Von D. Volbracht
Das Wichtigste in Kürze
Eine Photovoltaikanlage lohnt sich umso mehr, je mehr Solarstrom Sie selbst verbrauchen. Ohne weitere Technik sind das typischerweise 25 bis 35 %. Batteriespeicher, Wärmepumpe und Wallbox erhöhen diesen Anteil, weil sie Strom dann abnehmen oder speichern, wenn die Sonne ihn liefert. Vollständig unabhängig vom Netz wird ein Haus damit nicht, im Winter fehlt die Sonne.
- Mit Batteriespeicher: im Beispiel des ADAC steigt der Eigenverbrauch von 20 auf 46 %, die Autarkie von 35 auf 72 %
- Mit Wärmepumpe: die Photovoltaikanlage deckt 20 bis 30 % des Stroms für Haushalt und Wärmepumpe, mit Batteriespeicher etwa 40 % (Energieberatung der Verbraucherzentrale)
- Mit Wallbox: lohnt sich vor allem, wenn das Auto tagsüber zu Hause lädt
- Größe: für Haus, Wärmepumpe und Elektroauto empfiehlt der ADAC 12 bis 20 kWp und 10 bis 15 kWh Speicher
- Kosten: Photovoltaik, Wärmepumpe und Speicher zusammen etwa 25.000 bis 50.000 € (Energieberatung der Verbraucherzentrale)
- Vergütung: eingespeister Strom bringt nur einen Bruchteil dessen, was Netzstrom kostet
Welche Kombination zu Ihrem Haus passt, hängt von Dach, Verbrauch und Heizung ab. Über das Formular erhalten Sie Angebote von Fachbetrieben aus Ihrer Region und können die Varianten nebeneinanderlegen.
Warum sich die Kombination mit Photovoltaik lohnt
Solarstrom vom eigenen Dach ist am meisten wert, wenn Sie ihn selbst verbrauchen. Für eine eingespeiste Kilowattstunde zahlt der Netzbetreiber nur einen Bruchteil dessen, was eine Kilowattstunde aus dem Netz kostet. Jede Technik, die mehr Solarstrom im Haus hält, verbessert deshalb die Rechnung der ganzen Anlage.
Das Problem ist die Zeit. Die Photovoltaikanlage liefert mittags am meisten, der Haushalt braucht morgens und abends am meisten Strom. Ohne weitere Technik liegt der Eigenverbrauch laut ADAC typischerweise bei 25 bis 35 %, der Rest fließt ins Netz. Speicher, Wärmepumpe und Elektroauto lösen das auf drei Wegen: Sie verschieben Strom in den Abend, verwandeln ihn in Wärme oder laden ihn ins Auto.
- HaushaltZuerst versorgt der Solarstrom die Geräte, die gerade laufen.
- WärmepumpeÜberschuss heizt Warmwasser und Pufferspeicher auf Vorrat.
- Batterie und AutoWas übrig bleibt, lädt den Speicher oder das Elektroauto.
- NetzErst der Rest wird eingespeist und vergütet.
Zwei Begriffe werden dabei oft verwechselt. Der Eigenverbrauch sagt, welchen Teil Ihres Solarstroms Sie selbst nutzen. Die Autarkie sagt, welchen Teil Ihres Strombedarfs die Anlage deckt. Eine kleine Anlage hat einen hohen Eigenverbrauch und eine niedrige Autarkie, bei einer großen ist es umgekehrt. Mehr dazu im Beitrag zum Eigenverbrauch.
Photovoltaik mit Batteriespeicher
Ein Batteriespeicher verschiebt Solarstrom vom Mittag in den Abend und die Nacht. Der ADAC rechnet dazu ein Beispiel: Eine Anlage mit 10 kWp versorgt einen Haushalt mit 6.000 kWh Jahresverbrauch. Ohne Speicher werden 20 % des Solarstroms selbst verbraucht, mit einem Speicher von 10 kWh sind es 46 %. Die Autarkie steigt von 35 auf 72 %.
Größer ist beim Speicher nicht besser. Als Faustregel nennt der ADAC 1 bis 1,5 kWh Speicher je kWp Anlagenleistung und verweist auf die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, die höchstens 1,5 kWh nutzbare Kapazität je 1.000 kWh Jahresverbrauch empfiehlt. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale rät, den Speicher auf den Strombedarf einer Nacht auszulegen. Zu große Speicher verschlechtern die Wirtschaftlichkeit und altern schneller.
