Von D. Volbracht
Das Wichtigste in Kürze
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe holt Wärme aus der Außenluft und gibt sie an das Heizungswasser ab, für Heizkörper, Fußbodenheizung und Warmwasser. Sie braucht keine Bohrung und ist deshalb die häufigste Wärmepumpe in Deutschland. In 160 ausgewerteten Angeboten kostete sie mit Einbau im Mittel 36.279 €, die KfW übernimmt 30 bis 70 % der förderfähigen Kosten, bei niedrigem Einkommen bis 80 %.
- Kosten mit Einbau: im Mittel 36.279 €, Spanne 20.228 € bis 63.061 € (Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz)
- Förderung: 30 % Grundförderung, 16 % Klimageschwindigkeitsbonus, bis 40 % Einkommensbonus, gerechnet auf höchstens 28.000 €
- Effizienz: Jahresarbeitszahl 3,4 im Mittel, gemessen 2,6 bis 4,9 in bestehenden Häusern (Fraunhofer ISE)
- Stromverbrauch: rund 5.294 kWh im Jahr bei 18.000 kWh Wärmebedarf und Jahresarbeitszahl 3,4 (eigene Rechnung)
- Lautstärke: gefördert werden nur Außengeräte, die mindestens 10 dB unter dem Ökodesign-Grenzwert liegen
- Heizkörper: eine Fußbodenheizung ist keine Voraussetzung, ausreichend große Heizkörper genügen
Was eine Luft-Wasser-Wärmepumpe in Ihrem Haus kostet, hängt von Heizlast, Heizkörpern und Aufstellort ab. Über das Formular erhalten Sie Angebote von Fachbetrieben aus Ihrer Region und können sie mit den Zahlen auf dieser Seite vergleichen.
Wie funktioniert eine Luft-Wasser-Wärmepumpe?
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe funktioniert wie ein Kühlschrank, nur umgekehrt. Der Kühlschrank holt Wärme aus seinem Inneren und gibt sie an die Küche ab. Die Wärmepumpe holt Wärme aus der Außenluft und gibt sie an das Heizungswasser ab. Daher der Name: Luft ist die Wärmequelle, Wasser trägt die Wärme ins Haus.
Möglich macht das ein Kältemittel, das schon bei sehr niedrigen Temperaturen verdampft. Deshalb kann die Wärmepumpe auch kalter Winterluft noch Wärme entziehen. Das Kältemittel läuft in einem geschlossenen Kreis durch vier Stationen.
- VerdampferEin Ventilator saugt Außenluft an. Das Kältemittel nimmt ihre Wärme auf und wird gasförmig.
- VerdichterEin Kompressor presst das Gas zusammen. Druck und Temperatur steigen stark an.
- VerflüssigerDas heiße Gas gibt seine Wärme an das Heizungswasser ab und wird wieder flüssig.
- ExpansionsventilDer Druck fällt ab, das Kältemittel kühlt aus. Der Kreislauf beginnt von vorn.
Strom braucht dabei vor allem der Verdichter. Effiziente Anlagen erzeugen die Heizwärme laut Energieberatung der Verbraucherzentrale zu etwa 75 % aus Umweltwärme und zu 25 % aus Strom. Aus einer Kilowattstunde Strom werden dann vier Kilowattstunden Wärme. Wie viel es im eigenen Haus wirklich ist, zeigt der Abschnitt zur Effizienz.
Von der Erdwärmepumpe unterscheidet sich die Luft-Wasser-Wärmepumpe durch die Quelle. Sie braucht weder Bohrung noch Brunnen, das macht den Einbau einfacher und günstiger. Einen Überblick gibt der Beitrag zu den Wärmepumpen-Arten.
Bauarten: Monoblock, Split und Innenaufstellung
Luft-Wasser-Wärmepumpen gibt es als Kompaktgerät und als Splitgerät. Beim Kompaktgerät, oft Monoblock genannt, steckt der ganze Kältekreis in einem Gehäuse. Steht es draußen, führen nur Wasserleitungen ins Haus. Beim Splitgerät ist die Technik auf ein Außengerät und ein Innengerät verteilt, dazwischen laufen Kältemittelleitungen.
