>

Das Wichtigste in Kürze

Die Photovoltaik-Finanzierung läuft 2026 meist über den KfW-Kredit 270, einen Kredit der Hausbank oder Eigenkapital. Laut Konditionenübersicht der KfW vom 9. Oktober 2026 kostet der KfW-Kredit für Solaranlagen auf dem Dach je nach Laufzeit und Bonität 4,45 bis 12,18 Prozent effektiv pro Jahr.

  • KfW-Kredit 270, Dach-PV, 10 Jahre Laufzeit mit 2 tilgungsfreien Jahren: 4,66 bis 11,45 % effektiv (Stand 9. Oktober 2026)
  • Bis zu 100 % der Kosten, kein Mindestbetrag, Laufzeit bis 30 Jahre bei höchstens 20 Jahren Zinsbindung
  • Antrag über eine Bank vor dem Kaufvertrag, Privatpersonen müssen einen Teil des Stroms einspeisen
  • 0 % Umsatzsteuer auf Module, Speicher und Installation auf oder nahe Wohngebäuden nach § 12 Abs. 3 UStG, bis 30 kWp gilt die Voraussetzung als erfüllt
  • Einspeisevergütung bei Inbetriebnahme vom 1. August bis 31. Dezember 2026: 7,70 ct/kWh bis 10 kW bei Teileinspeisung
  • Rechenbeispiel: 20.000 € über 10 Jahre in Preisklasse A kosten rund 5.611 € Zinsen (eigene Rechnung)

Photovoltaik-Finanzierung: Welche Wege gibt es 2026?

Eine Photovoltaikanlage lässt sich 2026 auf fünf Wegen bezahlen: mit Eigenkapital, mit dem Förderkredit KfW 270 über eine Bank, mit einem Raten- oder Modernisierungskredit, über eine Aufstockung der Baufinanzierung oder per Miete und Leasing. Ohne Zinskosten kommt nur Eigenkapital aus. Bei jedem Kredit entscheidet der effektive Jahreszins, den die Bank nach Ihrer Bonität festlegt.

Für die meisten Eigenheimbesitzer läuft die Entscheidung auf zwei Angebote hinaus: den KfW-Kredit 270 und den Kredit der Hausbank. Beide beantragen Sie in der Regel bei derselben Bank, deshalb lohnt es sich, im Gespräch beide Varianten durchrechnen zu lassen. Was eine Anlage mit und ohne Speicher derzeit kostet, steht im Beitrag zu den Photovoltaik-Kosten, die Höhe des Kredits ergibt sich aus Ihrem Angebot.

Tabelle seitlich scrollen
Finanzierungswege für Photovoltaik im Überblick (qualitative Einordnung)
WegSo funktioniert esStärkeSchwäche
EigenkapitalZahlung aus Ersparnissenkeine Zinsen, keine KreditprüfungRücklagen sind gebunden
KfW-Kredit 270Förderkredit, beantragt über eine Bankbis 100 % der Kosten, bis 30 Jahre, tilgungsfreie AnlaufjahreZins nach Bonität, Antrag vor Vertrag, Einspeisung Pflicht
Raten- oder ModernisierungskreditKredit der Haus- oder DirektbankBedingungen frei mit der Bank verhandelbarZins und Laufzeit je nach Angebot
Aufstockung BaufinanzierungErweiterung eines bestehenden Immobilienkreditsnutzt vorhandene SicherheitenÄnderung der Sicherheiten kann Aufwand verursachen
Miete oder LeasingAnbieter stellt die Anlage gegen Monatsratekeine AnschaffungAnlage gehört dem Anbieter, Gesamtkosten prüfen

KfW-Kredit 270: Wer bekommt ihn, was wird gefördert?

Den KfW-Kredit 270 „Erneuerbare Energien Standard“ erhalten Privatpersonen für Photovoltaik auf Dächern, an Fassaden oder auf Freiflächen, wenn sie zumindest einen Teil des erzeugten Stroms einspeisen oder verkaufen. Ein Einspeisevertrag ist laut KfW nicht nötig. Finanziert werden bis zu 100 Prozent der Investitionskosten einschließlich Planung, Installation und Batteriespeicher.