Ein Speicher lässt sich auch später ergänzen. Was dabei zu beachten ist, steht im Beitrag PV-Speicher nachrüsten, die Grundlagen im Beitrag zum Batteriespeicher.
Photovoltaik und Wärmepumpe
Eine Photovoltaikanlage kann im Einfamilienhaus ohne Batteriespeicher etwa 20 bis 30 % des Jahresstrombedarfs von Haushalt und Wärmepumpe decken. Mit Batteriespeicher sind es laut Energieberatung der Verbraucherzentrale etwa 40 %. Bei sehr geringem Verbrauch und sehr guter Dämmung sind mehr als 60 % möglich.
Dass es nicht mehr ist, liegt an den Jahreszeiten. Die Wärmepumpe braucht den meisten Strom im Winter, die Photovoltaikanlage liefert den meisten im Sommer. Ein Batteriespeicher überbrückt Tag und Nacht, aber keine trübe Woche im Januar. Vollständige Autarkie ist nicht erreichbar, weil es keine Speicher für ganze Jahreszeiten gibt. Je weniger Wärme das Haus braucht, desto höher fällt der Solaranteil aus.
SG Ready und Energiemanagement
Damit die Wärmepumpe dann läuft, wenn die Sonne scheint, braucht es zwei Dinge. Ein Energiemanagement misst, wie viel Solarstrom gerade übrig ist, und verteilt ihn. Über die SG-Ready-Schnittstelle bekommt die Wärmepumpe das Signal, bei Überschuss die Temperatur im Warmwasser- und Pufferspeicher anzuheben. So wird Solarstrom als Wärme gespeichert, ganz ohne Batterie.
Was die Wärmepumpe für die Photovoltaik bringt
Der Nutzen geht in beide Richtungen. Die Wärmepumpe senkt mit Solarstrom ihre Betriebskosten, und die Photovoltaikanlage findet einen großen Abnehmer im eigenen Haus. Aus wirtschaftlicher Sicht sollte der Eigenverbrauch laut Energieberatung der Verbraucherzentrale nicht unter 30 % der Solarerzeugung liegen. Mit einer Wärmepumpe ist das leichter zu erreichen. Alles zur Technik steht im Beitrag zur Luft-Wasser-Wärmepumpe, die laufenden Kosten im Beitrag zu den Betriebskosten der Wärmepumpe.
Photovoltaik und Wallbox
Ein Elektroauto ist ein großer zusätzlicher Stromverbraucher und zugleich ein Speicher auf Rädern. Intelligente Wallboxen können laut ADAC gezielt mit Solarüberschuss laden. Sie passen die Ladeleistung an das an, was die Anlage gerade übrig hat. Am besten lädt das Auto deshalb tagsüber.
Genau daran entscheidet sich, ob die Kombination aufgeht. Steht das Auto werktags von morgens bis abends beim Arbeitgeber, kommt wenig Solarstrom in den Akku. Wer im Homeoffice arbeitet, in Teilzeit oder im Ruhestand ist oder vor allem am Wochenende lädt, nutzt den Überschuss viel besser. Für Pendler bleibt der Batteriespeicher als Umweg, oder das Laden mit Netzstrom in der Nacht.
- Auto steht regelmäßig tagsüber zu Hause
- Wallbox kann Überschuss laden und ist mit dem Energiemanagement verbunden
- Photovoltaikanlage ist groß genug für Haushalt und Auto
- Ladeziel und Abfahrtszeit lassen sich einstellen, damit das Auto morgens voll ist
Wie groß muss die Photovoltaikanlage sein?
