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Dünnschichtmodule 2026: Technik, Wirkungsgrad & Kosten im Überblick
Zusammenfassung

Dünnschichtmodule sind Solarmodule mit extrem dünnen Halbleiterschichten (1–3 µm) auf Trägermaterialien wie Glas oder Folie. Die wichtigsten Technologien sind Cadmiumtellurid (CdTe) mit bis zu 19,3 % kommerziellem Modulwirkungsgrad, CIGS mit 15–17 % und amorphes Silizium (a-Si) mit 5–7 %. CdTe dominiert den Dünnschichtmarkt mit kumulativ über 40 GW installierter Leistung weltweit. First Solar ist der einzige CdTe-Hersteller im Gigawatt-Maßstab mit über 20 GW jährlicher Produktionskapazität. Dünnschichtmodule kosten im Großhandel ca. 90–150 €/kWp, wiegen nur 6–10 kg/m² und eignen sich besonders für Großanlagen, BIPV-Fassaden und Standorte mit diffuser Strahlung. Die Lebensdauer beträgt 25–30 Jahre bei 0,3–0,5 % jährlicher Degradation. Zukunftstechnologie: Perowskit-Tandemzellen erreichen im Labor über 33 % Zellwirkungsgrad.

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Was ist ein Dünnschichtmodul?

Dünnschichtmodule gehören zu den drei Haupttypen von Solarmodulen – neben monokristallinen und polykristallinen Modulen. Der entscheidende Unterschied: Statt dicker Silizium-Wafer werden hauchdünne Halbleiterschichten von nur 1–3 Mikrometern auf ein Trägermaterial aufgedampft.

Das Trägermaterial ist flexibel wählbar. Glas, Kunststofffolien oder Metallsubstrate kommen zum Einsatz. Diese Vielseitigkeit macht Dünnschichtmodule deutlich leichter und flexibler als ihre kristallinen Geschwister – ein Gewichtsvorteil von bis zu 70 %.

Der geringere Wirkungsgrad ist der Kompromiss. Dünnschichtmodule wandeln weniger Sonnenlicht in Strom um als kristalline Module. Dafür punkten sie bei diffuser Strahlung, geringem Gewicht und niedrigeren Herstellungskosten.

Kennzahlen auf einen Blick

5–19 %
Wirkungsgrad (kommerziell)
23,1 %
Zell-Rekord CdTe (Labor, NREL)
6–10 kg/m²
Gewicht
25–30 Jahre
Lebensdauer
90–150 €/kWp
Großhandelspreis 2026
~10 %
Weltmarktanteil

Technologien im Vergleich

Nicht jedes Dünnschichtmodul ist gleich. Die verschiedenen Halbleitermaterialien unterscheiden sich erheblich in Wirkungsgrad, Kosten und Einsatzzweck. Hier die vier wichtigsten Technologien im Detail.

Cadmiumtellurid (CdTe)

CdTe ist die dominierende Dünnschicht-Technologie. Mit kumulativ über 40 GW installierter Leistung weltweit und kommerziellen Modulwirkungsgraden von bis zu 19,3 % hat sich CdTe als wirtschaftlich konkurrenzfähigste Dünnschicht-Variante etabliert. First Solar hält den zertifizierten Zell-Rekord bei 23,1 % (NREL-zertifiziert).

Besonders überzeugend: die kurze Energierücklaufzeit. CdTe-Module amortisieren sich energetisch je nach Standort bereits nach unter einem Jahr – bei kristallinem Silizium liegt dieser Wert heute bei etwa 1–2 Jahren. Das Bandlücken-Optimum von 1,5 eV sorgt zudem für eine besonders effiziente Absorption hochenergetischer Photonen.

Kupfer-Indium-Gallium-Diselenid (CIGS)

CIGS-Module bieten den höchsten Wirkungsgrad unter den flexiblen Dünnschicht-Optionen. Kommerzielle Module erreichen 15–17 %, im Labor wurden bereits über 23 % bei Einzelzellen gemessen. Typische Degradationsraten liegen bei hochwertigen CIGS-Modulen um 0,5 % pro Jahr.