100 %
der Investitionskosten finanzierbar
30 Jahre
längste Laufzeit (Zinsbindung bis 20 Jahre)
2 Jahre
Mindestlaufzeit
12 Monate
Frist für den Abruf nach Zusage

Förderfähig sind laut KfW neben neuen Anlagen auch die Erweiterung bestehender Anlagen, der Kauf einer gebrauchten Photovoltaikanlage und Batteriespeicher. Wie sich ein Speicher in eine bestehende Anlage einbinden lässt, zeigt der Beitrag PV-Speicher nachrüsten. Eine Dachsanierung kann mitfinanziert werden, die Mehrwertsteuer ebenfalls, sofern Sie nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt sind. Einen Mindestbetrag gibt es nicht, nach oben ist der Kredit auf 150 Millionen Euro je Vorhaben begrenzt.

Nicht förderfähig sind Balkonkraftwerke und Steckersolargeräte, weil sie laut KfW nicht darauf ausgelegt sind, Strom ins öffentliche Netz einzuspeisen. Reine Kapitalbeteiligungen, etwa an einem Bürgermodell, finanziert die KfW ebenfalls nicht. Daraus folgt, dass eine Anlage mit Nulleinspeisung die Bedingung der Einspeisung nicht erfüllt. Eine Anlage mit Volleinspeisung oder Teileinspeisung ist dagegen antragsberechtigt.

Antrag nur über eine Bank

Den KfW-Kredit 270 beantragen Sie bei einem Finanzierungspartner, also einer Bank oder Sparkasse, und nicht direkt bei der KfW. Wie die KfW-Programme für Heizung und Neubau funktionieren, zeigt die Übersicht zur KfW-Förderung.

Wie hoch sind die Zinsen für einen Solarkredit 2026?

Der KfW-Kredit 270 für Solaranlagen auf dem Dach kostet laut KfW-Konditionenübersicht vom 9. Oktober 2026 zwischen 4,45 und 12,18 Prozent effektiv pro Jahr. Die Spanne ergibt sich aus Laufzeit, Zinsbindung und neun Preisklassen von A bis I, in die Ihre Bank Sie nach wirtschaftlichen Verhältnissen und Qualität der Sicherheiten einstuft.

Tabelle seitlich scrollen
KfW-Kredit 270, Zinsreihe für Photovoltaik auf dem Dach, effektiver Jahreszins nach Preisklasse (KfW-Konditionenübersicht, Stand 9. Oktober 2026)
Laufzeit / tilgungsfrei / ZinsbindungPreisklasse APreisklasse CPreisklasse I
5 Jahre / 1 / 5 Jahre4,45 %5,17 %11,22 %
10 Jahre / 2 / 10 Jahre4,66 %5,39 %11,45 %
15 Jahre / 3 / 15 Jahre5,10 %5,83 %11,90 %
20 Jahre / 3 / 10 Jahre4,86 %5,58 %11,65 %
20 Jahre / 3 / 20 Jahre5,37 %6,10 %12,18 %
30 Jahre / 5 / 10 Jahre4,90 %5,63 %11,69 %

Für Photovoltaik auf dem Dach führt die KfW eine eigene, etwas günstigere Zinsreihe. In der allgemeinen Reihe des Programms ohne den Zusatz PV-Aufdach kostet die Variante mit zehn Jahren Laufzeit in Preisklasse A 5,08 Prozent effektiv statt 4,66 Prozent. Die KfW legt den Zinssatz grundsätzlich erst bei der Zusage fest, die Werte in der Tabelle können sich bis dahin ändern.

Günstiger bietet die KfW den Kredit nicht an, weil er beihilfefrei vergeben wird: Der Zinssatz entspricht laut KfW dem aktuellen Referenzzinssatz der Europäischen Union. Deshalb lohnt es sich, das Angebot der Hausbank für einen Raten- oder Modernisierungskredit daneben zu legen. Vergleichen Sie immer den effektiven Jahreszins beider Angebote für dieselbe Laufzeit, nicht die monatliche Rate.

Zinskosten für 20.000 € KfW-Kredit, 10 Jahre, davon 2 tilgungsfrei
Preisklasse A
5.611 €
Preisklasse C
6.468 €
Preisklasse E
7.816 €
Preisklasse G
9.286 €
Preisklasse I
13.451 €
Eigene Rechnung mit den Sollzinsen der KfW-Zinsreihe für Dach-PV vom 9. Oktober 2026 und vierteljährlicher Tilgung in gleichen Raten.

