Präzise Berechnung Ihrer Ersparnis und Amortisation
⚠️ Wechselrichter unterdimensioniert! Der Wechselrichter sollte mindestens 50 % der PV-Leistung haben.
ℹ️ Die Berechnung basiert auf empirischen Ertragsdaten für Deutschland. Tatsächliche Erträge können je nach Standort und Wetterbedingungen variieren. Alle Angaben ohne Gewähr.
Was ist ein Balkonkraftwerk-Rechner?
Ein Balkonkraftwerk-Rechner berechnet die Wirtschaftlichkeit Ihrer Steckersolaranlage. Anders als pauschale Angaben berücksichtigt er Ihre individuelle Kombination aus Modulleistung, Himmelsrichtung, Neigungswinkel und aktuellem Strompreis.
Der Rechner beantwortet vier zentrale Fragen: Wie viel Strom erzeugt die Anlage? Wie hoch ist die jährliche Ersparnis? Wann amortisiert sich die Investition? Welchen Autarkiegrad erreichen Sie mit Ihrem Balkonkraftwerk?
Kombinieren Sie diesen Rechner mit dem Stromkostenrechner für eine vollständige Einsparpotenzial-Analyse. Prüfen Sie außerdem aktuelle Photovoltaik-Förderungen – viele Kommunen bezuschussen Balkonkraftwerke mit 100–500 €.
Aktuelle Regelungen 2026 – Was ist neu?
Seit dem Solarpaket I (Mai 2024) sind die Regeln deutlich einfacher. Mit der DIN VDE V 0126-95 vom Dezember 2025 gibt es erstmals eine eigene Produktnorm für Steckersolargeräte – und damit umfassende Rechtssicherheit.
Die wichtigsten Regeln auf einen Blick
Nur noch das Marktstammdatenregister ist Pflicht. Seit dem Solarpaket I entfällt die separate Meldung beim Netzbetreiber. Auch rückwärtslaufende Zähler sind übergangsweise erlaubt, bis ein Zweirichtungszähler installiert wird. Registrierung unter marktstammdatenregister.de.
⚠️ Speicher-Hinweis: Die DIN VDE V 0126-95 gilt derzeit nur für Steckersolargeräte ohne Speicher. Für Systeme mit Batterie wird eine separate Norm erarbeitet. Speicher müssen aktuell noch vom Elektriker angeschlossen und beim Netzbetreiber angemeldet werden.
Schritt-für-Schritt: So nutzen Sie den Rechner
1. PV-Leistung wählen (400–2.000 Wp)
Die Modulleistung bestimmt Ihr maximales Erzeugungspotenzial. Die gängigste Konfiguration: 800 Wp mit zwei 400-Wp-Modulen – damit nutzen Sie die gesetzliche Einspeisegrenze optimal aus.
Größere Module (bis 2.000 Wp) haben einen Vorteil bei Bewölkung. Da der Wechselrichter auf 800 W begrenzt bleibt, wird der Überschuss bei Spitzeneinstrahlung gekappt – bei suboptimalen Bedingungen erzeugen Sie aber mehr verwertbaren Strom.
2. Wechselrichterleistung festlegen
Der Wechselrichter wandelt Gleichstrom in netzfähigen Wechselstrom. Optimale Dimensionierung: 60–80 % der Modulleistung (bei 800 Wp also 600–800 W).
Das gesetzliche Maximum beträgt 800 W (AC). Darüber hinaus gilt die Anlage nicht mehr als vereinfachtes Steckersolargerät. Mehr zur Technik in unserem Wechselrichter-Ratgeber.
3. Ausrichtung der Module angeben
Die Himmelsrichtung beeinflusst den Jahresertrag erheblich. Süd liefert den höchsten Gesamtertrag. Ost-West-Ausrichtungen verteilen die Erzeugung besser über den Tag – ideal bei Anwesenheit morgens und abends.
| Ausrichtung | Relativer Ertrag | Stärkste Erzeugung |
|---|---|---|
| Süd | 100 % | 10–15 Uhr |
| Süd-Ost / Süd-West | 95 % | Vormittag / Nachmittag |
| Ost / West | 82 % | Morgens / Abends |
| Nord-Ost / Nord-West | 65 % | Überwiegend Diffuslicht |
| Nord | 55 % | Nur Diffuslicht |
4. Neigungswinkel einstellen
Der optimale Neigungswinkel liegt in Deutschland bei 30–35°. Flachere Winkel (0–15°) verteilen den Ertrag gleichmäßiger übers Jahr, steilere (60–90°) begünstigen den Winterertrag.
