Von D. Volbracht
Das Wichtigste in Kürze
Eine Ölheizung lässt sich in den meisten Häusern auf eine Wärmepumpe umrüsten, auch im Altbau und mit normalen Heizkörpern. In 160 ausgewerteten Angeboten kostete die Umrüstung auf eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im Mittel 36.279 €. Die KfW übernimmt davon 30 bis 70 %, bei niedrigem Einkommen bis 80 % der förderfähigen Kosten.
- Kosten: im Mittel 36.279 €, Spanne 20.228 € bis 63.061 € (Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, ohne Ausbau des Öltanks)
- Förderung: 30 % Grundförderung, 16 % Klimageschwindigkeitsbonus, bis 40 % Einkommensbonus, gerechnet auf höchstens 28.000 €
- Eigenanteil: rund 23.399 € beim Mittelwert mit 46 % Förderung
- Alter der Ölheizung: für den Klimageschwindigkeitsbonus egal, sie muss nur funktionstüchtig sein
- Heizkörper: können meist bleiben, einzelne zu kleine werden getauscht
- Effizienz: Jahresarbeitszahl 3,4 im Mittel bei Luft-Wasser-Wärmepumpen im Bestand (Fraunhofer ISE)
Was die Umrüstung in Ihrem Haus kostet, hängt von Heizlast, Heizkörpern, Aufstellort und Öltank ab. Über das Formular erhalten Sie Angebote von Fachbetrieben aus Ihrer Region und können sie mit den Zahlen auf dieser Seite vergleichen.
Kann man eine Ölheizung auf Wärmepumpe umrüsten?
Ja. Die Wärmepumpe ersetzt den Ölkessel und nutzt die vorhandenen Rohre und Heizkörper weiter. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe steht meist als Außengerät neben dem Haus, im Keller kommen ein Innenteil und ein Speicher für Heizung und Warmwasser dazu. Kessel und Öltank werden ausgebaut, der Tankraum wird frei.
Dass das auch in älteren Häusern funktioniert, ist gemessen. Das Fraunhofer ISE hat 77 Wärmepumpen in Ein- bis Dreifamilienhäusern im Bestand über vier Jahre untersucht. Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichten im Mittel eine Jahresarbeitszahl von 3,4. Sie machten also aus einer Kilowattstunde Strom 3,4 Kilowattstunden Wärme.
Einen Zusammenhang zwischen dem Baujahr des Hauses und der Effizienz fand die Studie nicht. Entscheidend ist nicht das Alter des Hauses, sondern wie warm das Heizwasser sein muss, damit die Räume warm werden. Das klärt der Fachbetrieb mit einer Heizlastberechnung, also der Rechnung, wie viel Wärme das Haus am kältesten Tag braucht.
- Platz für das Außengerät mit genug Abstand zum Nachbarn
- Platz im Haus für Innenteil und Speicher, oft im frei werdenden Heizungs- oder Tankraum
- Heizkörper, die groß genug sind, oder die Bereitschaft, einzelne zu tauschen
- Ein Stromanschluss, der die Wärmepumpe verträgt
Wer mit Gas statt mit Öl heizt, findet die passenden Zahlen im Beitrag Gasheizung auf Wärmepumpe umrüsten.
Ölheizung umrüsten auf Wärmepumpe: Kosten
Im Netz kursieren Spannen von 13.000 bis 50.000 €, meist ohne Beleg. Belastbar ist eine Auswertung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Sie hat 160 echte Angebote für Luft-Wasser-Wärmepumpen in Ein- und Zweifamilienhäusern geprüft, die bisher überwiegend mit Gas oder Öl heizen. Alle Beträge sind Bruttopreise.
| Kennzahl | Betrag |
|---|---|
| Mittelwert | 36.279 € |
| Median | 34.979 € |
| Günstigstes Angebot | 20.228 € |
| Teuerstes Angebot | 63.061 € |
| Häufigster Bereich | 30.000 bis 40.000 € (61 % der Angebote ohne Heizkörpertausch) |
| Leistung der Geräte | 4 bis 18 kW, im Mittel 10 kW |
Für ein Einfamilienhaus können Sie also mit rund 30.000 bis 40.000 € vor Förderung rechnen. Neuere Angebote können davon abweichen, die Größenordnung zeigt aber, was üblich ist. Erdwärme und Grundwasser waren nicht Teil der Auswertung, sie kosten wegen Bohrung oder Brunnen mehr.
