Von D. Volbracht
Das Wichtigste in Kürze
Ein Zweirichtungszähler ist ein Stromzähler, der in beide Richtungen misst: den Strom, den ein Haus aus dem Netz bezieht, und den Solarstrom, den es ins Netz einspeist. Er hat dafür zwei getrennte Zählwerke in einem Gehäuse und ist der übliche Zähler für Häuser mit Photovoltaikanlage.
- Auf dem Display steht die Kennzahl 1.8.0 für den Bezug und 2.8.0 für die Einspeisung (übliche Ausführung deutscher Stromzähler).
- Als digitaler Zähler ohne Datenverbindung kostet er höchstens 25 Euro im Jahr (Preisobergrenze laut Bundesnetzagentur).
- Bei Erzeugungsanlagen mit mehr als 7 Kilowatt ist ein Smart Meter Pflicht, das ebenfalls in beide Richtungen misst (Bundesnetzagentur).
- Ein Smart Meter kostet bei Anlagen bis einschließlich 15 Kilowatt höchstens 50 Euro im Jahr (Bundesnetzagentur).
- Auch ein Balkonkraftwerk bekommt einen Zweirichtungszähler oder ein Smart Meter. Den Tausch muss der Netzbetreiber unverzüglich und ohne gesonderten Auftrag veranlassen (Bundesnetzagentur).
Was ist ein Zweirichtungszähler?
Ein Zweirichtungszähler ist ein Stromzähler mit zwei Zählwerken in einem Gerät. Das eine zählt den Strom, der aus dem öffentlichen Netz ins Haus fließt. Das andere zählt den Strom, der vom Haus ins Netz fließt, zum Beispiel aus einer Photovoltaikanlage.
Gebraucht wird er, weil für beide Richtungen verschiedene Preise gelten. Strom aus dem Netz bezahlen Sie an Ihren Stromanbieter. Für Solarstrom, den Sie abgeben, bekommen Sie die Einspeisevergütung. Beide Mengen müssen deshalb getrennt erfasst werden.
Der Zweirichtungszähler vereint damit zwei Geräte: den Bezugszähler und den Einspeisezähler. Das spart einen Platz im Zählerschrank. Andere Namen für dasselbe Gerät sind Zweiwegezähler und bidirektionaler Zähler.
Auf dem Gehäuse sind meist zwei Pfeile in entgegengesetzter Richtung aufgedruckt. Das Display zeigt abwechselnd zwei Zählerstände, davor stehen die Kennzahlen 1.8.0 und 2.8.0. Zeigt Ihr Zähler nur einen Wert und nur einen Pfeil, misst er nur den Bezug.
Wie funktioniert ein Zweirichtungszähler?
Ein Zweirichtungszähler erkennt, in welche Richtung der Strom gerade fließt, und zählt die Menge auf dem passenden Zählwerk. Er sitzt im Zählerschrank genau an der Grenze zwischen Hausnetz und öffentlichem Netz. Alles, was diese Grenze überquert, wird gezählt.
Scheint die Sonne und im Haus läuft wenig, erzeugt die Solaranlage mehr Strom, als gebraucht wird. Der Überschuss fließt durch den Zähler ins Netz, das Zählwerk für die Einspeisung läuft. Abends ist es umgekehrt: Das Haus braucht Strom, die Anlage liefert keinen, das Zählwerk für den Bezug läuft. Beide Zählwerke laufen nie gleichzeitig.
Solarstrom, den Sie direkt im Haus verbrauchen, kommt am Zähler gar nicht an. Er fließt vom Wechselrichter zur Waschmaschine oder zum Kühlschrank und wird von keinem der beiden Zählwerke erfasst. Der Zähler zeigt also nicht, was die Anlage erzeugt, sondern nur, was übrig bleibt und was fehlt.
Was bedeutet saldierend?
Ein Hausanschluss hat drei stromführende Leiter, die Phasen. Ein saldierender Zähler rechnet alle drei zusammen, bevor er zählt. Speist die Solaranlage auf einer Phase ein, während auf einer anderen der Herd läuft, zählt nur die Differenz.
Das ist für Sie von Vorteil. Sonst würde Solarstrom auf der einen Phase billig eingespeist und im selben Augenblick auf der anderen teuer zurückgekauft. Saldierende Zähler sind in Deutschland die übliche Ausführung.
Warum läuft ein Zweirichtungszähler nicht rückwärts?
Alte Zähler mit Drehscheibe konnten bei Einspeisung rückwärts laufen. Der Zählerstand für den Bezug sank dann, die Abrechnung wurde falsch. Ein Zweirichtungszähler zählt die Einspeisung stattdessen auf einem eigenen Zählwerk hoch. Der Wert für den Bezug bleibt dabei stehen.