CIGS eignet sich für Spezialanwendungen. Ultraleichte CIGS-Panels (ab 0,3 kg/m²) werden in Luft- und Raumfahrt, Drohnen und Wearables eingesetzt. Im BIPV-Bereich überzeugt die Technologie durch flexible Integration in Fassaden und Gebäudehüllen.

Amorphes Silizium (a-Si)

A-Si ist die älteste Dünnschicht-Technologie – und die mit dem geringsten Wirkungsgrad. Kommerziell liegen die Werte bei nur 5–7 %. Die Produktionszahlen sind seit Jahren rückläufig, da kristalline Module preislich und technisch davongezogen sind.

Trotzdem hat a-Si seine Nische. Die extrem günstigen Herstellungskosten und die Flexibilität machen amorphe Module für großflächige Anlagen auf landwirtschaftlichen Gebäuden und Industriehallen interessant – überall dort, wo Fläche kein begrenzender Faktor ist.

Organische Solarzellen (OPV)

OPV-Zellen nutzen kohlenstoffbasierte Polymere statt anorganischer Halbleiter. Ihr Wirkungsgrad liegt aktuell bei 3–5 % im kommerziellen Bereich. Im Labor erreichen Einzelzellen bereits bis zu 19 % – allerdings sind diese Werte noch weit von der Modulproduktion entfernt. Die Technologie befindet sich im Forschungsstadium, zeigt aber Potenzial für gedruckte, semitransparente und farbige Solarzellen.

Tabelle seitlich scrollen
Dünnschicht-Technologien im Vergleich (Stand: Februar 2026)
Technologie Wirkungsgrad (kommerziell) Rekord (Labor) Degradation Farbe Marktrelevanz
CdTe 16–19 % 23,1 % (Zelle) 0,3–0,5 %/Jahr Dunkelblau-schwarz Hoch – Marktführer
CIGS 15–17 % 23,4 % (Zelle) ~0,5 %/Jahr Grau-schwarz Mittel – Nische BIPV
a-Si 5–7 % ~14 % (Zelle) 20–25 % initial* Blau-schwarz Gering – rückläufig
OPV 3–5 % ~19 % (Einzelzelle) Noch in Erforschung Variabel / transparent Forschung

* Die initiale Degradation bei a-Si tritt in den ersten Monaten auf und stabilisiert sich danach – der angegebene Nennwirkungsgrad wird nach der Stabilisierung gemessen. Quellen: NREL Best Research-Cell Efficiencies Chart, Fraunhofer ISE Aktuelle Fakten zur Photovoltaik. Alle Laborwerte beziehen sich auf Einzelzellen, nicht auf Module. Alle Angaben ohne Gewähr.

So funktioniert ein Dünnschichtmodul

Das Grundprinzip ist identisch mit allen Solarzellen: der photovoltaische Effekt. Sonnenlicht trifft auf die Halbleiterschicht und löst Elektronen aus ihren Bindungen. Diese freien Ladungsträger werden durch ein internes elektrisches Feld abgeleitet – es fließt Gleichstrom.

Der Unterschied liegt in der Materialstärke. Während kristalline Solarzellen aus 150–200 µm dicken Silizium-Wafern bestehen, sind Dünnschichthalbleiter nur 1–3 µm stark – also rund 100-mal dünner. Das funktioniert, weil Materialien wie CdTe sogenannte Direktbandlücken-Halbleiter sind und Licht viel effizienter absorbieren als Silizium.

CdTe nutzt Sonnenlicht besonders clever. Die Bandlücke von 1,5 eV liegt nah am theoretischen Optimum für Einzel-Solarzellen (1,34 eV nach Shockley-Queisser). Im Vergleich dazu hat Silizium eine Bandlücke von 1,1 eV und verschenkt mehr Energie als Wärme.

💡 Gut zu wissen

CdTe-Module haben bessere Temperaturkoeffizienten als Silizium-Module: typisch −0,25 %/K gegenüber −0,35 bis −0,45 %/K bei monokristallinen Zellen. Bei Hitze auf dem Dach verlieren sie dadurch spürbar weniger Leistung – ein Vorteil, der besonders im Sommer zum Tragen kommt und den Eigenverbrauch erhöht.

