Von D. Volbracht
Photovoltaik-Wirtschaftlichkeitsrechner
Der Rechner zeigt Amortisation, Rendite und Überschuss Ihrer Solaranlage Jahr für Jahr. Er rechnet wahlweise mit der Einspeisevergütung bei Inbetriebnahme bis 31. Dezember 2026 oder mit der für 2027 geplanten Regel.
Die Anlage hat ihre Kosten nach rund 9,8 Jahren wieder eingespielt. Vergütungssatz: 7,70 Cent pro Kilowattstunde für 20 Jahre.
Vorbelegt mit Beispielwerten: mittlerer Angebotspreis der Verbraucherzentrale NRW für über 9 bis 10 kWp (1.410 Euro je kWp, Stand 28.08.2026), Strompreis des Statistischen Bundesamts für das 1. Halbjahr 2026, Vergütung der Bundesnetzagentur für Inbetriebnahmen vom 01.08. bis 31.12.2026, Betriebskosten von 1,5 % innerhalb der Spanne des Fraunhofer ISE, Modulalterung nach dessen Rechenannahme. Ertrag, Eigenverbrauch und Strompreisanstieg sind Annahmen, tragen Sie Ihre eigenen Werte ein. Batterietausch, Kreditzinsen und Zeiten mit negativen Strompreisen sind nicht berücksichtigt. Alle Angaben ohne Gewähr.
Das Wichtigste in Kürze
Ein Photovoltaik-Wirtschaftlichkeitsrechner zeigt, ob sich eine Solaranlage lohnt: Eine 10-kWp-Anlage für 14.100 Euro amortisiert sich bei Inbetriebnahme bis 31. Dezember 2026 nach eigener Rechnung in rund 10 Jahren und bringt etwa 8,5 % Rendite pro Jahr. Mit der für 2027 geplanten Regel wären es rund 13 Jahre und 4,5 %.
- Kosten: im Mittel 1.410 Euro je kWp bei über 9 bis 10 kWp, Speicher 410 Euro je kWh bei über 8 bis 10 kWh (Verbraucherzentrale NRW, Stand 28.08.2026)
- Strompreis: 37,97 Cent pro kWh im 1. Halbjahr 2026 (Statistisches Bundesamt)
- Einspeisevergütung: 7,70 Cent pro kWh bis 10 kW bei Teileinspeisung, Inbetriebnahme 01.08. bis 31.12.2026 (Bundesnetzagentur)
- EEG 2027 (Entwurf): Anlagen unter 25 kW sollen nur noch drei Jahre lang 5,2 Cent pro kWh erhalten statt 20 Jahre (Bundestag, noch nicht beschlossen)
- Betriebskosten: rund 1 bis 2 % der Investition pro Jahr, für kleine Anlagen rechnet das Fraunhofer ISE mit 1 % (August 2026)
- Größter Hebel: Eigenverbrauch, denn eine selbst genutzte kWh spart rund fünfmal so viel, wie eine eingespeiste bringt
Wie berechnet man die Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage?
Die Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage berechnen Sie, indem Sie den jährlichen Vorteil der Anlage ihren Kosten gegenüberstellen. Der Vorteil besteht aus den eingesparten Stromkosten für selbst verbrauchten Solarstrom und der Vergütung für den eingespeisten Rest, abzüglich der Betriebskosten. Die Summe der Jahre zeigt, wann die Investition zurückgeflossen ist.
- ErtragLeistung in kWp mal Jahresertrag je kWp ergibt die Kilowattstunden pro Jahr.
- AufteilenDer Eigenverbrauchsanteil bleibt im Haus, der Rest geht ins Netz.
- BewertenEigenverbrauch mal Strompreis plus Einspeisung mal Vergütung, minus Betriebskosten.
- SummierenDie Jahresvorteile addieren, bis die Anschaffungskosten erreicht sind.
Ein Rechenbeispiel für das erste Jahr: Eine Anlage mit 10 Kilowattpeak, also 10 kW Spitzenleistung unter Testbedingungen, erzeugt bei angenommenen 950 kWh je kWp rund 9.500 kWh. Bei 30 % Eigenverbrauch bleiben 2.850 kWh im Haus und sparen beim Durchschnittspreis von 37,97 Cent (Statistisches Bundesamt, 1. Halbjahr 2026) rund 1.082 Euro. Die übrigen 6.650 kWh bringen mit 7,70 Cent Vergütung rund 512 Euro. Abzüglich 212 Euro Betriebskosten, das sind 1,5 % von 14.100 Euro, bleiben nach eigener Rechnung rund 1.383 Euro Vorteil.
