Von D. Volbracht
Das Wichtigste in Kürze
Die optimale Ausrichtung einer Solaranlage in Deutschland ist Süden bei rund 30 Grad Neigung. Abweichungen kosten weniger Ertrag als oft angenommen, deshalb ist fast jedes unverschattete Dach geeignet.
- Süd: 100 % Ertrag, Leistungsspitze am Mittag
- Südost und Südwest: rund 95 % des Südertrags (Verbraucherzentrale NRW)
- Ost und West: 80 bis 90 % des Südertrags, dafür Strom am Morgen und am Abend (Verbraucherzentrale NRW)
- Nord: 50 bis 70 % des Südertrags, nur flach geneigt sinnvoll (Verbraucherzentrale NRW)
- Waagerechte Module: rund 87 % der Einstrahlung einer optimal geneigten Südfläche (berechnet aus Werten des Fraunhofer ISE)
- Faustregel: Je weiter das Dach von Süden abweicht, desto flacher sollten die Module liegen
- Wichtiger als die Himmelsrichtung: keine Verschattung und eine Ausrichtung, die zum eigenen Verbrauch passt
Optimale Ausrichtung einer Solaranlage
Den höchsten Jahresertrag liefert in Deutschland ein Dach, das nach Süden zeigt und rund 30 Grad geneigt ist. Eine Solarzelle erzeugt am meisten Strom, wenn das Licht möglichst senkrecht auf sie trifft. Um die Mittagszeit steht die Sonne im Süden und zugleich am höchsten. Ein Süddach fängt genau diese Stunden am besten ein.
Die Verluste bei anderen Himmelsrichtungen sind kleiner, als viele erwarten. Die Verbraucherzentrale NRW nennt für Südost und Südwest rund 95 Prozent des Südertrags, für Ost und West 80 bis 90 Prozent und für Norddächer 50 bis 70 Prozent.
In der Praxis können Sie die Ausrichtung auf einem Schrägdach nicht wählen, Lage des Hauses und Dachform geben sie vor. Die Frage lautet deshalb selten, welche Ausrichtung die beste ist, sondern was das eigene Dach leistet. Die Ertragskurve fällt rund um Süden sehr flach ab. Ob ein Dach exakt nach Süden zeigt oder 30 Grad daneben, ist auf der Stromrechnung kaum zu merken. Erst bei reiner Ost- oder Westlage werden die Unterschiede spürbar.
Der Jahresertrag ist zudem nur die halbe Rechnung. Für die Wirtschaftlichkeit zählt, wie viel Solarstrom Sie selbst verbrauchen, denn jede selbst genutzte Kilowattstunde ersetzt Strom aus dem Netz. Eine Anlage mit etwas weniger Ertrag, deren Strom zur passenden Tageszeit anfällt, kann sich deshalb schneller bezahlt machen als eine perfekt nach Süden ausgerichtete.
Was ist der Azimutwinkel?
Der Azimutwinkel gibt an, um wie viele Grad eine Photovoltaikanlage von der Südrichtung abweicht. Das EU-Werkzeug PVGIS, mit dem Planer Erträge berechnen, definiert ihn so: 0 Grad ist Süden, minus 90 Grad ist Osten, plus 90 Grad ist Westen. Norden entspricht 180 Grad.
Zusammen mit dem Neigungswinkel, also dem Winkel der Module zur Waagerechten, bestimmt der Azimut, wie viel Sonnenlicht eine Dachfläche über das Jahr einfängt. Ein festes Dach kann der Sonne nicht folgen. Ausrichtung und Neigung sind deshalb immer ein Kompromiss über Tag und Jahr.
Nicht jede Software zählt gleich. Manche Programme messen den Azimut von Norden aus, dann steht Süden bei 180 Grad. Prüfen Sie vor der Eingabe, welche Zählweise ein Rechner verwendet.