Woraus sich die Kosten zusammensetzen
Der Preis des Geräts ist nur ein Teil. Die Verbraucherzentrale hat die übrigen Posten einzeln ausgewertet und dabei festgestellt, dass viele Angebote lückenhaft sind. Keiner der Posten stand in allen Angeboten, nur rund ein Viertel enthielt alle wesentlichen Leistungen.
| Posten | Mittelwert | Spanne | Fehlt in |
|---|---|---|---|
| Montage und Lohn | 6.997 € | 2.356 bis 12.492 € | gut 40 % nicht einzeln ausgewiesen |
| Elektroinstallation | 3.032 € | 488 bis 6.981 € | knapp 35 % |
| Warmwasserbereitung | 2.589 € | 482 bis 9.859 € | 12 % |
| Fundament | 1.507 € | 238 bis 3.451 € | 53 % |
| Pufferspeicher | 1.368 € | 449 bis 3.749 € | keine Angabe |
| Hydraulischer Abgleich | 1.159 € | 238 bis 2.660 € | rund 20 % |
| Heizkörpertausch | 679 € je Heizkörper | 326 bis 1.207 € je Heizkörper | rund 89 % |
Fehlen Fundament und Elektrik im Angebot, können laut Verbraucherzentrale zwischen 726 und 10.432 € dazukommen. Den Ausbau der alten Heizung hat die Auswertung nicht beziffert, sie fordert aber, dass Demontage und Entsorgung der Altanlage in jedem Angebot als eigener Posten stehen.
Was bei der Ölheizung dazukommt
Bei einer Ölheizung gehört zur Altanlage mehr als der Kessel. Der Öltank muss geleert, gereinigt und entsorgt werden, und für Restöl im Tank fällt eine eigene Entsorgung an. Für diese Posten gibt es keine belastbare Auswertung, die im Netz genannten Beträge sind Erfahrungswerte einzelner Anbieter. Solar.red nennt deshalb keinen Betrag. Verlangen Sie, dass Kessel, Tank und Restöl im Angebot einzeln ausgewiesen sind. Mehr dazu steht im Abschnitt Öltank, Restöl und alter Kessel.
Die hier genannten Preise sind unverbindliche Richtwerte aus einer Auswertung von Angeboten in Rheinland-Pfalz (Stand der Auswertung: Juni 2025, abgerufen am 08.10.2026). Die tatsächlichen Kosten hängen vom Haus, vom Gerät, vom Betrieb und von der Region ab. Ein verbindlicher Preis steht nur im Angebot eines Fachbetriebs.
Heizkosten: Öl und Wärmepumpe im Vergleich
Ein Rechenbeispiel zeigt die Größenordnung. Ein Haus verbraucht 2.000 Liter Heizöl im Jahr. Bei 1,20 € je Liter sind das 2.400 €. Ein Liter Heizöl enthält rund 10 kWh, der Kessel macht daraus in dieser Rechnung 18.000 kWh Wärme. Die Wärmepumpe braucht für dieselbe Wärme mit einer Jahresarbeitszahl von 3,4 rund 5.294 kWh Strom. Bei 30 Cent je kWh kostet das 1.588 €.
Die Ersparnis von 812 € im Jahr gilt nur für diese Preise. Mit einem günstigeren Stromtarif für Wärmepumpen oder eigenem Solarstrom wird sie größer, mit einer niedrigeren Jahresarbeitszahl kleiner. Dazu kommt, dass Heizöl mit einem CO2-Preis belegt ist und Strom für die Wärmepumpe nicht. Was im Betrieb sonst anfällt, steht im Beitrag zu den Betriebskosten der Wärmepumpe.
