Von D. Volbracht
Das Wichtigste in Kürze
Der Picea Wasserstoff-Speicher wird nicht mehr gebaut: Sein Hersteller HPS Home Power Solutions aus Berlin ist seit dem 1. April 2025 insolvent und hat den Geschäftsbetrieb eingestellt. Picea speicherte Solarstrom als Wasserstoff für den Winter. Einen Nachfolger gibt es nach Kenntnis von Solar.red im Oktober 2026 nicht.
- Insolvenz: Verfahren eröffnet am 1. April 2025 beim Amtsgericht Charlottenburg, Insolvenzverwalter Philipp Grauer, Masseunzulänglichkeit angezeigt
- Preis: rund 60.000 Euro in der Mindestausstattung (taz, April 2025)
- Speicher: Batterie 17 kWh netto, Wasserstoff 300 kWh, erweiterbar auf 1.500 kWh (Datenblatt Picea 2, April 2024)
- Leistung: Elektrolyseur 2,3 kW, Brennstoffzelle 1,5 kW, Wechselrichter 15 kW
- Bestandsanlagen: kein Herstellerservice, keine Garantie, keine Ersatzteile von HPS
- Alternative: Photovoltaik mit Batteriespeicher, laut HPS 50 bis 70 Prozent Unabhängigkeit vom Stromnetz
Ist der Picea-Hersteller HPS insolvent?
HPS Home Power Solutions, der Hersteller des Picea Wasserstoff-Speichers, ist insolvent. Das Amtsgericht Charlottenburg eröffnete am 1. April 2025 das Insolvenzverfahren wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung, Insolvenzverwalter ist Rechtsanwalt Philipp Grauer. Der Geschäftsbetrieb ist seit diesem Tag eingestellt. Neue Anlagen, Herstellerservice und Garantieleistungen gibt es seitdem nicht mehr.
Vorausgegangen war ein Sanierungsversuch. Im Februar 2025 beantragte HPS ein Verfahren in Eigenverwaltung, um einen Käufer zu finden. Das gelang nicht. Einen Tag nach der Eröffnung des regulären Verfahrens zeigte der Insolvenzverwalter laut Medienberichten Masseunzulänglichkeit an. Gläubiger konnten ihre Forderungen bis zum 27. Juni 2025 anmelden, diese Frist ist abgelaufen.
Was Masseunzulänglichkeit bedeutet
Masseunzulänglichkeit liegt nach § 208 der Insolvenzordnung vor, wenn das vorhandene Vermögen zwar die Kosten des Verfahrens deckt, aber nicht mehr die übrigen Verbindlichkeiten, die im Verfahren selbst entstehen. Der Verwalter muss die Masse trotzdem weiter verwalten und verwerten. Für Kunden mit Garantieansprüchen und für Anleger heißt das: Mit einer Zahlung auf ihre Forderungen ist kaum zu rechnen.
Private Anleger hatten HPS laut ECOreporter über Nachrangdarlehen und Genussscheine Geld gegeben. Solche Forderungen werden in einer Insolvenz erst nach allen anderen Gläubigern bedient.
Wie funktioniert der Picea Wasserstoff-Speicher?
Der Picea Wasserstoff-Speicher wandelte überschüssigen Solarstrom im Sommer per Elektrolyse in Wasserstoff um und lagerte ihn bei bis zu 300 bar in Druckbehältern vor dem Haus. Im Winter erzeugte eine Brennstoffzelle daraus wieder Strom und lud die eingebaute Batterie. Die Abwärme beider Schritte unterstützte Heizung und Warmwasser.
Picea bestand aus zwei Speichern mit unterschiedlicher Aufgabe. Die Batterie, ein Lithium-Eisenphosphat-Speicher, glich Tag und Nacht aus: Sie nahm mittags Solarstrom auf und gab ihn abends ab. Der Wasserstoffspeicher glich Sommer und Winter aus. Reichte der Solarstrom für Haus und Batterie, lief der Elektrolyseur und spaltete Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff. Ein Kompressor verdichtete den Wasserstoff und drückte ihn in Druckflaschen, die als Speichereinheiten vor dem Haus standen.