Details zu allen Winkeln finden Sie in unserem Ratgeber zum optimalen Neigungswinkel für Photovoltaik.
| Neigung | Ertrag (Süd) | Typische Montage |
|---|---|---|
| 0° | 88 % | Flachdach, liegend |
| 15° | 95 % | Flache Aufständerung |
| 30° | 100 % | Optimal für Deutschland |
| 45° | 96 % | Typisches Schrägdach |
| 60° | 88 % | Steil, guter Winterertrag |
| 90° | 70 % | Fassade / Balkongeländer |
5. Verschattung realistisch bewerten
Schatten ist der Ertragskiller Nr. 1. Bereits 10 % Verschattung können bei Modulen in Reihenschaltung bis zu 50 % Ertragsverlust verursachen.
Schätzen Sie Hindernisse ehrlich ein: Bäume, Nachbargebäude, Dachüberstände. Tipps zur Optimierung bietet unser Artikel über diffuse Strahlung und deren Einfluss auf den PV-Ertrag.
6. Stromverbrauch & Strompreis eingeben
Ihr Jahresverbrauch bestimmt die Eigenverbrauchsquote – also wie viel des erzeugten Stroms Sie direkt nutzen, statt ihn kostenlos ins Netz einzuspeisen.
Strompreis 2026: Bestandskunden zahlen rund 37 ct/kWh (BDEW), Neukunden ab ca. 23 ct/kWh. Nutzen Sie den Wert Ihrer letzten Stromrechnung für die genaueste Berechnung.
| Haushaltsgröße | Verbrauch/Jahr | Stromkosten 2026 (Ø 37 ct) |
|---|---|---|
| 1 Person | 1.500–2.000 kWh | 555–740 € |
| 2 Personen | 2.500–3.500 kWh | 925–1.295 € |
| 3 Personen | 3.500–4.500 kWh | 1.295–1.665 € |
| 4 Personen | 4.000–5.500 kWh | 1.480–2.035 € |
7. Speicher und Betrachtungszeitraum wählen
Ein optionaler Batteriespeicher erhöht den Eigenverbrauch um 10–25 %. Überschüssiger Solarstrom wird für die Abendstunden gespeichert.
Betrachtungszeitraum: mindestens 15 Jahre. Die meisten Module haben eine Leistungsgarantie von 25 Jahren. Die jährliche Strompreissteigerung ist konservativ mit 3 % voreingestellt.
Ergebnisse richtig interpretieren
Der Rechner zeigt neun Kennzahlen. So ordnen Sie die wichtigsten Werte ein:
Jährliche Erzeugung (kWh/Jahr)
Faustregel: 1 kWp erzeugt in Deutschland 950–1.050 kWh pro Jahr. Ein 800-Wp-Balkonkraftwerk kommt bei guter Ausrichtung auf 650–850 kWh.
Über 900 kWh/kWp ist überdurchschnittlich. Unter 600 kWh/kWp deuten auf starke Verschattung oder ungünstige Ausrichtung hin.
Eigenverbrauch & Autarkiegrad
Ohne Speicher nutzen Sie typischerweise 30–40 % selbst. Mit Speicher steigt die Quote auf 50–70 %.
Der Autarkiegrad zeigt den Anteil am Gesamtverbrauch. Mit einem 800-Wp-Set erreichen die meisten Haushalte 10–25 % Autarkie.
Amortisationszeit
Unter 5 Jahren: hervorragend. 5–7 Jahre: solide. 7–10 Jahre: akzeptabel. Über 10 Jahre: Standort oder Konfiguration optimieren.
Dank 0 % MwSt. (gemäß § 12 Abs. 3 UStG) und gesunkener Modulpreise amortisieren sich viele Anlagen 2026 bereits nach 4–6 Jahren.
CO₂-Einsparung
Der CO₂-Emissionsfaktor des deutschen Strommix liegt bei ca. 0,3–0,4 kg/kWh (Umweltbundesamt). Der Rechner verwendet 0,380 kg/kWh als Richtwert.