Wie liest man einen Zweirichtungszähler ab?
Einen Zweirichtungszähler liest man ab, indem man auf die Kennzahl vor dem Zählerstand achtet. Das Display zeigt zwei Werte im Wechsel: 1.8.0 ist der Bezug aus dem Netz, 2.8.0 die Einspeisung ins Netz. Beide Werte stehen in Kilowattstunden.
Die Kennzahlen heißen OBIS-Kennzahlen. Sie sind bei allen Herstellern gleich, sodass jeder Zähler auf dieselbe Weise gelesen wird. Manche Zähler zeigen zusätzlich die Leistung an, die gerade fließt. Nach Angaben der Bundesnetzagentur speichert ein digitaler Zähler die Werte bis zu 24 Monate und kann den Verbrauch vom Vortag, vom letzten Monat und vom ganzen Jahr anzeigen.
| Kennzahl | Bedeutung | Wofür Sie den Wert brauchen |
|---|---|---|
| 1.8.0 | Bezug aus dem Netz, gesamt | Stromrechnung |
| 2.8.0 | Einspeisung ins Netz, gesamt | Einspeisevergütung |
| 1.8.1 und 1.8.2 | Bezug in zwei Tarifen | nur bei Tag- und Nachtstrom |
Die Zählerstände laufen seit dem Einbau durch und werden nie zurückgesetzt. Wer wissen will, wie viel in einem Zeitraum bezogen oder eingespeist wurde, zieht den alten Stand vom neuen ab. Bei einem Zähler ohne Datenverbindung bleibt nach Angaben der Bundesnetzagentur eine Ablesung von Hand nötig, etwa für die Jahresabrechnung.
Ein Doppeltarifzähler zeigt ebenfalls zwei Werte, misst aber nur den Bezug. Er trennt den Verbrauch nach Tageszeit, etwa in Tagstrom und Nachtstrom, und zeigt dafür 1.8.1 und 1.8.2 an. Ein Eintarifzähler kennt nur einen Preis und zeigt nur 1.8.0. Ob ein Zähler in zwei Richtungen misst, erkennen Sie allein an der Kennzahl 2.8.0.
Was lässt sich aus den beiden Werten berechnen?
Aus den beiden Werten des Zweirichtungszählers und der Erzeugung laut Wechselrichter lässt sich berechnen, wie viel Solarstrom Sie selbst verbraucht haben. Der Zähler allein reicht dafür nicht, weil selbst verbrauchter Strom an ihm vorbeiläuft.
| Größe | Wert | Woher |
|---|---|---|
| Erzeugung der Solaranlage | 8.000 kWh | Anzeige am Wechselrichter |
| Einspeisung | 5.200 kWh | Zähler, Kennzahl 2.8.0 |
| Bezug aus dem Netz | 1.900 kWh | Zähler, Kennzahl 1.8.0 |
| Eigenverbrauch | 2.800 kWh | 8.000 minus 5.200 |
| Stromverbrauch des Hauses | 4.700 kWh | 2.800 plus 1.900 |
| Anteil Solarstrom am Verbrauch | rund 60 Prozent | 2.800 geteilt durch 4.700 |
In diesem Beispiel deckt die Anlage rund 60 Prozent des Stromverbrauchs. Von der erzeugten Menge werden 35 Prozent selbst genutzt, der Rest geht ins Netz. Was diese beiden Kennzahlen aussagen und wie sie sich verbessern lassen, erklärt der Beitrag zum Eigenverbrauch.
- Notieren Sie beide Zählerstände am Tag des Einbaus.
- Lesen Sie einmal im Monat ab und schreiben Sie beide Werte auf.
- Vergleichen Sie die Einspeisung mit der Abrechnung des Netzbetreibers.
- Steigt 2.8.0 an sonnigen Tagen nicht, prüfen Sie den Wechselrichter.
Zweirichtungszähler oder Smart Meter?
Zweirichtungszähler und Smart Meter sind kein Gegensatz: Beide messen in zwei Richtungen. Der Unterschied liegt in der Datenverbindung. Die Bundesnetzagentur unterscheidet zwei Arten digitaler Zähler, die moderne Messeinrichtung und das intelligente Messsystem.
Die moderne Messeinrichtung ist ein digitaler Zähler ohne Verbindung nach außen. Sie ist nach Angaben der Bundesnetzagentur nicht in ein Kommunikationsnetz eingebunden, die Werte lassen sich nur am Gerät ablesen. Der klassische Zweirichtungszähler ist eine solche moderne Messeinrichtung mit zwei Zählwerken.