Kosten im Mehrfamilienhaus
Im Mehrfamilienhaus gelten andere Größenordnungen, weil Leistung, Warmwasser und Aufstellung aufwendiger sind. Die Auswertung der Verbraucherzentrale deckt nur Ein- und Zweifamilienhäuser ab. Dafür erkennt die KfW im Mehrfamilienhaus höhere Kosten an. Alles dazu steht im Beitrag zur Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus.
Rechner: Eigenanteil und Ersparnis beim Umstieg von Öl
Tragen Sie den Preis aus einem Angebot und Ihren Heizölverbrauch ein. Der Rechner zeigt, was die KfW zuschießt, was Sie selbst zahlen und was Sie bei den Heizkosten sparen.
Näherung für ein Einfamilienhaus. Annahmen: Ein Liter Heizöl enthält 10 kWh, der Ölkessel nutzt 90 % der Energie. Mit Kind im Haushalt ziehen Sie beim Einkommen 10.000 € ab. Wartung, Schornsteinfeger, Tankausbau und steigende Preise sind nicht eingerechnet.
Leistung, Stromverbrauch und weitere Kennzahlen berechnet der ausführliche Wärmepumpen-Rechner. Ihre bisherigen Heizkosten ermitteln Sie mit dem Rechner Heizkosten berechnen.
Ölheizung umrüsten auf Wärmepumpe: Förderung
Den Zuschuss zahlt die KfW im Programm 458. Jeder Eigentümer erhält 30 % Grundförderung. Wer selbst im Haus wohnt, kann zwei Boni dazubekommen. Gerechnet wird im Einfamilienhaus auf höchstens 28.000 € Kosten, auch wenn die Umrüstung mehr kostet.
Für Ölheizungen ist der Klimageschwindigkeitsbonus von 16 % leichter zu bekommen als für Gasheizungen. Die Ölheizung muss laut KfW nur funktionstüchtig sein, ein Mindestalter gibt es nicht. Eine Gasheizung muss dagegen mindestens 20 Jahre alt sein. Bedingung ist in beiden Fällen, dass die alte Heizung fachgerecht ausgebaut und entsorgt wird und dass Sie die Wohnung selbst als Hauptwohnsitz nutzen.
| Haushaltseinkommen | Satz ohne Klimabonus | Zuschuss | Eigenanteil | Satz mit Klimabonus | Zuschuss | Eigenanteil |
|---|---|---|---|---|---|---|
| über 50.000 € | 30 % | 8.400 € | 27.879 € | 46 % | 12.880 € | 23.399 € |
| bis 50.000 € | 40 % | 11.200 € | 25.079 € | 56 % | 15.680 € | 20.599 € |
| bis 40.000 € | 60 % | 16.800 € | 19.479 € | 70 % | 19.600 € | 16.679 € |
| bis 30.000 € | 70 % | 19.600 € | 16.679 € | 80 % | 22.400 € | 13.879 € |
Der Einkommensbonus beträgt 40 % bis 30.000 € zu versteuerndem Haushaltseinkommen, 30 % bis 40.000 € und 10 % bis 50.000 €. Mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren im Haushalt liegen die Grenzen um 10.000 € höher. Insgesamt sind höchstens 70 % möglich, bis 30.000 € Einkommen 80 %.
Hat das Haus eine Einliegerwohnung, zählt es bei der KfW als Mehrfamilienhaus. Für die zweite bis sechste Wohnung kommen je 15.000 € anrechenbare Kosten dazu, ab der siebten je 8.000 €. Die Boni gibt es dann nur für den Anteil der selbst bewohnten Wohnung.
