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Das Wichtigste in Kürze

Die Betriebskosten einer Wärmepumpe bestehen fast ganz aus Strom, dazu kommt die Wartung. Der Stromverbrauch ist der Wärmebedarf des Hauses geteilt durch die Jahresarbeitszahl. Bei 15.000 kWh Wärmebedarf und der gemessenen mittleren Jahresarbeitszahl von 3,4 sind das rund 4.412 kWh Strom im Jahr, bei 30 Cent je kWh also rund 1.324 €.

  • Formel: Wärmebedarf geteilt durch Jahresarbeitszahl mal Strompreis
  • Jahresarbeitszahl: Luft-Wasser im Mittel 3,4, Erdwärme 4,3, gemessen in bestehenden Häusern (Fraunhofer ISE)
  • Spanne: die schlechteste Luft-Wasser-Anlage lag bei 2,6, die beste bei 4,9, das ist fast der doppelte Stromverbrauch
  • Wartung: etwa 150 bis 300 € im Jahr (Verbraucherzentrale)
  • Wärmepumpenstrom: Netzentgelte im Schnitt rund 7 Cent je kWh niedriger als bei Haushaltsstrom
  • Photovoltaik: deckt 20 bis 30 % des Stroms für Haushalt und Wärmepumpe, mit Speicher etwa 40 %

Wie niedrig die Betriebskosten ausfallen, entscheidet sich bei der Planung. Über das Formular erhalten Sie Angebote von Fachbetrieben aus Ihrer Region, mit Heizlastberechnung und erwarteter Jahresarbeitszahl.

Betriebskosten-Rechner

Der Rechner ermittelt Stromverbrauch und Betriebskosten Ihrer Wärmepumpe pro Jahr. Den Wärmebedarf kennen Sie aus dem bisherigen Verbrauch: Bei Gas steht er in kWh auf der Rechnung, bei Öl multiplizieren Sie die Liter mit zehn. Die Jahresarbeitszahl ist mit 3,4 vorbelegt, dem Mittelwert, den das Fraunhofer ISE für Luft-Wasser-Wärmepumpen in bestehenden Häusern gemessen hat.

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Strom pro Jahr
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Stromkosten pro Jahr
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Betriebskosten pro Jahr

Näherung. Strompreis und Wartung sind Beispielwerte, tragen Sie Ihre eigenen ein. Grundpreis des Stromtarifs, Zählerkosten, Reparaturen und Preisänderungen sind nicht eingerechnet. Der Wärmebedarf aus dem alten Verbrauch ist nur ein Näherungswert, weil ein alter Kessel einen Teil der Energie ungenutzt lässt.

Mit den Startwerten braucht die Wärmepumpe 4.412 kWh Strom im Jahr. Das kostet 1.324 €, mit Wartung sind es 1.524 € oder rund 127 € im Monat. Wie viel Leistung Ihr Haus braucht, schätzt der Wärmepumpen-Rechner.

Was zu den Betriebskosten zählt

Zu den laufenden Kosten einer Wärmepumpe gehören der Strom für Heizung und Warmwasser, die Wartung und je nach Tarif ein zusätzlicher Grundpreis. Der Strom macht den weitaus größten Teil aus. Brennstoff, Schornsteinfeger und Abgasmessung fallen weg.

  • Strom für die Wärmepumpe: Verdichter, Ventilator oder Solepumpe, Regelung und Umwälzpumpen. Alles steckt in der Jahresarbeitszahl, wenn sie für die ganze Anlage gemessen wird.
  • Strom für den Heizstab: Er springt an sehr kalten Tagen ein. In der Feldstudie des Fraunhofer ISE lieferte er nur 1,3 % der elektrischen Arbeit.
  • Wartung: Routinearbeiten durch den Fachbetrieb, dazu Arbeits- und Fahrtzeit.
  • Grundpreis und Zähler: Wer einen eigenen Wärmepumpen-Tarif wählt, zahlt eine zusätzliche Grundgebühr und einmalig für den zweiten Zähler.
  • Reparaturen: Sie fallen nicht jedes Jahr an, sollten aber als Rücklage eingeplant werden.

Im Netz finden Sie Tabellen, die jeden dieser Posten mit einer Spanne in Euro versehen. Belegt sind davon nur wenige. Solar.red nennt deshalb nur Beträge mit Quelle und rechnet den Rest offen vor.

