Von D. Volbracht
Das Wichtigste in Kürze
Es gibt vier Hauptarten von Wärmepumpen: Luft-Wasser, Sole-Wasser (Erdwärme), Wasser-Wasser (Grundwasser) und Luft-Luft. Sie unterscheiden sich in der Wärmequelle und damit in Aufwand, Effizienz und Genehmigung. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist am einfachsten einzubauen, Erdwärme und Grundwasser arbeiten sparsamer, kosten aber mehr in der Erschließung.
- Luft-Wasser: keine Bohrung, Jahresarbeitszahl im Mittel 3,4 in bestehenden Häusern (Fraunhofer ISE)
- Sole-Wasser: Erdsonden bis 100 m Tiefe oder Erdkollektoren, Jahresarbeitszahl im Mittel 4,3 (Fraunhofer ISE)
- Wasser-Wasser: zwei Brunnen und wasserrechtliche Genehmigung, höchste Effizienz bei 8 bis 12 °C Grundwassertemperatur (Verbraucherzentrale)
- Luft-Luft: heizt direkt die Raumluft, braucht keine Heizkörper, macht kein Warmwasser
- Kosten: Luft-Wasser mit Einbau im Mittel 36.279 € (Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz), Erdwärme und Grundwasser liegen wegen der Erschließung darüber
- Förderung: für alle Arten 30 bis 70 % der förderfähigen Kosten, bei niedrigem Einkommen bis 80 %
Welche Art zu Ihrem Haus passt und was sie kostet, zeigt erst ein Angebot mit Heizlastberechnung. Über das Formular erhalten Sie Angebote von Fachbetrieben aus Ihrer Region und können die Varianten nebeneinanderlegen.
Welche Arten von Wärmepumpen gibt es?
Wärmepumpen werden nach ihrer Wärmequelle unterschieden: Luft, Erdreich oder Grundwasser. Der Name sagt, woher die Wärme kommt und wohin sie geht. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe holt Wärme aus der Luft und gibt sie an das Heizungswasser ab. Die Verbraucherzentrale nennt vier Hauptarten.
Die Technik im Inneren ist bei allen gleich. Ein Kältemittel verdampft mit der Wärme aus der Umwelt, ein Verdichter presst es zusammen und macht es heiß, dann gibt es die Wärme an die Heizung ab. Der Unterschied liegt allein in der Quelle. Je wärmer und gleichmäßiger sie ist, desto weniger Strom braucht die Wärmepumpe.
| Art | Wärmequelle | Erschließung | Gemessene Jahresarbeitszahl | Genehmigung |
|---|---|---|---|---|
| Luft-Wasser | Außenluft, Temperatur schwankt mit dem Wetter | Außengerät mit Ventilator | im Mittel 3,4 (2,6 bis 4,9) | keine Bohrung, Schallschutz beachten |
| Sole-Wasser | Erdreich, 7 bis 13 °C | Erdsonden bis 100 m oder Erdkollektoren in 1,2 bis 1,5 m Tiefe | im Mittel 4,3 (3,6 bis 5,4) | für Erdsonden nötig |
| Wasser-Wasser | Grundwasser, 8 bis 12 °C | Förderbrunnen und Schluckbrunnen | nicht in der Studie gemessen | wasserrechtliche Genehmigung nötig |
| Luft-Luft | Außenluft | Außengerät und Innengeräte, keine Heizkörper | nicht in der Studie gemessen | keine Bohrung |
Die häufigste Art in Deutschland ist laut Fraunhofer ISE die Luft-Wasser-Wärmepumpe. Die Gründe sind einfach: Sie braucht kein großes Grundstück, keine Bohrung und keine Genehmigung für die Wärmequelle. Wer mehr Effizienz will, muss dafür mehr Aufwand bei der Erschließung in Kauf nehmen.
Luft-Wasser-Wärmepumpe
Die Luft-Wasser-Wärmepumpe nutzt die Außenluft als Wärmequelle und gibt die Wärme an das Heizungswasser ab. Ein Ventilator saugt die Luft an und führt sie über einen Verdampfer, in dem das Kältemittel die Wärme aufnimmt. Weil weder Erdarbeiten noch Bohrungen nötig sind, ist sie laut Verbraucherzentrale vergleichsweise günstig in Anschaffung und Einbau.