Kompaktgeräte gibt es auch für die Innenaufstellung, etwa im Keller. Die Außenluft kommt dann über Kanäle durch die Wand. Das spart den Platz im Garten und verlegt das Geräusch ins Haus, braucht aber Wanddurchbrüche. Wichtig für die Förderung: Wärmepumpen, die Raumluft als Wärmequelle nutzen, sind laut Förderrichtlinie ausgeschlossen. Die Luft muss von draußen kommen.
Unterschied zur Luft-Luft-Wärmepumpe
Die Luft-Luft-Wärmepumpe nutzt dieselbe Quelle, gibt die Wärme aber direkt an die Raumluft ab, ähnlich wie eine Klimaanlage. Sie braucht keine Heizkörper und kein Heizungswasser, macht in dieser Form aber auch kein warmes Wasser. Wer eine Zentralheizung mit Heizkörpern oder Fußbodenheizung hat, ersetzt den Kessel in der Regel durch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Mehr dazu im Beitrag zur Luft-Luft-Wärmepumpe.
Kältemittel: warum Propan zum Standard wird
Das Kältemittel entscheidet über Umweltwirkung und Förderung. Die Förderrichtlinie des Bundes empfiehlt natürliche Kältemittel und nennt als Beispiele R290 (Propan), R600a (Isobutan), R1270 (Propen), R717 (Ammoniak), R718 (Wasser) und R744 (Kohlendioxid). Künftig werden nur noch Geräte mit natürlichem Kältemittel gefördert, der Termin steht im Abschnitt Stichtage. Achten Sie beim Kauf deshalb auf R290.
Welche Geräte infrage kommen, zeigt der Wärmepumpen-Test. Zu einzelnen Herstellern gibt es eigene Seiten, zum Beispiel zu Viessmann, Vaillant, Buderus, Bosch, Stiebel Eltron und Daikin.
Effizienz: COP, SCOP und Jahresarbeitszahl
Drei Kennzahlen beschreiben die Effizienz einer Luft-Wasser-Wärmepumpe, und nur eine davon sagt etwas über Ihre Stromrechnung. Alle drei geben an, wie viel Wärme aus einer Kilowattstunde Strom wird. Sie unterscheiden sich darin, unter welchen Bedingungen gemessen wird.
Der COP steht im Datenblatt und gilt nur für einen Betriebspunkt. Die Angabe A7/W35 bedeutet zum Beispiel 7 °C Außenluft und 35 °C warmes Heizungswasser. Ein COP von 4 heißt dann: Aus 1 kWh Strom werden 4 kWh Wärme. Vergleichen lassen sich nur Werte mit demselben Betriebspunkt. Der SCOP rechnet eine ganze Heizsaison durch und ist deshalb näher an der Praxis.
Die Jahresarbeitszahl ist die Zahl, auf die es ankommt. Sie berücksichtigt Ihr Haus, Ihre Heizkörper und Ihr Wetter. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale rät, sich die erwartete Jahresarbeitszahl vor dem Kauf berechnen zu lassen, weil der COP nur etwas über das Gerät auf dem Prüfstand aussagt.
Was Luft-Wasser-Wärmepumpen in der Praxis erreichen
Das Fraunhofer ISE hat vier Jahre lang 77 Wärmepumpen in bestehenden Ein- bis Dreifamilienhäusern gemessen, 61 davon Luft-Wasser-Wärmepumpen. Sie erreichten im Mittel eine Jahresarbeitszahl von 3,4. Das schlechteste Gerät kam auf 2,6, das beste auf 4,9. Erdwärmepumpen lagen im Mittel bei 4,3.
Einen Zusammenhang zwischen Baujahr des Hauses und Effizienz fand die Studie nicht. Den Unterschied macht die Temperatur des Heizungswassers. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz nennt als Faustwert 3 bis 4 % mehr Effizienz für jedes Grad weniger Vorlauftemperatur.
Stromverbrauch der Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Rechner
Der Stromverbrauch einer Luft-Wasser-Wärmepumpe ergibt sich aus zwei Zahlen: dem Wärmebedarf des Hauses und der Jahresarbeitszahl. Wärmebedarf geteilt durch Jahresarbeitszahl ergibt den Strom. Ein Haus mit 18.000 kWh Wärmebedarf braucht bei einer Jahresarbeitszahl von 3,4 also rund 5.294 kWh Strom im Jahr.
Zwischen dem schlechtesten und dem besten Wert liegt fast das Doppelte. Deshalb lohnt es sich mehr, die Vorlauftemperatur zu senken, als lange über Datenblätter zu grübeln. Tragen Sie Ihre eigenen Werte ein, den Wärmebedarf finden Sie im Energieausweis oder Sie leiten ihn aus dem bisherigen Verbrauch ab.