Stromverbrauch: Wie viel Strom braucht eine Wärmepumpe?

Der Stromverbrauch einer Wärmepumpe ergibt sich aus zwei Zahlen: dem Wärmebedarf des Hauses und der Jahresarbeitszahl. Die Jahresarbeitszahl sagt, wie viel Wärme über ein Jahr aus einer Kilowattstunde Strom wird. Bei 3,4 sind es 3,4 kWh Wärme. Diesen Rechenweg empfiehlt auch die Verbraucherzentrale: bisherigen Heizenergieverbrauch in kWh durch die erwartete Jahresarbeitszahl teilen.

3,4
Jahresarbeitszahl Luft-Wasser im Mittel
4,3
Jahresarbeitszahl Erdwärme im Mittel
1,3 %
Anteil des Heizstabs an der elektrischen Arbeit

Welche Werte in der Praxis erreicht werden, hat das Fraunhofer ISE vier Jahre lang an 77 Wärmepumpen in bestehenden Ein- bis Dreifamilienhäusern gemessen. Luft-Wasser-Wärmepumpen kamen im Mittel auf 3,4, Erdwärmepumpen auf 4,3. Wichtiger als der Mittelwert ist die Spanne: Bei Luft-Wasser reichte sie von 2,6 bis 4,9.

Jahresarbeitszahl 2,6, schlechteste Luft-Wasser-Anlage5.769 kWh
Jahresarbeitszahl 3,4, Mittel Luft-Wasser4.412 kWh
Jahresarbeitszahl 4,3, Mittel Erdwärme3.488 kWh
Jahresarbeitszahl 4,9, beste Luft-Wasser-Anlage3.061 kWh
Stromverbrauch im Jahr für 15.000 kWh Wärme. Eigene Rechnung mit den Jahresarbeitszahlen, die das Fraunhofer ISE in bestehenden Häusern gemessen hat.

Zwischen der schlechtesten und der besten Luft-Wasser-Anlage liegen bei gleichem Wärmebedarf rund 2.700 kWh Strom im Jahr. Dieser Unterschied kommt nicht vom Gerät allein, sondern von Planung, Heizkörpern und Einstellung. Wer die Betriebskosten senken will, setzt hier an.

Stromverbrauch pro Tag und im Winter

Einen verlässlichen Wert für den Verbrauch pro Tag gibt es nicht, weil er vom Wetter abhängt. Über das Jahr gemittelt ergeben 4.412 kWh rund 12 kWh am Tag. Tatsächlich fällt fast der ganze Heizbedarf in die kalten Monate. An frostigen Tagen liegt der Verbrauch deshalb deutlich über dem Mittel, im Sommer läuft die Wärmepumpe nur für das Warmwasser. Der monatliche Abschlag an den Stromanbieter bleibt trotzdem gleich.

Wärmebedarf richtig ansetzen

Der bisherige Gas- oder Ölverbrauch ist ein guter Startwert, aber kein genauer. Ein alter Kessel nutzt nicht die ganze Energie des Brennstoffs, der tatsächliche Wärmebedarf liegt also etwas niedriger. Genauer wird es mit einer Heizlastberechnung, die ohnehin zur Planung gehört. Wie Sie den Verbrauch Ihres Hauses einordnen, zeigt der Beitrag Heizkosten berechnen.

Luft, Erdwärme, Grundwasser: Was ist im Betrieb günstiger?

Erdwärmepumpen sind im Betrieb günstiger als Luft-Wasser-Wärmepumpen, weil ihre Wärmequelle im Winter wärmer ist. Gemessen hat das Fraunhofer ISE im Mittel 4,3 gegenüber 3,4. Bei 15.000 kWh Wärmebedarf sind das rund 920 kWh Strom weniger im Jahr.