Ihr Nachteil ist die Quelle selbst. Luft ist ausgerechnet dann am kältesten, wenn das Haus die meiste Wärme braucht. Bei sehr niedrigen Temperaturen sinkt die Effizienz, dann hilft meist ein Elektroheizstab. In der Feldstudie des Fraunhofer ISE lieferte er allerdings nur 1,3 % der elektrischen Arbeit, bei vergleichsweise milder Witterung.
Es gibt zwei Bauformen. Beim Monoblock steckt der ganze Kältekreis in einem Gehäuse, beim Splitgerät ist er auf ein Außengerät und ein Innengerät verteilt. Dazu kommt das Geräusch des Ventilators, weshalb der Aufstellort früh geplant werden sollte. Alle Einzelheiten stehen im Beitrag zur Luft-Wasser-Wärmepumpe.
Sole-Wasser-Wärmepumpe: Erdwärme
Die Sole-Wasser-Wärmepumpe, auch Erdwärmepumpe genannt, holt die Wärme aus dem Erdreich. Dort zirkuliert ein Gemisch aus Wasser und Frostschutz, die Sole, durch Rohre und bringt die Erdwärme zur Wärmepumpe. Das Erdreich hat laut Verbraucherzentrale das ganze Jahr relativ konstante 7 bis 13 °C. Deshalb arbeitet diese Art auch im Winter sparsam und kommt in der Regel ohne zweiten Wärmeerzeuger aus.
Für die Erschließung gibt es zwei Wege. Erdsonden werden senkrecht bis zu 100 m tief gebohrt. Sie brauchen wenig Platz und können überbaut werden, erfordern aber eine behördliche Genehmigung und sind teurer. Erdkollektoren werden waagerecht in etwa 1,2 bis 1,5 m Tiefe verlegt. Sie sind einfacher und günstiger, brauchen aber eine große Fläche, die nicht bebaut oder versiegelt werden darf.
Erdsonde
- Geringer Flächenbedarf, überbaubar
- Sehr effizient, niedrige Betriebskosten
- Heizen und Kühlen möglich
- Aufwendiger in Planung und Einbau, höhere Anschaffungskosten
Erdkollektor
- Einfacher in Planung und Einbau
- Geringere Anschaffungskosten
- Hoher Flächenbedarf
- Fläche darf nicht überbaut oder versiegelt werden
Wie viele Sonden oder wie viel Fläche nötig sind, hängt von der Heizlast des Hauses und vom Boden ab. Je mehr Wärme das Haus braucht, desto tiefer oder zahlreicher werden die Bohrungen. Bei Altbauten mit hoher Heizlast werden Erdkollektoren laut Energieberatung der Verbraucherzentrale deshalb selten gewählt. Mehr dazu im Beitrag zur Sole-Wasser-Wärmepumpe.
Wasser-Wasser-Wärmepumpe: Grundwasser
Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe nutzt das Grundwasser als Wärmequelle und gehört laut Verbraucherzentrale zu den effizientesten Systemen. Grundwasser hat das ganze Jahr 8 bis 12 °C und schwankt kaum. Die Wärmepumpe braucht deshalb auch bei strengem Frost keine elektrische Zusatzheizung. Im Sommer kann das kühle Grundwasser zusätzlich das Haus kühlen, ohne dass der Verdichter läuft.
Nötig sind zwei Brunnen. Der Förderbrunnen bringt das Wasser zur Wärmepumpe, der Schluckbrunnen leitet das abgekühlte Wasser zurück in den Boden. Der Schluckbrunnen muss in Fließrichtung hinter dem Förderbrunnen liegen, damit kein abgekühltes Wasser wieder angesaugt wird.
Die Hürden liegen im Untergrund und bei den Behörden. Das Grundwasser sollte laut Energieberatung der Verbraucherzentrale in etwa 8 bis 20 m Tiefe erreichbar sein, sonst wird der Brunnenbau zu teuer. Enthält es zu viel Eisen oder Mangan, setzen sich die Brunnen zu, Fachleute sprechen von Verockerung. Dazu kommt die wasserrechtliche Genehmigung, erste Anlaufstelle ist die untere Wasserbehörde. In Wasserschutzgebieten ist sie unwahrscheinlich. Mehr dazu im Beitrag zur Wasser-Wasser-Wärmepumpe.