Ertragstabelle: Ausrichtung und Neigung im Zusammenspiel
Ausrichtung und Neigung wirken immer zusammen. Die Tabelle zeigt den Jahresertrag in Prozent des Maximums für jede Kombination. Lesebeispiel: Ein Ostdach mit 30 Grad Neigung erreicht rund 82 Prozent.
| Dachneigung | Süd | Südost / Südwest | Ost / West | Nord |
|---|---|---|---|---|
| 0° (waagerecht) | 87 % | 87 % | 87 % | 87 % |
| 10° | 93 % | 91 % | 86 % | 79 % |
| 20° | 97 % | 94 % | 84 % | 70 % |
| 30° | 100 % | 94 % | 82 % | 61 % |
| 35° | 100 % | 94 % | 80 % | 57 % |
| 45° | 99 % | 93 % | 77 % | 49 % |
| 60° | 94 % | 87 % | 71 % | 39 % |
| 90° (Fassade) | 71 % | 67 % | 55 % | 30 % |
Die Tabelle enthält Modellwerte, keine Messwerte. Sie stimmt an den Eckpunkten mit unabhängigen Quellen überein: Der Wert für waagerechte Module ergibt sich aus den Einstrahlungsdaten des Fraunhofer ISE, die Werte für Ost, West und Nord liegen bei üblichen Dachneigungen in den Spannen der Verbraucherzentrale NRW. Die Spalte Südost/Südwest ist aus den Nachbarspalten abgeleitet.
Drei Dinge lassen sich aus der Tabelle ablesen. Süddächer sind unempfindlich: Zwischen 10 und 60 Grad Neigung bleiben mehr als 90 Prozent. Ost- und Westdächer profitieren von flacher Neigung, bei 10 Grad sind es 86 Prozent, bei 45 Grad nur noch 77 Prozent. Und bei Norddächern kostet jedes zusätzliche Grad Neigung spürbar Ertrag.
Der Wert in der ersten Zeile lässt sich unabhängig nachrechnen. Nach Angaben des Fraunhofer ISE treffen in Deutschland im Mittel 1.102 Kilowattstunden Sonnenenergie pro Quadratmeter und Jahr auf eine waagerechte Fläche. Auf einer optimal geneigten Südfläche sind es rund 1.270 Kilowattstunden. Waagerechte Module erhalten also etwa 87 Prozent der Einstrahlung einer optimal geneigten Fläche.
Ausrichtung Solaranlage Rechner
Der Rechner zeigt, wie viel Prozent des maximalen Ertrags ein Dach mit Ihrer Neigung und Ausrichtung erreicht. Stellen Sie beide Werte mit den Schiebereglern ein, das Ergebnis erscheint sofort. Der Rechner nutzt dieselben Modellwerte wie die Tabelle und rechnet zwischen den Stützstellen um.
Effizienz-Rechner: Dachneigung & Ausrichtung
Wie viel Prozent des maximalen Ertrags schafft Ihr Dach?
Geschätzte Effizienz
99.6%
Modellwerte für Deutschland, ohne Verschattung
Stellen Sie den oberen Regler auf die Neigung Ihres Daches (0 bis 90 Grad) und den unteren auf den Azimut: 0 Grad ist Süden, plus und minus 90 Grad sind West und Ost, plus und minus 180 Grad ist Norden.
Der Prozentwert gilt für ein unverschattetes Dach an einem durchschnittlichen deutschen Standort. Für Ihre Adresse rechnet das kostenlose EU-Werkzeug PVGIS genauer: Es verwendet Satellitendaten zur Einstrahlung am Standort und kann die optimale Neigung und Ausrichtung selbst ermitteln. Den Jahresertrag in Kilowattstunden liefert der PV-Ertragsrechner, die passende Anlagengröße der Beitrag PV-Anlage Größe berechnen.
Video: Solaranlage Ausrichtung erklärt
Der optimale Neigungswinkel
Für ein Süddach liegt der optimale Neigungswinkel bei rund 30 Grad. Die optimale Neigung bringt nach Angaben des Fraunhofer ISE etwa 15 Prozent mehr Einstrahlung auf die Modulfläche als eine waagerechte Lage. Abweichungen sind unkritisch: Im Rechenmodell verändern zehn Grad mehr oder weniger den Ertrag eines Süddachs um höchstens drei Prozentpunkte.
Dass es keinen einzigen perfekten Winkel gibt, liegt am Lauf der Sonne. Im Sommer steht sie mittags hoch am Himmel, im Winter nur knapp über dem Horizont. Flach liegende Module nutzen den hohen Sommerstand am besten, steil stehende die tiefe Wintersonne. Weil eine Dachanlage fest montiert ist, zählt der Winkel, der über das ganze Jahr den höchsten Ertrag bringt. Im Norden Deutschlands steht die Sonne etwas tiefer als im Süden, der beste Winkel liegt dort einige Grad höher. Die Verteilung über das Jahr zeigt der Jahresgang.
