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Das Wichtigste in Kürze

Bei einer Aufdach-Solaranlage sitzen die Solarmodule auf einem Gestell aus Dachhaken und Schienen über der Dacheindeckung. Das Dach darunter bleibt erhalten. Es ist die übliche Bauform für Photovoltaik auf bestehenden Häusern.

  • Photovoltaik auf Gebäuden wird ganz überwiegend als Aufdachanlage gebaut (Fraunhofer ISE).
  • Die Aufdachmontage ist weniger an Bau- und Sanierungszyklen gebunden als ins Dach integrierte Lösungen (Fraunhofer ISE).
  • Der beste Ertrag liegt bei Südausrichtung und etwa 40 Grad Neigung, kleine Abweichungen ändern wenig (Fraunhofer ISE, Standort Freiburg).
  • Ein Westdach mit 45 Grad bringt etwa 26 Prozent weniger Jahresertrag als ein gleich geneigtes Süddach (Fraunhofer ISE).
  • Vor der Montage müssen Eindeckung und Tragfähigkeit des Dachs geprüft sein, denn die Anlage bleibt Jahrzehnte darauf.

Was ist eine Aufdach-Solaranlage?

Eine Aufdach-Solaranlage ist eine Photovoltaikanlage, deren Module über der vorhandenen Dacheindeckung montiert sind. Ziegel, Blech oder Schiefer bleiben liegen und halten das Dach weiter dicht. Die Module sitzen einige Zentimeter darüber auf einem Gestell aus Metall.

Diese Bauform ist der Normalfall. Das Fraunhofer ISE hält in seiner Übersicht zur Photovoltaik fest, dass sich die Nutzung von Gebäuden bisher ganz überwiegend auf Aufdachanlagen beschränkt, obwohl es zugelassene Produkte für die Integration ins Dach gibt. Den Grund nennt das Institut gleich mit: Die Aufdachmontage ist weniger eng an Bau- und Sanierungszyklen gebunden. Sie lässt sich also nachrüsten, ohne dass das Dach neu gedeckt wird.

Platz gibt es genug. Nach derselben Quelle sind in Deutschland bisher weniger als 10 Prozent des Potenzials auf Dächern genutzt.

Wie ist eine Aufdach-Solaranlage aufgebaut?

Eine Aufdach-Solaranlage besteht aus vier Schichten, die aufeinander aufbauen. Unten trägt die Dachkonstruktion, oben liegt das Modul. Dazwischen sorgt das Montagesystem dafür, dass Wind und Schnee sicher ins Dach abgeleitet werden.

Das wichtigste Bauteil ist der Dachhaken. Er wird mit dem Sparren verschraubt und darf nicht auf dem Ziegel aufliegen, sonst bricht der Ziegel unter Last. Wie das sauber gelingt, zeigt der Beitrag Dachhaken montieren. Alles zur Tragschicht steht unter Unterkonstruktion.

Der Luftspalt zwischen Modul und Dach hat einen Nutzen: Luft kann hinter den Modulen entlangstreichen und Wärme abführen. Das hilft dem Ertrag, weil Solarmodule mit steigender Temperatur an Leistung verlieren. Wie stark, beschreibt der Temperaturkoeffizient.

Einlagig oder Kreuzschiene: Welche Montagearten gibt es?

Auf dem Schrägdach gibt es zwei verbreitete Montagearten: die einlagige Schienenmontage und die Kreuzschienenmontage. Sie unterscheiden sich in der Zahl der Schienenlagen.

Bei der einlagigen Montage liegt eine Lage Schienen auf den Dachhaken, darauf kommen direkt die Module. Das braucht wenig Material und geht schnell. Sie passt, wenn die Lage der Sparren zum geplanten Modulfeld passt.

Bei der Kreuzschienenmontage liegt eine zweite Schienenlage quer über der ersten. So lassen sich die Module frei anordnen, auch wenn die Sparren ungünstig liegen. Unebenheiten im Dach lassen sich besser ausgleichen. Der Aufbau wird höher und braucht mehr Material.

Tabelle seitlich scrollen
Montagearten auf dem Schrägdach im Vergleich (qualitative Einordnung)
KriteriumEinlagige MontageKreuzschienenmontage
SchienenlagenEineZwei, über Kreuz
MaterialaufwandGeringerHöher
Anordnung der ModuleAn die Sparrenlage gebundenFrei wählbar
Ausgleich von UnebenheitenBegrenztGut
Typischer EinsatzRegelmäßige DächerAlte oder unebene Dächer, ungünstige Sparrenlage

Aufdach oder Indach: Was ist der Unterschied?