Tabelle seitlich scrollen
Jahresarbeitszahl und Stromverbrauch nach Art der Wärmepumpe bei 15.000 kWh Wärmebedarf. Messwerte: Fraunhofer ISE, Stromverbrauch: eigene Rechnung
ArtGemessene JahresarbeitszahlStrom pro JahrHinweis
Luft-Wasserim Mittel 3,4 (2,6 bis 4,9)4.412 kWh61 Anlagen in der Studie
Sole-Wasserim Mittel 4,3 (3,6 bis 5,4)3.488 kWh16 Anlagen in der Studie
Wasser-Wassernicht gemessenkeine belegte Angabelaut Verbraucherzentrale die effizienteste Art

Die Art allein entscheidet aber nicht. Die beste Luft-Wasser-Wärmepumpe der Studie war mit 4,9 sparsamer als die schlechteste Erdwärmepumpe mit 3,6. Und der geringere Stromverbrauch der Erdwärme muss die höheren Kosten für Bohrung oder Kollektor erst einspielen. Mehr dazu in den Beiträgen zur Luft-Wasser-Wärmepumpe, zur Sole-Wasser-Wärmepumpe und zur Wasser-Wasser-Wärmepumpe.

Kosten: Strom und Wartung pro Jahr

Die Stromkosten einer Luft-Wasser-Wärmepumpe liegen bei mittlerer Effizienz zwischen rund 735 und 2.059 € im Jahr, je nach Wärmebedarf und Strompreis. Die Tabelle rechnet das für drei Häuser und drei Strompreise durch, jeweils mit der gemessenen mittleren Jahresarbeitszahl von 3,4. Es ist eine eigene Rechnung, keine Erhebung.

Tabelle seitlich scrollen
Stromkosten pro Jahr bei Jahresarbeitszahl 3,4 nach Wärmebedarf und Strompreis. Eigene Rechnung, Stand: 08.10.2026
WärmebedarfStrom pro Jahrbei 25 Centbei 30 Centbei 35 Cent
10.000 kWh2.941 kWh735 €882 €1.029 €
15.000 kWh4.412 kWh1.103 €1.324 €1.544 €
20.000 kWh5.882 kWh1.471 €1.765 €2.059 €

Zum Strom kommt die Wartung. Die Verbraucherzentrale rechnet für Routinearbeiten mit etwa 150 bis 300 € im Jahr, zuzüglich Arbeits- und Fahrtstunden des Fachbetriebs. Ein Schornsteinfeger ist bei einer reinen Wärmepumpe nicht nötig. Für ein Haus mit 15.000 kWh Wärmebedarf und 30 Cent Strompreis ergeben sich so Betriebskosten von rund 1.470 bis 1.620 € im Jahr.

Preishinweis

Die hier genannten Kosten sind unverbindliche Rechenbeispiele mit angenommenen Strompreisen (Stand: 08.10.2026). Die tatsächlichen Betriebskosten hängen vom Haus, von der Anlage, vom Stromtarif, vom Wetter und vom Heizverhalten ab. Die Wartungskosten sind ein Richtwert der Verbraucherzentrale. Verbindlich sind Ihr Stromvertrag und das Angebot des Fachbetriebs.

Was die Anschaffung kostet, steht im Beitrag Wärmepumpe: Kosten mit Einbau.

Vergünstigungen: Wärmepumpenstrom und § 14a

Für den laufenden Betrieb gibt es keinen Zuschuss, aber günstigeren Strom. Wärmepumpen mit mehr als 4,2 kW Anschlussleistung gelten als steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach § 14a des Energiewirtschaftsgesetzes. Wer sie betreibt, zahlt ein reduziertes Netzentgelt. Im Gegenzug darf der Netzbetreiber die Leistung bei drohender Überlastung des Netzes vorübergehend auf 4,2 kW begrenzen. Der Haushaltsstrom ist davon nicht betroffen.

Tabelle seitlich scrollen
Wege zur Netzentgelt-Reduzierung für steuerbare Wärmepumpen. Bundesnetzagentur und Verbraucherzentrale, Stand: 08.10.2026
ModellErsparnisVoraussetzung
Modul 1Pauschale, im Durchschnitt rund 150 € im Jahr, je nach Netzgebiet 106 bis 210 €kein eigener Zähler nötig
Modul 2Arbeitspreis des Netzentgelts sinkt um 60 %, kein Netzentgelt-Grundpreis für den Zählereigener Zähler für die Wärmepumpe
Modul 3zeitabhängige Netzentgelte in drei Preisstufennur zusammen mit Modul 1

Welches Modell sich lohnt, hängt vom Verbrauch ab. Die Verbraucherzentrale rechnet für Modul 2 ein Beispiel: Sinkt der Arbeitspreis des Netzentgelts von 10 auf 4 Cent je kWh, sind das bei 6.000 kWh im Jahr 360 € weniger. Als Orientierung nennt sie etwa 4.000 kWh im Jahr, ab denen Modul 2 interessant wird. Darunter ist die Pauschale meist die bessere Wahl.

