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Das Wichtigste in Kürze

Solarenergie ist die Energie der Sonnenstrahlung, die technisch genutzt wird, um Strom oder Wärme zu gewinnen. Photovoltaik erzeugt daraus Strom, Solarthermie Wärme, Solarkraftwerke bündeln das Licht mit Spiegeln. In Deutschland kommt genug Strahlung an, um Solarenergie sinnvoll zu nutzen, allerdings sehr ungleich über das Jahr verteilt.

  • Sonnenstrahlung am Rand der Erdatmosphäre: 1.361 Watt pro Quadratmeter (NASA)
  • Einstrahlung in Deutschland im langjährigen Mittel: 1.086 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr auf waagerechter Fläche (Deutscher Wetterdienst)
  • Unterschied im Jahr: unter 20 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Dezember, über 160 im Juni und Juli (Deutscher Wetterdienst)
  • Treibhausgase von Solarstrom: 43 bis 63 Gramm pro Kilowattstunde über die Lebensdauer, monokristalline Module (Umweltbundesamt)
  • Lebensdauer eines Photovoltaikmoduls: im Regelfall 25 bis 30 Jahre (Umweltbundesamt)

Was ist Solarenergie?

Solarenergie ist die Energie, die die Sonne als Strahlung zur Erde schickt und die der Mensch technisch nutzt. Das Wort Sonnenenergie bedeutet dasselbe. Die Strahlung entsteht im Inneren der Sonne, wo Wasserstoff zu Helium verschmilzt. Auf der Erde kommt sie als Licht und Wärme an.

Oft wird Solarenergie mit Photovoltaik gleichgesetzt. Genau genommen ist Solarenergie der Oberbegriff, und Photovoltaik ist eine von mehreren Techniken, sie zu nutzen. Das US-Energieministerium unterscheidet zwei Hauptwege: Photovoltaik, die Licht direkt in Strom umwandelt, und Solarkraftwerke, die das Licht mit Spiegeln bündeln und als Wärme nutzen. Für Wohnhäuser kommt als dritter Weg die Solarthermie hinzu, die Wasser erwärmt.

Solarenergie zählt zu den erneuerbaren Energien. Anders als Kohle, Öl oder Gas wird sie durch die Nutzung nicht weniger.

Wie viel Energie liefert die Sonne?

Am Rand der Erdatmosphäre kommt die Sonnenstrahlung mit 1.361 Watt pro Quadratmeter an. Diesen Wert nennt die NASA, er heißt Solarkonstante. Auf dem Weg zum Boden geht ein Teil verloren, weil Luft, Wolken, Wasser und Staub die Strahlung streuen und zurückwerfen.

Was am Boden ankommt, heißt Globalstrahlung. Sie besteht aus zwei Teilen: der direkten Strahlung, die Schatten wirft, und der diffusen Strahlung, die gestreut aus dem ganzen Himmel kommt. Laut Deutschem Wetterdienst macht die direkte Strahlung bei hohem Sonnenstand und wolkenlosem Himmel etwa 75 Prozent aus, bei tiefem Sonnenstand nur noch rund 33 Prozent.

1.361 W/m²
Solarkonstante (NASA)
1.086 kWh/m²
Jahressumme Deutschland, langjähriges Mittel (DWD)
> 1.000 kWh/m²
Jahressumme im Norden (DWD)
+ 200 kWh/m²
Mehr im Süden als im Norden (DWD)

In Deutschland treffen im langjährigen Mittel 1.086 Kilowattstunden pro Jahr auf einen Quadratmeter waagerechte Fläche. Der Norden und Nordwesten liegen bei knapp über 1.000 Kilowattstunden. Im Süden kommen fast 200 Kilowattstunden mehr an. Die höchsten Werte misst der Wetterdienst vom Bodensee über das Alpenvorland bis zu Inn und Salzach sowie am Oberrhein und am Neckar.

Der große Unterschied zwischen Sommer und Winter

Wichtiger als der Unterschied zwischen Nord und Süd ist der zwischen den Jahreszeiten. Im Dezember liegt die mittlere Monatssumme laut Wetterdienst unter 20 Kilowattstunden pro Quadratmeter, im Juni und Juli über 160. Das ist mehr als das Achtfache.

Dezemberunter 20 kWh/m²
Juni und Juliüber 160 kWh/m²
Mittlere Monatssumme der Globalstrahlung in Deutschland auf waagerechter Fläche. Quelle: Deutscher Wetterdienst.

Dieser Jahresgang erklärt, warum eine Solaranlage im Sommer mehr Strom liefert, als ein Haushalt braucht, und im Winter zu wenig. Wie viel Strahlung an Ihrer Adresse ankommt, zeigt ein Solarkataster.