Das intelligente Messsystem, im Alltag Smart Meter genannt, hat zusätzlich ein Kommunikationsmodul. Es sendet die Messwerte nach Angaben der Bundesnetzagentur in Viertelstunden-Auflösung einmal täglich an den Messstellenbetreiber. Das Ablesen von Hand entfällt.
| Merkmal | Alter Zähler mit Drehscheibe | Digitaler Zweirichtungszähler | Smart Meter |
|---|---|---|---|
| Messrichtung | nur Bezug | Bezug und Einspeisung | Bezug und Einspeisung |
| Datenübertragung | keine | keine, Ablesen am Gerät | Viertelstundenwerte, einmal täglich |
| Geeignet für Solaranlage | nein | ja, bis 7 Kilowatt | ja, Pflicht über 7 Kilowatt |
| Preisobergrenze im Jahr | entfällt | 25 Euro | 50 Euro bis 15 Kilowatt |
Welchen Zähler Sie bekommen, entscheidet die Größe der Anlage. Wie das Smart Meter mit der Solaranlage zusammenarbeitet und was es für die Einspeisung bedeutet, erklärt der Beitrag Smart Meter für die PV-Anlage.
Ist ein Zweirichtungszähler Pflicht?
Ein Zähler, der in beide Richtungen misst, ist nötig, sobald ein Haus Strom ins Netz einspeist. Ohne ihn wird die Einspeisung nicht erfasst und kann nicht vergütet werden. Ob das ein einfacher Zweirichtungszähler oder ein Smart Meter ist, hängt von der Anlage ab.
Ein Smart Meter ist nach Angaben der Bundesnetzagentur in drei Fällen Pflicht: bei Erzeugungsanlagen mit mehr als 7 Kilowatt installierter Leistung, bei einem Stromverbrauch über 6.000 Kilowattstunden im Jahr und bei steuerbaren Verbrauchern wie Wärmepumpe oder Wallbox. Bei kleineren Anlagen entscheidet der Messstellenbetreiber, ob er ein Smart Meter einbaut oder einen einfachen digitalen Zähler.
Widersprechen können Sie dem Einbau nicht. Das gilt nach Angaben der Bundesnetzagentur für Mieter ebenso wie für Eigentümer.
Zwei Zähler in einem Haus sind möglich und kommen vor. Bei der Volleinspeisung geht der gesamte Solarstrom ins Netz, die Anlage bekommt dann einen eigenen Zähler neben dem Hauszähler. Auch eine Wärmepumpe mit eigenem Stromtarif oder eine Einliegerwohnung haben oft einen zweiten Zähler. Welche Zähler nötig sind, legt der Netzbetreiber im Messkonzept fest.
Braucht ein Balkonkraftwerk einen Zweirichtungszähler?
Ja, auch ein Balkonkraftwerk bekommt einen Zweirichtungszähler oder ein Smart Meter. Nach Angaben der Bundesnetzagentur müssen die Netzbetreiber den Zähler solcher Steckersolargeräte entsprechend ausstatten. Ohne den Tausch wird die Einspeisung nicht erfasst.
Warten müssen Sie darauf nicht. Ein Balkonkraftwerk darf ausnahmsweise schon vor dem Zählertausch laufen. Die bisherigen Messwerte gelten in dieser Zeit als richtig, auch wenn ein alter Zähler dabei rückwärts läuft. Die Bundesnetzagentur spricht von einer Duldung für Wochen, höchstens für einige Monate.
Kümmern müssen Sie sich um den Tausch nicht selbst. Der Netzbetreiber muss ihn unverzüglich veranlassen, ohne dass Sie ihn gesondert beauftragen. Er erfährt von dem Gerät über das Marktstammdatenregister, in dem Sie das Balkonkraftwerk anmelden. Wie das geht, zeigt der Beitrag Balkonkraftwerk anmelden.
Diese Sonderregeln gelten nach Angaben der Bundesnetzagentur für Geräte mit bis zu 2.000 Watt Modulleistung und insgesamt 800 Voltampere Wechselrichterleistung. Sie setzen voraus, dass der eingespeiste Strom unentgeltlich abgegeben wird. Der Wert 2.8.0 hat hier also nur Informationswert.
Was kostet ein Zweirichtungszähler?
Ein Zweirichtungszähler kostet als digitaler Zähler ohne Datenverbindung höchstens 25 Euro im Jahr. Diese Preisobergrenze nennt die Bundesnetzagentur für die moderne Messeinrichtung. Sie gilt einschließlich Mehrwertsteuer und umfasst Einbau, Betrieb, Wartung und Ablesung.