Eigener Wärmepumpen-Tarif

Unabhängig davon bieten viele Versorger eigene Tarife für Wärmepumpenstrom an. Die Netzentgelte liegen dabei laut Verbraucherzentrale im Durchschnitt rund 7 Cent je kWh unter dem Haushaltsstrom, dazu kommt bei vielen Netzbetreibern eine niedrigere Konzessionsabgabe von rund 1,5 Cent. Dafür brauchen Sie einen zweiten Zähler und zahlen eine zusätzliche Grundgebühr. Bei niedrigem Verbrauch, wie in vielen Neubauten, ist der Betrieb über den Haushaltszähler deshalb oft günstiger.

Ob Ihr Stromanbieter die Reduzierung des Netzentgelts vollständig weitergibt, steht im Vertrag. Gesetzlich vorgeschrieben ist nur, dass sie auf der Abrechnung ausgewiesen wird. Für die Anschaffung einer neuen Wärmepumpe gibt es einen Zuschuss der KfW, alles dazu im Beitrag zur Förderung der Wärmepumpe.

Stichtage: Welche Termine zählen

Für die Betriebskosten gibt es nur wenige feste Termine. Sie betreffen vor allem ältere Wärmepumpen, die noch nach den früheren Regeln gesteuert werden.

Tabelle seitlich scrollen
Stichtage für Wärmepumpenstrom und Netzentgelte. Stand: 08.10.2026
TerminWas giltHerkunft
Vor Beginn der ArbeitenBei einer neuen Wärmepumpe den Förderantrag stellen und die erwartete Jahresarbeitszahl berechnen lassenKfW
Bei InbetriebnahmeNeue Wärmepumpen über 4,2 kW fallen unter die Regeln zur Steuerung. Ein Modell der Netzentgelt-Reduzierung wählenBundesnetzagentur
31.12.2028Bis dahin gelten für Wärmepumpen, die vor 2024 mit vereinbarter Steuerung in Betrieb gingen, die bisherigen BedingungenBundesnetzagentur
01.01.2029Spätestens ab dann gelten auch für diese Anlagen die neuen Regeln mit den drei ModulenBundesnetzagentur

Ältere Wärmepumpen ohne vereinbarte Steuerung sind dauerhaft ausgenommen, ein freiwilliger Wechsel ist möglich. Wer eine alte Wärmepumpe gegen eine neue tauscht, fällt mit dem neuen Gerät unter die neuen Regeln.

Betriebskosten senken

Die Betriebskosten sinken, wenn die Jahresarbeitszahl steigt oder der Strom billiger wird. Am meisten bringt die Vorlauftemperatur: Je weniger heiß das Heizungswasser sein muss, desto weniger Strom braucht der Verdichter. Die Messungen des Fraunhofer ISE zeigen, wie groß der Spielraum ist.

  1. Vorlauftemperatur senkenHeizkurve anpassen, zu kleine Heizkörper tauschen, hydraulisch abgleichen.
  2. Heizstab kontrollierenEr soll die Ausnahme bleiben. Laufzeiten in der Regelung prüfen.
  3. Stromtarif wählenNetzentgelt-Reduzierung nutzen, Wärmepumpen-Tarif durchrechnen.
  4. Eigenen Strom nutzenPhotovoltaik deckt einen Teil des Bedarfs, vor allem für Warmwasser.
Vier Hebel für niedrigere Betriebskosten. Eigene Darstellung.

Einstellung und Heizkörper

Viele Wärmepumpen laufen mit einer höheren Vorlauftemperatur als nötig, weil die Heizkurve nie angepasst wurde. Senken Sie sie schrittweise, bis es in einem Raum nicht mehr warm genug wird. Oft reicht dann der Tausch einzelner Heizkörper. Der hydraulische Abgleich sorgt dafür, dass alle Räume gleichmäßig versorgt werden, und ist für die Förderung ohnehin Pflicht. Mehr dazu im Beitrag zur Wärmepumpe im Altbau.