Ein 800-Wp-Balkonkraftwerk spart damit rund 200–320 kg CO₂ pro Jahr – das entspricht etwa 1.500–2.000 km Autofahrt.
Was kostet ein Balkonkraftwerk 2026?
Die Preise sind 2025/2026 deutlich gefallen. Dank 0 % Mehrwertsteuer (gemäß § 12 Abs. 3 UStG) sparen Sie zusätzlich.
| Kategorie | Leistung | Preis | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| Einsteiger-Set | 400–600 Wp | 250–450 € | Kleine Balkone, begrenztes Budget |
| Standard-Set | 800 Wp | 400–700 € | Die meisten Haushalte |
| Premium-Set | 800 Wp | 700–1.000 € | Top-Module, Smart-Monitoring |
| Set mit Speicher | 800 Wp + 1–2 kWh | 900–1.800 € | Maximaler Eigenverbrauch |
Zusatzkosten einplanen: 50–150 € für die Montagehalterung, 20–50 € für Anschluss-Zubehör. Wer selbst montiert, spart nochmals 100–300 €.
Aktuelle Top-Angebote – 0 % MwSt. inklusive. Komplett-Sets mit Wechselrichter, Modulen & Halterung.
⚡ Angebote vergleichen & sparen →Optimierungstipps für maximalen Ertrag
Standort optimieren
Verschattung konsequent minimieren. Selbst kleine Schatten auf einem Modul können den Ertrag der gesamten Kette drastisch senken.
Prüfen Sie den Schattenverlauf zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten. Der Unterschied zwischen direkter Strahlung und diffuser Strahlung kann den Tagesertrag um das Dreifache verändern.
Eigenverbrauch maximieren
Stromintensive Geräte in die Mittagszeit verlagern. Waschmaschine, Spülmaschine und Trockner laufen dann mit kostenlosem Solarstrom.
Home-Office steigert den Eigenverbrauch automatisch. Smart-Home-Systeme können den Verbrauch zusätzlich an die Erzeugung anpassen.
Wirtschaftlichkeit verbessern
Kommunale Förderungen prüfen: Je nach Wohnort sind 100–500 € Zuschuss möglich. Gruppenbestellungen mit Nachbarn bringen zusätzlich Mengenrabatte.
Stromtarif vergleichen. Wer von der Grundversorgung (Ø 40 ct/kWh) zu einem günstigen Anbieter wechselt, spart zusätzlich hunderte Euro im Jahr.
Häufige Fehler vermeiden
✅ Best Practices
- Markenwechselrichter: Hoymiles, Deye oder Envertech für Zuverlässigkeit und Garantie
- Qualitätsmodule: Ja Solar, Trina oder Longi garantieren hohe Erträge über 25+ Jahre
- Ertragsmessung: Smarte Steckdosen oder WLAN-Wechselrichter zur Überwachung nutzen
- Haftpflicht prüfen: Klären, ob Ihre Versicherung PV-Anlagen abdeckt
- Reinigung: Jährlich reinigen – steigert den Ertrag um bis zu 5 %
❌ Fehler vermeiden
- Wechselrichter zu klein: Unter 50 % der Modulleistung verschenkt Ertragspotenzial
- Verschattung unterschätzt: Kleine Schatten führen zu überproportionalen Verlusten
- Eigenverbrauch überschätzt: Ohne Speicher nutzen Sie nur 30–40 % selbst
- Nicht angemeldet: Registrierung im Marktstammdatenregister ist Pflicht
- Billigprodukte: Fehlende Zertifizierung birgt Sicherheitsrisiken
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie viel Strom erzeugt ein Balkonkraftwerk mit 800 Watt pro Jahr?
In Deutschland durchschnittlich 650–850 kWh. Der Ertrag hängt von Ausrichtung, Neigung und Verschattung ab. Bei optimaler Südausrichtung mit 30° Neigung und ohne Schatten sind bis zu 840 kWh realistisch.
Wann amortisiert sich ein Balkonkraftwerk 2026?
Bei 37 ct/kWh Strompreis und 400–800 € Anschaffungskosten: in 4–7 Jahren. Die 0 % MwSt. (gemäß § 12 Abs. 3 UStG) und gefallene Modulpreise beschleunigen den Return on Investment.