KfW-Rechner: Rate und Zinskosten berechnen

Der Rechner zeigt für einen KfW-Kredit 270 die Zinsen pro Quartal in den tilgungsfreien Jahren, die erste volle Quartalsrate danach und die gesamten Zinskosten. Er nutzt die Sollzinsen der Zinsreihe für Photovoltaik auf dem Dach aus der KfW-Konditionenübersicht vom 9. Oktober 2026 und die von der KfW beschriebene Tilgung in gleich hohen Quartalsraten.

Rate für den KfW-Kredit 270 berechnen

229 €
Zinsen pro Quartal in der tilgungsfreien Zeit
854 €
erste volle Quartalsrate
5.611 €
Zinsen über die gesamte Laufzeit

Bei 20.000 Euro, 10 Jahren Laufzeit und Preisklasse A gilt ein Sollzins von 4,58 Prozent.

Eigene Rechnung mit den Sollzinsen der KfW-Zinsreihe für Photovoltaik auf dem Dach, Stand 9. Oktober 2026. Die Rate sinkt mit jedem Quartal, weil die Zinsen auf den Restbetrag berechnet werden. Bei 20/3/10 und 30/5/10 rechnet der Rechner nach Ende der Zinsbindung mit demselben Zins weiter. Bereitstellungsprovision und Vorfälligkeitsentschädigung sind nicht enthalten. Den verbindlichen Tilgungsplan erstellt Ihre Bank. Alle Angaben ohne Gewähr.

Ist es sinnvoll, eine PV-Anlage zu finanzieren?

Eine PV-Anlage zu finanzieren ist sinnvoll, wenn eingesparte Stromkosten und Einspeisevergütung über die Laufzeit mehr einbringen, als der Kredit an Zinsen kostet. Bei einem KfW-Kredit über 20.000 Euro mit zehn Jahren Laufzeit liegen die Zinsen laut eigener Rechnung zwischen rund 5.611 Euro in Preisklasse A und 13.451 Euro in Preisklasse I.

Den größten Beitrag liefert der Eigenverbrauch: Jede selbst genutzte Kilowattstunde ersetzt Strom, den Sie sonst zu Ihrem Arbeitspreis kaufen. Bei einem angenommenen Arbeitspreis von 30 Cent pro Kilowattstunde sparen 3.000 Kilowattstunden Eigenverbrauch 900 Euro im Jahr. Den eigenen Wert lesen Sie auf Ihrer Stromrechnung ab.

Die Einspeisevergütung kommt hinzu. Für Anlagen auf Gebäuden bis 10 kW, die vom 1. August bis 31. Dezember 2026 in Betrieb gehen, beträgt die Vergütung laut Bundesnetzagentur 7,70 Cent pro Kilowattstunde bei Teileinspeisung. 5.000 eingespeiste Kilowattstunden bringen damit 385 Euro im Jahr. Liegen Ersparnis und Vergütung zusammen deutlich über den jährlichen Zinsen, trägt sich die Finanzierung. Wie hoch die Rendite Ihrer Anlage insgesamt ausfällt, erklärt der Beitrag zur Rendite einer PV-Anlage.

PV-Anlage finanzieren oder bar bezahlen?

Bar bezahlen ist günstiger, solange das Ersparte anderswo keine höhere Rendite bringt, als der Kredit kostet, und danach noch eine Rücklage bleibt. Wer seine Ersparnisse nicht aufbrauchen will, finanziert ganz oder teilweise. Die KfW empfiehlt, einen Teil aus eigenen Mitteln zu zahlen, weil die Bank die Bonität dann in der Regel besser einstuft.

Eigenkapital

  • keine Zinsen und keine Bereitstellungsprovision
  • kein Antrag, keine Wartezeit auf eine Zusage
  • freie Wahl des Zeitpunkts für den Kaufvertrag

Kredit

  • Zinskosten, beim KfW-Kredit 270 ab 4,45 % effektiv (Stand 9. Oktober 2026)
  • Antrag zwingend vor dem Kaufvertrag
  • dafür bleibt die Rücklage für Notfälle erhalten

Ein Mittelweg ist häufig am besten: Ein Teil der Kosten kommt aus Ersparnissen, der Rest aus dem Kredit. Das senkt die Zinskosten, kann die Preisklasse verbessern und lässt trotzdem Geld für unerwartete Ausgaben übrig.

Wie lange sollte man eine PV-Anlage finanzieren?

