Von D. Volbracht
Das Wichtigste in Kürze
Die Stromgestehungskosten der Photovoltaik liegen für neue kleine Dachanlagen laut Fraunhofer ISE bei 6,3 bis 14,4 Cent pro Kilowattstunde und damit weit unter dem Haushaltsstrompreis von 37,0 Cent, den der BDEW 2026 bisher im Mittel ermittelt. Sie geben an, was eine Kilowattstunde über die gesamte Lebensdauer der Anlage kostet, mit Investition, Zinsen und Betrieb.
- PV-Freifläche: 4,1 bis 6,9 ct/kWh, gemeinsam mit Onshore-Wind die günstigste Kraftwerksart in Deutschland (Fraunhofer ISE, Bezugsjahr 2024)
- Kleine Dachanlage mit Speicher: 9,1 bis 22,5 ct/kWh bei 1 kWh Speicher je kWp (Fraunhofer ISE, 2024)
- Neue Kohle- und Gaskraftwerke: 10,9 bis 32,6 ct/kWh, je nach Kraftwerkstyp (Fraunhofer ISE, 2024)
- Beispiel 10 kWp: rund 9,4 ct/kWh in Mitteldeutschland mit dem Preis der Verbraucherzentrale von 1.410 Euro pro kWp (eigene Rechnung)
- Prognose 2045: kleine Dachanlagen 4,9 bis 10,4 ct/kWh, Freiflächenanlagen 3,1 bis 5,0 ct/kWh (Fraunhofer ISE)
Was sind Stromgestehungskosten?
Stromgestehungskosten sind die durchschnittlichen Kosten, zu denen ein Kraftwerk eine Kilowattstunde Strom erzeugt, gerechnet über seine gesamte Nutzungsdauer. Sie teilen alle Kosten für Bau, Finanzierung und Betrieb durch die gesamte erzeugte Strommenge. Im Englischen heißen sie Levelized Cost of Electricity, kurz LCOE, und dienen als gemeinsamer Maßstab für alle Erzeugungsarten.
Laut Fraunhofer ISE bestimmen bei einer Photovoltaikanlage vier Posten die Gesamtkosten: die Investition für Bau und Installation, die Finanzierungsbedingungen mit Zinsen und Laufzeit, die Betriebskosten für Versicherung, Wartung und Reparatur sowie die Kosten für den Rückbau. Brennstoffkosten fallen nicht an. Die Investition ist der mit Abstand größte Posten, die Module selbst machen laut Fraunhofer ISE nur noch rund ein Fünftel davon aus.
Für Hausbesitzer übersetzt sich der Begriff ganz praktisch: Die Stromgestehungskosten sind der Preis, zu dem die eigene Anlage Strom liefert. Liegt er unter dem Strompreis des Versorgers, spart jede selbst genutzte Kilowattstunde Geld. Wie viel Solarstrom Sie selbst nutzen, erklärt der Beitrag zum Eigenverbrauch.
Wie hoch sind die Stromgestehungskosten von Photovoltaik 2026?
Die Stromgestehungskosten der Photovoltaik liegen laut Fraunhofer ISE bei 4,1 bis 14,4 Cent pro Kilowattstunde, Bezugsjahr 2024. Am günstigsten sind große Freiflächenanlagen, am teuersten kleine Dachanlagen bis 30 kWp. Die Studie vom Juli 2024 ist die aktuelle Fassung, die Aktuellen Fakten des Instituts vom August 2026 nennen gerundet 4 bis 7 und 6 bis 14 Cent.