Für die Größe nennt der ADAC eine Faustformel: Jahresstromverbrauch in kWh mal 1,5, geteilt durch 1.000, ergibt die empfohlene Leistung in kWp. Bei 4.500 kWh sind das 6,75 kWp. Kommen Wärmepumpe oder Elektroauto dazu, steigt der Faktor auf 2,0 bis 2,5. Die Grenze setzt meist das Dach: Pro kWp sind etwa 5 bis 6 m² Fläche nötig.
| Kombination | Stromverbrauch pro Jahr | Photovoltaik | Speicher | Dachfläche |
|---|---|---|---|---|
| Nur Haushalt | etwa 3.500 kWh | 5 bis 7 kWp | keiner | 25 bis 42 m² |
| Speicher, E-Auto | 6.500 bis 7.500 kWh | 8 bis 12 kWp | 7 bis 10 kWh | 40 bis 72 m² |
| Alles zusammen | 9.500 bis 12.500 kWh | 12 bis 20 kWp | 10 bis 15 kWh | 60 bis 120 m² |
Mit der vollen Ausstattung aus Wärmepumpe, Elektroauto, großer Anlage und Speicher hält der ADAC eine Autarkie von 60 bis 80 % für realistisch. Wer Wärmepumpe oder Elektroauto erst in einigen Jahren plant, sollte das Dach trotzdem gleich voll belegen. Module nachträglich zu ergänzen ist aufwendiger als von Anfang an größer zu bauen. Genauer rechnet der Beitrag PV-Anlage Größe berechnen, den Ertrag schätzt der PV-Ertragsrechner.
Rechner: Was bringt mehr Eigenverbrauch?
Der Rechner zeigt, wie viel Geld ein höherer Eigenverbrauch im Jahr bringt. Er vergleicht zwei Fälle mit derselben Anlage: einmal mit dem heutigen Eigenverbrauch, einmal mit dem höheren Anteil durch Speicher, Wärmepumpe oder Wallbox. Die Startwerte für die Anteile stammen aus dem Beispiel des ADAC.
Näherung. Der Wert des Solarstroms ist die Summe aus vermiedenem Netzstrom und Einspeisevergütung. Solarertrag und Strompreis sind Beispielwerte. Zusätzlicher Stromverbrauch durch Wärmepumpe oder Auto, Speicherverluste, Wartung und Preisänderungen sind nicht eingerechnet.
Mit den Startwerten ist der Solarstrom ohne Kombination 1.356 € im Jahr wert, mit dem höheren Eigenverbrauch 2.118 €. Der Unterschied von rund 760 € im Jahr ist das, was ein Speicher in diesem Beispiel einspielen kann. Daran lässt sich messen, wie viel er kosten darf.
Kosten der Kombination
Photovoltaikanlage, Wärmepumpe und Batteriespeicher kosten im Einfamilienhaus zusammen etwa 25.000 bis 50.000 €. Das nennt die Energieberatung der Verbraucherzentrale als Gesamtinvestition und weist darauf hin, dass die Preise je nach Anbieter schwanken und sich schnell ändern. Die Förderung der Wärmepumpe ist darin noch nicht abgezogen.
| Baustein | Kosten | Hinweis |
|---|---|---|
| Photovoltaik | 9.000 bis 20.000 € | 5 bis 10 kWp, mit Modulen und Installationstechnik |
| Wärmepumpe | 15.000 bis 40.000 € | vor Abzug der Förderung |
| Batteriespeicher | 5.000 bis 10.000 € | größere Speicher bis 20.000 € |
| Zusammen | 25.000 bis 50.000 € | Photovoltaik, Wärmepumpe und Speicher |
| Wallbox | keine belegte Angabe | nur per Angebot |
Für Photovoltaikanlagen bis 30 kWp auf Wohngebäuden gilt laut ADAC ein Mehrwertsteuersatz von 0 %, auch für den Speicher. Die Preise in Angeboten sind deshalb in der Regel Endpreise. Rechnen Sie nicht mit pauschalen Amortisationszeiten aus dem Netz: Wie schnell sich die Kombination bezahlt macht, hängt an Ihrem Eigenverbrauch, und den zeigt der Rechner.
Die hier genannten Preise sind unverbindliche Richtwerte der Energieberatung der Verbraucherzentrale (abgerufen am 08.10.2026). Die tatsächlichen Kosten hängen von Dach, Haus, Geräten, Betrieb und Region ab. Ein verbindlicher Preis steht nur im Angebot eines Fachbetriebs.
Mehr zu den Preisen der Solaranlage steht im Beitrag zu den Photovoltaik-Kosten. Wie Sie Angebote prüfen, zeigen der Photovoltaik-Angebotsvergleich und der Beitrag Wärmepumpen-Angebote vergleichen.