Eine PV-Anlage finanziert man am besten so kurz, wie es die Rate erlaubt, denn jedes zusätzliche Jahr kostet Zinsen. Beim KfW-Kredit 270 über 20.000 Euro in Preisklasse A fallen laut eigener Rechnung rund 2.731 Euro Zinsen bei fünf Jahren an, 5.611 Euro bei zehn und 12.230 Euro bei zwanzig Jahren Laufzeit mit voller Zinsbindung.

Tabelle seitlich scrollen
KfW-Kredit 270 über 20.000 €, Preisklasse A, Zinsreihe Dach-PV (Sollzins, Stand 9. Oktober 2026, eigene Rechnung)
LaufzeitSollzinsZinsen pro Quartal in der Anlaufzeiterste volle QuartalsrateZinsen gesamt
5 Jahre (1 tilgungsfrei, 5 Jahre Zinsbindung)4,37 %219 €1.469 €2.731 €
10 Jahre (2 tilgungsfrei, 10 Jahre Zinsbindung)4,58 %229 €854 €5.611 €
15 Jahre (3 tilgungsfrei, 15 Jahre Zinsbindung)5,00 %250 €667 €9.125 €
20 Jahre (3 tilgungsfrei, 20 Jahre Zinsbindung)5,26 %263 €557 €12.230 €

Die lange Laufzeit senkt die Rate, die Zinskosten steigen in diesem Beispiel aber auf mehr als das Doppelte der zehnjährigen Variante. Bei den Varianten mit 20 und 30 Jahren und nur zehn Jahren Zinsbindung steht nach zehn Jahren zudem ein neuer Zins an, der höher oder niedriger sein kann. Die Laufzeit sollte deutlich kürzer sein als die erwartete Lebensdauer von Modulen und Speicher, damit die Anlage nach der letzten Rate noch viele Jahre Strom liefert.

So beantragen Sie den KfW-Kredit 270

Den KfW-Kredit 270 beantragen Sie bei einer Bank Ihrer Wahl, bevor Sie einen rechtlich bindenden Vertrag wie den Kaufvertrag für die Solaranlage unterschreiben. Die Bank prüft Bonität und Vorhaben und reicht den Antrag bei der KfW ein. Nach der Zusage schließen Sie den Kreditvertrag und rufen das Geld innerhalb von zwölf Monaten ab.

  1. AngeboteUnverbindliche Angebote von Fachbetrieben einholen und vergleichen.
  2. AntragBei der Bank den KfW-Kredit 270 beantragen, noch ohne unterschriebenen Kaufvertrag.
  3. ZusageNach der Zusage der KfW den Kreditvertrag bei der Bank abschließen.
  4. AuftragKaufvertrag unterschreiben, Anlage bauen lassen, Kredit abrufen.
Ablauf nach den Angaben der KfW zum Programm 270.

Für den Vergleich der Angebote hilft der Beitrag zum Photovoltaik-Angebotsvergleich. Fragen Sie bei Ihrer Bank ausdrücklich nach dem Programm 270, denn Antrag, Auszahlung und Rückzahlung laufen vollständig über die Bank. Laut KfW muss der Antrag gestellt sein, bevor Sie einen rechtlich bindenden Vertrag wie den Kaufvertrag eingehen.

Planen Sie die Termine so, dass zwischen Zusage und Abruf nicht zu viel Zeit vergeht. Ab sechs Monaten und zwei Bankarbeitstagen nach der Zusage berechnet die KfW eine Bereitstellungsprovision von 0,15 Prozent pro Monat, bei 20.000 Euro sind das 30 Euro im Monat. Wie lange Montage und Netzanschluss dauern, steht im Beitrag zur Dauer der Installation.

Gibt es eine 0-Prozent-Finanzierung für Photovoltaik?

Eine Finanzierung mit 0 Prozent Zins gibt es beim KfW-Kredit 270 nicht: Der niedrigste effektive Jahreszins für Photovoltaik auf dem Dach liegt laut KfW-Konditionenübersicht vom 9. Oktober 2026 bei 4,45 Prozent. Wirbt ein Anbieter mit 0 Prozent, vergleichen Sie den Gesamtpreis mit Finanzierung mit dem Barpreis, denn Zinskosten können im Anlagenpreis stecken.