Teilt man die 14.100 Euro einfach durch diesen Vorteil, ergeben sich gut 10 Jahre. Genauer ist die Rechnung Jahr für Jahr, denn der Strompreis ändert sich und die Module verlieren langsam Leistung. Das Fraunhofer ISE setzt dafür in seinen Berechnungen eine Ertragsminderung von 0,5 % pro Jahr an. Mit 2 % Strompreisanstieg pro Jahr verkürzt sich die Amortisation im Beispiel auf rund 9,8 Jahre.
Lohnt sich Photovoltaik 2026 noch?
Ja, Photovoltaik lohnt sich 2026 in der Beispielrechnung deutlich: Eine 10-kWp-Anlage für 14.100 Euro mit 30 % Eigenverbrauch erwirtschaftet bei Inbetriebnahme bis 31. Dezember 2026 nach eigener Rechnung über 20 Jahre rund 16.400 Euro Überschuss. Grund ist vor allem der Strompreis von 37,97 Cent pro Kilowattstunde im 1. Halbjahr 2026 laut Statistischem Bundesamt.
| Szenario | Amortisation | Rendite pro Jahr | Überschuss nach 20 Jahren |
|---|---|---|---|
| Inbetriebnahme bis 31.12.2026, 7,70 Cent für 20 Jahre | 9,8 Jahre | 8,5 % | 16.437 € |
| Wie oben, aber ohne Strompreisanstieg | 10,5 Jahre | 6,9 % | 12.084 € |
| Inbetriebnahme ab 2027 (Entwurf), 5,2 Cent für 3 Jahre | 13,4 Jahre | 4,5 % | 7.701 € |
| Ganz ohne Einspeisevergütung | 14,3 Jahre | 3,8 % | 6.669 € |
| Volleinspeisung bis 31.12.2026, 12,22 Cent für 20 Jahre | 15,5 Jahre | 2,5 % | 3.818 € |
Die Tabelle zeigt zwei Dinge. Erstens trägt sich eine gut geplante Anlage sogar ganz ohne Einspeisevergütung, weil der selbst verbrauchte Strom den teuren Netzbezug ersetzt. Zweitens ist der Tag der Inbetriebnahme gerade viel wert: Wer bis zum 31. Dezember 2026 ans Netz geht, sichert sich nach der Rechnung oben rund 8.700 Euro mehr Überschuss als mit der geplanten Regel für 2027.
Der Strompreis ist dabei die unsicherste Annahme. Laut Statistischem Bundesamt lag er im 1. Halbjahr 2026 um 16,4 % über dem 1. Halbjahr 2021, das entspricht nach eigener Rechnung rund 3,1 % pro Jahr. Gegenüber dem 1. Halbjahr 2025 ist er aber um 4,9 % gesunken. Der Rechner setzt deshalb vorsichtig 2 % an. Eine ausführliche Einordnung steht im Beitrag Lohnt sich Photovoltaik?
Wann amortisiert sich eine PV-Anlage?
Eine PV-Anlage amortisiert sich in der Beispielrechnung nach rund 10 Jahren, genauer nach 9,8 Jahren: 10 kWp für 14.100 Euro, 30 % Eigenverbrauch, 7,70 Cent Vergütung und 2 % Strompreisanstieg pro Jahr. Mit der für 2027 geplanten Regel verlängert sich die Zeit auf rund 13,4 Jahre, bei Volleinspeisung auf rund 15,5 Jahre (eigene Rechnung).
Am stärksten wirkt der Preis je Kilowattpeak. Er sinkt mit der Größe der Anlage: Laut Preisindex der Verbraucherzentrale NRW (Stand 28.08.2026, 71 echte Angebote aus Januar 2025 bis August 2026) kostet eine Anlage mit 4 bis 6 kWp im Mittel 2.090 Euro je kWp, eine über 16 kWp nur 1.010 Euro. Eine 15-kWp-Anlage für 1.220 Euro je kWp, also 18.300 Euro, amortisiert sich im Rechner bei sonst gleichen Annahmen schon nach rund 8,5 Jahren.
Eigene Rechnungen mit dem Rechner oben, Annahmen wie in der Tabelle zur Frage, ob sich Photovoltaik 2026 lohnt.