Ausrichtung und Neigung hängen zusammen: Je weiter ein Dach von Süden abweicht, desto flacher sollten die Module liegen. Ein steiles Ostdach wendet sich ab Mittag von der Sonne ab und verliert den ganzen Nachmittag. Ein flaches Ostdach bekommt auch dann noch Licht. Deshalb erreicht eine Ost-West-Anlage mit 10 Grad Neigung in der Tabelle mehr Ertrag als eine mit 45 Grad, während es beim Süddach umgekehrt ist.
Sehr flache Module haben einen praktischen Nachteil. Regen spült sie schlechter sauber, und Schnee bleibt länger liegen. Wer Module fast waagerecht montiert, sollte eine gelegentliche Solarreinigung einplanen. In schneereichen Regionen spielt außerdem die Schneelast eine Rolle. Auf einem Schrägdach gibt ohnehin die Dachneigung den Winkel vor, eine Korrektur per Aufständerung lohnt sich dort selten.
Süd oder Ost-West: Was lohnt sich wann?
Süd liefert die größte Strommenge, Ost-West verteilt sie besser über den Tag. Welche Ausrichtung sich mehr lohnt, hängt deshalb vom Eigenverbrauch ab und nicht allein vom Jahresertrag. Selbst verbrauchter Strom ersetzt Netzstrom zum vollen Bezugspreis, eingespeister Strom bringt nur die deutlich niedrigere Einspeisevergütung.
Ohne Speicher nutzt ein Haushalt nur einen kleinen Teil seines Solarstroms selbst. Das Fraunhofer ISE nennt je nach Anlagengröße 20 bis 40 Prozent Eigenverbrauch. Eine Simulation der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin kommt für eine Anlage mit 5 Kilowatt auf knapp 30 Prozent. Mit einem Batteriespeicher von 4 Kilowattstunden steigt der Anteil dort auf 60 Prozent.
Der Grund ist der Tagesablauf. Viele Haushalte verbrauchen morgens vor der Arbeit und abends nach der Rückkehr am meisten Strom. Mittags, wenn ein Süddach seine Spitze erreicht, ist oft niemand zu Hause, und der Strom fließt ins Netz. Eine Ost-West-Anlage verschiebt die Erzeugung: Die Ostseite liefert am Morgen, die Westseite bis in den Abend, und ein größerer Teil des Stroms bleibt im Haus.
Dazu kommt ein Flächenvorteil. Bei einem Satteldach mit Ost- und Westseite lassen sich beide Dachhälften belegen. Die Anlage wird größer als auf einer einzelnen Südfläche, und der geringere Ertrag je Modul wird durch die höhere Modulzahl oft ausgeglichen. Technisch braucht der Wechselrichter dafür zwei getrennte Eingänge mit eigenem MPP-Tracker, weil beide Dachseiten zu unterschiedlichen Zeiten ihre Höchstleistung erreichen.
✅ Das spricht für Ost-West
- Strom zur Verbrauchszeit: Erzeugung am Morgen und am Abend
- Mehr Fläche nutzbar: Beide Dachseiten werden belegt
- Flachere Mittagsspitze: weniger Überschuss, der ins Netz muss
✅ Das spricht für Süd
- Höchster Ertrag je Modul: Ost-West liegt 10 bis 20 % darunter
- Viel Leistung am Mittag: ideal für Speicher, Wärmepumpe und Laden des E-Autos tagsüber
- Beste Wahl bei Volleinspeisung: Dort zählt nur die Strommenge
Viel Verbrauch am Tag oder ein großer Batteriespeicher: Süd. Verbrauch vor allem morgens und abends: Ost-West ist meist wirtschaftlicher.
Ausrichtung auf dem Flachdach
Auf dem Flachdach lassen sich Ausrichtung und Neigung frei wählen, weil die Module auf einem Gestell stehen. Waagerecht verlegt würden sie nur rund 87 Prozent der möglichen Einstrahlung erhalten, deshalb werden sie aufgeständert. Meist geschieht das mit einem Ballast-System, das ohne Bohrungen in der Dachhaut auskommt.