Lassen Sie sich bei solchen Angeboten den Barpreis derselben Anlage schriftlich nennen und vergleichen Sie ihn mit Angeboten anderer Fachbetriebe. Liegt der Preis mit 0-Prozent-Finanzierung deutlich über dem Marktpreis, ist die Finanzierung nicht kostenlos, sondern nur anders verteilt. Prüfen Sie außerdem, ob eine Restschuldversicherung oder Bearbeitungsgebühren hinzukommen.

Finanzierung ohne Eigenkapital und ohne Grundschuld

Ohne Eigenkapital lässt sich eine Photovoltaikanlage finanzieren, denn der KfW-Kredit 270 deckt bis zu 100 Prozent der Investitionskosten. Ob eine Grundschuld nötig ist, regelt das Programm nicht: Art und Höhe der Sicherheiten vereinbaren Sie laut KfW mit Ihrer Bank. Bessere Sicherheiten führen in der Regel zu einer günstigeren Preisklasse.

Ein Grundbucheintrag ist also keine Bedingung der KfW, kann aber von der Bank verlangt werden, wenn sie ein höheres Risiko sieht. Fragen Sie vor dem Antrag, welche Sicherheiten Ihre Bank erwartet und in welche Preisklasse Sie mit und ohne Grundschuld fallen würden. Die Differenz im Zins lässt sich mit dem Rechner oben in Euro umrechnen.

Ist die PV-Finanzierung steuerlich absetzbar?

Für eine typische private PV-Anlage lassen sich die Kreditzinsen nach unserer Einordnung nicht steuerlich absetzen, weil die Einnahmen nach § 3 Nr. 72 Einkommensteuergesetz steuerfrei sind: bis 30 Kilowatt peak je Wohn- oder Gewerbeeinheit und höchstens 100 Kilowatt peak je Steuerpflichtigem. Sind alle Einnahmen daraus steuerfrei, ist laut Gesetz kein Gewinn zu ermitteln.

Beim Kauf spart die Anlage die Umsatzsteuer: Nach § 12 Absatz 3 Umsatzsteuergesetz gilt ein Steuersatz von 0 Prozent für die Lieferung und Installation von Solarmodulen, den wesentlichen Komponenten und Speichern, wenn die Anlage auf oder nahe Privatwohnungen installiert wird. Bis 30 Kilowatt peak laut Marktstammdatenregister gilt diese Voraussetzung als erfüllt. Der Kreditbetrag fällt dadurch niedriger aus.

Größere Anlagen oder Anlagen in einem Betrieb folgen anderen Regeln, hier lohnt der Blick in den Beitrag PV-Anlage und Steuer und ein Gespräch mit der Steuerberatung.

Leasing und Miete statt Kredit

Bei Miete oder Leasing stellt ein Anbieter die Solaranlage gegen eine monatliche Rate aufs Dach, eine Anschaffung entfällt. Die Anlage gehört während der Laufzeit dem Anbieter. Wirtschaftlich vergleichen lässt sich das nur über die Summe aller Raten über die Vertragslaufzeit, gegenübergestellt mit Kaufpreis plus Kreditzinsen für dieselbe Anlage.

  • Wie lange läuft der Vertrag, und lässt er sich bei einem Hausverkauf übertragen oder kündigen?
  • Was passiert am Ende der Laufzeit: Übernahme zu welchem Preis, Verlängerung oder Abbau?
  • Sind Wartung, Reparatur und eine Photovoltaik-Versicherung in der Rate enthalten?
  • Steigt die Rate während der Laufzeit?

Denselben Vergleich für die Heizung zeigt der Beitrag Wärmepumpe leasen oder finanzieren.

Gibt es ab 2027 noch Förderung für Photovoltaik?

Für Photovoltaik gibt es Ende 2026 zwei Förderwege mit unterschiedlichem Ausblick. Die Einspeisevergütung beruht auf dem EEG 2023, das laut Bundesnetzagentur bis zum 31. Dezember 2026 anwendbar ist, eine Nachfolgeregelung ist in der parlamentarischen Beratung. Für den KfW-Kredit 270 nennt die KfW auf ihrer Produktseite kein Enddatum.