Die finanzielle Amortisation ist nicht dasselbe wie die energetische: Diese misst, wann eine Anlage die Energie für ihre Herstellung wieder erzeugt hat. Mehr dazu steht im Beitrag zur energetischen Amortisation. Was Anlagen in welcher Größe kosten, zeigt der Beitrag zu den Photovoltaik-Kosten.
Wie hoch ist die Rendite einer PV-Anlage?
Die Rendite einer PV-Anlage liegt in der Beispielrechnung bei rund 8,5 % pro Jahr, gemessen als interner Zinsfuß über 20 Jahre. Das ist der Zinssatz, mit dem sich die 14.100 Euro Investition durch die jährlichen Überschüsse verzinsen. Ohne Strompreisanstieg sind es 6,9 %, mit der für 2027 geplanten Regel rund 4,5 % (eigene Rechnung).
Der interne Zinsfuß berücksichtigt, wann das Geld zurückfließt. Er ist deshalb aussagekräftiger als eine einfache Gesamtrendite, die nur den Überschuss nach 20 Jahren durch die Investition teilt. Mit ihm lässt sich die Anlage direkt mit einem Kredit vergleichen: Liegt der Kreditzins deutlich unter der Rendite, kann sich auch eine finanzierte Anlage rechnen. Welche Wege es dafür gibt, zeigt der Beitrag zur Photovoltaik-Finanzierung.
Steuern schmälern die Rendite bei privaten Dachanlagen meist nicht. Einnahmen aus Photovoltaikanlagen auf Gebäuden bis 30 kW peak je Wohn- oder Gewerbeeinheit, insgesamt höchstens 100 kW peak, sind nach § 3 Nr. 72 Einkommensteuergesetz steuerfrei. Für Module, wesentliche Komponenten und Speicher gilt nach § 12 Abs. 3 Umsatzsteuergesetz ein Steuersatz von 0 %, wenn die Anlage auf oder bei einem Wohngebäude installiert wird. Bei höchstens 30 kW peak gelten die Voraussetzungen als erfüllt. Details stehen im Beitrag PV-Anlage und Steuer.
Das Fraunhofer ISE beziffert die Stromgestehungskosten kleiner Dachanlagen auf 6 bis 14 Cent pro Kilowattstunde (Aktuelle Fakten zur Photovoltaik, August 2026). Im Beispiel kostet Solarstrom nach eigener, einfacher Rechnung ohne Zinsen rund 10,1 Cent: Investition plus Betriebskosten, geteilt durch den Ertrag in 20 Jahren. Mehr dazu im Beitrag zu den Stromgestehungskosten.
Was ändert das EEG 2027 an der Wirtschaftlichkeit?
Das EEG 2027 würde die Wirtschaftlichkeit neuer Anlagen verschlechtern, beschlossen ist es aber noch nicht. Nach dem Gesetzentwurf der Bundesregierung (Bundestagsdrucksache 21/7867) sind für Anlagen unter 25 kW feste Vergütungen nur noch bis Ende 2028 vorgesehen, mit 5,2 Cent pro Kilowattstunde für drei Jahre statt bisher 20 Jahre (Meldung des Bundestags vom 10.09.2026).
Für Anlagen, die bis zum 31. Dezember 2026 in Betrieb gehen, gelten die heutigen Sätze. Das EEG 2023 ist laut Bundesnetzagentur bis zu diesem Tag anwendbar, die Nachfolgeregelung ist in der parlamentarischen Beratung. Maßgeblich ist das Datum der Inbetriebnahme, nicht das Datum des Auftrags. Alle Sätze und geplanten Änderungen stehen im Beitrag zur Einspeisevergütung.
In der Beispielrechnung sinkt der Überschuss nach 20 Jahren mit der geplanten Regel von rund 16.400 auf rund 7.700 Euro. Was nach der Übergangszeit für den eingespeisten Strom bezahlt wird, hängt von der Direktvermarktung ab und ist noch offen. Der Rechner setzt dafür vorsichtig 0 Cent an. Wenn Sie einen Erlös erwarten, tragen Sie ihn im Feld „Erlös nach Förderende“ ein.