Zwei Bauweisen sind üblich. Bei der Süd-Aufständerung zeigen alle Module nach Süden. Das bringt den höheren Ertrag je Modul, die Reihen brauchen aber Abstand, damit sie sich im Winter bei tiefem Sonnenstand nicht gegenseitig verschatten. Bei der Ost-West-Aufständerung stehen die Module dachförmig Rücken an Rücken, fast ohne Reihenabstand. So passen mehr Module auf dieselbe Fläche, und der Gesamtertrag des Daches ist oft höher als bei Süd.
Auf dem Flachdach wird flacher aufgeständert, als es für den Ertrag je Modul optimal wäre. Mit dem Winkel wachsen Windlast, Ballastgewicht und Reihenabstand. Prüfen Sie deshalb vor der Planung die zulässige Flächenlast des Daches.
Norddach, Fassade und Balkon: Was geht noch?
Auch ungünstig ausgerichtete Flächen liefern Strom. Ein Norddach kommt infrage, wenn es flach geneigt ist. Die Verbraucherzentrale NRW nennt dafür 60 bis 70 Prozent des Jahresertrags eines Süddachs. In der Tabelle sinkt der Wert von 79 Prozent bei 10 Grad Neigung auf 61 Prozent bei 30 Grad. Sinnvoll ist ein Norddach deshalb vor allem als Zusatzfläche, wenn Süd-, Ost- und Westflächen bereits belegt sind. Bei bedecktem Himmel ist der Nachteil kleiner, weil diffuse Strahlung aus allen Richtungen kommt.
Senkrechte Module an einer Südfassade erreichen im Rechenmodell rund 70 Prozent des Maximums. Ihr Vorteil liegt im Winter, wenn die Sonne tief steht und fast senkrecht auf die Wand trifft. Mehr dazu unter Solarmodul-Fassadenmontage. Am Balkongeländer hängen Module ebenfalls oft senkrecht oder nur leicht geneigt. Was das für den Ertrag bedeutet, zeigt der Balkonkraftwerk-Rechner.
Verschattung: wichtiger als die Himmelsrichtung
Dauerhafte Verschattung kann mehr Ertrag kosten als eine ungünstige Himmelsrichtung. Ursache ist die Reihenschaltung der Module: Liegt ein Modul im Schatten, begrenzt es den Strom aller Module, die mit ihm in einem Strang hängen.
Man kann sich einen Modulstrang wie einen Gartenschlauch vorstellen. Wird er an einer Stelle zugedrückt, kommt am Ende überall weniger an. Ein Schornstein, der täglich über zwei Module wandert, bremst deshalb den ganzen Strang. Dieser Punkt wird bei der Planung häufig unterschätzt, weil die Himmelsrichtung auf den ersten Blick wichtiger wirkt.
Typische Schattenquellen sind Schornsteine, Gauben, Satellitenschüsseln, Bäume und Nachbargebäude. Im Winter fallen Schatten wegen des tiefen Sonnenstands viel länger als im Sommer. Planen Sie außerdem über die gesamte Lebensdauer der Anlage: Bäume wachsen, und Baulücken werden geschlossen.
Technisch lässt sich der Schaden begrenzen. Bypass-Dioden überbrücken verschattete Teilbereiche eines Moduls. PV-Optimierer regeln jedes Modul einzeln, und ein Wechselrichter mit mehreren Eingängen trennt unterschiedlich ausgerichtete oder verschattete Dachflächen voneinander.
Standort: Nord- und Süddeutschland
Der Standort verändert die Höhe des Ertrags, nicht die Regeln für die Ausrichtung. Die Globalstrahlung, also die gesamte Sonnenenergie, die auf eine waagerechte Fläche trifft, schwankt in Deutschland je nach Standort um etwa plus oder minus 10 Prozent um den Mittelwert von 1.102 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Der Süden liegt darüber, der Norden darunter.
Daraus lässt sich der Ertrag abschätzen. Auf einer optimal geneigten Südfläche kommen im Mittel rund 1.270 Kilowattstunden pro Quadratmeter an. Eine Anlage wandelt davon je Kilowatt installierter Leistung 80 bis 90 Prozent in nutzbaren Strom um, diese Kennzahl heißt Performance Ratio. Das ergibt rund 1.000 bis 1.150 Kilowattstunden pro Kilowatt Leistung und Jahr für ein gut ausgerichtetes Dach an einem durchschnittlichen Standort. Für ein Ostdach mit 82 Prozent wären es entsprechend etwa 830 bis 940 Kilowattstunden.