| Anlagentyp | Investition | Süddeutschland | Norddeutschland | Gesamtspanne |
|---|---|---|---|---|
| Dach klein bis 30 kWp | 1.000 bis 2.000 €/kWp | 6,3 bis 10,6 ct | 8,7 bis 14,4 ct | 6,3 bis 14,4 ct |
| Dach groß über 30 kWp | 900 bis 1.600 €/kWp | 5,7 bis 8,8 ct | 7,8 bis 12,0 ct | 5,7 bis 12,0 ct |
| Freifläche über 1 MWp | 700 bis 900 €/kWp | 4,1 bis 5,0 ct | 5,7 bis 6,9 ct | 4,1 bis 6,9 ct |
| Agri-PV 0,5 bis 2 MWp | 900 bis 1.700 €/kWp | 5,2 bis 8,7 ct | 7,1 bis 11,9 ct | 5,2 bis 11,9 ct |
Den größten Unterschied macht der Standort. Fraunhofer ISE rechnet für eine optimal ausgerichtete Anlage mit 935 kWh pro kWp und Jahr im Norden, 1.105 kWh in der Mitte und im Osten und 1.280 kWh im Süden. Mehr Ertrag verteilt dieselben Kosten auf mehr Kilowattstunden. Ihren eigenen Standortertrag ermitteln Sie mit dem PV-Ertragsrechner.
Die Studie setzt für PV-Anlagen 30 Jahre Lebensdauer an, eine jährliche Leistungsminderung von 0,25 % und Betriebskosten von 26 Euro pro kW und Jahr bei kleinen Dachanlagen. Kleine Anlagen sind teurer, weil Fixkosten wie die Montage laut Verbraucherzentrale pro kWp stärker ins Gewicht fallen. Was eine Anlage 2026 kostet, zeigt der Beitrag zu den Photovoltaik-Kosten.
Einen aktuellen Orientierungswert für Freiflächenanlagen liefern laut Fraunhofer ISE die Ausschreibungen. Laut Bundesnetzagentur lag 2025 der Durchschnitt der höchsten noch bezuschlagten Gebote bei 5,48 ct/kWh für Freiflächenanlagen und bei 10,16 ct/kWh für große Dachanlagen über 1 MW. Der Wert für Freiflächenanlagen liegt innerhalb der Spanne der Studie.
Stromgestehungskosten berechnen: Formel und Beispiel
Stromgestehungskosten berechnen Sie mit der Annuitätenmethode: Die Investition wird mit dem Annuitätenfaktor in gleich hohe Jahreskosten umgerechnet, dazu kommen die jährlichen Betriebskosten. Diese Jahreskosten teilen Sie durch den mittleren Jahresertrag in Kilowattstunden. Fraunhofer ISE nutzt in der Studie die genauere Kapitalwertmethode und nennt die Annuitätenmethode deren Vereinfachung.
Der Zinssatz steht für die Kosten des eingesetzten Geldes: Kreditzinsen oder die Rendite, die Ihr Erspartes anderswo bringen würde. Fraunhofer ISE setzt für kleine Dachanlagen einen realen, also inflationsbereinigten Kapitalkostensatz von 3,2 % an. Ohne Zinsen fallen die Stromgestehungskosten zu niedrig aus, weil das Geld für die Anlage am Anfang komplett fließt, der Ertrag aber erst über Jahrzehnte.
Beispiel, eigene Rechnung: Eine Anlage mit 10 kWp kostet zum mittleren Preis der Verbraucherzentrale von 1.410 Euro pro kWp für Anlagen mit über 9 bis 10 kWp ohne Speicher 14.100 Euro. Bei 3,2 % Zins und 30 Jahren beträgt der Annuitätenfaktor 0,0523, das ergibt 738 Euro Kapitalkosten im Jahr. Dazu kommen 260 Euro Betriebskosten nach dem Ansatz von Fraunhofer ISE, zusammen 998 Euro. In Mitteldeutschland erzeugt die Anlage im Mittel der 30 Jahre rund 10.660 kWh pro Jahr, wenn sie jährlich 0,25 % Leistung verliert. Die Stromgestehungskosten liegen damit bei rund 9,4 ct/kWh, im Norden bei 11,1 und im Süden bei 8,1 ct/kWh.
Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass ihre Preistabelle keine Orientierungshilfe für aktuelle Anlagenpreise ist, sondern nur zeigt, wie stark der Preis pro kWp von der Anlagengröße abhängt. Das Beispiel dient deshalb der Einordnung. Für Ihre Anlage zählt der Preis aus Ihrem Angebot. Ohne Zinsen käme dieselbe Rechnung auf nur 6,8 ct/kWh, ein typischer Fehler einfacher Faustformeln.
Rechner: Stromgestehungskosten Ihrer PV-Anlage
Mit dem Rechner ermitteln Sie die Stromgestehungskosten Ihrer PV-Anlage aus Angebotspreis, Ertrag, Betriebskosten, Zinssatz und Laufzeit. Vorbelegt sind das Beispiel mit 10 kWp und die Annahmen des Fraunhofer ISE für kleine Dachanlagen. Tragen Sie den Gesamtpreis aus Ihrem Angebot ein, geteilt durch die Anlagenleistung, und den Ertrag aus Ihrer Ertragsprognose.
Stromgestehungskosten-Rechner
Vorbelegt sind der Mittelwert der Verbraucherzentrale für Anlagen mit über 9 bis 10 kWp, der Ertrag für Mitteldeutschland, Betriebskosten, Zinssatz, Laufzeit und Leistungsverlust nach Fraunhofer ISE sowie der BDEW-Strompreis 2026. Die Rechnung folgt der vereinfachten Annuitätenmethode, ohne Speicher, ohne Steuern und ohne Strompreisänderung. Die Ersparnis je selbst genutzter kWh ist Strompreis minus Stromgestehungskosten, ohne entgangene Einspeisevergütung.
Was kostet 1 kWh selbst erzeugter Solarstrom?
Eine Kilowattstunde selbst erzeugter Solarstrom kostet so viel wie die Stromgestehungskosten der eigenen Anlage, bei neuen kleinen Dachanlagen laut Fraunhofer ISE 6,3 bis 14,4 Cent. Im Beispiel mit 10 kWp sind es rund 9,4 Cent. Netzstrom kostete Haushalte laut BDEW 2026 bisher im Mittel 37,0 Cent bei Neukundentarifen, jede selbst genutzte Kilowattstunde spart also die Differenz.
Für eingespeisten Strom zählt dagegen die Einspeisevergütung. Sie beträgt laut Bundesnetzagentur für Anlagen bis 10 kW mit Inbetriebnahme vom 1. August bis 31. Dezember 2026 bei Teileinspeisung 7,70 ct/kWh und bei Volleinspeisung 12,22 ct/kWh. Die Sätze beruhen auf dem EEG 2023, das bis 31. Dezember 2026 gilt, eine Nachfolgeregelung ist laut Bundesnetzagentur in parlamentarischer Beratung. In der eigenen Beispielrechnung liegt die Vergütung bei Teileinspeisung rund 1,7 Cent unter den Stromgestehungskosten von 9,4 Cent. Wirtschaftlich wird die Anlage dort über den Eigenverbrauch.
Daraus folgt die wichtigste Regel für die Planung: Je mehr Solarstrom Sie selbst verbrauchen, desto stärker wirkt der Abstand zwischen Gestehungskosten und Strompreis. Fraunhofer ISE nennt für Haushalte ohne Speicher je nach Anlagengröße 20 bis 40 % Eigenverbrauch, bezogen auf den erzeugten Strom. Ob sich Ihre Anlage insgesamt rechnet, zeigt der Wirtschaftlichkeitsrechner, die Grundlagen zur Vergütung stehen im Beitrag zur Einspeisevergütung.