Luft-Luft-Wärmepumpe und Sonderformen
Die Luft-Luft-Wärmepumpe gibt die Wärme direkt an die Raumluft ab und braucht kein Heizungswasser. Technisch ist sie ein Klimasplitgerät, das für das Heizen im Winter ausgelegt ist. Ein Außengerät entzieht der Luft Wärme, Innengeräte blasen sie in die Räume. Der Einbau ist einfach, weil keine Heizungsrohre nötig sind, und viele Geräte können im Sommer kühlen.
Zwei Dinge kann sie nicht. Sie macht kein Warmwasser, dafür braucht es eine eigene Lösung. Und sie ist an sehr kalten Tagen weniger effizient. Am besten passt sie laut Energieberatung der Verbraucherzentrale in gut gedämmte Gebäude. Mehr dazu im Beitrag zur Luft-Luft-Wärmepumpe.
Warmwasser-Wärmepumpe
Die Warmwasser-Wärmepumpe, auch Brauchwasserwärmepumpe genannt, erwärmt nur das Trinkwasser und heizt keine Räume. Sie ist eine kleine Luft-Wasser-Wärmepumpe, die meist die Wärme der Raumluft nutzt, etwa im Keller. Sie passt als Ergänzung zu einer bestehenden Heizung. Für die Förderung ist wichtig: Wärmepumpen mit Raumluft als Wärmequelle sind laut Förderrichtlinie ausgeschlossen.
Abluftwärmepumpe
Die Abluftwärmepumpe ist eine Variante der Luft-Wasser-Wärmepumpe, die statt Außenluft die verbrauchte Luft aus dem Haus nutzt. Laut Verbraucherzentrale kann sie sehr effizient sein und lohnt sich vor allem in sehr gut gedämmten Gebäuden mit Lüftungsanlage.
Hybridheizung
Bei einer Hybridheizung arbeitet eine Wärmepumpe mit einem zweiten Wärmeerzeuger zusammen, zum Beispiel einem Gas-, Öl- oder Pelletkessel. Der Kessel springt an besonders kalten Tagen ein oder teilt sich die Arbeit mit der Wärmepumpe. Das kommt vor allem bei Luft-Wärmepumpen vor. Was das beim Tausch einer alten Heizung bedeutet, steht im Beitrag Gasheizung auf Wärmepumpe umrüsten.
Wärmepumpen-Arten im Vergleich: Effizienz
Erdwärmepumpen arbeiten messbar sparsamer als Luft-Wasser-Wärmepumpen. Das Fraunhofer ISE hat vier Jahre lang 77 Wärmepumpen in bestehenden Ein- bis Dreifamilienhäusern gemessen, 61 mit Luft und 16 mit Erdreich als Quelle. Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichten im Mittel eine Jahresarbeitszahl von 3,4, Erdwärmepumpen 4,3.
Die Jahresarbeitszahl sagt, wie viel Wärme über ein Jahr aus einer Kilowattstunde Strom wird. Bei 4,3 sind es 4,3 kWh Wärme. Auffällig ist die Spanne: Die beste Luft-Wasser-Wärmepumpe war sparsamer als die schlechteste Erdwärmepumpe. Die Art allein entscheidet also nicht, Planung und Vorlauftemperatur zählen genauso.
COP, SCOP und Jahresarbeitszahl
In Datenblättern stehen zwei andere Zahlen. Der COP ist die Leistungszahl vom Prüfstand bei einem festen Betriebspunkt, der SCOP rechnet eine ganze Heizsaison durch. Beide beschreiben das Gerät, nicht Ihr Haus. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale rät deshalb, sich vor dem Kauf die erwartete Jahresarbeitszahl berechnen zu lassen. Gute Anlagen erreichen nach ihrer Einschätzung mindestens 3,5, im Altbau sollte es mindestens 3 sein.
Kältemittel
Unabhängig von der Art lohnt der Blick auf das Kältemittel. Die Förderrichtlinie des Bundes empfiehlt natürliche Kältemittel wie R290 (Propan) und macht sie künftig zur Bedingung. Der Termin steht im Abschnitt Stichtage.
Rechner: Stromkosten Luft gegen Erdwärme
Die Erdwärmepumpe spart Strom, kostet aber mehr in der Erschließung. Der Rechner zeigt, wie groß der Unterschied bei den Stromkosten ist. Er rechnet mit den gemessenen Mittelwerten des Fraunhofer ISE: Jahresarbeitszahl 3,4 für Luft-Wasser und 4,3 für Erdwärme.