Die Toleranz bei der Himmelsrichtung ist überall gleich. Ein Südwestdach in Hamburg verliert gegenüber Süd prozentual so viel wie eines in München, nur das Ausgangsniveau ist verschieden.
Ausrichtung des eigenen Daches bestimmen: App, Karte, Solarkataster
Ausrichtung und Neigung des eigenen Daches lassen sich in wenigen Minuten selbst bestimmen. Sechs Schritte führen zu einer belastbaren Einschätzung.
- Himmelsrichtung per Kompass-App: Stellen Sie sich mit dem Rücken zur Dachfläche und lesen Sie die Richtung ab. Halten Sie Abstand zu Metall, es verfälscht die Anzeige.
- Gegencheck per Satellitenkarte: In Kartendiensten liegt Norden oben. Zeigt die Dachfläche auf dem Satellitenbild nach unten, ist es ein Süddach.
- Neigung ermitteln: Die Dachneigung steht in den Bauunterlagen. Alternativ hilft eine Neigungsmesser-App auf einem Sparren im Dachboden oder die Berechnung über die Dachfläche.
- Solarkataster prüfen: Viele Bundesländer und Städte zeigen online für jedes Dach Einstrahlung und Eignung. Wie das funktioniert, erklärt der Beitrag zum Solarkataster.
- Ertrag berechnen: Mit dem Rechner oben und mit PVGIS wird aus Ausrichtung und Neigung ein Jahresertrag.
- Fachbetrieb einbeziehen: Ein Solarteur prüft Verschattung und Statik vor Ort. Den Ablauf beschreibt der Ratgeber PV-Anlage planen.
Häufige Fragen zur Ausrichtung von Solaranlagen
Was ist die beste Ausrichtung für eine Solaranlage?
Die beste Ausrichtung für eine Solaranlage in Deutschland ist Süden mit rund 30 Grad Neigung. Südost und Südwest erreichen laut Verbraucherzentrale etwa 95 Prozent dieses Ertrags, Ost und West 80 bis 90 Prozent. Fast jedes unverschattete Dach ist damit geeignet.
Was ist besser: Ost-West oder Süd?
Süd liefert die größte Strommenge, Ost-West verteilt sie besser über den Tag. Ein Ost-West-Dach bringt 80 bis 90 Prozent des Südertrags, erzeugt aber morgens und abends Strom, wenn viele Haushalte ihn brauchen. Wer wenig Strom um die Mittagszeit verbraucht, fährt mit Ost-West oft wirtschaftlicher.
Lohnt sich Photovoltaik auf einem Norddach?
Ein flach geneigtes Norddach kann sich als Zusatzfläche lohnen. Laut Verbraucherzentrale bringt es 60 bis 70 Prozent des Jahresertrags eines Süddachs. Je steiler das Norddach, desto geringer der Ertrag, deshalb zuerst die Süd-, Ost- und Westflächen belegen.
Welcher Neigungswinkel ist für Photovoltaik optimal?
Für ein Süddach in Deutschland sind rund 30 Grad optimal. Die Abweichung ist unkritisch: Im Rechenmodell dieses Beitrags bleibt ein Süddach zwischen 10 und 60 Grad Neigung über 90 Prozent des Maximums. Je weiter ein Dach von Süden abweicht, desto flacher sollten die Module liegen.
Wie viel Ertrag verliere ich, wenn mein Dach nicht nach Süden zeigt?
Bei Südost oder Südwest sind es laut Verbraucherzentrale höchstens 5 bis 10 Prozent, bei Ost oder West 10 bis 20 Prozent. Ein Norddach verliert 30 bis 50 Prozent. Dauerhafte Verschattung kostet oft mehr Ertrag als eine ungünstige Himmelsrichtung.
Was bedeutet Azimut 0 Grad?
Azimut 0 Grad bedeutet exakte Südausrichtung. Das EU-Werkzeug PVGIS misst den Azimut als Abweichung von Süden: minus 90 Grad ist Osten, 0 Grad Süden, plus 90 Grad Westen. Manche Programme zählen dagegen von Norden aus, dort entspricht Süden 180 Grad.