Im Winter lief der Vorgang rückwärts. Die Brennstoffzelle erzeugte aus dem Wasserstoff Strom und lud damit die Batterie, aus der das Haus versorgt wurde. Weil die Brennstoffzelle nur 1,5 kW leistet, deckte sie nicht die Spitzen im Haushalt, sondern arbeitete über viele Stunden gleichmäßig. Die Wärme aus Elektrolyse und Brennstoffzelle ging über ein eingebautes Lüftungsgerät und einen Anschluss an den Pufferspeicher ins Haus. Mehr zur Technik steht im Beitrag Photovoltaik und Wasserstoff.
Technische Daten der Picea 2
Die Picea 2 war die letzte Produktgeneration, HPS begann im Mai 2024 mit der Auslieferung. Alle Werte stammen aus dem Datenblatt des Herstellers vom 26. April 2024. Es sind Herstellerangaben, unabhängige Messungen zu Picea sind nicht veröffentlicht. HPS hatte ein Interesse daran, die Werte günstig darzustellen.
| Merkmal | Wert | Hinweis |
|---|---|---|
| Batteriekapazität | 19 kWh brutto, 17 kWh netto | Lithium-Eisenphosphat |
| Wasserstoffspeicher | 300 kWh, erweiterbar auf 1.500 kWh | elektrisch nutzbar, 1 bis 5 Einheiten mit je 800 Litern |
| Elektrolyseur | 2,3 kW | maximale Leistung |
| Brennstoffzelle | 1,5 kW | maximale Leistung |
| Ausgangsleistung | 15 kW | Netzparallel- und Netzersatzbetrieb |
| Photovoltaik | bis 22,5 kWp | zwei unabhängige MPP-Tracker |
| Nutzbare Abwärme | ca. 2.000 kWh pro Jahr | typisch mit drei Speichereinheiten |
| Energiezentrale | 1,46 × 1,74 × 1,11 m, 0,7 t | Aufstellung im Haus, frostfrei |
| Speichereinheit außen | 1,0 × 2,0 × 1,0 m, 1,5 t | dazu Kompressoreinheit mit 0,6 t |
| Garantie | 5 Jahre | gegen Aufpreis um 5 Jahre verlängerbar |
Was die Zahlen im Alltag bedeuten, zeigt eine einfache Rechnung: Bei einem Verbrauch von 10 kWh am Tag reichen 300 kWh Wasserstoff rechnerisch für 30 Tage, der Vollausbau mit 1.500 kWh für 150 Tage. Die Batterie mit 17 kWh überbrückt bei diesem Verbrauch nicht einmal zwei Tage. Der Wasserstoffspeicher fasst in der Grundausstattung also rund 18-mal so viel wie die Batterie, im Vollausbau rund 88-mal so viel.
Der Platzbedarf ist überschaubar, das Gewicht nicht. Die Energiezentrale braucht im Hauswirtschaftsraum 1,6 Quadratmeter Stellfläche. Draußen stehen die Kompressoreinheit und je nach Ausbau ein bis fünf Speichereinheiten mit je einem Quadratmeter Grundfläche, zusammen also zwei bis sechs Quadratmeter ohne Abstandsflächen. Der Vollausbau wiegt außen 8,1 Tonnen und braucht ein entsprechendes Fundament.
Was kostete ein Picea Wasserstoff-Speicher?
Ein Picea Wasserstoff-Speicher kostete laut taz vom April 2025 rund 60.000 Euro in der Mindestausstattung. Darin steckten die Energiezentrale mit Batterie, Elektrolyseur und Brennstoffzelle sowie ein Wasserstoffspeicher. Weitere Speichereinheiten, die Photovoltaikanlage und der Servicevertrag kamen hinzu. Seit der Insolvenz des Herstellers im April 2025 wird das System nicht mehr verkauft.
Eine öffentliche Preisliste gab es nicht, HPS erstellte Angebote je Haus. Deshalb kursieren unterschiedliche Zahlen. Belegt ist der Einstiegspreis von rund 60.000 Euro, den die taz am 10. April 2025 nannte. Für den Preis größerer Ausbaustufen hat Solar.red keine belastbare Quelle gefunden und nennt deshalb keine Obergrenze.
Setzt man den Einstiegspreis ins Verhältnis zum Speicher, wird das Problem sichtbar. 60.000 Euro für 300 kWh Wasserstoff und 17 kWh Batterie: Selbst wenn der Wasserstoffspeicher jedes Jahr einmal vollständig gefüllt und geleert wird, liefert er 300 kWh Winterstrom im Jahr. Beim durchschnittlichen Haushaltsstrompreis von 37,97 Cent je kWh im 1. Halbjahr 2026 (Statistisches Bundesamt) sind das 114 Euro. Den größeren Teil des Nutzens brachten Batterie und Photovoltaik, die es einzeln deutlich günstiger gibt. Was eine Anlage ohne Wasserstoff kostet, steht im Beitrag zu den Photovoltaik-Kosten.