Der Unterschied liegt in der Rolle der Module. Bei der Aufdachmontage liegen sie über dem Dach. Bei der Indachmontage ersetzen sie die Eindeckung und sind selbst die Dachhaut. Indach-Solarmodule liegen bündig in der Dachfläche, Solardachziegel ersetzen einzelne Ziegel.

Das Fraunhofer ISE sieht den Wert der integrierten Lösungen vor allem dort, wo eine Aufdachmontage aus gestalterischen Gründen nicht in Frage kommt. Für die Montage im Dach nennt das Institut einen Punkt, der besondere Sorgfalt verlangt: Zellen und Kabel liegen dort mit geringem Abstand zu brennbaren Baustoffen.

Tabelle seitlich scrollen
Aufdach und Indach im Vergleich (qualitative Einordnung, Angaben zu Sanierungszyklen und Brandschutz nach Fraunhofer ISE)
KriteriumAufdachIndach
DacheindeckungBleibt erhaltenWird durch Module ersetzt
NachrüstungJederzeit möglichSinnvoll bei Neubau oder Dachsanierung
OptikModule sichtbar aufgesetztBündig in der Dachfläche
Luft hinter den ModulenOffener LuftspaltJe nach System eingeschränkt
Tausch eines ModulsOhne Eingriff in die DachhautEingriff in die Dachhaut
BrandschutzAbstand zur DachkonstruktionBesondere Sorgfalt nötig
Wie groß ist der Ertragsvorteil durch die Kühlung?

Das lässt sich nicht pauschal beziffern. PVGIS, der Solarrechner der Europäischen Kommission, unterscheidet bei der Modultemperatur nur zwischen frei aufgestellten Modulen und Modulen am Gebäude. Aufdach und Indach fallen dort in dieselbe Gruppe und werden wärmer gerechnet als frei stehende Anlagen. Der Unterschied zwischen beiden hängt vom einzelnen System ab.

Vorteile und Nachteile der Aufdachmontage

Die Aufdachmontage hat ihre Stärken bei Aufwand und Flexibilität, ihre Schwächen bei Optik und späteren Dacharbeiten.

Vorteile

  • Nachrüstbar, ohne das Dach neu zu decken
  • Die Eindeckung bleibt die wasserführende Schicht
  • Offener Luftspalt hinter den Modulen
  • Einzelne Module lassen sich leicht tauschen
  • Für viele Eindeckungen gibt es passende Befestigungen

Nachteile

  • Module sind sichtbar aufgesetzt
  • Zusätzliche Last aus Gewicht, Wind und Schnee auf dem Dach
  • Jeder Dachhaken ist ein Eingriff, der sauber ausgeführt sein muss
  • Für Dacharbeiten unter der Anlage müssen Module abgebaut werden

Welche Dächer eignen sich für eine Aufdach-Solaranlage?

Für eine Aufdach-Solaranlage eignen sich fast alle Schrägdächer, wenn drei Dinge stimmen: Die Eindeckung ist intakt, die Dachkonstruktion trägt die zusätzliche Last, und es liegt wenig Schatten auf der Fläche. Die Befestigung richtet sich nach der Eindeckung.

Tabelle seitlich scrollen
Übliche Befestigung je nach Dacheindeckung (qualitative Übersicht)
EindeckungÜbliche BefestigungHinweis
Ziegel, BetondachsteinDachhaken am SparrenZiegel werden passend ausgearbeitet
StehfalzblechFalzklemmenOhne Bohrung durch die Dachhaut
TrapezblechKurze Schienen oder Klemmen auf dem BlechTragfähigkeit des Blechs prüfen
WellplattenStockschrauben in die UnterkonstruktionAbdichtung an jeder Schraube
Schiefer, BiberschwanzSpezielle Haken mit BlechformteilHöherer Aufwand
Asbest und Statik vorher klären

Alte Wellplatten aus Faserzement können Asbest enthalten. Solche Dächer dürfen nach der Gefahrstoffverordnung nicht überbaut werden und müssen vor einer Solaranlage saniert werden. Lassen Sie außerdem die Tragfähigkeit prüfen, vor allem bei älteren Häusern und in Gegenden mit hoher Schneelast.

Das Flachdach ist ein eigener Fall. Dort werden die Module nicht parallel zur Dachfläche montiert, sondern mit einer Aufständerung schräg gestellt. Wie das ohne Bohren gelingt, steht im Beitrag zur Dachdurchdringung.

Wie wirken sich Ausrichtung und Neigung aus?