Welche Leistung darf ein Balkonkraftwerk 2026 haben?
Max. 800 Watt Einspeiseleistung (AC) am Wechselrichter. Die Modulleistung darf laut Solarpaket I bis zu 2.000 Wp betragen. Die DIN VDE V 0126-95 sieht bei Schukostecker-Anschluss in der Praxis eine Obergrenze von ca. 960 Wp vor – abhängig von Gerätekonzept und Normauslegung.
Brauche ich 2026 einen Wieland-Stecker?
Nein. Seit der DIN VDE V 0126-95 (Dezember 2025) ist der Schukostecker offiziell normkonform. Die Installation über eine normale Haushaltssteckdose reicht aus.
Wie viel Geld spart ein Balkonkraftwerk pro Jahr?
Ohne Speicher: 70–150 € pro Jahr (abhängig von Eigenverbrauchsquote und Strompreis). Mit Speicher: 120–250 € pro Jahr, da der Eigenverbrauch deutlich steigt. Über 20 Jahre summiert sich das auf 1.500–4.000 € Nettogewinn.
Muss ich mein Balkonkraftwerk anmelden?
Ja – im Marktstammdatenregister. Die Registrierung dauert wenige Minuten. Die separate Meldung beim Netzbetreiber entfällt seit dem Solarpaket I.
Lohnt sich ein Balkonkraftwerk auch bei Nordausrichtung?
Eingeschränkt. Ein Nordbalkon erzeugt nur etwa 55 % des Ertrags einer Südanlage. Bei Kosten unter 500 € kann sich das rechnen – die Amortisation dauert dann aber 7–10+ Jahre. Ost- oder Westausrichtungen sind deutlich lohnender.
Kann ich ein Balkonkraftwerk als Mieter installieren?
Ja – seit Oktober 2024 gesetzlich geschützt. Balkonkraftwerke gelten als privilegierte bauliche Maßnahme im WEG und Mietrecht. Vermieter dürfen die Installation nicht mehr grundlos ablehnen, nur noch aus sachlichen Gründen widersprechen.
Fazit: Lohnt sich ein Balkonkraftwerk 2026?
Ja – und so gut wie noch nie. Die Kombination aus gesunkenen Modulpreisen, 0 % MwSt. (gemäß § 12 Abs. 3 UStG), 800-Watt-Einspeisegrenze und Stromkosten von Ø 37 ct/kWh macht Balkonkraftwerke 2026 zur rentabelsten Kleinst-Investition in die eigene Energieversorgung.
Die wichtigsten Erfolgsfaktoren: Wenig Verschattung, Süd- oder Ost-/West-Lage, Strompreis über 30 ct/kWh und Gesamtkosten unter 1.000 €. Ein Batteriespeicher maximiert den Eigenverbrauch zusätzlich.
Nächster Schritt für größere Anlagen: Unser PV-Rechner für Dachanlagen oder der Photovoltaik-Konfigurator. Wer auch Heizkosten senken will, findet Strategien im Ratgeber zum autarken Haus.
Balkonkraftwerk kaufen – Komplett-Sets im Überblick
Solarrechner für große Dachanlagen
Photovoltaik-Förderung 2026 – Alle Zuschüsse
Einspeisevergütung – aktuelle Sätze & Entwicklung
PV-Speicher nachrüsten – Ratgeber
Gartenkraftwerk – Solar für den Garten
Optimaler Neigungswinkel für PV-Anlagen
Hinweis: Solar.red steht in keiner geschäftlichen Verbindung mit den genannten Herstellern. Alle Angaben basieren auf öffentlich zugänglichen Informationen (Stand: Februar 2026). Preise sind Richtwerte und können variieren. Die Berechnung basiert auf empirischen Ertragsdaten – tatsächliche Erträge hängen von Standort und Wetter ab. Gesetzliche Regelungen können sich ändern; die dargestellten Informationen ersetzen keine Rechtsberatung. Dieser Artikel enthält Affiliate-Links (mit „Anzeige" gekennzeichnet) – Solar.red erhält bei Kauf eine Provision, der Preis für Sie ändert sich nicht.
© 2026 Solar.red – Unabhängig seit 2019