Wie wird Solarenergie genutzt?

Solarenergie wird auf vier Wegen genutzt: mit Photovoltaik für Strom, mit Solarthermie für Wärme, mit Solarkraftwerken für Strom im großen Maßstab und passiv durch die Bauweise von Gebäuden. Für Hausbesitzer sind vor allem die ersten beiden wichtig.

Tabelle seitlich scrollen
Die vier Wege, Solarenergie zu nutzen (qualitative Einordnung, Photovoltaik und Solarkraftwerke nach US-Energieministerium)
TechnikErgebnisSo funktioniert esTypischer Einsatz
PhotovoltaikStromSolarzellen wandeln Licht direkt in Strom umHausdach, Balkon, Solarpark
SolarthermieWärmeKollektoren erwärmen eine FlüssigkeitWarmwasser und Heizung im Wohnhaus
Solarkraftwerk mit SpiegelnStrom und WärmeSpiegel bündeln Licht, die Hitze treibt eine Turbine anGroßkraftwerke in sonnenreichen Regionen
Passive NutzungWärme und LichtFenster und Bauweise lassen Sonne ins HausNeubau, Wintergarten

Photovoltaik

Photovoltaik ist die Technik, die in Solarmodulen steckt. Fällt Sonnenlicht auf ein Modul, nehmen die Solarzellen die Energie auf und erzeugen Strom. Die Technik lässt sich fast beliebig vergrößern oder verkleinern: vom Steckermodul am Balkon über die Aufdachanlage bis zur Freiflächenanlage.

Solarthermie

Solarthermie macht aus Sonnenstrahlung Wärme. Auf dem Dach liegen Kollektoren, durch die eine Flüssigkeit fließt. Die Sonne erwärmt sie, und ein Speicher im Keller gibt die Wärme an Trinkwasser oder Heizung ab. Den physikalischen Hintergrund erklärt der Beitrag zur Photothermie, die Auslegung der Solarthermie-Rechner.

Solarkraftwerke mit Spiegeln

Solarkraftwerke mit Spiegeln heißen im Fachjargon CSP, kurz für Concentrating Solar Power. Laut US-Energieministerium bündeln Spiegel das Sonnenlicht auf einen Empfänger, in dem eine Flüssigkeit stark erhitzt wird. Die Wärme treibt eine Turbine an oder wird für später gespeichert. Es gibt Anlagen mit einem zentralen Turm, mit langen Spiegelreihen und mit einzelnen Parabolschüsseln, die je 5 bis 25 Kilowatt leisten. Eingesetzt wird die Technik fast nur in sehr großen Kraftwerken.

Passive Nutzung

Passive Nutzung braucht keine Technik. Große Fenster nach Süden lassen im Winter die tief stehende Sonne ins Haus und sparen Heizenergie. Im Sommer muss dieselbe Fläche beschattet werden, sonst wird es zu warm.

Wie wird aus Sonnenlicht Strom?

Aus Sonnenlicht wird Strom, wenn es in einer Solarzelle elektrische Ladungen freisetzt und ein eingebautes elektrisches Feld diese Ladungen in eine Richtung lenkt. So beschreibt es das US-Energieministerium. Die Zelle besteht aus einem Halbleiter, fast immer Silizium. Den Vorgang im Inneren nennt man Photoeffekt.

1Solarmodulerzeugt Gleichstrom
2Wechselrichtermacht daraus Wechselstrom
3Haushaltverbraucht den Strom
Was übrig bleibt, fließt in den Speicher oder ins Stromnetz
Der Weg des Solarstroms vom Dach in die Steckdose.

Solarmodule liefern Gleichstrom, im Haus fließt Wechselstrom. Deshalb gehört zu jeder Anlage ein Wechselrichter. Das Energieministerium weist darauf hin, dass die Module nur eines von vielen Teilen einer Solaranlage sind. Wie eine Zelle aufgebaut ist, steht im Beitrag zu Solarzellen.

Welche Vor- und Nachteile hat Solarenergie?

Der größte Vorteil der Solarenergie ist, dass die Sonne keine Rechnung schickt und im Betrieb keine Abgase entstehen. Der größte Nachteil ist, dass sie nicht dann liefert, wenn man sie am meisten braucht: abends und im Winter.

Vorteile

  • Unerschöpflich: Die Sonne scheint, ob man sie nutzt oder nicht.
  • Sauber im Betrieb: Laut Umweltbundesamt treten im Betrieb keine nennenswerten Umweltwirkungen auf.
  • Langlebig: Ein Photovoltaikmodul hält im Regelfall 25 bis 30 Jahre.
  • Kein zusätzlicher Platz: Dachanlagen nutzen Flächen, die ohnehin bebaut sind.
  • Unabhängiger: Wer eigenen Strom erzeugt, kauft weniger aus dem Netz.