Photovoltaik

Eine Photovoltaikanlage kann im Einfamilienhaus laut Energieberatung der Verbraucherzentrale etwa 20 bis 30 % des Jahresstrombedarfs von Haushalt und Wärmepumpe decken, mit Batteriespeicher etwa 40 %. Mehr ist selten möglich, weil die Wärmepumpe den meisten Strom im Winter braucht. Versprechen, Solarstrom halbiere die Heizkosten, sind deshalb mit Vorsicht zu lesen. Einzelheiten stehen im Beitrag zur Kombination mit Photovoltaik.

Verbrauch messen

Was nicht gemessen wird, lässt sich nicht verbessern. Ein eigener Stromzähler für die Wärmepumpe und ein Wärmemengenzähler zeigen die tatsächliche Jahresarbeitszahl. Viele Geräte zeigen beide Werte in der Regelung an. Liegt die Zahl nach dem ersten Winter deutlich unter der berechneten, sollte der Fachbetrieb die Einstellung prüfen.

Häufige Fragen

Wie hoch sind die Betriebskosten einer Wärmepumpe?

Die Betriebskosten bestehen aus Strom und Wartung. Bei 15.000 Kilowattstunden Wärmebedarf, einer Jahresarbeitszahl von 3,4 und 30 Cent je Kilowattstunde kostet der Strom rund 1.324 Euro im Jahr. Dazu kommen laut Verbraucherzentrale etwa 150 bis 300 Euro Wartung. Das ist eine Beispielrechnung, Ihr Wert hängt von Haus, Anlage und Stromtarif ab.

Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe im Jahr?

Der Stromverbrauch ist der Wärmebedarf geteilt durch die Jahresarbeitszahl. Bei 15.000 Kilowattstunden Wärme und einer Jahresarbeitszahl von 3,4 sind das rund 4.412 Kilowattstunden Strom. Den Wert 3,4 hat das Fraunhofer ISE im Mittel an Luft-Wasser-Wärmepumpen in bestehenden Häusern gemessen, die einzelnen Anlagen lagen zwischen 2,6 und 4,9.

Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe pro Tag im Winter?

Dafür gibt es keinen verlässlichen Einheitswert. Über das Jahr gemittelt sind es bei 4.412 Kilowattstunden Jahresverbrauch rund 12 Kilowattstunden am Tag. Im Winter liegt der Tagesverbrauch deutlich darüber, weil fast der ganze Heizbedarf in die kalten Monate fällt, im Sommer läuft die Wärmepumpe nur für das Warmwasser. Den eigenen Wert zeigt ein Stromzähler oder die Anzeige der Wärmepumpe.

Was kostet eine Wärmepumpe im Monat?

Mit den Beispielwerten von 15.000 Kilowattstunden Wärmebedarf, Jahresarbeitszahl 3,4, 30 Cent je Kilowattstunde und 200 Euro Wartung sind es rund 1.524 Euro im Jahr, also etwa 127 Euro im Monat. Der Abschlag ist jeden Monat gleich, der tatsächliche Verbrauch fällt aber fast ganz in die Heizperiode.

Lohnt sich ein eigener Stromtarif für die Wärmepumpe?

Bei mittlerem bis hohem Verbrauch in der Regel ja. Die Netzentgelte für Wärmepumpenstrom liegen laut Verbraucherzentrale im Durchschnitt rund 7 Cent je Kilowattstunde unter dem Haushaltsstrom. Dafür fallen ein zweiter Zähler und eine zusätzliche Grundgebühr an. Bei niedrigem Verbrauch, etwa in vielen Neubauten, ist der Betrieb über den Haushaltszähler oft günstiger. Als Orientierung nennt die Verbraucherzentrale etwa 4.000 Kilowattstunden im Jahr.

Was bringt Paragraf 14a für die Wärmepumpe?

Wer eine steuerbare Wärmepumpe mit mehr als 4,2 Kilowatt Anschlussleistung betreibt, zahlt weniger Netzentgelt. Zur Wahl stehen eine Pauschale von durchschnittlich rund 150 Euro im Jahr oder ein um 60 Prozent gesenkter Arbeitspreis des Netzentgelts mit eigenem Zähler. Im Gegenzug darf der Netzbetreiber die Leistung bei drohender Überlastung vorübergehend auf 4,2 Kilowatt begrenzen.

Warum sind die Betriebskosten meiner Wärmepumpe so hoch?