Rechnen Sie Ihre Anlage zweimal durch: einmal mit Inbetriebnahme bis 31. Dezember 2026 und einmal mit der Regel ab 2027. Trägt sie sich in beiden Fällen, sind Sie von der Entscheidung des Bundestags unabhängig. Wer die 20 Jahre Vergütung sicher nutzen will, lässt sich den Termin der Inbetriebnahme vom Fachbetrieb schriftlich bestätigen.
Wirtschaftlichkeit mit Speicher: Wann rechnet sich der Akku?
Ein Stromspeicher rechnet sich, wenn er den Eigenverbrauch stark genug erhöht. Ein 10-kWh-Speicher kostet bei gemeinsamer Installation mit der Solaranlage laut Preisindex der Verbraucherzentrale NRW (Stand 28.08.2026) rund 4.100 Euro. In der Beispielrechnung muss er den Eigenverbrauch von 30 % auf mindestens 38 % heben, damit sich die Anlage mit Speicher über 20 Jahre mindestens so gut rechnet wie ohne.
Der Grund liegt im Abstand zwischen Strompreis und Vergütung. Jeder Prozentpunkt mehr Eigenverbrauch verlagert bei 9.500 kWh Jahresertrag 95 kWh vom Netz ins Haus. Bei 37,97 Cent Strompreis und 7,70 Cent Vergütung ist das nach eigener Rechnung rund 29 Euro pro Jahr wert. Ein Batterietausch während der Laufzeit ist in der Rechnung nicht enthalten. Er würde die nötige Steigerung erhöhen.
Mit der für 2027 geplanten Regel wird der Speicher wichtiger, weil eingespeister Strom dann nur noch drei Jahre lang vergütet würde. Im Rechner tragen Sie für eine Anlage mit Speicher die Gesamtkosten und den höheren Eigenverbrauch ein, den Ihnen der Fachbetrieb für Ihren Haushalt nennt. Welche Größe sinnvoll ist, zeigen die Beiträge zum Batteriespeicher und zum PV-Speicher mit 5 und 10 kWh, für bestehende Anlagen der Ratgeber PV-Speicher nachrüsten.
Lohnt sich Volleinspeisung?
Volleinspeisung lohnt sich für ein bewohntes Haus meist nicht, obwohl der Satz höher ist: 12,22 statt 7,70 Cent pro Kilowattstunde bis 10 kW laut Bundesnetzagentur bei Inbetriebnahme vom 1. August bis 31. Dezember 2026. In der Beispielrechnung bringt Volleinspeisung rund 2,5 % Rendite, Teileinspeisung mit 30 % Eigenverbrauch rund 8,5 % (eigene Rechnung).
Volleinspeisung kann passen, wenn im Gebäude kaum Strom verbraucht wird, etwa auf einer Scheune oder Halle. Wer den Strom dagegen selbst nutzen kann, spart mit jeder Kilowattstunde den vollen Strompreis. Fristen und Meldungen für den höheren Satz erklärt der Beitrag zur Volleinspeisung.
Wirtschaftlichkeitsberechnung: PV-Anlage mit Wärmepumpe und E-Auto
Eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto verbessern die Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage, weil sie Solarstrom im Haus verbrauchen, der sonst für 7,70 Cent eingespeist würde. Jede so genutzte Kilowattstunde ersetzt Netzstrom. Beim Durchschnittspreis von 37,97 Cent laut Statistischem Bundesamt (1. Halbjahr 2026) ist sie nach eigener Rechnung rund 30 Cent mehr wert.
Für die Rechnung zählt aber, wann der Strom gebraucht wird. Eine Wärmepumpe heizt vor allem im Winter, wenn die Solaranlage wenig erzeugt. Ein Elektroauto, das tagsüber zu Hause lädt, passt besser zum Solarertrag. Tragen Sie im Rechner deshalb nur den Eigenverbrauch ein, der zeitlich wirklich zusammenpasst. Haben Sie für die Wärmepumpe einen eigenen, günstigeren Stromtarif, setzen Sie für diesen Anteil dessen Preis an.
Wie Wärmepumpe und Solaranlage zusammenspielen, beschreibt der Beitrag zur Kombination von Photovoltaik und Wärmepumpe. Die laufenden Kosten der Heizung zeigt der Beitrag zu den Betriebskosten einer Wärmepumpe.
Welche Faktoren bestimmen die Wirtschaftlichkeit?