Näherung mit Mittelwerten aus einer Feldstudie. Ihr Haus kann besser oder schlechter liegen. Der Strompreis ist ein Beispielwert, Preissteigerungen, Zinsen und Wartung sind nicht eingerechnet. Für Grundwasser-Wärmepumpen liegt kein Messwert aus der Studie vor.
Mit den Startwerten kostet der Strom für die Luft-Wasser-Wärmepumpe 1.588 € im Jahr, für die Erdwärmepumpe 1.256 €. Der Unterschied von rund 330 € im Jahr ist das Budget, aus dem sich die Bohrung bezahlen muss. Leistung und weitere Kennzahlen berechnet der Wärmepumpen-Rechner.
Kosten der Wärmepumpen-Arten
Belastbare Preise gibt es nur für die Luft-Wasser-Wärmepumpe. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hat 160 echte Angebote für Ein- und Zweifamilienhäuser ausgewertet. Für Erdwärme und Grundwasser fehlt eine vergleichbare Auswertung. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale nennt für Wärmepumpen im Einfamilienhaus insgesamt eine Spanne von 20.000 bis 50.000 € inklusive Installation.
| Art | Kosten mit Einbau | Was die Kosten treibt | Herkunft |
|---|---|---|---|
| Luft-Wasser | im Mittel 36.279 €, Spanne 20.228 bis 63.061 € | Montage, Elektrik, Fundament, Speicher | Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, 160 Angebote |
| Sole-Wasser, Erdsonde | keine belastbare Auswertung, höher als Luft-Wasser | Bohrung, Genehmigung, Versicherung der Bohrung | Einordnung der Verbraucherzentrale |
| Sole-Wasser, Kollektor | keine belastbare Auswertung, günstiger als Erdsonden | Erdarbeiten, große Fläche | Einordnung der Verbraucherzentrale |
| Wasser-Wasser | keine belastbare Auswertung, oft günstiger als Erdsonden | zwei Brunnen, Gutachten zum Grundwasser | Einordnung der Verbraucherzentrale |
| Alle Arten | 20.000 bis 50.000 € | Art, Leistung, Haus | Energieberatung der Verbraucherzentrale |
Im Netz stehen für Erdwärme und Grundwasser viele konkrete Preisspannen. Sie stammen fast immer von Anbietern und lassen sich nicht nachprüfen, deshalb nennt Solar.red hier keine. Fest steht nur die Richtung: Bohrung und Brunnen kosten zusätzlich, und der Betrag hängt stark vom Untergrund ab.
Die hier genannten Preise sind unverbindliche Richtwerte. Für Luft-Wasser-Wärmepumpen stammen sie aus einer Auswertung von Angeboten in Rheinland-Pfalz (Stand der Auswertung: Juni 2025, abgerufen am 08.10.2026). Die tatsächlichen Kosten hängen vom Haus, vom Gerät, vom Untergrund, vom Betrieb und von der Region ab. Ein verbindlicher Preis steht nur im Angebot eines Fachbetriebs.
Welche Posten in ein vollständiges Angebot gehören, zeigt der Beitrag Wärmepumpen-Angebote vergleichen. Die laufenden Kosten stehen im Beitrag zu den Betriebskosten der Wärmepumpe.
Förderung: Was für welche Art gilt
Die Fördersätze der KfW sind für alle Wärmepumpen-Arten gleich. Im Programm 458 gibt es 30 % Grundförderung, dazu 16 % Klimageschwindigkeitsbonus beim Tausch einer alten Heizung und je nach Einkommen 10, 30 oder 40 % Einkommensbonus. Insgesamt sind höchstens 70 % möglich, bis 30.000 € Einkommen 80 %. Gerechnet wird im Einfamilienhaus auf höchstens 28.000 €.