Stromgestehungskosten mit Speicher
Mit Batteriespeicher liegen die Stromgestehungskosten kleiner Dachanlagen laut Fraunhofer ISE bei 9,1 bis 22,5 Cent pro Kilowattstunde, gerechnet mit 1 kWh Speicherkapazität je kWp Anlagenleistung. Der Speicher verteuert die Kilowattstunde, weil er Geld kostet und Verluste verursacht, die Stromerzeugung aber nicht erhöht. Sein Nutzen liegt im höheren Eigenverbrauch.
| Anlagentyp | Verhältnis kWp zu kWh | Batteriekosten | Stromgestehungskosten |
|---|---|---|---|
| Dach klein mit Speicher | 1 : 1 | 500 bis 1.000 €/kWh | 9,1 bis 22,5 ct |
| Dach klein, halber Speicher | 2 : 1 | 500 bis 1.000 €/kWh | 7,7 bis 18,4 ct |
| Dach groß mit Speicher | 2 : 1 | 450 bis 800 €/kWh | 7,3 bis 16,0 ct |
| Freifläche mit Speicher | 3 : 2 | 400 bis 600 €/kWh | 6,0 bis 10,8 ct |
Die Studie rechnet mit 15 Jahren Lebensdauer für die Batterie, 90 % Wirkungsgrad und einem Ersatz der Batterie nach dieser Zeit zu 40 bis 50 % der Anfangsinvestition bei kleinen Anlagen. Ein halb so großer Speicher senkt die Stromgestehungskosten, ein größerer erhöht sie, vor allem am oberen Ende der Spanne.
Die Verbraucherzentrale ermittelte aus Angeboten von Januar 2025 bis August 2026 im Mittel 360 bis 510 Euro pro kWh für Speicher von 4 bis 16 kWh, die zusammen mit einer PV-Anlage installiert werden, also Werte am unteren Rand der Studienannahmen oder darunter. Als eigene Einordnung heißt das: Der Speicheranteil drückt die Kosten Richtung unteres Ende, wo genau Ihre Anlage landet, bestimmen vor allem PV-Preis und Standort. Welche Größe passt, erklärt der Beitrag zum Batteriespeicher, die Nachrüstung der Beitrag PV-Speicher nachrüsten.
Stromgestehungskosten im Vergleich: Photovoltaik, Wind, Kohle, Gas
Im Vergleich aller neuen Kraftwerke sind PV-Freiflächenanlagen mit 4,1 bis 6,9 Cent und Onshore-Windanlagen mit 4,3 bis 9,2 Cent pro Kilowattstunde laut Fraunhofer ISE die günstigsten Technologien in Deutschland. Neue Braunkohlekraftwerke kämen auf 15,1 bis 25,7 Cent, neue Gas- und Dampfkraftwerke auf 10,9 bis 18,1 Cent, jeweils für das Bezugsjahr 2024.
| Technologie | 2024 | Prognose 2045 |
|---|---|---|
| PV-Freifläche | 4,1 bis 6,9 | 3,1 bis 5,0 |
| Onshore-Wind | 4,3 bis 9,2 | 3,9 bis 8,3 |
| Offshore-Wind | 5,5 bis 10,3 | 5,5 bis 10,2 |
| PV-Dach klein | 6,3 bis 14,4 | 4,9 bis 10,4 |
| PV-Dach klein mit Speicher | 9,1 bis 22,5 | 6 bis 16 |
| Gas- und Dampfkraftwerk | 10,9 bis 18,1 | 14,1 bis 40,5 |
| Feste Biomasse | 11,5 bis 23,5 | 14,6 bis 31,9 |
| Kernkraft | 13,6 bis 49,0 | keine Angabe |
| Braunkohle | 15,1 bis 25,7 | keine Angabe |
| Gasturbine | 15,4 bis 32,6 | 18,6 bis 40,5 |
| Steinkohle | 17,3 bis 29,3 | keine Angabe |
| Biogas | 20,2 bis 32,5 | 25,4 bis 43,3 |
Der Abstand hat zwei Gründe. Photovoltaik und Wind brauchen keinen Brennstoff, und Kohle- und Gaskraftwerke zahlen für jede Tonne CO₂ einen Zertifikatspreis, den die Studie bis 2045 steigen lässt. Bei Kernkraft hängt die große Spanne laut Fraunhofer ISE vor allem an Volllaststunden und Baukosten, Folgekosten und Endlagerung sind darin nicht enthalten.