Den Antrag stellen Sie vor Beginn der Arbeiten. Der Vertrag mit dem Fachbetrieb braucht eine Klausel, nach der er erst mit der Förderzusage gilt. Nach der Zusage haben Sie laut KfW 36 Monate Zeit für den Umbau. Die Termine, zu denen die Sätze sinken, stehen im Abschnitt Stichtage. Alle Bausteine erklärt der Beitrag zur Förderung der Wärmepumpe.
Stichtage: Welche Termine zählen
Für den Umstieg von Öl auf Wärmepumpe zählen zwei Arten von Terminen. Die KfW senkt den Klimageschwindigkeitsbonus und den Höchstbetrag in festen Schritten. Und das Gebäudemodernisierungsgesetz legt fest, was für Ölheizungen gilt, die jetzt noch neu eingebaut werden.
| Termin | Was gilt | Herkunft |
|---|---|---|
| Vor Beginn der Arbeiten | Förderantrag stellen, Vertrag mit Förderklausel | KfW |
| bis 01.12.2026 | Bundesregierung legt ein Gesetz zur Grüngas- und Grünheizölquote vor | Gebäudemodernisierungsgesetz § 42a |
| 1. Quartal 2027 | Wertschöpfungsbonus geplant: Für Wärmepumpen, die außerhalb der EU und assoziierter Märkte gebaut wurden, könnte die Grundförderung sinken. Details stehen aus | KfW |
| 01.02.2027 | Klimageschwindigkeitsbonus sinkt um 4 Prozentpunkte, danach halbjährlich zum 01.02. und 01.08. | KfW |
| 01.02.2027 | Höchstbetrag von 28.000 € sinkt um 750 €, danach halbjährlich zum 01.02. und 01.08. | KfW |
| 01.08.2028 | kein Klimageschwindigkeitsbonus mehr für neue Anträge | KfW |
| 01.01.2029 | Ölheizungen, die nach dem 29.07.2026 neu eingebaut wurden, müssen 10 % der Wärme aus Bioöl oder anderen klimafreundlichen Brennstoffen erzeugen | Gebäudemodernisierungsgesetz § 43 |
| 01.01.2030 | Anteil steigt auf 15 % | Gebäudemodernisierungsgesetz § 43 |
| 01.01.2035 | Anteil steigt auf 30 % | Gebäudemodernisierungsgesetz § 43 |
| 01.01.2040 | Anteil steigt auf 60 % | Gebäudemodernisierungsgesetz § 43 |
| ab 2045 | Brennstoffe zum Heizen sollen vollständig klimaneutral sein, geregelt über das noch ausstehende Quotengesetz | Gebäudemodernisierungsgesetz § 42a |
Was der erste Schritt ausmacht, lässt sich ausrechnen. Wer den Höchstbetrag ausschöpft und Grundförderung plus Klimageschwindigkeitsbonus erhält, bekommt bei einem Antrag bis 31.01.2027 einen Zuschuss von 12.880 €. Ab 01.02.2027 sind es 42 % auf 27.250 €, also 11.445 € und damit 1.435 € weniger. Wer ohnehin tauschen will, verschenkt mit jedem halben Jahr Wartezeit Geld.
Dazu kommt der CO2-Preis auf Heizöl. Bis Ende 2025 galt ein fester Preis von 55 € je Tonne CO2. Für 2026 legt das Brennstoffemissionshandelsgesetz einen Korridor von 55 bis 65 € je Tonne fest, die Zertifikate werden versteigert. Wie hoch der Preis danach steigt, lässt sich nicht vorhersagen. Sicher ist nur, dass er auf jeden Liter Heizöl aufgeschlagen wird und auf den Strom für die Wärmepumpe nicht.
Öltank, Restöl und alter Kessel
Der Öltank ist der größte Unterschied zur Umrüstung einer Gasheizung. Beim Gas wird ein Anschluss stillgelegt, beim Öl steht ein Tank im Keller oder liegt im Garten. Er wird von einem Fachbetrieb leergepumpt, gereinigt, zerlegt und entsorgt.