Gekauft wird der Zähler nicht. Er gehört dem Messstellenbetreiber, Sie zahlen ein jährliches Entgelt. Für ein Smart Meter an einer Erzeugungsanlage bis einschließlich 15 Kilowatt liegt die Obergrenze bei 50 Euro im Jahr. Kommt eine Steuerungseinrichtung hinzu, mit der der Netzbetreiber die Anlage regeln kann, sind es dafür weitere 50 Euro im Jahr.
Die Obergrenzen gelten für den grundzuständigen Messstellenbetreiber, in der Regel also für Ihren örtlichen Netzbetreiber. Die vollständige Staffel für größere Anlagen steht im Beitrag zum Einspeisezähler.
Passt der neue Zähler nicht in den vorhandenen Schrank, muss dieser umgebaut oder ersetzt werden. Diese Kosten gehören nach Angaben der Bundesnetzagentur nicht zum Messentgelt und fallen nicht unter die Preisobergrenze. Sie trägt der Eigentümer des Anschlusses. Lassen Sie den Schrank deshalb vor dem Kauf der Solaranlage prüfen, damit der Betrag im Angebot steht.
Wer baut den Zweirichtungszähler ein?
Den Zweirichtungszähler baut der Messstellenbetreiber ein. Er betreibt und wartet das Gerät auch. Zuständig ist zunächst der grundzuständige Messstellenbetreiber, der nach Angaben der Bundesnetzagentur die frühere Rolle des Netzbetreibers übernommen hat.
Sie können stattdessen einen anderen, wettbewerblichen Messstellenbetreiber wählen. Für ihn gelten die gesetzlichen Preisobergrenzen nicht, vergleichen Sie deshalb vorher die Entgelte.
- Der Installateur meldet die Anlage beim Netzbetreiber an.
- Der Netzbetreiber legt fest, welche Zähler nötig sind.
- Der Elektriker prüft, ob der Zählerschrank passt.
- Der Messstellenbetreiber tauscht den Zähler, meist zur Inbetriebnahme.
- Sie notieren beide Zählerstände am ersten Tag.
Der Tausch selbst dauert nicht lange, der Strom ist dafür kurz abgeschaltet. Lassen Sie sich vom Monteur zeigen, wie das Display wechselt, und fotografieren Sie den alten Zähler mit seinem letzten Stand. Was als Anlagenbetreiber sonst auf Sie zukommt, steht im verlinkten Beitrag.
Häufige Fragen zum Zweirichtungszähler
Sind Zweirichtungszähler Pflicht?
Ein Zähler, der in beide Richtungen misst, ist nötig, sobald ein Haus Strom ins Netz einspeist. Bei Erzeugungsanlagen mit mehr als 7 Kilowatt ist nach Angaben der Bundesnetzagentur ein Smart Meter Pflicht, das ebenfalls beide Richtungen misst. Bei kleineren Anlagen genügt ein einfacher digitaler Zweirichtungszähler.
Warum zeigt der Stromzähler zwei Werte an?
Ein Zweirichtungszähler zeigt zwei Werte, weil er zwei Zählwerke hat: 1.8.0 für den Bezug aus dem Netz und 2.8.0 für die Einspeisung ins Netz. Zeigt ein Zähler stattdessen 1.8.1 und 1.8.2, ist es ein Doppeltarifzähler, der den Bezug nach Tageszeit trennt.
Was bedeuten 1.8.0 und 2.8.0 am Zweirichtungszähler?
1.8.0 ist der Strom, den Sie aus dem öffentlichen Netz bezogen haben, und damit die Grundlage der Stromrechnung. 2.8.0 ist der Strom, den Sie ins Netz eingespeist haben, und damit die Grundlage der Einspeisevergütung. Beide Werte stehen in Kilowattstunden.
Was ist der Unterschied zwischen einem Eintarifzähler und einem Doppeltarifzähler?
Ein Eintarifzähler zählt den gesamten Bezug zu einem Preis und zeigt nur einen Wert. Ein Doppeltarifzähler trennt den Bezug nach Tageszeit, zum Beispiel in Tagstrom und Nachtstrom, und zeigt zwei Werte. Beide messen nur den Bezug. Ein Zweirichtungszähler misst zusätzlich die Einspeisung.
Ist es möglich, zwei Stromzähler in einem Haus zu haben?
