet wird?

Das verschattete Modul liefert weniger Strom und bremst damit alle Module, die mit ihm in Reihe geschaltet sind. Bypass-Dioden im Modul leiten den Strom dann an den verschatteten Zellgruppen vorbei. Der Strang arbeitet weiter, verliert aber die Leistung der überbrückten Zellen.

Wie stark reduziert Verschattung den Ertrag einer PV-Anlage?

Das hängt davon ab, wie viele Module wie lange im Schatten liegen und wie die Anlage verschaltet ist. Der Verlust ist meist größer als der Anteil der verschatteten Fläche. Ohne Bypass-Dioden würde nach PVEducation schon eine zur Hälfte verschattete Zelle die Leistung des ganzen Moduls halbieren. Eine belastbare Zahl für das eigene Dach liefert nur eine Ertragssimulation.

Wie berechnet man die Verschattung bei Photovoltaik?

Fachbetriebe bauen Dach und Umgebung in einer Planungssoftware als 3D-Modell nach und simulieren den Sonnenlauf über das ganze Jahr. Für eine erste Einschätzung genügt die Schattenlänge zur Mittagszeit: Auf 51° nördlicher Breite wirft ein Hindernis am kürzesten Tag des Jahres einen rund 3,6-mal so langen Schatten, wie es hoch ist, am längsten Tag nur einen halb so langen.

Wie funktioniert Schattenmanagement in Photovoltaikanlagen?

Der Wechselrichter sucht laufend den Arbeitspunkt, an dem der Strang die meiste Leistung abgibt. Bei Teilverschattung gibt es mehrere solcher Punkte. Ein Wechselrichter mit Schattenmanagement prüft in regelmäßigen Abständen den ganzen Spannungsbereich und wählt den besten davon, statt an einem schlechteren hängen zu bleiben.

Bypass-Diode oder Leistungsoptimierer: Was hilft besser bei Verschattung?

Beide haben unterschiedliche Aufgaben. Bypass-Dioden sind in jedem Modul eingebaut und schützen die Zellen, indem sie verschattete Zellgruppen überbrücken. Leistungsoptimierer sind Zusatzgeräte, die jedes Modul einzeln am besten Arbeitspunkt betreiben. Sie lohnen sich bei regelmäßigem Schatten auf einzelnen Modulen, bei einem schattenfreien Dach bringen sie kaum etwas.

Darf ich Bäume fällen, die meine PV-Anlage verschatten?

Nicht ohne Prüfung. Viele Gemeinden schützen Bäume ab einem bestimmten Stammumfang durch eine Baumschutzsatzung, dann ist eine Genehmigung nötig. Zusätzlich verbietet das Bundesnaturschutzgesetz vom 1. März bis zum 30. September, Hecken, Gebüsche und bestimmte Bäume abzuschneiden oder zu beseitigen. Schonende Form- und Pflegeschnitte bleiben erlaubt. Fragen Sie vorher bei der Gemeinde nach.

Lohnt sich eine PV-Anlage trotz teilweiser Verschattung?

In vielen Fällen ja. Entscheidend ist, wie viele Module betroffen sind und zu welcher Tages- und Jahreszeit. Schatten am frühen Morgen oder im Hochwinter kostet wenig Ertrag, Schatten zur Mittagszeit im Sommer viel. Oft ist es am wirtschaftlichsten, die am stärksten verschattete Teilfläche frei zu lassen.

Wie oft sollte ich Solarmodule reinigen lassen?

Eine feste Regel gibt es nicht. Nach Einschätzung des Fraunhofer ISE bleiben die Ertragseinbußen durch Verschmutzung in vielen Fällen überschaubar, und kräftiger Regen reinigt die Module größtenteils. Ob sich eine Reinigung lohnt, muss im Einzelfall bewertet werden. Sinnvoll ist sie bei hartnäckigen Ablagerungen wie Vogelkot und bei flach geneigten Modulen unter 15°.

Fazit

Schatten auf dem Dach ist normal und kein Grund, auf eine Solaranlage zu verzichten. Er verlangt aber eine saubere Planung, weil schon wenig Schatten viele Module bremsen kann. Wer die kritischen Flächen kennt, löst das Problem meist ohne teure Zusatztechnik.

Die Reihenfolge ist einfach: erst Schattenflächen meiden, dann die Module sinnvoll auf die Stränge verteilen, dann einen Wechselrichter mit Schattenmanagement wählen. Optimierer oder Mikrowechselrichter kommen dazu, wenn einzelne Module regelmäßig im Schatten liegen. Bestehen Sie im Angebot auf einer Verschattungsanalyse mit ausgewiesenem Verlust. Wie viel Leistung auf Ihr Dach passt, zeigt der Solarrechner.

Quellen und Methodik

Die Angaben zur Wirkung von Schatten im Modul und zu Bypass-Dioden stammen aus dem Lehrwerk PVEducation, die Messwerte zu Mikrowechselrichtern aus einem Bericht des US-Forschungslabors NREL, die Aussagen zur Verschmutzung aus der Studie des Fraunhofer ISE. Sonnenstände und Schattenlängen sind eigene Rechnungen für den Sonnenhöchststand auf ebener Fläche. Die Tabellen und die Beschreibung des Schattenmanagements sind eigene Zusammenstellungen ohne Messwerte. Preise nennt der Beitrag nicht, weil sie sich laufend ändern. Der Abschnitt zu Bäumen ist keine Rechtsberatung.

  1. PVEducation (Honsberg, Bowden): Shading - Wirkung einer verschatteten Zelle auf das ganze Modul
  2. PVEducation (Honsberg, Bowden): Bypass Diodes - Funktion der Bypass-Diode und Gruppengröße je Diode
  3. National Renewable Energy Laboratory: Photovoltaic Shading Testbed for Module-Level Power Electronics - Mehrertrag von Mikrowechselrichtern bei leichter, mittlerer und starker Verschattung
  4. Fraunhofer ISE: Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland - Verschmutzung, flach geneigte Module, Reinigung
  5. Bundesnaturschutzgesetz, § 39 - Verbotszeitraum für das Abschneiden und Beseitigen von Gehölzen

Hinweis: Solar.red steht in keiner geschäftlichen Verbindung mit den genannten Institutionen oder mit Herstellern. Rechenwerte, Tabellen und Rechner dienen der Orientierung und ersetzen keine Verschattungsanalyse für Ihr Gebäude. Der Beitrag ist keine Rechtsberatung. Für Planung und verbindliche Angebote wenden Sie sich an einen Fachbetrieb.

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