Die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage bestimmen vor allem fünf Größen: Preis je kWp, Jahresertrag, Eigenverbrauchsanteil, Strompreis und Einspeisevergütung. Betriebskosten und Modulalterung wirken schwächer. Die Tabelle zeigt, wie sich die Beispielrechnung verändert, wenn sich jeweils nur ein Wert ändert und alle anderen gleich bleiben.
| Änderung | Amortisation | Rendite pro Jahr | Überschuss |
|---|---|---|---|
| Ausgangsfall | 9,8 Jahre | 8,5 % | 16.437 € |
| Eigenverbrauch 40 statt 30 % | 8,1 Jahre | 11,3 % | 23.375 € |
| Keine Modulalterung | 9,5 Jahre | 9,0 % | 18.204 € |
| Betriebskosten 2 statt 1,5 % | 10,2 Jahre | 7,8 % | 15.027 € |
| Ertrag 850 statt 950 kWh je kWp | 11,0 Jahre | 6,8 % | 12.778 € |
| Strompreis 32 statt 37,97 Cent | 11,1 Jahre | 6,7 % | 12.507 € |
| Anschaffung 20 % teurer (16.920 €) | 11,9 Jahre | 5,8 % | 12.771 € |
Den Jahresertrag bestimmen Standort, Ausrichtung und Neigung. Ihren Wert je kWp berechnet der PV-Ertragsrechner. Die langsame Leistungsminderung der Module erklärt der Beitrag zur Degradation.
Zwei Regeln für neue Anlagen kosten zusätzlich etwas Ertrag. Seit dem 25. Februar 2025 dürfen neue Anlagen unter 100 kW laut Clearingstelle EEG|KWKG höchstens 60 % ihrer Leistung einspeisen, bis ein intelligentes Messsystem und eine Steuerung eingebaut und getestet sind. Und bei neuen Anlagen von 2 bis unter 100 kW entfällt die Vergütung in Zeiten negativer Börsenpreise laut Bundeswirtschaftsministerium ab dem Jahr nach dem Einbau eines intelligenten Messsystems. Diese Zeiten werden an die 20 Jahre angehängt. Strom, den Sie in diesen Zeiten selbst verbrauchen oder speichern, ist von beiden Regeln nicht betroffen.
Photovoltaik-Wirtschaftlichkeitsrechner mit Excel nachbauen
Für eine Wirtschaftlichkeitsberechnung mit Excel genügt eine Tabelle mit einer Zeile pro Betriebsjahr und sieben Spalten: Jahr, Ertrag, Eigenverbrauch, Strompreis, Ersparnis, Einspeiseerlös und kumulierter Überschuss. Die letzte Spalte beginnt mit der Investition als negativer Zahl. Das Jahr, in dem sie positiv wird, ist das Jahr der Amortisation.
- Eingaben oben ablegen: Investition, kWp, Ertrag je kWp, Eigenverbrauch, Strompreis, Anstieg, Vergütung, Betriebskosten und Modulalterung je in eine eigene Zelle.
- Ertrag pro Jahr: Jahr 1 ist kWp mal Ertrag je kWp, jedes Folgejahr der Vorjahreswert mal (1 minus Modulalterung).
- Strompreis pro Jahr: der Vorjahreswert mal (1 plus Anstieg).
- Vorteil pro Jahr: Ertrag mal Eigenverbrauch mal Strompreis, plus Ertrag mal (1 minus Eigenverbrauch) mal Vergütung, minus Betriebskosten.
- Rendite: Die Excel-Funktion IKV (englisch IRR) über die Investition als negative Zahl und die Jahresvorteile ergibt den internen Zinsfuß.
Schneller geht es mit dem Rechner oben: Die Jahresübersicht zeigt genau diese Spalten für jedes Jahr. Sie können die Werte markieren und in eine eigene Tabelle kopieren, um weitere Szenarien zu rechnen.
Praxis: So prüfen Sie die Wirtschaftlichkeitsrechnung im Angebot
Die Wirtschaftlichkeitsrechnung im Angebot eines Fachbetriebs prüfen Sie, indem Sie jede Annahme mit belegten Werten vergleichen und die Anlage im Rechner oben nachrechnen. Häufige Stellschrauben sind ein hoch angesetzter Eigenverbrauch, ein starker Strompreisanstieg und fehlende Betriebskosten. Weicht Ihr Ergebnis deutlich ab, fragen Sie nach der Begründung.