Was kosten Dünnschichtmodule 2026?

Der Preisvorteil von Dünnschichtmodulen ist geschrumpft. Durch massive Überkapazitäten und Preisverfall bei monokristallinen Modulen (aktuell ca. 90–140 €/kWp im Großhandel) hat sich der Kostenvorteil der Dünnschicht-Technologie relativiert. Großhandelspreise für Dünnschichtmodule bewegen sich – je nach Abnahmemenge – im Bereich von ca. 90–150 €/kWp.

Die Gesamtkosten einer PV-Anlage sind entscheidend. Module machen 2026 nur noch ein Zehntel bis Siebtel der Gesamtkosten einer Photovoltaikanlage aus. Montagesysteme, Wechselrichter, Verkabelung und Installation dominieren die Rechnung.

Für Großprojekte bleibt Dünnschicht wirtschaftlich attraktiv. Geringeres Gewicht bedeutet leichtere Montagesysteme, weniger statische Anforderungen und niedrigere Installationskosten – besonders relevant bei Flachdachanlagen auf Gewerbeimmobilien.

📌 Preishinweis

Die genannten Großhandelspreise gelten für Abnahmen in größeren Mengen. Einzelmodule für Endverbraucher kosten durch Aufschläge von Händlern und Installateuren deutlich mehr. Für eine genaue Kalkulation empfehlen wir den Photovoltaik-Angebotsvergleich.

Vorteile und Nachteile

✅ Vorteile

  • Geringes Gewicht: 6–10 kg/m² statt 11–14 kg/m² bei kristallinen Modulen – ideal für statisch begrenzte Dächer und Fassadenmontage.
  • Besseres Schwachlichtverhalten: Höhere Erträge bei Bewölkung, Nebel und diffuser Strahlung als kristalline Module.
  • Flexibilität: Biegbar und auf verschiedene Oberflächen auftragbar – perfekt für dachintegrierte PV und BIPV.
  • Ästhetik: Homogene, gleichmäßige Oberfläche ohne sichtbare Zellstruktur – attraktiv für architektonisch anspruchsvolle Projekte.
  • Kurze Energierücklaufzeit: CdTe amortisiert sich energetisch nach unter einem Jahr (kristallines Silizium: 1–2 Jahre).
  • Besserer Temperaturkoeffizient: Weniger Leistungsverlust bei Hitze als Silizium-Module.

❌ Nachteile

  • Niedrigerer Wirkungsgrad: 5–19 % statt 20–24 % bei monokristallinen Modulen – mehr Fläche pro kWp nötig.
  • Größerer Flächenbedarf: Bis zu 25 m² pro kWp bei a-Si, statt 5–7 m² bei monokristallin.
  • Schrumpfender Marktanteil: Nur ~10 % weltweit – weniger Auswahl, eingeschränkte Verfügbarkeit im Privatsektor.
  • Materialbedenken: CdTe enthält das gesundheitsschädliche Cadmium (im fertigen Modul fest gebunden, aber Recycling notwendig).
  • Initiale Degradation bei a-Si: 20–25 % Leistungsverlust in den ersten 1.000 Betriebsstunden (danach stabil).
  • Eingeschränkter Privatmarkt: Für typische Einfamilienhaus-Dächer oft nicht erste Wahl wegen Flächenbedarf.

Dünnschicht vs. kristalline Module

Die Wahl zwischen Dünnschicht und kristallin hängt vom Einsatzzweck ab. Für die meisten Photovoltaikanlagen auf Einfamilienhäusern sind monokristalline Module die bessere Wahl – sie bieten mehr Leistung pro Fläche. Dünnschicht spielt seine Stärken bei Großprojekten, BIPV und Spezialanwendungen aus.