Planen Sie den Umbau so, dass der Tank möglichst leer ist. Heizöl, das Sie selbst verbrauchen, müssen Sie nicht entsorgen lassen. Bestellen Sie deshalb vor dem Umbau nicht mehr nach und stimmen Sie den Termin mit dem Füllstand ab. Ein Umbau außerhalb der Heizzeit hat zudem den Vorteil, dass niemand friert, wenn es einen Tag länger dauert.
Für die Förderung zählt der Ausbau doppelt. Der Klimageschwindigkeitsbonus setzt laut KfW voraus, dass die alte Heizung fachgerecht demontiert und entsorgt wird. Heben Sie die Nachweise des Betriebs auf, die KfW kann sie mit den Rechnungen verlangen. Ob der Tankausbau zu den förderfähigen Kosten zählt, bestätigt der Fachbetrieb in der Bestätigung zum Antrag.
Der Lohn der Mühe ist Platz. Wo Tank und Kessel standen, bleibt nach dem Umbau ein Raum, in dem Innenteil und Speicher der Wärmepumpe nur einen Teil der Fläche brauchen. Ölgeruch, Tankkontrolle und die Heizölbestellung entfallen.
Heizkörper, Fußbodenheizung und Altbau
Die häufigste Sorge beim Umstieg von Öl auf Wärmepumpe betrifft die Heizkörper. Eine Fußbodenheizung ist bequem, aber keine Voraussetzung. Laut Fraunhofer ISE lassen sich ausreichend große Heizkörper im Mittel mit ähnlich niedrigen Temperaturen betreiben wie eine Flächenheizung.
Wichtig ist die Vorlauftemperatur, also die Temperatur des Wassers, das in die Heizkörper fließt. Je niedriger sie ist, desto sparsamer arbeitet die Wärmepumpe. Die Verbraucherzentrale nennt als Faustwert 3 bis 4 % mehr Effizienz für jedes Grad weniger.
Oft sind nur einzelne Heizkörper zu klein, etwa im Bad oder im Wohnzimmer. Dann werden nur diese getauscht. In den ausgewerteten Angeboten war das aber in fast neun von zehn Fällen gar nicht vorgesehen. Fragen Sie deshalb ausdrücklich danach, der Preis je Heizkörper steht in der Tabelle im Abschnitt Kosten.
Mehr zur Lage in älteren Häusern steht im Beitrag zur Wärmepumpe im Altbau, zum Umbau im Beitrag Fußbodenheizung nachrüsten.
Ölheizung behalten oder erneuern: Hybrid und neuer Ölkessel
Statt die Ölheizung zu ersetzen, lässt sich eine Wärmepumpe auch ergänzen. Bei dieser Hybridheizung übernimmt die Wärmepumpe den größten Teil des Jahres, der Ölkessel springt nur an sehr kalten Tagen ein. Das Gebäudemodernisierungsgesetz führt die Wärmepumpen-Hybridheizung mit Heizöl ausdrücklich als zulässige Option auf.
Der Nachteil liegt bei den laufenden Kosten. Tank, Heizölkauf, Wartung und Schornsteinfeger bleiben, und Sie betreiben zwei Wärmeerzeuger. In der Feldstudie des Fraunhofer ISE brauchten die reinen Wärmepumpen kaum Hilfe: Der Heizstab lieferte bei Luft-Wasser-Geräten nur 1,3 % der elektrischen Arbeit. Bleibt der Ölkessel im Haus, sollten Sie außerdem die Förderung vorher klären, denn der Klimageschwindigkeitsbonus setzt den Ausbau der alten Heizung voraus.
Lohnt sich noch ein neuer Ölkessel?
Ein neuer Ölkessel ist nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz erlaubt, er kommt aber mit einer Auflage. Wer jetzt noch eine Ölheizung neu einbaut, muss einen wachsenden Teil der Wärme aus Bioöl oder anderen klimafreundlichen Brennstoffen erzeugen. Die Stufen stehen im Abschnitt Stichtage. Einen Zuschuss der KfW gibt es für den Ölkessel nicht, den CO2-Preis zahlen Sie weiter.