Meist liegt es an einer niedrigen Jahresarbeitszahl. Ursachen sind eine zu hohe Vorlauftemperatur, zu kleine Heizkörper, ein fehlender hydraulischer Abgleich, eine ungünstig eingestellte Heizkurve oder ein Heizstab, der zu oft einspringt. In der Feldstudie des Fraunhofer ISE lag die schlechteste Luft-Wasser-Wärmepumpe bei 2,6 und die beste bei 4,9. Das ist fast der doppelte Stromverbrauch für dieselbe Wärme.

Wie stark senkt eine Photovoltaikanlage die Betriebskosten?

Eine Photovoltaikanlage kann im Einfamilienhaus laut Energieberatung der Verbraucherzentrale etwa 20 bis 30 Prozent des Jahresstrombedarfs von Haushalt und Wärmepumpe decken, mit Batteriespeicher etwa 40 Prozent. Mehr ist selten möglich, weil die Wärmepumpe den meisten Strom im Winter braucht und die Sonne dann am wenigsten liefert.

Was kostet die Wartung einer Wärmepumpe?

Für Routinearbeiten rechnet die Verbraucherzentrale mit etwa 150 bis 300 Euro im Jahr, zuzüglich Arbeits- und Fahrtstunden des Fachbetriebs. Einen Schornsteinfeger brauchen Sie mit einer reinen Wärmepumpe nicht.

Fazit: Für wen ist die Wärmepumpe im Betrieb günstig?

Günstig im Betrieb ist die Wärmepumpe für alle, deren Haus mit mäßig warmem Heizungswasser auskommt: Häuser mit Fußbodenheizung, mit großen Heizkörpern oder mit ordentlicher Dämmung. Dort sind Jahresarbeitszahlen von 3,4 und mehr realistisch, das zeigen die Messungen im Bestand. Teuer wird sie, wo hohe Vorlauftemperaturen nötig sind und niemand die Anlage einstellt. Der Unterschied zwischen gut und schlecht geplant ist fast der doppelte Stromverbrauch.

Mein Tipp: Fragen Sie im Angebot nach der berechneten Jahresarbeitszahl und lassen Sie sie sich schriftlich geben. Und schauen Sie nach dem ersten Winter auf den Zähler. Eine Stunde beim Einstellen der Heizkurve spart oft mehr als ein Tarifwechsel.

Niedrige Betriebskosten beginnen mit einem guten Angebot. Über das Formular erhalten Sie Angebote von Installateuren aus Ihrer Region.

Quellen und Methodik

Die Jahresarbeitszahlen stammen aus der Feldstudie des Fraunhofer ISE, Wartungskosten und Rechenweg von der Verbraucherzentrale, die Regeln zur Netzentgelt-Reduzierung von der Bundesnetzagentur, Richtwerte zu Wärmepumpenstrom und Photovoltaik von der Verbraucherzentrale und ihrer Energieberatung. Solar.red hat keine Anlagen gemessen. Stromverbrauch und Stromkosten in Tabellen, Grafik und Rechner sind eigene Rechnungen, die Strompreise sind angenommene Beispielwerte.

  1. Fraunhofer ISE: Wärmepumpen heizen auch im Altbau klimafreundlich - gemessene Jahresarbeitszahlen und Anteil des Heizstabs
  2. Verbraucherzentrale: Kosten und Förderung, womit muss ich bei einer Wärmepumpe rechnen? - Wartungskosten und Rechenweg für den Stromverbrauch
  3. Verbraucherzentrale: Wärmepumpenstrom, so heizen Sie günstiger mit der Wärmepumpe - Wärmepumpen-Tarife und Höhe der Netzentgelt-Reduzierung
  4. Bundesnetzagentur: Steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG - Regeln, Module und Übergangsfristen
  5. Energieberatung der Verbraucherzentrale: Wärmepumpe mit Photovoltaik - Anteil des Solarstroms am Strombedarf

Hinweis: Die genannten Kosten sind Rechenbeispiele und kein Angebot für Ihr Haus. Strompreise, Netzentgelte und Regeln zur Steuerung können sich ändern. Der Rechner liefert eine Näherung und ersetzt keine Heizlastberechnung. Für die Auslegung und ein verbindliches Angebot wenden Sie sich an einen Fachbetrieb. Alle Angaben ohne Gewähr.

© Solar.red

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