Einen Extra-Bonus für Erdwärme, Grundwasser oder natürliche Kältemittel, den es früher gab, führt die KfW in den aktuellen Konditionen nicht mehr auf. Unterschiede zwischen den Arten gibt es aber bei den technischen Bedingungen der Förderrichtlinie.
| Art | Mindest-Effizienz bei 35 °C | Mindest-Effizienz bei 55 °C | Besondere Bedingung |
|---|---|---|---|
| Luft-Wasser | 150 % | 125 % | Außengerät mindestens 10 dB unter dem Ökodesign-Grenzwert |
| Sole-Wasser | 180 % | 140 % | bei neuen Erdsonden: zertifizierte Bohrfirma und Versicherung der Bohrung |
| Wasser-Wasser | 180 % | 140 % | keine zusätzliche |
| Luft-Luft bis 12 kW | 181 %, Effizienzklasse A++ oder A+++ | keine zusätzliche | |
| Raumluft als Quelle | nicht förderfähig | betrifft vor allem Warmwasser-Wärmepumpen | |
Die Prozentwerte sind die jahreszeitbedingte Raumheizungs-Energieeffizienz, eine Kennzahl aus dem Datenblatt. Für alle Arten gilt außerdem: Die Anlage muss rechnerisch eine Jahresarbeitszahl von mindestens 3,0 erreichen, ein hydraulischer Abgleich ist Pflicht, und das Gerät braucht eine digitale Schnittstelle für die netzorientierte Steuerung.
Die Förderung gilt für bestehende Wohngebäude, nicht für den Neubau. Den Antrag stellen Sie vor Beginn der Arbeiten. Was das bei typischen Kosten als Zuschuss ergibt, rechnet der Beitrag zur Förderung der Wärmepumpe vor.
Stichtage: Welche Termine zählen
Die folgenden Termine gelten für alle Wärmepumpen-Arten. Der Klimageschwindigkeitsbonus und der Höchstbetrag sinken in festen Schritten, die technischen Bedingungen werden strenger.
| Termin | Was gilt | Herkunft |
|---|---|---|
| Vor Beginn der Arbeiten | Förderantrag stellen, Vertrag mit Förderklausel | KfW |
| 1. Quartal 2027 | Wertschöpfungsbonus geplant: Für Wärmepumpen, die außerhalb der EU und assoziierter Märkte gebaut wurden, könnte die Grundförderung sinken. Details stehen aus | KfW |
| 01.02.2027 | Klimageschwindigkeitsbonus sinkt um 4 Prozentpunkte, Höchstbetrag um 750 €, danach halbjährlich zum 01.02. und 01.08. | KfW |
| 01.07.2027 | Die digitale Schnittstelle neuer Wärmepumpen muss ein einheitliches Format haben, zum Beispiel EEBUS | Förderrichtlinie BEG EM |
| 01.01.2028 | Gefördert werden nur noch Wärmepumpen mit natürlichem Kältemittel wie R290 | Förderrichtlinie BEG EM |
| 01.08.2028 | kein Klimageschwindigkeitsbonus mehr für neue Anträge | KfW |
Für Erdwärme und Grundwasser kommt ein eigener Zeitfaktor dazu: die Genehmigung. Stellen Sie die Anfrage bei der Behörde früh, damit der Förderantrag nicht in eine niedrigere Stufe rutscht.
Welche Wärmepumpe passt zu welchem Haus?
Welche Art passt, entscheidet zuerst das Grundstück und dann das Haus. Wer keinen Platz für Sonden oder Kollektoren hat und kein nutzbares Grundwasser, landet bei der Luft. Wer die Wahl hat, wägt Mehrkosten gegen Stromersparnis ab. Vier Fragen führen zur Antwort.
- Grundwasser nutzbar?In 8 bis 20 m Tiefe, in guter Qualität und genehmigungsfähig: Dann kommt Wasser-Wasser infrage.
- Platz für Erdwärme?Bohrung erlaubt oder genug freie Fläche im Garten: Dann kommt Sole-Wasser infrage.
- Heizkörper oder Fußbodenheizung?Mit wasserführender Heizung passt Luft-Wasser, ohne Heizungsrohre Luft-Luft.
- Wie lange bleiben Sie?Je länger, desto eher lohnen sich die Mehrkosten für die sparsamere Quelle.
Altbau
Im Altbau ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe der Normalfall. Entscheidend ist, ob die Heizkörper mit mäßig warmem Wasser auskommen. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale empfiehlt dafür einen Praxistest: An einem kalten Wintertag die Vorlauftemperatur auf 55 °C begrenzen und alle Thermostate auf Stufe 3 stellen. Wird es überall warm, ist eine Wärmepumpe problemlos möglich. Bleiben einzelne Räume kalt, reicht meist der Tausch dieser Heizkörper.