Wirkungsgrad: Was die Zahlen sagen
Für den Picea Wasserstoff-Speicher gibt es keinen veröffentlichten elektrischen Wirkungsgrad. Das Datenblatt nennt Leistungen und Kapazitäten, aber nicht, wie viel Solarstrom der Elektrolyseur aufnehmen muss, damit die Brennstoffzelle im Winter eine Kilowattstunde liefert. HPS warb stattdessen mit einem Gesamtnutzungsgrad von bis zu 90 Prozent. In dieser Zahl ist die Abwärme mitgerechnet, die ins Haus geht.
Zwei Hinweise liefert das Datenblatt trotzdem. Der Elektrolyseur nimmt bis zu 2,3 kW auf, die Brennstoffzelle gibt höchstens 1,5 kW ab. Und der Hersteller rechnet bei drei Speichereinheiten, also 900 kWh Strom aus Wasserstoff, mit rund 2.000 kWh nutzbarer Abwärme im Jahr. Bei der Umwandlung fällt demnach mehr als doppelt so viel Wärme an wie Winterstrom. Das ist physikalisch erwartbar: Das Umweltbundesamt gibt für die Herstellung von Wasserstoff aus Strom einen Wirkungsgrad von 51 bis 83 Prozent an, die Rückverwandlung in Strom kostet erneut Energie.
Zum Vergleich: Im Test Stromspeicher-Inspektion 2026 der HTW Berlin erreichten zwölf Heimspeicher Batteriewirkungsgrade von 87,9 bis 97,1 Prozent. Eine Batterie gibt den gespeicherten Strom also fast vollständig zurück, kann ihn aber nicht über Monate halten. Der Sachverständigenrat für Umweltfragen kam 2021 zu dem Schluss, die Nutzung von Wasserstoff für Gebäudeheizungen sei ineffizient.
Warum HPS gescheitert ist
HPS ist am Verhältnis von Preis und Nachfrage gescheitert. Das Unternehmen schloss das Jahr 2023 laut taz mit einem Verlust von 45,7 Millionen Euro ab, das Eigenkapital rutschte ins Minus. Im Geschäftsbericht 2023 standen 251 Beschäftigte. Dem stand ein Produkt gegenüber, das in der Mindestausstattung rund 60.000 Euro kostete und für das sich zu wenige Käufer fanden.
Dazu kamen mehrere Wechsel im Vorstand und der gescheiterte Versuch, das Unternehmen im Februar 2025 in Eigenverwaltung zu sanieren. Technisch war Picea ein vollständiges System mit Elektrolyseur, Kompressor, Druckspeicher, Brennstoffzelle, Batterie, Wechselrichter und Lüftungsgerät. Jedes dieser Teile muss gewartet werden, und HPS hatte sich mit Garantie und Servicevertrag verpflichtet, das über Jahre zu leisten.
Was für Picea sprach
- Saisonaler Speicher: Sommerstrom für den Winter
- Bis zu 100 Prozent Unabhängigkeit vom Stromnetz laut Hersteller
- Abwärme für Heizung und Warmwasser nutzbar
- Netzersatzbetrieb bei Stromausfall mit 15 kW
Was dagegen sprach
- Rund 60.000 Euro in der Mindestausstattung
- Nur 300 kWh Winterstrom in der Grundausstattung
- Viele wartungsbedürftige Komponenten
- Abhängigkeit von einem einzigen Hersteller, der seit April 2025 insolvent ist
Gibt es einen Nachfolger für HPS Picea?
Einen Nachfolger für HPS Picea gibt es nach Kenntnis von Solar.red im Oktober 2026 nicht. Keine Veröffentlichung nennt ein Unternehmen, das Fertigung, Vertrieb oder Herstellerservice übernommen hat. Weil der Insolvenzverwalter die Masse weiter verwerten muss, können Patente und Marken noch den Besitzer wechseln. Ein Serviceversprechen für Bestandsanlagen folgt daraus nicht.