Förderung und Einspeisevergütung
Die Bausteine werden unterschiedlich gefördert. Für die Photovoltaikanlage gibt es die Einspeisevergütung und die Steuerbefreiung, für die Wärmepumpe einen Zuschuss der KfW. Einen Zuschuss des Bundes für die Kombination als Ganzes gibt es nicht. Manche Länder und Städte fördern Speicher oder Wallboxen, das lohnt eine Nachfrage vor Ort.
Einspeisevergütung
Für Strom, den Sie nicht selbst verbrauchen, zahlt der Netzbetreiber eine feste Vergütung. Sie liegt weit unter dem Strompreis: Haushaltsstrom kostet laut ADAC im Schnitt 37 Cent je kWh, die Vergütung bei Teileinspeisung beträgt 7,70 Cent. Diese Lücke ist der Grund, warum Eigenverbrauch sich lohnt.
| Leistung | Teileinspeisung | Volleinspeisung |
|---|---|---|
| bis 10 kW | 7,70 Cent je kWh | 12,22 Cent je kWh |
| bis 40 kW | 6,66 Cent je kWh | 10,24 Cent je kWh |
| bis 100 kW | 5,44 Cent je kWh | 10,24 Cent je kWh |
Zwei Regeln für neue Anlagen sollten Sie kennen. In Stunden mit negativen Börsenstrompreisen gibt es keine Vergütung, die ausgefallenen Zeiten werden an die Förderdauer angehängt. Und ohne intelligentes Messsystem dürfen neue Anlagen laut ADAC höchstens 60 % ihrer Leistung einspeisen. Beides trifft Anlagen mit hohem Eigenverbrauch weniger, weil mittags ohnehin mehr Strom im Haus bleibt. Mehr dazu in den Beiträgen zur Einspeisevergütung und zum Smart Meter bei der PV-Anlage.
Steuer
Für Anlagen bis 30 kWp auf Einfamilienhäusern fällt beim Kauf keine Mehrwertsteuer an, und die Erträge sind von der Einkommensteuer befreit. Einzelheiten stehen im Beitrag PV-Anlage und Steuer.
Zuschuss für die Wärmepumpe
Die KfW fördert den Einbau einer Wärmepumpe in bestehenden Wohngebäuden im Programm 458 mit 30 % Grundförderung. Mit Klimageschwindigkeitsbonus und Einkommensbonus sind bis zu 70 % möglich, bei niedrigem Einkommen bis zu 80 %. Die Photovoltaikanlage selbst ist in diesem Programm nicht enthalten. Alle Sätze stehen im Beitrag zur Förderung der Wärmepumpe, weitere Programme im Beitrag zur Photovoltaik-Förderung.
Stichtage: Welche Termine zählen
Bei der Kombination laufen zwei Uhren. Die Einspeisevergütung richtet sich nach dem Tag der Inbetriebnahme der Solaranlage, die Förderung der Wärmepumpe nach dem Tag des Antrags. Beide werden mit der Zeit ungünstiger.
| Termin | Was gilt | Herkunft |
|---|---|---|
| Vor Beginn der Arbeiten | Förderantrag für die Wärmepumpe stellen, Vertrag mit Förderklausel | KfW |
| 31.12.2026 | Letzter Tag der Inbetriebnahme für die aktuellen Vergütungssätze. Das geltende Gesetz ist nur bis zu diesem Tag anwendbar, die Nachfolgeregelung wird im Parlament beraten | Bundesnetzagentur |
| 1. Quartal 2027 | Wertschöpfungsbonus geplant: Für Wärmepumpen, die außerhalb der EU und assoziierter Märkte gebaut wurden, könnte die Grundförderung sinken. Details stehen aus | KfW |
| 01.02.2027 | Klimageschwindigkeitsbonus sinkt um 4 Prozentpunkte, Höchstbetrag um 750 €, danach halbjährlich zum 01.02. und 01.08. | KfW |
| 01.08.2028 | kein Klimageschwindigkeitsbonus mehr für neue Anträge | KfW |
Wer eine Solaranlage plant, sollte den Jahreswechsel im Blick haben. Was danach für eingespeisten Strom gilt, steht noch nicht fest. Sicher ist nur: Wer viel selbst verbraucht, ist von der Vergütung weniger abhängig.
Planung: In welcher Reihenfolge?