Ja. Bei der Volleinspeisung bekommt die Solaranlage einen eigenen Zähler neben dem Hauszähler. Auch eine Wärmepumpe mit eigenem Stromtarif oder eine Einliegerwohnung haben oft einen zweiten Zähler. Welche Zähler nötig sind, legt der Netzbetreiber im Messkonzept fest.
Was ist der Unterschied zwischen Zweirichtungszähler und Smart Meter?
Beide messen Bezug und Einspeisung. Der einfache Zweirichtungszähler ist nach der Einteilung der Bundesnetzagentur eine moderne Messeinrichtung ohne Datenverbindung und wird am Gerät abgelesen. Ein Smart Meter hat zusätzlich ein Kommunikationsmodul und sendet die Werte einmal täglich an den Messstellenbetreiber.
Was kostet ein Zweirichtungszähler pro Jahr?
Für einen digitalen Zähler ohne Datenverbindung gilt nach Angaben der Bundesnetzagentur eine Preisobergrenze von 25 Euro im Jahr. Für ein Smart Meter an einer Erzeugungsanlage bis einschließlich 15 Kilowatt sind es 50 Euro im Jahr. Ein Umbau des Zählerschranks fällt nicht unter diese Obergrenzen.
Kann ein Zweirichtungszähler rückwärts laufen?
Nein. Er zählt die Einspeisung auf einem eigenen Zählwerk hoch, der Wert für den Bezug bleibt dabei stehen. Rückwärts laufen konnten nur alte Zähler mit Drehscheibe.
Braucht ein Balkonkraftwerk einen Zweirichtungszähler?
Ja. Nach Angaben der Bundesnetzagentur müssen die Netzbetreiber den Zähler mit einer modernen Messeinrichtung als Zweirichtungszähler oder mit einem Smart Meter ausstatten. Das Balkonkraftwerk darf ausnahmsweise schon vor dem Tausch laufen. Den Tausch muss der Netzbetreiber unverzüglich und ohne gesonderten Auftrag veranlassen.
Wer baut den Zweirichtungszähler ein?
Der Messstellenbetreiber. Er baut das Gerät ein, betreibt und wartet es und berechnet dafür ein jährliches Entgelt. In der Regel ist das der grundzuständige Messstellenbetreiber vor Ort. Gekauft wird der Zähler nicht.
Fazit
Der Zweirichtungszähler ist der Zähler für jedes Haus, das Strom nicht nur bezieht, sondern auch abgibt. Zwei Kennzahlen genügen zum Verständnis: 1.8.0 ist, was Sie kaufen, 2.8.0 ist, was Sie liefern.
Um Einbau und Wartung kümmert sich der Messstellenbetreiber, die Kosten sind gedeckelt. Achten Sie vor dem Kauf einer Solaranlage auf den Zählerschrank, denn sein Umbau ist der einzige Posten ohne Obergrenze. Welche Anlage zu Ihrem Dach passt, zeigt der Photovoltaik-Konfigurator.
Quellen und Methodik
Angaben zu Zählerarten, Pflichtfällen, Preisobergrenzen, Datenübertragung und Balkonkraftwerken stammen von der Bundesnetzagentur. Sie geben geltendes Recht wieder, das der Gesetzgeber ändern kann. Die Kennzahlen 1.8.0 und 2.8.0, die Saldierung über alle Phasen und die Hinweise zum Erkennen des Zählers entsprechen der üblichen Ausführung deutscher Stromzähler. Das Rechenbeispiel arbeitet mit frei gewählten Werten.
- Bundesnetzagentur: Messeinrichtungen und Zähler - Zählerarten, Pflichtfälle, Messstellenbetreiber, Widerspruch, Datenübertragung
- Bundesnetzagentur: Kosten und Leistungen - Preisobergrenzen, Steuerungseinrichtung, Zählerschrank
- Bundesnetzagentur: Moderne Messeinrichtungen - Funktionen des digitalen Zählers, gespeicherte Werte, Ablesung
- Bundesnetzagentur: Balkon-Solaranlagen - Zählertausch, Betrieb vor dem Tausch, Leistungsgrenzen
Hinweis: Dieser Beitrag dient der unabhängigen Information. Die genannten Beträge sind gesetzliche Preisobergrenzen nach Angaben der Bundesnetzagentur. Verbindliche Auskunft zu Zähler, Messkonzept und Entgelt geben Ihr Netzbetreiber und Ihr Messstellenbetreiber. Solar.red steht in keiner geschäftlichen Verbindung mit Messstellenbetreibern oder Netzbetreibern. Über die Anzeigen auf dieser Seite werden Anfragen an Fachbetriebe vermittelt, dafür erhält Solar.red eine Vergütung.
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