Näherung. Der Strompreis von 30 Cent ist ein Beispielwert, tragen Sie Ihren Tarif ein. Grundgebühr, Wartung und eigener Solarstrom sind nicht eingerechnet.
Mit einer Solaranlage sinken die Kosten. Das Fraunhofer ISE hat sechs Häuser mit Wärmepumpe und Photovoltaik untersucht: Ohne Batterie deckten sie 25 bis 40 % ihres Strombedarfs selbst, mit Batterie 32 bis 62 %. Mehr dazu im Beitrag zur Kombination mit Photovoltaik. Leistung und weitere Kennzahlen berechnet der Wärmepumpen-Rechner, alle laufenden Posten stehen im Beitrag zu den Betriebskosten der Wärmepumpe.
Kosten für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet inklusive Montage im Mittel rund 36.000 €. Das zeigt eine Auswertung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, die 160 echte Angebote für Ein- und Zweifamilienhäuser geprüft hat. Im Netz kursieren oft niedrigere Spannen, meist ohne Beleg und häufig nur für das Gerät. Alle Beträge hier sind Bruttopreise für die fertig eingebaute Anlage.
| Kennzahl | Betrag |
|---|---|
| Mittelwert | 36.279 € |
| Median | 34.979 € |
| Günstigstes Angebot | 20.228 € |
| Teuerstes Angebot | 63.061 € |
| Häufigster Bereich | 30.000 bis 40.000 € (61 % der Angebote ohne Heizkörpertausch) |
| Vollständige Angebote | im Mittel 37.564 €, Spanne 26.298 bis 52.032 € |
| Leistung der Geräte | 4 bis 18 kW, im Mittel 10 kW |
Kosten inklusive Montage: die einzelnen Posten
Den reinen Gerätepreis konnte die Verbraucherzentrale nicht sauber herausrechnen, weil er in den Angeboten meist mit anderen Teilen vermischt ist. Für die übrigen Posten gibt es Zahlen. Auffällig ist, wie oft sie fehlen: Nur rund ein Viertel der Angebote enthielt alle wesentlichen Leistungen.
| Posten | Mittelwert | Spanne | Fehlt in |
|---|---|---|---|
| Montage und Lohn | 6.997 € | 2.356 bis 12.492 € | gut 40 % nicht einzeln ausgewiesen |
| Elektroinstallation | 3.032 € | 488 bis 6.981 € | knapp 35 % |
| Warmwasserbereitung | 2.589 € | 482 bis 9.859 € | 12 % |
| Fundament | 1.507 € | 238 bis 3.451 € | 53 % |
| Pufferspeicher | 1.368 € | 449 bis 3.749 € | keine Angabe |
| Hydraulischer Abgleich | 1.159 € | 238 bis 2.660 € | rund 20 % |
| Heizkörpertausch | 679 € je Heizkörper | 326 bis 1.207 € je Heizkörper | rund 89 % |
Fehlen Fundament und Elektrik im Angebot, können laut Verbraucherzentrale zwischen 726 und 10.432 € dazukommen. Wer ein Komplettpaket kauft, sollte deshalb prüfen, ob wirklich alles drin ist. Worauf es ankommt, zeigt der Beitrag Wärmepumpen-Angebote vergleichen.
Die hier genannten Preise sind unverbindliche Richtwerte aus einer Auswertung von Angeboten in Rheinland-Pfalz (Stand der Auswertung: Juni 2025, abgerufen am 08.10.2026). Die tatsächlichen Kosten hängen vom Haus, vom Gerät, vom Betrieb und von der Region ab. Ein verbindlicher Preis steht nur im Angebot eines Fachbetriebs.
Was beim Tausch einer alten Heizung dazukommt, steht im Beitrag Gasheizung auf Wärmepumpe umrüsten. Die Finanzierung erklärt der Beitrag zum Wärmepumpen-Kredit.