Bleibt es in allen Räumen zu kühl, wird es ohne zusätzliche Dämmung nicht wirtschaftlich. Das gilt für jede Art von Wärmepumpe. Mehr dazu im Beitrag zur Wärmepumpe im Altbau.
Neubau
Im Neubau stehen alle Arten offen. Fußbodenheizung und gute Dämmung sorgen für niedrige Vorlauftemperaturen, davon profitiert jede Wärmepumpe. Erdwärme lässt sich hier am leichtesten einplanen, weil der Garten ohnehin noch nicht angelegt ist. Bei sehr gut gedämmten Häusern mit Lüftungsanlage kommen auch Luft-Luft- und Abluftwärmepumpen infrage.
Mehrfamilienhaus
Im Mehrfamilienhaus hängt die Wahl zusätzlich von Leistung, Warmwasser und Aufstellfläche ab. Was dort anders ist, erklärt der Beitrag zur Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus. Welche Geräte es gibt, zeigt der Wärmepumpen-Test.
Häufige Fragen
Welche Arten von Wärmepumpen gibt es?
Es gibt vier Hauptarten: die Luft-Wasser-Wärmepumpe, die Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme), die Wasser-Wasser-Wärmepumpe (Grundwasser) und die Luft-Luft-Wärmepumpe. Der Name nennt zuerst die Wärmequelle und dann das Medium, an das die Wärme abgegeben wird. Dazu kommen Sonderformen wie die Warmwasser-Wärmepumpe, die Abluftwärmepumpe und die Hybridheizung.
Welche Wärmepumpe ist die effizienteste?
Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe erreicht laut Verbraucherzentrale die höchste Effizienz, weil Grundwasser das ganze Jahr 8 bis 12 Grad Celsius hat. Danach folgt die Sole-Wasser-Wärmepumpe. In der Feldstudie des Fraunhofer ISE kamen Erdwärmepumpen in bestehenden Häusern im Mittel auf eine Jahresarbeitszahl von 4,3, Luft-Wasser-Wärmepumpen auf 3,4.
Welche Wärmepumpe eignet sich für den Altbau?
Im Altbau ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe die übliche Wahl, weil sie ohne Bohrung und ohne große Gartenfläche auskommt. In der Feldstudie des Fraunhofer ISE erreichte sie in bestehenden Häusern im Mittel eine Jahresarbeitszahl von 3,4. Erdwärme mit Sonden ist auch im Altbau möglich, Erdkollektoren werden dort wegen des Flächenbedarfs selten gewählt.
Welche Wärmepumpe ist die beste für ein Einfamilienhaus?
Eine für alle beste Wärmepumpe gibt es nicht. Für die meisten Einfamilienhäuser passt die Luft-Wasser-Wärmepumpe, weil sie am einfachsten einzubauen ist. Wer ein geeignetes Grundstück hat und lange im Haus bleibt, fährt mit Erdwärme oder Grundwasser sparsamer. Den Ausschlag geben Grundstück, Genehmigung und die Mehrkosten für die Erschließung.
Was ist besser, Monoblock oder Split-Wärmepumpe?
Beides sind Bauformen der Luft-Wasser-Wärmepumpe. Beim Monoblock steckt der ganze Kältekreis in einem Gehäuse, beim Splitgerät ist er auf ein Außengerät und ein Innengerät verteilt. Welche Form besser passt, hängt vom Aufstellort und von den Leitungswegen ab. Für die Effizienz ist die Vorlauftemperatur der Heizung wichtiger als die Bauform.
Was ist der Unterschied zwischen COP, SCOP und Jahresarbeitszahl?
Der COP ist die Leistungszahl vom Prüfstand bei einem festen Betriebspunkt. Der SCOP rechnet eine ganze Heizsaison mit wechselnden Temperaturen durch. Die Jahresarbeitszahl beschreibt die Effizienz im konkreten Haus über ein Jahr und entscheidet über die Stromkosten. Für die Förderung muss die Anlage so ausgelegt sein, dass sie mindestens eine Jahresarbeitszahl von 3,0 erreicht.
Brauche ich eine Genehmigung für eine Wärmepumpe?
Das hängt von der Art ab. Für die Wasser-Wasser-Wärmepumpe ist laut Verbraucherzentrale eine wasserrechtliche Genehmigung nötig, erste Anlaufstelle ist die untere Wasserbehörde. Erdsonden erfordern eine behördliche Genehmigung und aufwendige Bohrungen. Bei der Luft-Wasser-Wärmepumpe gibt es keine Bohrung, hier müssen die Vorgaben zum Schallschutz am Aufstellort eingehalten werden.