Bei der Aufdachmontage auf dem Schrägdach geben Dachneigung und Himmelsrichtung den Ertrag vor, denn die Module liegen parallel zur Dachfläche. Nach Berechnungen des Fraunhofer ISE für den Standort Freiburg liegt das Ertragsmaximum bei Südausrichtung und etwa 40 Grad Neigung. Es ist flach ausgebildet: Kleine Abweichungen haben kaum Einfluss. Weiter nördlich verschiebt sich das Maximum zu größeren Neigungen.

Ein Ost- oder Westdach ist deshalb kein Ausschlussgrund. Das Fraunhofer ISE weist darauf hin, dass sich eine Anlage dort bei hohen Strompreisen und Eigenverbrauch trotzdem lohnen kann, weil ein Westdach den Strom später am Tag liefert. Mehr dazu in den Beiträgen zur Ausrichtung und zum Neigungswinkel.

Ablauf: Von der Dachprüfung bis zum Betrieb

Der Ablauf beginnt beim Dach und nicht bei den Modulen. Wer die Reihenfolge einhält, vermeidet die teuersten Fehler.

  1. Dach prüfen: Zustand der Eindeckung, Tragfähigkeit und Schatten klären. Hält die Eindeckung nicht mehr so lange wie die Anlage, kommt die Sanierung zuerst.
  2. Anlage planen: Modulfeld, Befestigung und Kabelwege festlegen. Abstände zu Dachrändern und Dachfenstern einplanen.
  3. Netzanschluss anfragen: Der Fachbetrieb meldet die Anlage beim Netzbetreiber an.
  4. Montieren: Gerüst stellen, Dachhaken setzen, Schienen ausrichten, Module klemmen, Kabel zum Wechselrichter führen.
  5. In Betrieb nehmen: Der Elektrofachbetrieb schließt an und prüft die Anlage. Sie müssen die Anlage im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur registrieren.
Darauf achten Sie im Angebot
  • Sind Gerüst, Befestigung und Anmeldung im Preis enthalten?
  • Welches Montagesystem wird verbaut, und gibt es einen Nachweis zur Statik?
  • Werden die Dachhaken am Sparren verschraubt und die Ziegel ausgearbeitet?
  • Ist ein Blitzschutz vorhanden oder nötig?

Sorgfalt bei der Elektrik zahlt sich aus. Nach Angaben des Fraunhofer ISE gingen Brände an Solaranlagen meistens von Fehlern bei Verkabelung und Anschlüssen aus. Insgesamt stellen Photovoltaikanlagen laut dem Institut im Vergleich zu anderen technischen Anlagen kein auffällig erhöhtes Brandrisiko dar.

Kosten, Förderung und Wartung

Die Aufdachmontage ist auf dem Schrägdach die günstigste Bauform, weil die Eindeckung bleibt und kein Dachdecker das Dach neu aufbauen muss. Preise nennt dieser Beitrag bewusst nicht, weil sie sich mit dem Markt ändern. Richtwerte finden Sie unter Photovoltaik-Kosten, Zuschüsse und Kredite unter Photovoltaik-Förderung und die Vergütung für eingespeisten Strom unter Einspeisevergütung.

Im Betrieb braucht eine Aufdachanlage wenig Pflege. Das Fraunhofer ISE hat an 44 größeren, qualitätsgeprüften Aufdachanlagen in Deutschland gemessen, dass die Module im Durchschnitt nur etwa 0,15 Prozent ihrer Nennleistung pro Jahr verlieren. Mehr dazu unter Degradation.

Schmutz ist auf dem Schrägdach selten ein Problem. Laut Fraunhofer ISE reinigt intensiver Regen die Module größtenteils. Besonders betroffen sind Module mit sehr flacher Neigung unter 15 Grad. Was regelmäßig geprüft werden sollte, steht unter Wartung der Solaranlage.

Häufige Fragen zur Aufdach-Solaranlage

Was ist eine Aufdach-Solaranlage?

Bei einer Aufdach-Solaranlage sitzen die Solarmodule auf einem Gestell aus Dachhaken und Schienen über der Dacheindeckung. Das Dach bleibt darunter vollständig erhalten und dicht. Nach Angaben des Fraunhofer ISE ist die Aufdachmontage die mit Abstand häufigste Bauform von Photovoltaik auf Gebäuden.

Was ist der Unterschied zwischen Aufdach und Indach?

Bei der Aufdachmontage liegen die Module über den Ziegeln, bei der Indachmontage ersetzen sie die Ziegel und übernehmen selbst die Aufgabe der Dachhaut. Aufdach lässt sich jederzeit nachrüsten. Indach passt vor allem zu Neubau oder Dachsanierung, weil das Dach dafür ohnehin geöffnet wird.

Welche Dächer eignen sich für eine Aufdach-Solaranlage?