Wer statt Strom lieber bei einem Brennstoff bleiben will, findet eine Alternative im Beitrag zur Pelletheizung. Einen Überblick über alle Systeme gibt der Beitrag zu den Heizungsarten.
Ablauf: von der Ölheizung zur Wärmepumpe
Die Umrüstung von der Ölheizung auf die Wärmepumpe läuft in sieben Schritten ab. Die meiste Zeit kosten nicht die Handwerker im Keller, sondern Planung, Angebote und Förderantrag.
- Heizlast berechnen lassen, Raum für Raum. Sie bestimmt die Größe der Wärmepumpe. Die Verbraucherzentrale rät, die Leistung eher knapp auszulegen.
- Heizkörper prüfen lassen. Der Betrieb stellt fest, welche Heizkörper zu klein sind.
- Mehrere Angebote einholen, mit allen Posten einzeln, auch Kessel, Tank und Restöl. Worauf Sie achten, zeigt der Beitrag Wärmepumpen-Angebote vergleichen.
- Vertrag mit Förderklausel schließen. Er gilt erst mit der Zusage der KfW.
- Förderantrag stellen, vor Beginn der Arbeiten.
- Einbau: Tank leeren und ausbauen, Ölkessel demontieren, Fundament setzen, Wärmepumpe und Speicher anschließen, hydraulischer Abgleich.
- Abschluss: Schornsteinfeger informieren, Nachweise bei der KfW einreichen und einen Stromtarif für die Wärmepumpe prüfen.
Welche Geräte infrage kommen, zeigt der Wärmepumpen-Test. Die verbreitetste Bauart beschreibt der Beitrag zur Luft-Wasser-Wärmepumpe, die effizientere mit Erdwärme der Beitrag zur Sole-Wasser-Wärmepumpe.
Ist die Umrüstung von Öl auf Wärmepumpe sinnvoll?
Für die meisten Häuser mit Ölheizung ja, aber der richtige Zeitpunkt ist verschieden. Beim Öl spricht mehr für den Umstieg als beim Gas: Der Klimageschwindigkeitsbonus hängt nicht am Alter des Kessels, und mit dem Tank verschwindet ein ganzer Raum voller Technik.
Das spricht für den Umstieg
- Zuschuss von 30 bis 80 % der förderfähigen Kosten
- Klimageschwindigkeitsbonus ohne Mindestalter der Ölheizung
- Im Rechenbeispiel niedrigere Heizkosten
- Kein CO2-Preis auf den Strom der Wärmepumpe
- Tankraum wird frei, Heizölkauf und Ölgeruch entfallen
- Gemessene Jahresarbeitszahl von 3,4 im Bestand
Das spricht dagegen
- Hohe Kosten vor Förderung
- Förderung nur bis zu einem Höchstbetrag
- Tankausbau und Restöl kommen dazu
- Angebote oft unvollständig und schwer vergleichbar
- Platz für Außengerät und Speicher nötig
- Ersparnis hängt stark vom Strompreis ab
Ein Praxisbeispiel: Eine Familie wohnt im eigenen Haus mit Ölheizung und verbraucht 2.000 Liter Heizöl im Jahr. Sie lässt die Heizlast berechnen, zwei Heizkörper tauschen und stellt den Antrag, solange der volle Klimageschwindigkeitsbonus gilt. Den Umbau legt sie in den Sommer, wenn der Tank fast leer ist. Was das mit den eigenen Zahlen ergibt, zeigt der Rechner.
Häufige Fragen
Was kostet es, eine Ölheizung auf Wärmepumpe umzurüsten?
Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hat 160 Angebote für Luft-Wasser-Wärmepumpen in Ein- und Zweifamilienhäusern ausgewertet, die bisher überwiegend mit Gas oder Öl heizen. Im Mittel kostete die Umrüstung 36.279 Euro, die Spanne reichte von 20.228 bis 63.061 Euro. Mit Grundförderung und Klimageschwindigkeitsbonus bleiben vom Mittelwert rund 23.399 Euro Eigenanteil. Tankausbau und Restöl kommen je nach Angebot dazu.
Kann man eine Ölheizung einfach durch eine Wärmepumpe ersetzen?
In den meisten Häusern ja. Die Wärmepumpe wird an die vorhandenen Heizungsrohre und Heizkörper angeschlossen. Vorher berechnet der Fachbetrieb die Heizlast und prüft, ob einzelne Heizkörper zu klein sind. Dazu kommen ein Platz für das Außengerät, ein Speicher, Arbeiten an der Elektrik und der Ausbau von Kessel und Öltank.
Was ist billiger, Heizen mit Öl oder Wärmepumpe?
Das hängt vom Heizölpreis, vom Strompreis und von der Jahresarbeitszahl ab. Im Rechenbeispiel mit 2.000 Litern Heizöl zu 1,20 Euro je Liter kostet Öl 2.400 Euro im Jahr. Die Wärmepumpe braucht für dieselbe Wärme bei einer Jahresarbeitszahl von 3,4 und 30 Cent je Kilowattstunde Strom rund 1.588 Euro. Mit Ihren eigenen Preisen rechnet der Rechner auf dieser Seite.
Wie lange darf ich meine 30 Jahre alte Ölheizung noch betreiben?
Die frühere Pflicht, alte Heizkessel nach 30 Jahren auszutauschen, stand in Paragraf 72 des Gebäudeenergiegesetzes. Im Gebäudemodernisierungsgesetz, das an seine Stelle getreten ist, ist dieser Paragraf weggefallen. Eine funktionierende Ölheizung müssen Sie danach nicht allein wegen ihres Alters stilllegen. Ob für Ihre Anlage andere Auflagen gelten, sagt Ihnen der Bezirksschornsteinfeger.
Wie hoch ist die Förderung beim Umstieg von Öl auf Wärmepumpe?
Die KfW zahlt 30 Prozent Grundförderung. Wer selbst im Haus wohnt und eine funktionstüchtige Ölheizung ausbauen lässt, erhält zusätzlich den Klimageschwindigkeitsbonus von 16 Prozent, unabhängig vom Alter der Ölheizung. Dazu kommt je nach Haushaltseinkommen ein Einkommensbonus von 10, 30 oder 40 Prozent. Gerechnet wird im Einfamilienhaus auf höchstens 28.000 Euro Kosten, insgesamt sind höchstens 70 Prozent möglich, bis 30.000 Euro Einkommen 80 Prozent.
Brauche ich für die Wärmepumpe neue Heizkörper?
Meist nicht alle. In der Feldstudie des Fraunhofer ISE ließen sich ausreichend große Heizkörper im Mittel mit ähnlich niedrigen Temperaturen betreiben wie eine Fußbodenheizung. Sind einzelne Heizkörper zu klein, werden nur diese getauscht. In den ausgewerteten Angeboten kostete das im Mittel 679 Euro je Heizkörper.
Was passiert mit dem Öltank?
Der Tank wird von einem Fachbetrieb stillgelegt: Restöl abpumpen, Tank reinigen, zerlegen und entsorgen. Der Raum ist danach frei. Wie viel das kostet, hängt von Größe, Bauart und Zugang ab. Lassen Sie sich den Posten im Angebot einzeln nennen und verbrauchen Sie das Heizöl möglichst vor dem Umbau.
Kann man eine Ölheizung mit einer Wärmepumpe kombinieren?
Ja, als Hybridheizung. Die Wärmepumpe übernimmt den größten Teil des Jahres, der Ölkessel springt an sehr kalten Tagen ein. Das Gebäudemodernisierungsgesetz nennt die Wärmepumpen-Hybridheizung ausdrücklich als Option. Sie zahlen dann aber weiter für Heizöl, Wartung und Schornsteinfeger. Der Klimageschwindigkeitsbonus setzt laut KfW voraus, dass die alte Heizung ausgebaut und entsorgt wird.