Soll ich PV-Module hochkant oder quer montieren?
Für den Ertrag eines unverschatteten Moduls spielt es keine Rolle, ob es hochkant oder quer liegt. Entscheidend sind die Dachmaße und die Verschattung: Wandert ein Schatten von unten über das Modul, kann die Quermontage Vorteile haben, weil die Bypass-Dioden dann nur einen Teil des Moduls abschalten.
Kann ich die Ausrichtung meiner PV-Anlage selbst wählen?
Auf einem Schrägdach geben Dachfläche und Dachneigung die Ausrichtung vor. Frei wählen können Sie auf dem Flachdach, im Garten und am Balkon, wo die Module auf einem Gestell stehen. Dort lassen sich Himmelsrichtung und Neigung einstellen.
Wie finde ich die Ausrichtung meines Daches heraus?
Am schnellsten mit einer Kompass-App und einem Blick auf die Satellitenkarte, auf der Norden oben liegt. Die Dachneigung steht in den Bauunterlagen. Viele Städte und Bundesländer bieten außerdem ein Solarkataster, das Einstrahlung und Eignung jeder Dachfläche zeigt.
Flachdach: Süd oder Ost-West aufständern?
Eine Süd-Aufständerung bringt mehr Ertrag je Modul, braucht aber Abstand zwischen den Reihen. Bei der Ost-West-Aufständerung stehen die Module Rücken an Rücken, sodass mehr Module auf dieselbe Fläche passen. Bei knapper Dachfläche liefert Ost-West deshalb oft die größere Strommenge.
Fazit
Süden mit rund 30 Grad Neigung bringt den höchsten Ertrag, aber fast jedes unverschattete Dach eignet sich für Photovoltaik. Südost und Südwest sind praktisch gleichwertig, Ost und West liefern 80 bis 90 Prozent und passen oft besser zum Verbrauch im Haushalt. Selbst ein flaches Norddach kann als Zusatzfläche sinnvoll sein.
Wichtiger als die letzten Prozentpunkte bei der Himmelsrichtung sind zwei Dinge: ein Dach ohne dauerhafte Verschattung und eine Anlage, deren Strom dann anfällt, wenn Sie ihn brauchen. Prüfen Sie Ihr Dach mit dem Rechner und lassen Sie die Planung von einem Fachbetrieb bestätigen.
Quellen und Methodik
Die Ertragsanteile nach Himmelsrichtung stammen aus dem Ratgeber der Verbraucherzentrale NRW. Die Einstrahlungswerte, die Performance Ratio und der Eigenverbrauchsanteil stammen vom Fraunhofer ISE, die Werte zum Eigenverbrauch mit Speicher aus einer Simulation der HTW Berlin. Die Ertragstabelle und der Rechner beruhen auf Modellwerten für einen durchschnittlichen deutschen Standort ohne Verschattung und sind keine Messwerte. Der Wert für waagerechte Module (87 Prozent) und die Ertragsabschätzung je Kilowatt sind aus den Angaben des Fraunhofer ISE berechnet. Für eine standortgenaue Berechnung empfehlen wir PVGIS.
- Fraunhofer ISE: Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland (Globalstrahlung, Einstrahlung auf die Modulebene, Performance Ratio, Eigenverbrauch)
- Europäische Kommission, Joint Research Centre: PVGIS User Manual (Definition von Azimut und Neigung, Optimierungsfunktion)
- Weniger, Tjaden, Quaschning (HTW Berlin): Solare Unabhängigkeitserklärung (Eigenverbrauchsanteil ohne und mit Batteriespeicher)
- Verbraucherzentrale NRW: Ratgeber "Solarstrom und Batteriespeicher" (Ertrag nach Himmelsrichtung, optimale Neigung)
- PVGIS: Online-Rechner der Europäischen Kommission für standortgenaue Ertragsberechnungen
Hinweis: Solar.red steht in keiner geschäftlichen Verbindung mit den genannten Institutionen. Tabelle und Rechner liefern Modellwerte für einen durchschnittlichen deutschen Standort ohne Verschattung. Der tatsächliche Ertrag hängt von Standort, Verschattung und Anlagentechnik ab. Für eine verbindliche Planung wenden Sie sich an einen Fachbetrieb.
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