- Preis je kWp: als grobe Einordnung neben das Mittel der Verbraucherzentrale NRW für Ihre Größenklasse legen, etwa 1.410 Euro bei über 9 bis 10 kWp (Stand 28.08.2026); die Verbraucherzentrale betont, dass die Preise breit streuen
- Ertrag je kWp: für Ihren Standort und Ihre Dachausrichtung gegenrechnen
- Eigenverbrauch: getrennt mit und ohne Speicher ausweisen lassen
- Strompreis: von Ihrem heutigen Tarif ausgehen, den Anstieg auch mit 0 % prüfen
- Betriebskosten: Versicherung, Wartung und Zähler sollten enthalten sein, das Fraunhofer ISE nennt 1 bis 2 % der Investition pro Jahr und rechnet für kleine Anlagen mit 1 %
- Vergütung: Satz und Laufzeit passend zum Datum der Inbetriebnahme, für 2027 die geplante Regel
- Speicher: fragen, ob ein Batterietausch in der Laufzeit eingerechnet ist
Mehrere Angebote nebeneinander zu legen, erleichtert die Prüfung. Wie das geht, zeigt der Beitrag zum Photovoltaik-Angebotsvergleich. Wie sich die Rendite in anderen Konstellationen entwickelt, beschreibt der Beitrag Rendite einer PV-Anlage.
Häufige Fragen zur Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik
Ab wann ist eine PV-Anlage wirtschaftlich?
Eine PV-Anlage ist wirtschaftlich, sobald die eingesparten Stromkosten und die Einspeisevergütung ihre Anschaffungs- und Betriebskosten übersteigen. In der Beispielrechnung mit 10 kWp für 14.100 Euro und Inbetriebnahme bis 31. Dezember 2026 ist das nach rund 9,8 Jahren der Fall. Das Fraunhofer ISE rechnet für kleine Anlagen mit 20 Jahren Nutzungsdauer.
Was ist die 60-%-Regel bei PV?
Die 60-%-Regel begrenzt die Einspeisung neuer Solaranlagen auf 60 % ihrer installierten Leistung. Sie gilt laut Clearingstelle EEG|KWKG seit dem 25. Februar 2025 für neue Anlagen unter 100 kW, bis ein intelligentes Messsystem und eine Steuerung eingebaut sind und der Netzbetreiber die Ansteuerung erfolgreich getestet hat. Selbst verbrauchter Strom ist nicht begrenzt.
Was ist die 70-%-Regel für Photovoltaikanlagen?
Die 70-%-Regel erlaubte Betreibern kleiner Solaranlagen bis 25 kW, ihre technischen Pflichten zu erfüllen, indem sie die Einspeisung dauerhaft auf 70 % der installierten Leistung begrenzten. Laut Clearingstelle EEG|KWKG ist diese Regel seit dem 1. Januar 2023 aufgehoben. Für neue Anlagen gilt seit dem 25. Februar 2025 stattdessen die 60-%-Regel.
Was kostet eine PV-Anlage 2026 pro kWp?
Eine PV-Anlage kostet laut Preisindex der Verbraucherzentrale NRW (Stand 28.08.2026, 71 echte Angebote) im Mittel 2.090 Euro je kWp bei 4 bis 6 kWp, 1.410 Euro bei über 9 bis 10 kWp und 1.010 Euro über 16 kWp. Ein Speicher kostet bei gemeinsamer Installation 360 bis 510 Euro je kWh.
Was kostet Solarstrom vom eigenen Dach pro kWh?
Solarstrom vom eigenen Dach kostet laut Fraunhofer ISE (Aktuelle Fakten zur Photovoltaik, August 2026) bei kleinen Dachanlagen 6 bis 14 Cent pro Kilowattstunde. In der Beispielrechnung mit 10 kWp für 14.100 Euro sind es nach eigener Rechnung ohne Zinsen rund 10,1 Cent, deutlich weniger als Netzstrom mit 37,97 Cent im 1. Halbjahr 2026.
Muss ich auf die Einspeisevergütung Steuern zahlen?
Bei den meisten privaten Dachanlagen nicht. Einnahmen aus Photovoltaikanlagen auf Gebäuden bis 30 kW peak je Wohn- oder Gewerbeeinheit, insgesamt höchstens 100 kW peak, sind nach § 3 Nr. 72 Einkommensteuergesetz steuerfrei. Für Kauf und Installation gilt bei Anlagen auf Wohngebäuden nach § 12 Abs. 3 Umsatzsteuergesetz ein Steuersatz von 0 %.