Hängt die Förderung von der Art der Wärmepumpe ab?
Die Fördersätze der KfW sind für alle Arten gleich: 30 Prozent Grundförderung, dazu je nach Fall Klimageschwindigkeitsbonus und Einkommensbonus. Unterschiede gibt es bei den technischen Bedingungen. Luft-Wasser-Wärmepumpen müssen eine Geräuschgrenze einhalten, für Erdsonden braucht die Bohrfirma ein Zertifikat, und Wärmepumpen, die Raumluft als Wärmequelle nutzen, werden nicht gefördert.
Was ist eine Hybrid-Wärmepumpe?
Bei einer Hybridheizung arbeitet eine Wärmepumpe zusammen mit einem zweiten Wärmeerzeuger, zum Beispiel einem Gas-, Öl- oder Pelletkessel. Der Kessel übernimmt an besonders kalten Tagen oder teilt sich die Arbeit mit der Wärmepumpe. Laut Energieberatung der Verbraucherzentrale ist eine gemeinsame Regelung empfehlenswert, damit beide Heizungen gut zusammenspielen.
Fazit: Welche Wärmepumpen-Art lohnt sich?
Für die meisten Häuser ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe die richtige Wahl, und das ist kein Notbehelf. Sie hat in echten Altbauten gezeigt, dass sie sparsam heizt, und sie kommt ohne Bohrung und Behörde aus. Erdwärme oder Grundwasser lohnen sich, wenn Ihr Grundstück es hergibt und Sie lange genug im Haus bleiben, um die Mehrkosten über die Stromrechnung hereinzuholen.
Mein Tipp: Verlieben Sie sich nicht in eine Art, bevor die Heizlast berechnet ist. Die Messungen zeigen, dass eine gut geplante Luft-Wasser-Wärmepumpe eine schlecht geplante Erdwärmepumpe schlägt. Lassen Sie sich deshalb beide Varianten anbieten, wenn Ihr Grundstück beide zulässt, und vergleichen Sie die Angebote Posten für Posten.
Welche Art sich für Ihr Haus rechnet, zeigt der Vergleich konkreter Angebote. Über das Formular erhalten Sie Angebote von Installateuren aus Ihrer Region.
Quellen und Methodik
Die Beschreibung der Arten stammt von der Verbraucherzentrale und ihrer Energieberatung, Messwerte vom Fraunhofer ISE, Kosten für Luft-Wasser-Wärmepumpen aus der Auswertung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, Fördersätze von der KfW, technische Förderbedingungen aus der Förderrichtlinie des Bundes. Solar.red hat keine Geräte gemessen und keine Angebote erhoben. Der Rechner ist eine eigene Rechnung mit den gemessenen Mittelwerten, der Strompreis ist ein Beispielwert.
- Verbraucherzentrale: Welche Arten von Wärmepumpen gibt es und wie funktionieren sie? - die vier Hauptarten, Temperaturen, Tiefen und Genehmigungen
- Fraunhofer ISE: Wärmepumpen heizen auch im Altbau klimafreundlich - gemessene Jahresarbeitszahlen für Luft und Erdreich
- Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz: Luft-Wasser-Wärmepumpen, eine Auswertung von 160 Angeboten - Kosten der Luft-Wasser-Wärmepumpe
- KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen, Wohngebäude (458) - Fördersätze, Höchstbetrag und Fördertermine
- Bundesministerium für Wirtschaft und Energie: Förderrichtlinie BEG Einzelmaßnahmen, Bundesanzeiger - Mindest-Effizienz je Wärmequelle, Geräusch, Bohrung und Kältemittel
Hinweis: Die genannten Kosten sind Richtwerte und kein Angebot für Ihr Haus. Fördersätze, Höchstbeträge, Stichtage und technische Anforderungen können sich ändern. Ob Bohrungen oder Brunnen genehmigt werden, entscheidet die zuständige Behörde. Der Rechner liefert eine Näherung und ersetzt keine Heizlastberechnung. Für die Auslegung und ein verbindliches Angebot wenden Sie sich an einen Fachbetrieb. Alle Angaben ohne Gewähr.
© Solar.red