Förderung für die Luft-Wasser-Wärmepumpe: Wie viel die KfW übernimmt
Die KfW bezuschusst die Luft-Wasser-Wärmepumpe im Programm 458 mit 30 bis 70 % der förderfähigen Kosten, bei niedrigem Einkommen mit bis zu 80 %. Gerechnet wird im Einfamilienhaus auf höchstens 28.000 €, auch wenn die Anlage mehr kostet. Die Förderung gilt für bestehende Wohngebäude, einen Rechtsanspruch gibt es nicht.
| Baustein | Satz | Bedingung |
|---|---|---|
| Grundförderung | 30 % | alle privaten Eigentümer, auch Vermieter |
| Klimageschwindigkeitsbonus | 16 % | selbst bewohnt; Austausch einer funktionstüchtigen Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung oder einer mindestens 20 Jahre alten Gas- oder Biomasseheizung |
| Einkommensbonus | 10, 30 oder 40 % | selbst bewohnt; zu versteuerndes Haushaltseinkommen bis 50.000, 40.000 oder 30.000 € |
| Obergrenze | 70 % | 80 % bei Einkommen bis 30.000 € |
Einen Effizienzbonus für natürliche Kältemittel, den es früher gab, führt die KfW in den aktuellen Konditionen nicht mehr auf. Mit einem Kind unter 18 Jahren im Haushalt liegen die Einkommensgrenzen um 10.000 € höher. Was das beim Mittelwert der Angebote ergibt, zeigt die Rechnung.
| Haushaltseinkommen | Satz ohne Klimabonus | Zuschuss | Eigenanteil | Satz mit Klimabonus | Zuschuss | Eigenanteil |
|---|---|---|---|---|---|---|
| über 50.000 € | 30 % | 8.400 € | 27.879 € | 46 % | 12.880 € | 23.399 € |
| bis 50.000 € | 40 % | 11.200 € | 25.079 € | 56 % | 15.680 € | 20.599 € |
| bis 40.000 € | 60 % | 16.800 € | 19.479 € | 70 % | 19.600 € | 16.679 € |
| bis 30.000 € | 70 % | 19.600 € | 16.679 € | 80 % | 22.400 € | 13.879 € |
Was das Gerät für die Förderung können muss
Nicht jede Luft-Wasser-Wärmepumpe wird gefördert. Die Förderrichtlinie des Bundes stellt technische Bedingungen, und geförderte Geräte stehen in der Wärmeerzeugerliste des BAFA. Fragen Sie den Fachbetrieb vor der Unterschrift, ob Ihr Modell dort gelistet ist.
- Geräusch: Das Außengerät liegt mindestens 10 dB unter dem Grenzwert der Ökodesign-Verordnung
- Auslegung: Die Anlage erreicht rechnerisch mindestens eine Jahresarbeitszahl von 3,0
- Effizienz des Geräts: jahreszeitbedingte Raumheizungs-Energieeffizienz von mindestens 150 % bei 35 °C und 125 % bei 55 °C
- Steuerung: digitale Schnittstelle für die netzorientierte Steuerung und Antrag auf ein intelligentes Messsystem
- Einbau: hydraulischer Abgleich mit Bestätigung des Fachbetriebs
Den Antrag stellen Sie vor Beginn der Arbeiten im Portal der KfW. Der Vertrag mit dem Fachbetrieb braucht eine Klausel, nach der er erst mit der Förderzusage gilt. Zusätzlich lässt sich laut KfW ein Ergänzungskredit zur Zwischenfinanzierung nutzen. Alle Bausteine erklärt der Beitrag zur Förderung der Wärmepumpe.
Stichtage: Welche Termine zählen
Für die Luft-Wasser-Wärmepumpe zählen die folgenden Termine. Der Klimageschwindigkeitsbonus und der Höchstbetrag sinken in festen Schritten, und die technischen Bedingungen werden strenger.
| Termin | Was gilt | Herkunft |
|---|---|---|
| Vor Beginn der Arbeiten | Förderantrag stellen, Vertrag mit Förderklausel | KfW |
| 1. Quartal 2027 | Wertschöpfungsbonus geplant: Für Wärmepumpen, die außerhalb der EU und assoziierter Märkte gebaut wurden, könnte die Grundförderung sinken. Details stehen aus | KfW |
| 01.02.2027 | Klimageschwindigkeitsbonus sinkt um 4 Prozentpunkte, Höchstbetrag um 750 €, danach halbjährlich zum 01.02. und 01.08. | KfW |
| 01.07.2027 | Die digitale Schnittstelle neuer Wärmepumpen muss ein einheitliches Format haben, zum Beispiel EEBUS | Förderrichtlinie BEG EM |
| 01.01.2028 | Gefördert werden nur noch Wärmepumpen mit natürlichem Kältemittel wie R290 | Förderrichtlinie BEG EM |
| 01.08.2028 | kein Klimageschwindigkeitsbonus mehr für neue Anträge | KfW |
Für die Planung heißt das: Wer eine alte Heizung ersetzt, bekommt mit jedem halben Jahr Wartezeit weniger Zuschuss. Und wer jetzt ein Gerät mit R290 und einheitlicher Schnittstelle wählt, muss sich um die späteren Termine nicht mehr kümmern.