Tabelle seitlich scrollen
Einspeisevergütung für Anlagen auf Gebäuden bei Inbetriebnahme vom 1. August bis 31. Dezember 2026 (Bundesnetzagentur)
Leistung bisTeileinspeisungVolleinspeisung
10 kW7,70 ct/kWh12,22 ct/kWh
40 kW6,66 ct/kWh10,24 ct/kWh
100 kW5,44 ct/kWh10,24 ct/kWh

Was für Anlagen ab 2027 gilt, hängt vom Ergebnis der Beratungen zum Erneuerbare-Energien-Gesetz ab und ist noch nicht beschlossen. Den aktuellen Stand und den Rechner zur Vergütung finden Sie im Beitrag zur Einspeisevergütung. Zuschüsse von Ländern und Kommunen listet die Förderdatenbank des Bundes, einen Überblick gibt der Beitrag zur Photovoltaik-Förderung.

Checkliste: Finanzierungsangebote richtig vergleichen

Zwei Kreditangebote lassen sich nur vergleichen, wenn Betrag, Laufzeit und Zinsbindung gleich sind. Mit diesen Punkten gehen Sie ins Bankgespräch:

  • Effektiver Jahreszins für dieselbe Laufzeit, nicht nur die Rate
  • Zinsbindung: gilt der Zins für die ganze Laufzeit oder nur zehn Jahre?
  • Tilgungsfreie Jahre: senken die Anfangsbelastung, erhöhen die Zinskosten
  • Sondertilgung: kostenlos möglich oder nur gegen Vorfälligkeitsentschädigung?
  • Bereitstellungsprovision: ab wann sie anfällt und wann Sie abrufen
  • Sicherheiten: welche die Bank verlangt und in welche Preisklasse Sie damit fallen
  • Reihenfolge: Kreditantrag vor dem Kaufvertrag, sonst entfällt der KfW-Kredit

Häufige Fragen zur Photovoltaik-Finanzierung

Bei welcher Bank bekomme ich den KfW-Kredit 270?

Den KfW-Kredit 270 beantragen Sie laut KfW bei einem Kreditinstitut Ihrer Wahl, etwa Ihrer Sparkasse, Volksbank oder einer anderen Hausbank, nicht direkt bei der KfW. Die Bank prüft Ihre Bonität, vereinbart mit Ihnen die Sicherheiten und stuft Sie in eine der Preisklassen A bis I ein. Auch die Rückzahlung läuft über diese Bank.

Kann ich den Stromspeicher mitfinanzieren?

Ja. Der KfW-Kredit 270 nennt Batteriespeicher ausdrücklich als förderfähig, ebenso die Erweiterung bestehender Anlagen. Finanziert werden bis zu 100 Prozent der Investitionskosten einschließlich Planung und Installation. Bei der Umsatzsteuer gilt für Speicher, die Solarstrom speichern, nach § 12 Absatz 3 Umsatzsteuergesetz ebenfalls der Steuersatz von 0 Prozent.

Kann ich die Mehrwertsteuer mitfinanzieren?

Ja, wenn Sie nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt sind, finanziert der KfW-Kredit 270 die Mehrwertsteuer mit. Für private Solaranlagen bis 30 Kilowatt peak auf oder nahe Wohngebäuden fallen auf Module, wesentliche Komponenten, Speicher und Installation nach § 12 Absatz 3 Umsatzsteuergesetz ohnehin 0 Prozent an, die Frage betrifft dann vor allem andere Leistungen wie eine Dachsanierung.

Wird ein Balkonkraftwerk über die KfW gefördert?

Nein. Balkonkraftwerke und Steckersolargeräte sind im KfW-Kredit 270 laut KfW nicht förderfähig, weil sie wegen ihrer geringen Leistung nicht darauf ausgelegt sind, Strom ins öffentliche Netz einzuspeisen. Für Zuschüsse verweist die KfW auf das Landesförderinstitut Ihres Bundeslandes, Ihre Kommune und die Förderdatenbank des Bundes.

Kann ich die Dachsanierung mitfinanzieren?

Ja. Laut KfW kann eine Dachsanierung im KfW-Kredit 270 mitfinanziert werden. Das lohnt sich vor allem, wenn die Dachhaut in den nächsten Jahren ohnehin erneuert werden müsste, denn ein späterer Abbau und Wiederaufbau der Module kostet zusätzlich. Den genauen Umfang klären Sie vor dem Antrag mit Ihrer Bank.

Muss ich für den KfW-Kredit Strom einspeisen?