Im Netz stehen weiterhin Seiten, die Picea wie ein lieferbares Produkt beschreiben, darunter die frühere Herstellerseite und Seiten ehemaliger Vertriebspartner. Sie nennen weder die Insolvenz noch einen Preis oder Liefertermin. Wer ein solches Angebot erhält, sollte sich schriftlich bestätigen lassen, welches Unternehmen liefert, wer die Garantie trägt und wer die Anlage wartet.
Was bedeutet die Insolvenz für Betreiber einer Picea-Anlage?
Bestehende Picea-Anlagen gehören weiter ihren Besitzern, stehen aber seit April 2025 ohne Hersteller da. Garantie, Servicevertrag und Ersatzteile kamen von HPS und sind weggefallen. Betreiber müssen Wartung und Reparatur selbst organisieren und sollten klären, ob Photovoltaik, Batterie und Wechselrichter auch ohne den Wasserstoffteil und ohne Verbindung zum Hersteller weiterlaufen.
Die größte Unsicherheit steckt in der Abhängigkeit vom Hersteller. Laut Datenblatt brauchten App, Fernwartung und Ertragskontrolle eine Internetverbindung zu HPS. Ob und wie lange diese Dienste nach der Betriebseinstellung laufen, ist nicht öffentlich dokumentiert. Dazu kommt der Wasserstoffteil mit Druckbehältern für 300 bar, an dem nur Fachleute arbeiten sollten. Betreiber tauschen sich im Photovoltaikforum in einem eigenen Thema zur HPS-Insolvenz aus.
- Kaufvertrag, Servicevertrag, Garantieunterlagen, Datenblatt und Inbetriebnahmeprotokoll sichern
- Zustand und Zählerstände der Anlage regelmäßig dokumentieren, auch mit Fotos
- Von einem Elektrofachbetrieb prüfen lassen, ob Photovoltaik und Batterie ohne den Wasserstoffteil weiterlaufen
- Arbeiten am Wasserstoffteil nur von einem Fachbetrieb für Druckgasanlagen ausführen lassen
- Den Gebäudeversicherer über die Anlage und den fehlenden Herstellerservice informieren
- Beim Insolvenzverwalter nachfragen, ob eine Forderung nach Ablauf der Frist vom 27. Juni 2025 noch angemeldet werden kann
Fällt der Wasserstoffteil aus, bleibt im besten Fall eine Photovoltaikanlage mit 17 kWh Batterie und Wechselrichter. Ob das im Einzelfall so funktioniert, hängt von der Steuerung ab und lässt sich nur an der Anlage klären. Wer umrüsten muss, findet im Beitrag PV-Speicher nachrüsten die Möglichkeiten für bestehende Photovoltaikanlagen.
Welche Alternativen gibt es zum Picea Wasserstoff-Speicher?
Die Alternative zum Picea Wasserstoff-Speicher ist eine Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher, ergänzt um Netzstrom im Winter. HPS selbst bezifferte die Unabhängigkeit vom Stromnetz damit auf 50 bis 70 Prozent. Im Test der HTW Berlin erreichten Heimspeicher 2026 Batteriewirkungsgrade von 87,9 bis 97,1 Prozent. Einen saisonalen Speicher in Serie gibt es derzeit nicht.
| Kriterium | Picea 2 | Photovoltaik mit Batteriespeicher |
|---|---|---|
| Speicherdauer | Monate (Wasserstoff), Stunden (Batterie) | Stunden bis wenige Tage |
| Speicherkapazität | 17 kWh Batterie plus 300 bis 1.500 kWh Wasserstoff | je nach Gerät, im HTW-Test Klassen mit 5 und 10 kW |
| Wirkungsgrad | elektrisch nicht veröffentlicht | 87,9 bis 97,1 % Batteriewirkungsgrad |
| Unabhängigkeit vom Netz | bis zu 100 % laut HPS | 50 bis 70 % laut HPS |
| Preis | rund 60.000 € Mindestausstattung (taz, 2025) | siehe aktuelle Angebote |
| Hersteller | insolvent seit 1. April 2025 | mehrere Anbieter am Markt |
Für fast alle Haushalte ist die Kombination aus Photovoltaikanlage und Batteriespeicher der gangbare Weg. Sie deckt den Strombedarf von Frühjahr bis Herbst zum großen Teil, im Winter kommt der fehlende Strom aus dem Netz. Der Überschuss im Sommer geht per Netzeinspeisung ins Netz und wird über die Einspeisevergütung bezahlt. Das Netz übernimmt damit die Aufgabe, die bei Picea der Wasserstoff hatte.