Wichtig für die Einordnung: Die Werte gelten für neu gebaute Anlagen. Bestehende Kraftwerke, deren Bau längst bezahlt ist, produzieren günstiger. Laut Fraunhofer ISE lagen die Stromgestehungskosten neuer Onshore-Wind- und Freiflächenanlagen 2024 aber deutlich unter den reinen Betriebskosten bestehender Braunkohlekraftwerke und Gas- und Dampfkraftwerke ohne Wärmeauskopplung. Nur Gas- und Dampfkraftwerke, deren Wärme in Fernwärmenetze fließt, kamen auf 7,4 bis 9,7 Cent.
Wie entwickeln sich die Stromgestehungskosten bis 2045?
Bis 2045 sinken die Stromgestehungskosten der Photovoltaik laut Prognose des Fraunhofer ISE weiter: bei kleinen Dachanlagen auf 4,9 bis 10,4 Cent und bei Freiflächenanlagen auf 3,1 bis 5,0 Cent pro Kilowattstunde. Kleine PV-Batteriesysteme können 6 bis 16 Cent erreichen, vorausgesetzt die Speicherpreise sinken auf die angenommenen 180 bis 700 Euro pro kWh.
Grund für den Rückgang sind sinkende Anlagenpreise. Die Studie erwartet bis 2045 für Freiflächenanlagen im besten Fall unter 460 Euro pro kW und für Kleinanlagen 660 bis 1.306 Euro pro kW. Die Prognosen bilden reale Werte zum Preisstand 2024 ab und gelten jeweils für Anlagen, die im genannten Jahr neu gebaut werden.
Für eine bereits gebaute Anlage ändern sie nichts: Laut Fraunhofer ISE bleiben deren durchschnittliche Stromgestehungskosten über die Lebensdauer konstant. Gas- und Dampfkraftwerke werden laut Prognose dagegen teurer, weil der CO₂-Preis steigt und sie weniger Stunden laufen. Für sie nennt die Studie 2045 eine Spanne von 14,1 bis 40,5 Cent pro Kilowattstunde.
Was Stromgestehungskosten nicht zeigen
Stromgestehungskosten zeigen nicht, wie viel ein Kraftwerk dem Stromsystem tatsächlich wert ist. Laut Fraunhofer ISE gehen die Schätzungen für Photovoltaik immer davon aus, dass der schwankende Solarstrom vollständig abgenommen wird. Kosten für Netzausbau, zusätzliche Abregelung und Reservekraftwerke sind nicht enthalten. Klimaschäden fossiler Kraftwerke sind nur über den CO₂-Preis teilweise eingerechnet.
Stärken der Kennzahl
- vergleicht alle Erzeugungsarten in Euro pro Kilowattstunde
- erfasst die gesamte Lebensdauer statt nur den Kaufpreis
- zeigt für die eigene Anlage, ob Eigenverbrauch und Einspeisung die Kosten decken
Grenzen der Kennzahl
- keine Kosten für Netze, Abregelung und Reservekraftwerke
- kein Wert für die Tageszeit, zu der der Strom anfällt
- stark abhängig von Annahmen zu Zins, Ertrag und Lebensdauer
Für Hausbesitzer heißt das: Die Kennzahl beantwortet die Frage, was der eigene Strom kostet, nicht aber, ob sich die Anlage lohnt. Dafür braucht es zusätzlich den Eigenverbrauchsanteil, den Strompreis und die Vergütung. Wie hoch die Rendite einer Anlage ausfallen kann, erklärt der Beitrag zur PV-Anlage-Rendite.
Häufige Fragen zu Stromgestehungskosten
Was sind Stromgestehungskosten einfach erklärt?
Stromgestehungskosten sind die Kosten pro erzeugter Kilowattstunde Strom über die gesamte Nutzungsdauer einer Anlage. Man teilt alle Kosten für Bau, Finanzierung und Betrieb, je nach Rechnung auch den Rückbau, durch die gesamte Strommenge, die die Anlage in dieser Zeit erzeugt. So lassen sich Solaranlagen, Windräder und Kohlekraftwerke auf einer gemeinsamen Basis in Cent pro Kilowattstunde vergleichen.