Nachteile

  • Wetter und Tageszeit: Nachts gibt es keinen Ertrag, bei Wolken deutlich weniger.
  • Schwacher Winter: Im Dezember kommt in Deutschland weniger als ein Achtel der Strahlung vom Juni an.
  • Kosten am Anfang: Die Anlage muss bezahlt werden, bevor sie spart.
  • Aufwand bei der Herstellung: Umweltwirkungen entstehen vor allem bei Herstellung und Recycling.

Wie klimafreundlich ist Solarenergie?

Solarstrom verursacht über die gesamte Lebensdauer einer Anlage 43 bis 63 Gramm Treibhausgase pro Kilowattstunde. Diesen Wert nennt das Umweltbundesamt für monokristalline Module bei 30 Jahren Betrieb. Die Emissionen stammen fast vollständig aus der Herstellung der Module und dem späteren Recycling.

Daraus folgt eine einfache Regel, die das Umweltbundesamt so formuliert: Je länger eine Anlage läuft, desto geringer sind die Umweltwirkungen pro erzeugter Kilowattstunde. Die Energie, die in der Herstellung steckt, hat eine Photovoltaikanlage in Deutschland nach durchschnittlich ein bis zwei Jahren wieder erzeugt. Mehr dazu steht im Beitrag zur energetischen Amortisation.

Sind Solarmodule gefährlich für die Umwelt?

Bei unbeschädigten Modulen besteht laut Umweltbundesamt keine Gefahr, dass Schadstoffe austreten. Alte Module werden nicht im Hausmüll entsorgt, sondern gesammelt und verwertet.

Wie lässt sich Solarenergie speichern?

Solarenergie lässt sich als Strom in Batterien, als Wärme in Wassertanks oder umgewandelt in Wasserstoff speichern. Speicher lösen das Grundproblem der Solarenergie nur zum Teil: Sie verschieben Strom vom Mittag in den Abend, aber nicht vom Sommer in den Winter.

  • Batteriespeicher: Für Wohnhäuser die übliche Lösung. Der Batteriespeicher nimmt mittags den Überschuss auf und gibt ihn abends ab.
  • Wärmespeicher: Ein gedämmter Wassertank hält die Wärme der Solarthermie für einige Tage. Solarkraftwerke nutzen dafür Tanks mit geschmolzenem Salz.
  • Wasserstoff: Überschüssiger Strom spaltet Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff. Der Wasserstoff aus Photovoltaik lässt sich lange lagern, der Umweg kostet aber viel Energie.

Wie können Sie Solarenergie selbst nutzen?

Selbst nutzen können Sie Solarenergie mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach, mit einem Steckermodul am Balkon oder mit Solarthermie für warmes Wasser. Welcher Weg passt, hängt von Dach, Verbrauch und Budget ab. Die folgenden Schritte helfen bei der Entscheidung.

  1. Dach einschätzen: Fläche, Ausrichtung und Schatten bestimmen, was möglich ist. Mit der Dachflächen-Berechnung sehen Sie, wie viele Module passen.
  2. Ertrag abschätzen: Der PV-Ertragsrechner zeigt, wie viel Strom Ihr Dach im Jahr liefern kann.
  3. Verbrauch dagegenhalten: Je mehr Solarstrom Sie selbst verbrauchen, desto besser rechnet sich die Anlage. Das beschreibt der Eigenverbrauch.
  4. Kosten und Erlöse prüfen: Überblick geben die Beiträge zu Photovoltaik-Kosten und Einspeisevergütung.
  5. Angebote vergleichen: Holen Sie mehrere Angebote ein und vergleichen Sie Module, Wechselrichter und Montage.
Kein eigenes Dach?

Auch Mieter können Solarenergie nutzen. Ein Steckermodul für den Balkon wird an eine Steckdose angeschlossen und senkt den Strombezug. Was es bringt, zeigt der Balkonkraftwerk-Rechner.

Häufige Fragen zur Solarenergie

Was versteht man unter Solarenergie?

Solarenergie ist die Energie der Sonnenstrahlung, die der Mensch technisch nutzt, um Strom oder Wärme zu gewinnen. Sonnenenergie bedeutet dasselbe. Genutzt wird sie vor allem mit Photovoltaikanlagen, Solarthermie-Kollektoren und Solarkraftwerken.

Was ist der Unterschied zwischen Solarenergie und Photovoltaik?