Wer mehr Unabhängigkeit will, erreicht sie eher über einen höheren Eigenverbrauch als über einen Saisonspeicher: eine größere Photovoltaikanlage, ein passend ausgelegter Speicher und Verbraucher wie Wärmepumpe oder Wallbox, die mittags laufen. Wie weit das trägt und wo die Grenze liegt, beschreibt der Beitrag zum autarken Haus. Ein Beispiel für ein Batteriesystem mit Notstromfunktion ist das Hauskraftwerk von E3/DC. Den möglichen Ertrag Ihres Dachs zeigt der Solarrechner.
Häufige Fragen
Ist HPS Home Power Solutions insolvent?
Ja. Das Amtsgericht Charlottenburg hat am 1. April 2025 das Insolvenzverfahren über die HPS Home Power Solutions AG wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung eröffnet. Insolvenzverwalter ist Rechtsanwalt Philipp Grauer. Der Geschäftsbetrieb ist seit dem 1. April 2025 eingestellt, am 2. April 2025 zeigte der Verwalter laut Medienberichten Masseunzulänglichkeit an.
Kann man einen Picea Wasserstoff-Speicher noch kaufen?
Nein. Der Hersteller HPS hat den Geschäftsbetrieb am 1. April 2025 eingestellt, neue Anlagen werden nicht mehr gebaut. Solar.red hat bis Oktober 2026 keine Veröffentlichung gefunden, nach der ein anderes Unternehmen Produktion oder Vertrieb übernommen hat. Einzelne Händlerseiten bewerben Picea noch, nennen aber weder Preis noch Liefertermin.
Was kostete ein Picea Wasserstoff-Speicher?
Die taz nannte im April 2025 einen Preis von rund 60.000 Euro in der Mindestausstattung. Größere Ausbaustufen mit mehreren Wasserstoffspeichern kosteten mehr, eine vollständige Preisliste hat der Hersteller nicht veröffentlicht. Dazu kamen die Photovoltaikanlage, die Montage und ein Servicevertrag. Seit der Insolvenz im April 2025 gibt es keinen Neupreis mehr.
Gibt es einen Nachfolger für HPS Picea?
Ein Nachfolger ist nicht bekannt. Bis Oktober 2026 hat Solar.red keine Veröffentlichung gefunden, nach der ein Unternehmen die Picea-Technik, die Fertigung oder den Herstellerservice übernommen hat. Der Insolvenzverwalter hat Masseunzulänglichkeit angezeigt, die Verwertung der Masse läuft nach der Insolvenzordnung trotzdem weiter. Schutzrechte und Marken können also noch verkauft werden.
Wie viel Energie speichert ein Picea-System?
Laut Datenblatt der Picea 2 vom April 2024 speichert die Batterie 17 kWh netto. Der Wasserstoffspeicher fasst in der Grundausstattung 300 kWh elektrisch und lässt sich mit bis zu fünf Speichereinheiten auf 1.500 kWh erweitern. Das ist eine Herstellerangabe, die von Lastprofil und Betriebsbedingungen abhängt. Unabhängige Messungen dazu sind nicht veröffentlicht.
Wie hoch ist der Wirkungsgrad der Picea-Anlage?
Das Datenblatt der Picea 2 nennt keinen elektrischen Wirkungsgrad für den Weg vom Strom über Wasserstoff zurück zu Strom. Der Hersteller gab einen Gesamtnutzungsgrad von bis zu 90 Prozent an, in dem die genutzte Abwärme mitgezählt ist. Heimspeicher mit Batterie erreichten im Test der HTW Berlin 2026 Batteriewirkungsgrade von 87,9 bis 97,1 Prozent.
Wie viel Platz braucht ein Picea Wasserstoff-Speicher?
Die Energiezentrale der Picea 2 misst laut Datenblatt 1,46 mal 1,11 Meter bei 1,74 Meter Höhe und wiegt 0,7 Tonnen. Sie steht im Haus. Draußen stehen die Kompressoreinheit und ein bis fünf Wasserstoffspeicher mit je einem Quadratmeter Grundfläche und zwei Metern Höhe. Jeder Speicher wiegt 1,5 Tonnen.
Was passiert mit bestehenden Picea-Anlagen nach der Insolvenz?