Was kostet 1 kWh selbst erzeugter Strom?
Eine selbst erzeugte Kilowattstunde Solarstrom kostet bei neuen kleinen Dachanlagen laut Fraunhofer ISE 6,3 bis 14,4 Cent, gerechnet über 30 Jahre Lebensdauer. Der genaue Wert hängt vom Anlagenpreis, vom Standort und vom Zinssatz ab. Eine Anlage mit 10 kWp in Mitteldeutschland kommt in unserer Beispielrechnung auf rund 9,4 Cent pro Kilowattstunde.
Wie berechnet man Stromgestehungskosten?
Stromgestehungskosten berechnet man vereinfacht so: Investition mal Annuitätenfaktor ergibt die jährlichen Kapitalkosten, dazu kommen die jährlichen Betriebskosten. Die Summe teilt man durch den mittleren Jahresertrag in Kilowattstunden. Der Annuitätenfaktor verteilt die Investition samt Zinsen gleichmäßig auf die Laufzeit. Fraunhofer ISE nutzt in seiner Studie die genauere Kapitalwertmethode.
Wie hoch sind die Stromgestehungskosten laut Fraunhofer ISE?
Laut der Studie des Fraunhofer ISE vom Juli 2024 liegen die Stromgestehungskosten neuer Anlagen in Deutschland bei 4,1 bis 6,9 Cent für PV-Freiflächenanlagen, 5,7 bis 12,0 Cent für große und 6,3 bis 14,4 Cent für kleine PV-Dachanlagen. Onshore-Wind kommt auf 4,3 bis 9,2 Cent, neue Braunkohlekraftwerke kämen auf 15,1 bis 25,7 Cent pro Kilowattstunde.
Wie hoch sind die Stromgestehungskosten einer PV-Anlage mit Speicher?
Kleine PV-Dachanlagen mit Batteriespeicher erzeugen Strom laut Fraunhofer ISE für 9,1 bis 22,5 Cent pro Kilowattstunde, gerechnet mit 1 kWh Speicher je kWp und Bezugsjahr 2024. Mit halb so großem Speicher sind es 7,7 bis 18,4 Cent. Der Speicher verteuert die Kilowattstunde, steigert aber den Eigenverbrauch und spart so teuren Netzstrom.
Wie hoch sind die Stromgestehungskosten von PV-Freiflächenanlagen?
PV-Freiflächenanlagen ab 1 MWp erzeugen Strom laut Fraunhofer ISE für 4,1 bis 6,9 Cent pro Kilowattstunde, im Süden ab 4,1 und im Norden bis 6,9 Cent. Grundlage sind Investitionen von 700 bis 900 Euro pro kWp. In den Ausschreibungen der Bundesnetzagentur lag der Durchschnitt der höchsten noch bezuschlagten Gebote 2025 bei 5,48 Cent, also in dieser Spanne.
Was sind die Stromgestehungskosten von Agri-PV?
Agri-PV-Anlagen mit 0,5 bis 2 MWp, bei denen unter oder zwischen den Modulen weiter Landwirtschaft betrieben wird, erzeugen Strom laut Fraunhofer ISE für 5,2 bis 11,9 Cent pro Kilowattstunde. Im Süden sind es 5,2 bis 8,7 Cent, im Norden bis 11,9 Cent. Sie liegen damit über einfachen Freiflächenanlagen, bei höheren Investitionen von 900 bis 1.700 Euro pro kWp.
Warum ist Solarstrom günstiger als Strom aus Kohle und Gas?
Solarstrom ist günstiger, weil Photovoltaikanlagen keinen Brennstoff brauchen und nur geringe Betriebskosten haben. Kohle- und Gaskraftwerke zahlen dagegen für Brennstoff und für jede Tonne CO₂ einen Zertifikatspreis, den Fraunhofer ISE bis 2045 steigen lässt. Deshalb kämen neue Kohlekraftwerke 2024 auf 15,1 bis 29,3 Cent, neue Freiflächenanlagen auf 4,1 bis 6,9 Cent.