Altbau, Heizkörper und Vorlauftemperatur
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe funktioniert auch im Altbau, wenn die Heizung mit niedrigen Temperaturen auskommt. Das Fraunhofer ISE hat Häuser mit Baujahren von 1826 bis 2001 untersucht und kommt zu dem Schluss, dass Wärmepumpen dort effizient heizen, ohne dass die Gebäude auf Neubaustandard saniert werden müssen.
Entscheidend ist die Vorlauftemperatur, also die Temperatur des Wassers, das in die Heizkörper fließt. Je niedriger sie ist, desto weniger Strom braucht die Wärmepumpe. Eine Fußbodenheizung hilft dabei, ist aber keine Voraussetzung. Laut Fraunhofer ISE lassen sich ausreichend große Heizkörper im Mittel mit ähnlich niedrigen Temperaturen betreiben wie eine Flächenheizung.
Oft sind nur einzelne Heizkörper zu klein, etwa im Bad oder im Wohnzimmer. Dann werden nur diese getauscht. Die Verbraucherzentrale sieht darin großes Sparpotenzial, in den ausgewerteten Angeboten war ein Heizkörpertausch aber in fast neun von zehn Fällen gar nicht vorgesehen. Fragen Sie ausdrücklich danach.
Vorsicht bei Hochtemperatur-Wärmepumpen. Sie werden laut Energieberatung der Verbraucherzentrale für Heizungswasser bis 70 °C beworben. Das klingt nach einer einfachen Lösung für alte Heizkörper, kann aber hohe Stromkosten bedeuten. Lassen Sie sich vorher ausrechnen, was der Betrieb bei diesen Temperaturen kostet. Mehr dazu steht im Beitrag zur Wärmepumpe im Altbau.
Lautstärke und Aufstellort
Das Geräusch einer Luft-Wasser-Wärmepumpe kommt vom Ventilator und vom Verdichter im Außengerät. Wie laut es beim Nachbarn ankommt, hängt weniger vom Datenblatt ab als vom Aufstellort. Das Fraunhofer ISE nennt vier Einflüsse: den Schallleistungspegel des Geräts, die Betriebsweise, den Aufstellort und den Schallschutz.
Die Forscher haben an fünf zufällig gewählten Anlagen über lange Zeit gemessen. An zwei Häusern war der Umgebungslärm so stark, dass die Wärmepumpe beim Nachbarn kaum auffiel. An drei Standorten hob sie sich nachts zeitweise messbar ab, zum Beispiel bei einem Reihenmittelhaus. Enge Bebauung ist also der kritische Fall.
- Außengerät nicht in Ecken oder zwischen zwei Wände stellen, dort wird der Schall zurückgeworfen
- Ausblasseite nicht auf Schlafzimmerfenster oder die Terrasse des Nachbarn richten
- Abstand zur Grundstücksgrenze mit dem Fachbetrieb klären, die Regeln sind je nach Bundesland verschieden
- Leisen Nachtbetrieb einstellen lassen, wenn das Gerät ihn bietet
Für die Förderung gilt zusätzlich die 10-dB-Regel aus dem Abschnitt Förderung. Steht das Gerät schon und stört, hilft eine Schallschutzhaube für die Wärmepumpe.
Planung: Heizlast, Auslegung und typische Fehler
Der wichtigste Schritt bei der Planung einer Luft-Wasser-Wärmepumpe ist die Heizlastberechnung. Sie ermittelt Raum für Raum, wie viel Wärme das Haus am kältesten Tag braucht, und bestimmt damit die Größe des Geräts. Die Leistung des alten Kessels taugt dafür nicht, denn Kessel wurden oft zu groß gewählt.