Die Anlagen gehören weiter ihren Besitzern, den Herstellerservice gibt es aber nicht mehr. Garantie und Servicevertrag richteten sich an HPS und sind seit der Insolvenz im April 2025 praktisch nicht mehr durchsetzbar. Wartung und Reparatur müssen Betreiber selbst organisieren. Für Fernwartung und App war laut Datenblatt eine Internetverbindung zum Hersteller nötig.
Welche Alternativen gibt es zum Picea Wasserstoff-Speicher?
Die gängige Alternative ist eine Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher. HPS selbst bezifferte die Unabhängigkeit vom Stromnetz damit auf 50 bis 70 Prozent, mit Picea auf bis zu 100 Prozent. Den fehlenden Winterstrom liefert das Netz. Ein saisonaler Speicher für Einfamilienhäuser, der die Lücke im Winter schließt, ist nach Kenntnis von Solar.red im Oktober 2026 nicht in Serie erhältlich.
Lohnt sich Wasserstoff als Stromspeicher im Einfamilienhaus?
Wirtschaftlich war das Picea-System für die meisten Haushalte nicht darstellbar: Rund 60.000 Euro Einstiegspreis standen 300 kWh Wasserstoffspeicher gegenüber. Der Sachverständigenrat für Umweltfragen stufte die Nutzung von Wasserstoff für Gebäudeheizungen 2021 als ineffizient ein. Der Hersteller ist seit April 2025 insolvent. Für neue Projekte gibt es derzeit kein Serienprodukt.
Fazit: Gute Idee, zu teuer, kein Hersteller mehr
Der Picea Wasserstoff-Speicher löste ein echtes Problem, nämlich die Lücke zwischen Solarstrom im Sommer und Bedarf im Winter. Er löste es zu einem Preis, den zu wenige Hausbesitzer zahlen wollten: rund 60.000 Euro für 300 kWh Winterstrom in der Grundausstattung. Seit dem 1. April 2025 ist der Hersteller HPS insolvent, und bis Oktober 2026 hat niemand das Produkt übernommen.
Für Betreiber heißt das, Unterlagen zu sichern und die eigene Anlage unabhängig vom Hersteller betriebsfähig zu halten. Für alle, die neu planen, bleibt Photovoltaik mit Batteriespeicher die verfügbare Lösung, mit dem Stromnetz als Winterspeicher.
Quellen und Methodik
Die Angaben zum Insolvenzverfahren beruhen auf den Bekanntmachungen des Amtsgerichts Charlottenburg, wie sie die WISTA Management GmbH, die taz (10. April 2025) und ECOreporter (8. April 2025) wiedergeben. Preis, Verlust und Beschäftigtenzahl stammen aus der taz. Alle technischen Daten sind Herstellerangaben aus dem Datenblatt der Picea 2 vom 26. April 2024, das Solar.red vorliegt. Reichweiten, Flächen, Gewichte und der Wert des Winterstroms sind eigene Rechnungen. Solar.red hat keine Anlage gemessen. Die Aussage, dass kein Nachfolger bekannt ist, gibt den Stand der Recherche im Oktober 2026 wieder.
- WISTA Management GmbH, Technologiepark Adlershof: Insolvenzverfahren von HPS eröffnet, Meldung vom 8. April 2025 - Gericht, Insolvenzverwalter, Einstellung des Geschäftsbetriebs
- Insolvenzordnung, § 208 Anzeige der Masseunzulänglichkeit - Bedeutung der Masseunzulänglichkeit und Pflicht zur weiteren Verwertung
- HTW Berlin: Stromspeicher-Inspektion 2026, März 2026 - Batteriewirkungsgrade von zwölf Heimspeichern
- Umweltbundesamt: Strombedarf aus erneuerbaren Energien für das Heizen mit Wasserstoff oder synthetischem Methan - Wirkungsgrad der Wasserstoffherstellung
- Sachverständigenrat für Umweltfragen: Wasserstoff im Klimaschutz, Klasse statt Masse, Stellungnahme vom 23. Juni 2021 - Einordnung von Wasserstoff im Gebäudebereich
Hinweis: Solar.red steht in keiner geschäftlichen Verbindung zu HPS Home Power Solutions. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung und keine technische Prüfung Ihrer Anlage. Der Stand eines Insolvenzverfahrens kann sich ändern, verbindlich sind die Bekanntmachungen des Insolvenzgerichts. Technische Daten sind Herstellerangaben. Alle Angaben ohne Gewähr.
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