Geeignet sind Schrägdächer wie Sattel-, Walm- und Pultdach mit Ziegeln, Betondachsteinen, Blech oder Schiefer. Voraussetzung sind eine intakte Eindeckung, eine tragfähige Dachkonstruktion und wenig Schatten. Auf dem Flachdach werden die Module stattdessen aufgeständert.

Wird das Dach durch eine Aufdach-Solaranlage undicht?

Bei fachgerechter Montage nicht. Auf dem Ziegeldach werden die Dachhaken am Sparren verschraubt und unter dem Ziegel herausgeführt, die Ziegel werden dafür passend ausgearbeitet. Undichtigkeiten entstehen durch Montagefehler, etwa wenn ein Haken auf dem Ziegel aufliegt und dieser unter Last bricht.

Wie wird eine Aufdach-Solaranlage befestigt?

Dachhaken oder Klemmen verbinden die Anlage mit der Dachkonstruktion. Darauf liegen Schienen aus Aluminium, auf denen die Module mit Klemmen befestigt sind. Welche Befestigung passt, hängt von der Eindeckung ab: Dachhaken beim Ziegeldach, Falzklemmen beim Stehfalzdach, Stockschrauben bei Wellplatten.

Muss das Dach vor der Montage saniert werden?

Das hängt vom Zustand ab. Eine Solaranlage läuft Jahrzehnte: Hersteller garantieren die Leistung laut Fraunhofer ISE üblicherweise über 25 bis 30 Jahre. Hält die Eindeckung nicht mehr so lange, ist die Sanierung vor der Montage günstiger, weil die Anlage sonst später ab- und wieder aufgebaut werden muss.

Lohnt sich eine Aufdach-Solaranlage auf einem Ost- oder Westdach?

Oft ja. Nach Berechnungen des Fraunhofer ISE für den Standort Freiburg bringt ein Westdach mit 45 Grad Neigung etwa 26 Prozent weniger Jahresertrag als ein gleich geneigtes Süddach. Bei hohem Eigenverbrauch kann sich die Anlage trotzdem rechnen, weil sie den Strom später am Tag liefert.

Was kostet eine Aufdach-Solaranlage?

Der Preis hängt von Anlagengröße, Modulen, Dachaufwand und Gerüst ab und ändert sich mit dem Markt. Die Aufdachmontage ist die günstigste Bauform auf dem Schrägdach, weil die Eindeckung bleibt. Richtwerte stehen auf unserer Seite zu den Photovoltaik-Kosten.

Fazit

Die Aufdach-Solaranlage ist die übliche Lösung für Photovoltaik auf bestehenden Häusern. Sie lässt das Dach, wie es ist, und lässt sich unabhängig von einer Sanierung nachrüsten. Indach lohnt den Blick, wenn das Dach ohnehin neu gedeckt wird oder die Optik im Vordergrund steht.

Entscheidend ist die Vorarbeit: Eindeckung, Tragfähigkeit und Schatten prüfen, dann erst Module wählen. Welche Photovoltaikanlage zu Ihrem Dach passt, zeigt der Solarrechner.

Quellen und Methodik

Die Angaben zu Verbreitung, Dachpotenzial, Ausrichtung, Alterung, Verschmutzung und Brandschutz stammen aus der Studie des Fraunhofer ISE. Die Einordnung zur Modultemperatur beruht auf der Methodenbeschreibung der Europäischen Kommission zu PVGIS. Die Tabellen zu Montagearten und Befestigungen sind qualitative Übersichten ohne Messwerte. Preise und Fördersätze nennt der Beitrag nicht, weil sie sich laufend ändern. Der Beitrag ersetzt keine Planung und keinen Statiknachweis.

  1. Fraunhofer ISE: Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland - Aufdach und integrierte Photovoltaik, Ausrichtung, Degradation, Verschmutzung, Brandschutz
  2. Europäische Kommission, Joint Research Centre: PVGIS, Datenquellen und Rechenmethoden - Modultemperatur je nach Montageart
  3. Europäische Kommission: PVGIS, Solarrechner - Ertrag nach Standort, Neigung und Ausrichtung
  4. Bundesnetzagentur: Marktstammdatenregister - Registrierung der Anlage
  5. Gefahrstoffverordnung - Umgang mit asbesthaltigen Bauteilen

Hinweis: Dieser Beitrag dient der unabhängigen Information und ersetzt keine Fachplanung. Ob Ihr Dach geeignet ist, klärt ein Fachbetrieb vor Ort. Solar.red steht in keiner Verbindung zu Herstellern oder den genannten Einrichtungen. Über die Anzeigen auf dieser Seite werden Anfragen an Fachbetriebe vermittelt, dafür erhält Solar.red eine Vergütung.

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