Der häufigste Fehler ist ein zu großes Gerät. In der Feldstudie des Fraunhofer ISE waren viele Wärmepumpen gemessen am Verbrauch überdimensioniert und schalteten sehr oft ein und aus. Dieses Takten kostet Effizienz und verkürzt laut Verbraucherzentrale die Lebensdauer. Sie rät deshalb, die Leistung eher knapp auszulegen und auf Sicherheitszuschläge zu verzichten.
| Fehler | Folge | Abhilfe |
|---|---|---|
| Gerät zu groß | häufiges Takten, mehr Verschleiß, schlechtere Effizienz | Heizlast berechnen, Leistung knapp auslegen |
| Vorlauftemperatur zu hoch | hoher Stromverbrauch | hydraulischer Abgleich, zu kleine Heizkörper tauschen |
| Pufferspeicher zu groß | unnötige Kosten und Wärmeverluste | so klein wie möglich, über 300 Liter im Einzelfall prüfen |
| Heizung und Warmwasser im Kombispeicher nicht sauber getrennt | Wärme wird unnötig auf Warmwasser-Temperatur erzeugt | Speicherkonzept und Regelung prüfen lassen |
| Angebot unvollständig | Nachträge für Fundament und Elektrik | alle Posten einzeln ausweisen lassen |
| Aufstellort schlecht gewählt | Ärger mit Nachbarn | Schall vor dem Einbau planen |
Ablauf in sieben Schritten
- Heizlast berechnen lassen und Heizkörper prüfen.
- Mehrere Angebote einholen, mit allen Posten einzeln.
- Vertrag mit Förderklausel schließen und den Förderantrag stellen, bevor die Arbeiten beginnen.
- Fundament setzen und das Außengerät aufstellen.
- Innenteil und Speicher anschließen, bei Splitgeräten die Kältemittelleitungen verlegen.
- Elektrik anschließen und den hydraulischen Abgleich durchführen.
- Inbetriebnahme, Einweisung und Nachweise bei der KfW einreichen.
Nach der Förderzusage haben Sie laut KfW 36 Monate Zeit für die Umsetzung. Der Einbau selbst ist in der Regel eine Sache von Tagen, länger dauern Planung, Angebote und Lieferzeit.
Luft-Wasser-Wärmepumpe: Vor- und Nachteile
Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist die einfachste und günstigste Wärmepumpe im Einbau, dafür die am wenigsten effiziente im Betrieb. So ordnet es die Energieberatung der Verbraucherzentrale ein. Für die meisten Einfamilienhäuser geht diese Rechnung auf, weil Bohrung oder Brunnen entfallen.
Vorteile
- Keine Erdarbeiten, keine Bohrung, kein Brunnen
- Wenig Platzbedarf im Haus
- Geringere Investition als bei Erdwärme oder Grundwasser
- Auch in bestehenden Häusern mit Heizkörpern einsetzbar
- Zuschuss von 30 bis 80 % der förderfähigen Kosten
- Viele Geräte können im Sommer auch kühlen
Nachteile
- Geringste Effizienz unter den Wärmepumpen, dadurch höhere Betriebskosten
- Leistung sinkt an sehr kalten Tagen, dann hilft ein Elektroheizstab
- Geräusch des Ventilators, Aufstellort muss stimmen
- Stromkosten hängen stark von der Vorlauftemperatur ab
- Angebote oft unvollständig und schwer vergleichbar
Zum Heizstab gibt es einen beruhigenden Messwert. In der Feldstudie des Fraunhofer ISE lieferte er bei Luft-Wasser-Wärmepumpen nur 1,3 % der elektrischen Arbeit, allerdings in vergleichsweise milden Wintern. Wer mehr Effizienz will und ein passendes Grundstück hat, findet die Alternative im Beitrag zur Sole-Wasser-Wärmepumpe.
Wartung und Lebensdauer
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe braucht wenig Wartung, aber nicht keine. Sie verbrennt nichts, deshalb entfallen Brenner, Abgasweg und Schornsteinfeger. Geprüft werden der Kältekreis, die Regelung, die Wasseranschlüsse und das Außengerät. Was eine Wartung kostet, hängt vom Betrieb und vom Vertrag ab, verlässliche unabhängige Zahlen dazu gibt es nicht.
Selbst können Sie das Außengerät frei halten. Laub, Schnee und zugewachsene Sträucher behindern den Luftstrom und kosten Effizienz. Schauen Sie im Herbst und Winter nach, ob das Tauwasser ablaufen kann. Wenn das Gerät vereist, taut es sich selbst ab, das ist normal.