Sie müssen nicht alles auf einmal kaufen, aber Sie sollten alles auf einmal planen. Die Solaranlage ist der Baustein, der sich später am schlechtesten vergrößern lässt. Speicher, Wallbox und Wärmepumpe können nachkommen, wenn Wechselrichter, Zählerschrank und Energiemanagement darauf vorbereitet sind.
- Verbrauch klären: Strom und Wärme eines Jahres, dazu das, was kommen soll: Wärmepumpe, Elektroauto, Homeoffice.
- Dach voll belegen: Die Anlage auf den künftigen Verbrauch auslegen, nicht auf den heutigen.
- Heizung entscheiden: Steht der Tausch der Heizung an, die Wärmepumpe mit SG-Ready-Schnittstelle einplanen und den Förderantrag vor Beginn der Arbeiten stellen.
- Speicher passend wählen: auf den Bedarf einer Nacht auslegen, nicht größer.
- Energiemanagement festlegen: Alle Geräte müssen miteinander sprechen können. Lassen Sie sich das im Angebot bestätigen.
- Angebote vergleichen: mit einzeln ausgewiesenen Posten für jeden Baustein.
Den größten Hebel für die Wärmepumpe hat übrigens nicht die Technik, sondern das Haus. Je weniger Wärme es braucht, desto größer wird der Anteil, den die Sonne decken kann. Wie weit das gehen kann, zeigt der Beitrag zum autarken Haus.
Häufige Fragen
Lohnt sich die Kombination von Photovoltaik und Wärmepumpe?
In den meisten Fällen ja. Die Wärmepumpe nutzt Solarstrom, der sonst für wenige Cent ins Netz ginge. Laut Energieberatung der Verbraucherzentrale deckt eine Photovoltaikanlage im Einfamilienhaus ohne Batteriespeicher etwa 20 bis 30 Prozent des Jahresstrombedarfs von Haushalt und Wärmepumpe, mit Batteriespeicher etwa 40 Prozent. Den Rest liefert das Netz, vor allem im Winter.
Wie hoch sind die Kosten für eine Wärmepumpe mit Photovoltaik und Stromspeicher?
Die Energieberatung der Verbraucherzentrale nennt für das Einfamilienhaus eine Gesamtinvestition von etwa 25.000 bis 50.000 Euro. Darin stecken 9.000 bis 20.000 Euro für eine Photovoltaikanlage mit 5 bis 10 Kilowattpeak, 15.000 bis 40.000 Euro für die Wärmepumpe und 5.000 bis 10.000 Euro für den Batteriespeicher. Die Förderung der Wärmepumpe ist dabei noch nicht abgezogen.
Wie viel Photovoltaik brauche ich für ein Einfamilienhaus mit Wärmepumpe?
Der ADAC nennt eine Faustformel: Jahresstromverbrauch in Kilowattstunden mal 1,5 geteilt durch 1.000 ergibt die empfohlene Leistung in Kilowattpeak. Mit Wärmepumpe oder Elektroauto steigt der Faktor auf 2,0 bis 2,5. Für ein Haus mit Wärmepumpe und Elektroauto nennt er 12 bis 20 Kilowattpeak. Grenze ist meist die Dachfläche: Pro Kilowattpeak sind etwa 5 bis 6 Quadratmeter nötig.
Wie hoch ist der Autarkiegrad bei einer Photovoltaikanlage mit Wärmepumpe?
Ohne Batteriespeicher sind es laut Energieberatung der Verbraucherzentrale etwa 20 bis 30 Prozent des Jahresstrombedarfs, mit Batteriespeicher etwa 40 Prozent. Bei sehr geringem Verbrauch und sehr guter Dämmung sind mehr als 60 Prozent möglich. Vollständige Autarkie ist nicht erreichbar, weil es keine Speicher gibt, die Sommerstrom in den Winter bringen.
Ist ein Stromspeicher bei einer Wärmepumpe sinnvoll?
Er erhöht den Anteil des selbst genutzten Solarstroms, überbrückt aber nur Tag und Nacht, nicht mehrere trübe Wintertage. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale rät, den Speicher so auszulegen, dass er den Strombedarf einer Nacht deckt. Zu große Speicher verschlechtern die Wirtschaftlichkeit und altern schneller.