Solarenergie ist der Oberbegriff für jede Nutzung der Sonnenstrahlung. Photovoltaik ist eine Technik davon: Sie wandelt Licht mit Solarzellen direkt in Strom um. Solarthermie dagegen gewinnt aus der Sonne Wärme.

Wie viel Sonnenenergie kommt in Deutschland an?

Im langjährigen Mittel treffen laut Deutschem Wetterdienst 1.086 Kilowattstunden Sonnenstrahlung pro Jahr auf einen Quadratmeter waagerechte Fläche. Im Norden sind es knapp über 1.000 Kilowattstunden, im Süden fast 200 mehr.

Wie viel Strom erzeugt eine Solaranlage pro Quadratmeter?

Als grobe Obergrenze lassen sich rund 217 Kilowattstunden pro Quadratmeter Modulfläche und Jahr ansetzen. Das ist eine eigene Rechnung: 1.086 Kilowattstunden Einstrahlung mal 20 Prozent Modulwirkungsgrad. Der tatsächliche Ertrag hängt von Neigung, Ausrichtung und Verlusten in der Anlage ab.

Welche Nachteile hat Solarenergie?

Die drei wichtigsten Nachteile: Solaranlagen liefern nur bei Tageslicht und je nach Wetter unterschiedlich viel. Im Winter ist der Ertrag in Deutschland um ein Vielfaches geringer als im Sommer. Und die Anlage muss zu Beginn bezahlt werden, bevor sie Kosten spart.

Ist Solarenergie wirklich klimafreundlich?

Ja. Laut Umweltbundesamt verursacht Strom aus monokristallinen Solarmodulen über die gesamte Lebensdauer 43 bis 63 Gramm Treibhausgase pro Kilowattstunde. Die Emissionen entstehen fast nur bei Herstellung und Recycling. Im Betrieb treten keine nennenswerten Umweltwirkungen auf.

Wie lange hält eine Solaranlage?

Ein Photovoltaikmodul hält laut Umweltbundesamt im Regelfall 25 bis 30 Jahre. Die Energie, die für die Herstellung nötig war, hat eine Anlage in Deutschland nach durchschnittlich ein bis zwei Jahren wieder erzeugt.

Ist Solarenergie in Deutschland sinnvoll?

Ja. Auch in Deutschland kommt genug Sonnenstrahlung an, um auf einem Hausdach einen großen Teil des eigenen Stroms zu erzeugen. Sinnvoll ist eine Anlage vor allem dann, wenn ein möglichst großer Teil des Stroms im Haus selbst verbraucht wird.

Fazit

Solarenergie ist die einfachste Art, Energie selbst zu erzeugen: Die Quelle ist kostenlos, die Technik ausgereift, und im Betrieb entstehen keine Abgase. In Deutschland kommt dafür genug Sonnenstrahlung an, auch im Norden.

Ihre Schwäche ist der Winter. Wer das weiß, plant richtig: mit einer Anlage, die zum eigenen Verbrauch passt, und ohne die Erwartung, das ganze Jahr vom Netz unabhängig zu sein. Der erste Schritt ist ein Blick aufs eigene Dach.

Quellen und Methodik

Die Strahlungswerte für Deutschland stammen vom Deutschen Wetterdienst und beziehen sich auf waagerechte Flächen im langjährigen Mittel, die Solarkonstante von der NASA. Angaben zu Klimawirkung und Lebensdauer stammen vom Umweltbundesamt, die Beschreibung der Techniken vom US-Energieministerium. Der Stromertrag pro Quadratmeter in den häufigen Fragen ist eine eigene Rechnung mit angenommenen 20 Prozent Modulwirkungsgrad.

  1. Deutscher Wetterdienst: Energieinput von oben - Globalstrahlung in Deutschland, Jahresgang, Unterschied zwischen Nord und Süd
  2. NASA: Earth Fact Sheet - Solarkonstante
  3. Umweltbundesamt: Photovoltaik - Treibhausgase, energetische Amortisation, Lebensdauer, Umweltwirkungen
  4. US-Energieministerium: How Does Solar Work? - Photovoltaik und Solarkraftwerke im Überblick
  5. US-Energieministerium: Concentrating Solar-Thermal Power Basics - Bauarten von Solarkraftwerken, Wärmespeicher

Hinweis: Dieser Beitrag dient der unabhängigen Information und ersetzt keine Planung durch einen Fachbetrieb. Strahlungswerte sind Mittelwerte, der Ertrag einer Anlage hängt vom Standort und von der Ausführung ab. Solar.red steht in keiner Verbindung zu den genannten Einrichtungen. Über die Anzeigen auf dieser Seite werden Anfragen an Fachbetriebe vermittelt, dafür erhält Solar.red eine Vergütung.

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