Wie entwickeln sich die Stromgestehungskosten bis 2045?
Fraunhofer ISE erwartet bis 2045 weiter sinkende Stromgestehungskosten der Photovoltaik: 4,9 bis 10,4 Cent für kleine Dachanlagen und 3,1 bis 5,0 Cent für Freiflächenanlagen. Kleine PV-Batteriesysteme können 6 bis 16 Cent erreichen, wenn Speicher auf 180 bis 700 Euro pro kWh fallen. Gas- und Dampfkraftwerke werden laut Prognose teurer.
Lohnt sich eine PV-Anlage, wenn die Stromgestehungskosten über der Einspeisevergütung liegen?
Eine PV-Anlage kann sich auch dann lohnen, wenn ihre Stromgestehungskosten über der Einspeisevergütung liegen, denn selbst genutzter Strom spart den Strompreis. Der liegt laut BDEW 2026 bisher im Mittel bei 37,0 Cent pro Kilowattstunde, die Vergütung für Teileinspeisung bis 10 kW bei 7,70 Cent. Entscheidend ist deshalb ein möglichst hoher Eigenverbrauch.
Fazit
Solarstrom gehört zu den günstigsten Stromquellen in Deutschland: Neue Freiflächenanlagen erzeugen laut Fraunhofer ISE für 4,1 bis 6,9 Cent pro Kilowattstunde, kleine Dachanlagen für 6,3 bis 14,4 Cent. Selbst mit Speicher bleiben kleine Anlagen mit 9,1 bis 22,5 Cent deutlich unter dem Haushaltsstrompreis von 37,0 Cent, den der BDEW für 2026 bisher im Mittel nennt.
Für die eigene Anlage zählt die Rechnung mit dem eigenen Angebot. Entscheidend sind der Preis pro kWp, der Standortertrag und ein realistischer Zinssatz. Liegen Ihre Stromgestehungskosten unter dem Strompreis, lohnt jede selbst genutzte Kilowattstunde. Für den eingespeisten Teil lohnt der Blick auf die aktuelle Vergütung. Einen Überblick über alle Faktoren der Entscheidung gibt der Beitrag Lohnt sich Photovoltaik?
Quellen und Methodik
Stromgestehungskosten, Annahmen und Prognosen stammen aus der Studie des Fraunhofer ISE vom Juli 2024 und den Aktuellen Fakten zur Photovoltaik vom August 2026, Anlagen- und Speicherpreise von der Verbraucherzentrale, Strompreis und Vergütung von BDEW und Bundesnetzagentur. Beispielrechnung und Rechner sind eigene Rechnungen nach der vereinfachten Annuitätenmethode.
- Fraunhofer ISE: Stromgestehungskosten Erneuerbare Energien - Werte 2024 und Prognose 2045, Fassung Juli 2024
- Fraunhofer ISE: Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland - Kostenstruktur und Eigenverbrauch, Fassung vom 20. August 2026
- Verbraucherzentrale: Was kostet eine Photovoltaikanlage? - mittlere Preise pro kWp und pro kWh Speicher, Stand August 2026
- BDEW: Strompreisanalyse August 2026 - Haushaltsstrompreis 37,0 ct/kWh
- Bundesnetzagentur: EEG-Förderung und Fördersätze - Einspeisevergütung ab 1. August 2026 und Ausschreibungen 2025
Hinweis: Solar.red steht in keiner geschäftlichen Verbindung mit dem Fraunhofer ISE oder den anderen genannten Institutionen. Die Stromgestehungskosten sind Spannen aus Modellrechnungen und hängen von Standort, Anlagenpreis und Finanzierung ab. Beispielrechnung und Rechner ersetzen kein individuelles Angebot und keine Finanz- oder Steuerberatung.
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