Ja. Privatpersonen sind beim KfW-Kredit 270 nur antragsberechtigt, wenn sie zumindest einen Teil des erzeugten Stroms einspeisen oder verkaufen. Ein Einspeisevertrag ist laut KfW nicht erforderlich. Daraus folgt: Eine Anlage mit Teileinspeisung, bei der nur der Überschuss ins Netz geht, erfüllt die Bedingung, eine Anlage mit Nulleinspeisung nicht.

Was kostet es, wenn ich den KfW-Kredit spät abrufe?

Ab sechs Monaten und zwei Bankarbeitstagen nach der Zusage berechnet die KfW eine Bereitstellungsprovision von 0,15 Prozent pro Monat. Für einen Betrag von 20.000 Euro sind das laut eigener Rechnung 30 Euro pro Monat. Abrufen lässt sich der Kredit innerhalb von zwölf Monaten nach Zusage, in einer Summe oder in Teilbeträgen.

Kann ich den KfW-Kredit vorzeitig zurückzahlen?

Ja, der KfW-Kredit 270 lässt sich ganz oder teilweise außerplanmäßig tilgen. Dafür verlangt die KfW eine Vorfälligkeitsentschädigung, also einen Ausgleich für entgangene Zinsen. Wer Sondertilgungen plant, etwa aus einer erwarteten Auszahlung, wählt deshalb besser gleich eine kürzere Laufzeit und erfragt die Höhe der Entschädigung vor Vertragsschluss bei der Bank.

Ist eine gebrauchte PV-Anlage förderfähig?

Ja. Laut KfW ist der Erwerb einer gebrauchten Photovoltaikanlage im Kredit 270 förderfähig, ebenso die Erweiterung einer bestehenden Anlage. Auch beim Gebrauchtkauf gilt: Der Antrag muss vor dem Kaufvertrag gestellt werden, und als Privatperson müssen Sie zumindest einen Teil des erzeugten Stroms ins Netz einspeisen.

Fazit

Die Photovoltaik-Finanzierung ist 2026 vor allem eine Zinsfrage. Der KfW-Kredit 270 finanziert bis zu 100 Prozent von Anlage und Speicher und kostet für Dach-PV laut KfW-Konditionenübersicht vom 9. Oktober 2026 ab 4,45 Prozent effektiv. Welchen Zins Sie tatsächlich zahlen, entscheidet Ihre Preisklasse bei der Bank.

Wer einen Teil aus Ersparnissen zahlt und eine kurze Laufzeit wählt, spart am meisten. Entscheidend ist die Reihenfolge: erst Angebote einholen, dann den Kredit beantragen, erst nach der Zusage den Kaufvertrag unterschreiben. Mit dem Rechner oben sehen Sie vor dem Bankgespräch, was Rate und Zinsen in Ihrer Preisklasse ausmachen.

Quellen und Methodik

Die Programmbedingungen stammen von der Produktseite der KfW, die Zinssätze aus der KfW-Konditionenübersicht mit Stand 9. Oktober 2026, die Einspeisevergütung von der Bundesnetzagentur, die Steuerregeln aus dem Umsatzsteuergesetz und dem Einkommensteuergesetz. Rechenbeispiele, Diagramm und Rechner sind eigene Rechnungen nach den Rückzahlungsregeln der KfW, der Strompreis von 30 Cent ist eine Annahme. Alle Quellen wurden am 16. Oktober 2026 abgerufen.

  1. KfW: Kredit 270 Erneuerbare Energien Standard - Förderfähigkeit, Laufzeiten, Auszahlung, Rückzahlung und Antrag
  2. KfW: Konditionenübersicht für Endkreditnehmer, Programm 270 - Zinssätze nach Preisklasse, Stand 9. Oktober 2026
  3. Bundesnetzagentur: EEG-Förderung und Fördersätze - Einspeisevergütung ab 1. August 2026 und Geltung des EEG 2023
  4. gesetze-im-internet.de: § 12 Umsatzsteuergesetz - Nullsteuersatz für Photovoltaik und Speicher
  5. gesetze-im-internet.de: § 3 Einkommensteuergesetz - Steuerbefreiung nach Nr. 72

Hinweis: Solar.red steht in keiner geschäftlichen Verbindung zur KfW oder zu Banken. Die Zinssätze entsprechen der KfW-Konditionenübersicht vom 9. Oktober 2026, die KfW legt den Zins erst bei der Zusage fest. Dieser Beitrag ersetzt keine Finanz-, Rechts- oder Steuerberatung. Alle Angaben ohne Gewähr.

© Solar.red