Welche Wärmepumpe ersetzt eine Ölheizung mit 20 kW?
Die Leistung des alten Ölkessels sagt wenig über den Bedarf, denn Kessel wurden oft größer gewählt als nötig. Die Wärmepumpe wird nach der Heizlast des Hauses bemessen. In den 160 ausgewerteten Angeboten hatten die Geräte 4 bis 18 kW, im Mittel 10 kW. Die Verbraucherzentrale rät, die Leistung eher knapp auszulegen.
Fazit: Lohnt sich die Umrüstung von Öl auf Wärmepumpe?
Ja, wenn Sie selbst im Haus wohnen und die Ölheizung in den nächsten Jahren ohnehin fällig wäre. Dann bekommen Sie den Klimageschwindigkeitsbonus, egal wie alt der Kessel ist, und jedes halbe Jahr Warten kostet Zuschuss. Am meisten lohnt es sich für Haushalte mit hohem Ölverbrauch, brauchbaren Heizkörpern und einem Einkommen, das den Einkommensbonus auslöst.
Mein Rat für alle anderen: nichts überstürzen, aber rechnen. Wer vermietet, bekommt nur die Grundförderung. Wer erst vor Kurzem einen neuen Ölkessel eingebaut hat oder ein Haus besitzt, das nur mit sehr heißem Heizwasser warm wird, sollte erst Heizkörper und Dämmung prüfen lassen. Lassen Sie in jedem Fall die Heizlast berechnen und holen Sie mehrere Angebote ein, in denen Tank, Restöl, Fundament und Elektrik drinstehen. Dann wissen Sie, woran Sie sind, bevor der Kessel im Januar ausfällt.
Den Preis für Ihr Haus erfahren Sie nur vom Fachbetrieb. Über das Formular erhalten Sie Angebote von Installateuren aus Ihrer Region und können sie Posten für Posten vergleichen.
Quellen und Methodik
Kosten und Einzelposten stammen aus der Auswertung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, Fördersätze und Fördertermine von der KfW, Messwerte vom Fraunhofer ISE, die Regeln für Ölheizungen und der CO2-Preis aus den Gesetzen. Solar.red hat keine Angebote erhoben und keine Geräte gemessen. Fördertabelle, Bonusgrafik, Heizkostenvergleich, Rechner und Praxisbeispiel sind eigene Rechnungen. Heizölpreis, Strompreis, der Energieinhalt von 10 kWh je Liter Heizöl und der Nutzungsgrad des Kessels sind Annahmen.
- Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz: Luft-Wasser-Wärmepumpen, eine Auswertung von 160 Angeboten - Gesamtkosten, Einzelposten und fehlende Leistungen
- KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen, Wohngebäude (458) - Fördersätze, Bedingungen für Ölheizungen, Höchstbetrag und Stichtage
- Fraunhofer ISE: Wärmepumpen heizen auch im Altbau klimafreundlich - Jahresarbeitszahlen, Heizkörper und Heizstab
- Gebäudemodernisierungsgesetz: § 43 - Auflagen für neu eingebaute Ölheizungen, dazu § 42, § 42a und der weggefallene § 72 im selben Gesetz
- Brennstoffemissionshandelsgesetz: § 10 - CO2-Preis für Brennstoffe
Hinweis: Die genannten Kosten stammen aus einer Auswertung von Angeboten und sind kein Angebot für Ihr Haus. Fördersätze, Höchstbeträge, Stichtage, gesetzliche Regeln und Preise können sich ändern. Der Rechner liefert eine Näherung und ersetzt keine Heizlastberechnung. Für die Auslegung und ein verbindliches Angebot wenden Sie sich an einen Fachbetrieb. Alle Angaben ohne Gewähr.
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