Zur Lebensdauer gibt es vor allem Herstellerangaben, die meist 15 bis 20 Jahre nennen und im Interesse der Hersteller eher freundlich ausfallen. Unabhängig belegt ist, was die Lebensdauer verkürzt: häufiges Ein- und Ausschalten durch ein zu großes Gerät. Die richtige Auslegung ist also auch die beste Pflege.
Häufige Fragen
Was kostet eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Einbau?
Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hat 160 Angebote für Luft-Wasser-Wärmepumpen in Ein- und Zweifamilienhäusern ausgewertet. Im Mittel kostete die Anlage mit Einbau 36.279 Euro, die Spanne reichte von 20.228 bis 63.061 Euro. Die meisten Angebote lagen zwischen 30.000 und 40.000 Euro. Die KfW übernimmt davon 30 bis 70 Prozent der förderfähigen Kosten, bei niedrigem Einkommen bis 80 Prozent.
Wie viel Strom braucht eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im Jahr?
Der Stromverbrauch ergibt sich aus dem Wärmebedarf des Hauses geteilt durch die Jahresarbeitszahl. Ein Haus mit 18.000 Kilowattstunden Wärmebedarf braucht bei der vom Fraunhofer ISE gemessenen mittleren Jahresarbeitszahl von 3,4 rund 5.294 Kilowattstunden Strom im Jahr. Mit der niedrigsten gemessenen Jahresarbeitszahl von 2,6 wären es 6.923 Kilowattstunden, mit der höchsten von 4,9 nur 3.673.
Was ist der Nachteil einer Luft-Wasser-Wärmepumpe?
Die Luft-Wasser-Wärmepumpe hat laut Energieberatung der Verbraucherzentrale die geringste Effizienz unter den Wärmepumpen und damit die höheren Betriebskosten. An sehr kalten Tagen sinkt ihre Leistung, dann hilft meist ein Elektroheizstab. Dazu kommt das Geräusch des Ventilators im Außengerät, weshalb der Aufstellort sorgfältig gewählt werden muss.
Was ist der Unterschied zwischen Luft-Luft-Wärmepumpe und Luft-Wasser-Wärmepumpe?
Beide holen die Wärme aus der Außenluft. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe gibt sie an das Heizungswasser ab und versorgt damit Heizkörper, Fußbodenheizung und Warmwasser. Die Luft-Luft-Wärmepumpe erwärmt direkt die Raumluft, ähnlich wie eine Klimaanlage, und braucht keine Heizkörper. Für ein Haus mit vorhandener Zentralheizung ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe der übliche Ersatz für den Kessel.
Ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe sinnvoll?
In den meisten Häusern ja. In der Feldstudie des Fraunhofer ISE erreichten Luft-Wasser-Wärmepumpen in bestehenden Ein- bis Dreifamilienhäusern im Mittel eine Jahresarbeitszahl von 3,4, ohne dass die Häuser auf Neubaustandard saniert waren. Entscheidend ist, dass die Heizung mit niedrigen Temperaturen auskommt und die Wärmepumpe passend zur Heizlast ausgelegt wird.
Funktioniert eine Luft-Wasser-Wärmepumpe auch bei Minusgraden?
Ja. Das Kältemittel verdampft schon bei sehr niedrigen Temperaturen und kann deshalb auch kalter Winterluft Wärme entziehen. Bei strengem Frost sinken Leistung und Effizienz, dann schaltet sich in der Regel ein Elektroheizstab zu. In der Feldstudie des Fraunhofer ISE lieferte der Heizstab bei Luft-Wasser-Wärmepumpen nur 1,3 Prozent der elektrischen Arbeit, bei vergleichsweise milder Witterung.
Brauche ich für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe eine Fußbodenheizung?
Nein. Eine Fußbodenheizung ist günstig, weil sie mit niedrigen Temperaturen auskommt, aber keine Voraussetzung. Laut Fraunhofer ISE lassen sich ausreichend große Heizkörper im Mittel mit ähnlich niedrigen Temperaturen betreiben wie eine Flächenheizung. Sind einzelne Heizkörper zu klein, werden nur diese getauscht.
Was bedeuten COP, SCOP und JAZ bei einer Wärmepumpe?