Wie kann ich eine Photovoltaikanlage mit einer Wärmepumpe koppeln?
Über ein Energiemanagement und die SG-Ready-Schnittstelle der Wärmepumpe. Das Energiemanagement versorgt zuerst den Haushalt und gibt Überschüsse dann an Wärmepumpe oder Batterie. Über SG Ready hebt die Wärmepumpe bei Solarüberschuss die Temperatur im Speicher an und speichert den Strom so als Wärme.
Wie funktioniert eine Wallbox mit Photovoltaik?
Eine intelligente Wallbox erkennt, wann die Photovoltaikanlage mehr Strom liefert, als das Haus braucht, und lädt das Elektroauto mit diesem Überschuss. Am meisten bringt das, wenn das Auto tagsüber zu Hause steht. Wer erst abends lädt, braucht dafür Strom aus dem Speicher oder aus dem Netz.
Wie hoch ist die Einspeisevergütung für Solarstrom?
Für neue Anlagen bis 10 Kilowatt zahlt der Netzbetreiber laut Bundesnetzagentur derzeit 7,70 Cent je Kilowattstunde bei Teileinspeisung und 12,22 Cent bei Volleinspeisung. Für den Anlagenteil über 10 bis 40 Kilowatt sind es 6,66 und 10,24 Cent. Die Sätze gelten für eine Inbetriebnahme bis zum Jahresende. Welche Regeln danach gelten, ist offen, die Nachfolgeregelung wird noch im Parlament beraten.
Fazit: Für wen lohnt sich welche Kombination?
Die Kombination mit einer Wärmepumpe lohnt sich für alle, bei denen ohnehin eine neue Heizung ansteht. Die Wallbox lohnt sich für alle, deren Auto tagsüber zu Hause steht. Der Batteriespeicher lohnt sich für Haushalte, die abends und nachts viel Strom brauchen, und er lohnt sich umso weniger, je größer er gewählt wird. Wer nichts davon hat oder plant, fährt mit einer Solaranlage ohne Extras oft am günstigsten.
Mein Tipp: Bauen Sie das Dach voll und kaufen Sie den Rest in der Reihenfolge, in der Sie ihn brauchen. Lassen Sie sich von 80 % Autarkie im Prospekt nicht blenden. Entscheidend ist, was die letzte gespeicherte Kilowattstunde kostet, und im Januar kommt der Strom für die Wärmepumpe trotzdem aus dem Netz.
Welche Kombination sich für Ihr Haus rechnet, zeigt der Vergleich konkreter Angebote. Über das Formular erhalten Sie Angebote von Fachbetrieben aus Ihrer Region.
Quellen und Methodik
Die Solaranteile mit Wärmepumpe und die Kosten stammen von der Energieberatung der Verbraucherzentrale, Vergütungssätze von der Bundesnetzagentur, Beispielwerte zu Eigenverbrauch, Speicher und Anlagengröße sowie der Strompreis vom ADAC, Fördersätze für die Wärmepumpe von der KfW. Solar.red hat keine Anlagen gemessen und keine Angebote erhoben. Der Rechner ist eine eigene Rechnung, Solarertrag und Strompreis sind Beispielwerte.
- Energieberatung der Verbraucherzentrale: Wärmepumpe mit Photovoltaik - Solaranteile, Speicherauslegung, SG Ready und Kosten
- Bundesnetzagentur: EEG-Förderung und Fördersätze - Einspeisevergütung und Geltungsdauer des Gesetzes
- ADAC: Eigenverbrauch oder Einspeisevergütung - Beispiel mit und ohne Speicher, Strompreis, Regeln für neue Anlagen
- ADAC: PV-Anlage richtig dimensionieren - Faustformel, Speichergröße und Beispielkonfigurationen
- KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen, Wohngebäude (458) - Fördersätze und Termine für die Wärmepumpe
Hinweis: Die genannten Kosten, Anteile und Vergütungssätze sind Richtwerte und kein Angebot für Ihr Haus. Vergütung, Fördersätze, Stichtage und Steuerregeln können sich ändern. Der Rechner liefert eine Näherung und ersetzt keine Ertragsprognose und keine Steuerberatung. Für die Auslegung und ein verbindliches Angebot wenden Sie sich an einen Fachbetrieb. Alle Angaben ohne Gewähr.
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