Rechnet sich eine PV-Anlage auch ohne Einspeisevergütung?
Ja, in der Beispielrechnung trägt sich eine 10-kWp-Anlage für 14.100 Euro auch ganz ohne Einspeisevergütung. Bei 30 % Eigenverbrauch und 37,97 Cent Strompreis amortisiert sie sich nach eigener Rechnung in rund 14,3 Jahren und bringt etwa 3,8 % Rendite pro Jahr. Mit mehr Eigenverbrauch, etwa durch einen Speicher, wird das Ergebnis besser.
Welcher Strompreis gehört in die Wirtschaftlichkeitsrechnung?
In die Wirtschaftlichkeitsrechnung gehört der Arbeitspreis Ihres heutigen Stromtarifs pro Kilowattstunde, nicht der Grundpreis, denn nur der Arbeitspreis sinkt mit jeder selbst verbrauchten Kilowattstunde. Ohne eigenen Tarif hilft der Durchschnitt als Startwert: Haushaltsstrom kostete im 1. Halbjahr 2026 laut Statistischem Bundesamt im Schnitt 37,97 Cent pro Kilowattstunde, einschließlich anteiligem Grundpreis; der reine Arbeitspreis liegt meist etwas darunter.
Wie lange hält eine PV-Anlage?
Für die Wirtschaftlichkeitsrechnung kleiner Dachanlagen setzt das Fraunhofer ISE eine Nutzungsdauer von 20 Jahren an, für die Erneuerung des gesamten Anlagenbestands geht es von knapp 30 Jahren aus. Läuft eine Anlage länger als 20 Jahre, verbessert jedes weitere Jahr die Rendite, weil dann nur noch Betriebskosten anfallen. Im Rechner können Sie den Zeitraum anpassen.
Fazit: Photovoltaik rechnet sich, der Termin zählt
Eine Photovoltaikanlage auf dem eigenen Haus ist 2026 wirtschaftlich: In der Beispielrechnung spielt eine 10-kWp-Anlage ihre Kosten in rund 10 Jahren wieder ein und bringt etwa 8,5 % Rendite pro Jahr. Selbst ohne jede Einspeisevergütung bliebe sie im Plus, weil der Eigenverbrauch den größten Teil des Vorteils liefert.
Mein Tipp: Rechnen Sie Ihr Angebot oben mit Ihren eigenen Werten durch, einmal mit Inbetriebnahme bis 31. Dezember 2026 und einmal mit der Regel ab 2027. Prüfen Sie dabei vor allem den Eigenverbrauch, denn er bewegt das Ergebnis am stärksten. Wer die heutige Vergütung nutzen will, klärt den Termin früh und schriftlich mit dem Fachbetrieb.
Quellen und Methodik
Die Werte stammen von den unten genannten Stellen, aus dem Preisindex der Verbraucherzentrale NRW, den FAQ des Bundeswirtschaftsministeriums und den Gesetzestexten. Amortisation, Rendite, Überschuss und alle Szenarien sind eigene Rechnungen mit dem Rechner auf dieser Seite. Alle Quellen wurden am 19. Oktober 2026 abgerufen.
- Bundesnetzagentur: EEG-Förderung und -Fördersätze - Vergütungssätze für Inbetriebnahmen bis 31.12.2026 und Geltung des EEG 2023
- Deutscher Bundestag: Meldung zum Gesetzentwurf für das EEG 2027 (hib 701/2026) - geplante Zahlung von 5,2 Cent für drei Jahre
- Statistisches Bundesamt: Strom- und Gaspreise für Haushalte im 1. Halbjahr 2026 - durchschnittlicher Strompreis und Entwicklung seit 2021
- Fraunhofer ISE: Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland - Betriebskosten, Stromgestehungskosten und Rechenannahmen
- Clearingstelle EEG|KWKG: 70-Prozent-Regelung und 60-Prozent-Regelung - Begrenzung der Einspeisung für neue Anlagen
Hinweis: Der Rechner und alle Beispiele sind vereinfachte Szenariorechnungen und ersetzen kein individuelles Angebot und keine Steuerberatung. Vergütungssätze und Fristen können sich ändern, maßgeblich sind das Erneuerbare-Energien-Gesetz und die Fördersätze der Bundesnetzagentur zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme. Der Entwurf des EEG 2027 ist noch nicht beschlossen. Alle Angaben ohne Gewähr.
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