Der COP ist die Leistungszahl vom Prüfstand bei einem festen Betriebspunkt. Der SCOP rechnet eine ganze Heizsaison mit wechselnden Temperaturen durch. Die Jahresarbeitszahl, kurz JAZ, beschreibt die Effizienz im konkreten Haus über ein Jahr und entscheidet über die Stromkosten. Für die Förderung muss die Wärmepumpe so ausgelegt sein, dass sie mindestens eine Jahresarbeitszahl von 3,0 erreicht.
Wie laut darf eine Luft-Wasser-Wärmepumpe sein?
Für die Förderung gilt eine klare Regel: Das Außengerät muss mindestens 10 Dezibel leiser sein als der Grenzwert der europäischen Ökodesign-Verordnung. Geförderte Geräte stehen in der Wärmeerzeugerliste des BAFA. Unabhängig davon müssen am Nachbargrundstück die gesetzlichen Vorgaben zum Schallschutz eingehalten werden, was vor allem vom Aufstellort abhängt.
Kann man mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe kühlen?
Viele Geräte können das. Dafür wird der Kreisprozess umgekehrt: Die Wärmepumpe entzieht dem Heizungswasser Wärme und gibt sie an die Außenluft ab. Die Kühlung braucht Strom. Ob Ihr Gerät und Ihre Heizflächen dafür geeignet sind, klärt der Fachbetrieb bei der Planung.
Fazit: Lohnt sich eine Luft-Wasser-Wärmepumpe?
Für die meisten Einfamilienhäuser ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe die richtige Wahl. Sie kommt ohne Bohrung aus, passt auch zu vorhandenen Heizkörpern und hat in echten Altbauten gezeigt, dass sie sparsam heizt. Am meisten lohnt sie sich, wenn Sie selbst im Haus wohnen, eine alte Heizung ersetzen und Ihre Heizkörper mit mäßig warmem Wasser auskommen.
Mein Tipp: Sparen Sie nicht am Gerät, sondern an der Vorlauftemperatur. Ein passend ausgelegtes Gerät und zwei größere Heizkörper bringen mehr als das teuerste Modell. Wenn Ihr Haus nur mit sehr heißem Heizwasser warm wird oder das Außengerät dicht am Nachbarn stehen müsste, lassen Sie das zuerst prüfen. Lassen Sie die Heizlast berechnen und vergleichen Sie mehrere Angebote, in denen Fundament, Elektrik und hydraulischer Abgleich drinstehen.
Den Preis für Ihr Haus erfahren Sie nur vom Fachbetrieb. Über das Formular erhalten Sie Angebote von Installateuren aus Ihrer Region und können sie Posten für Posten vergleichen.
Quellen und Methodik
Kosten stammen aus der Auswertung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, Fördersätze von der KfW, technische Förderbedingungen aus der Förderrichtlinie des Bundes, Messwerte vom Fraunhofer ISE, die Beschreibung der Technik von der Energieberatung der Verbraucherzentrale. Solar.red hat keine Geräte gemessen und keine Angebote erhoben. Stromverbrauch, Fördertabelle und Rechner sind eigene Rechnungen, der Strompreis ist ein Beispielwert, die Lebensdauer eine Herstellerangabe.
- Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz: Luft-Wasser-Wärmepumpen, eine Auswertung von 160 Angeboten - Gesamtkosten, Einzelposten, Auslegung und Pufferspeicher
- KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen, Wohngebäude (458) - Fördersätze, Höchstbetrag und Fördertermine
- Bundesministerium für Wirtschaft und Energie: Förderrichtlinie BEG Einzelmaßnahmen, Bundesanzeiger - Geräusch, Jahresarbeitszahl, Effizienz, Kältemittel und Schnittstelle
- Fraunhofer ISE: Wärmepumpen heizen auch im Altbau klimafreundlich - Jahresarbeitszahlen, Heizstab, Schallmessungen und Photovoltaik
- Energieberatung der Verbraucherzentrale: Luft-Wasser-Wärmepumpe - Funktionsweise, Bauarten, Vor- und Nachteile
Hinweis: Die genannten Kosten stammen aus einer Auswertung von Angeboten und sind kein Angebot für Ihr Haus. Fördersätze, Höchstbeträge, Stichtage und technische Anforderungen können sich ändern. Der Rechner liefert eine Näherung und ersetzt keine Heizlastberechnung. Für die Auslegung und ein verbindliches Angebot wenden Sie sich an einen Fachbetrieb. Alle Angaben ohne Gewähr.
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