Tabelle seitlich scrollen
Modularten im direkten Vergleich (Stand: Februar 2026)
Eigenschaft Dünnschicht Monokristallin Polykristallin
Wirkungsgrad 5–19 % 20–24 % 15–18 %
Fläche pro kWp 8–25 m² 5–7 m² 7–9 m²
Gewicht pro m² 6–10 kg 11–14 kg 11–14 kg
Flexibilität Hoch Niedrig Niedrig
Schwachlichtverhalten Sehr gut Mittel Mäßig
Preis (€/kWp) 90–150 90–140 70–110
Ästhetik Homogen, elegant Dunkel, gleichmäßig Bläulich, ungleichmäßig
Marktanteil 2025 ~10 % >90 % <3 % (rückläufig)

Quellen: Fraunhofer ISE, Marktberichte 2025. Großhandelspreise, Endkundenpreise können deutlich abweichen.

Einsatzgebiete

Großflächige Solarparks und Industriedächer: Wo Fläche kein Engpass ist, profitieren Betreiber von niedrigeren Kosten und geringerem Gewicht. In den USA hält CdTe rund 30 % des Utility-Scale-Marktes. Auch auf Foliendächern und Hallen mit geringer Flächenlast sind Dünnschichtmodule erste Wahl.

Gebäudeintegrierte Photovoltaik (BIPV): Dünnschicht-Technologie wird weltweit in zahlreichen BIPV-Projekten eingesetzt. Halbtransparente Module mit 18–20 % Wirkungsgrad ermöglichen Fassadenverkleidungen, Oberlichter und farbige Solarelemente, die architektonisch überzeugen.

Mobile und Spezialanwendungen: Vom Balkonkraftwerk-Zubehör über Campingausrüstung bis zur Raumfahrt – ultraleichte flexible Solarmodule auf CIGS-Basis wiegen teilweise nur 0,3 kg/m² und werden in Drohnen, E-Segelflugzeuge und tragbare Ladegeräte integriert.

Nordseiten und diffuse Standorte: An Gebäudeseiten mit wenig direkter Globalstrahlung liefern Dünnschichtmodule relativ höhere Erträge als kristalline Module. Allerdings ist der Gesamtertrag auf der Nordseite um bis zu 70 % reduziert – eine Wirtschaftlichkeitsberechnung vorab ist zwingend.

🏗️ Praxis-Tipp

Wenn Sie eine PV-Anlage planen und ein Flachdach oder eine Halle mit schwacher Tragfähigkeit haben, lassen Sie die Statik prüfen. Dünnschichtmodule reduzieren die Strukturlast um 20–25 % im Vergleich zu kristallinen Panels.

🔢 Solarrechner

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Hersteller und Marktentwicklung

First Solar dominiert den Dünnschichtmarkt. Das US-Unternehmen ist der einzige CdTe-Hersteller im Gigawatt-Maßstab mit über 20 GW jährlicher Produktionskapazität (Stand 2025) in Fabriken in den USA, Indien, Malaysia und Vietnam. Kumulativ sind weltweit über 40 GW an CdTe-Modulen installiert. Laut Herstellerangaben liefern die Series-6-Module einen kommerziellen Modulwirkungsgrad von 19,3 %.

Der Dünnschicht-Weltmarkt wächst stetig. Das globale Marktvolumen lag 2025 bei geschätzten 1,42 Milliarden US-Dollar mit einer prognostizierten Wachstumsrate von 8,7 % jährlich bis 2035. Dünnschichtmodule machen rund 10 % des weltweiten PV-Einsatzes aus, wobei monokristalline Module mit über 90 % Marktanteil klar dominieren.

Weitere relevante Hersteller

Solar Frontier (Japan): Spezialisiert auf CIS-Dünnschichtmodule (eng verwandt mit CIGS). Der Hersteller war lange der zweitgrößte Dünnschicht-Produzent, hat die Modulproduktion allerdings 2022 eingestellt und fokussiert sich auf Entwicklung.

AVANCIS (Deutschland): Tochter des chinesischen CNBM-Konzerns, produziert CIGS-Module am Standort Torgau. Schwerpunkt liegt auf BIPV-Anwendungen und architektonisch anspruchsvollen Fassadenlösungen.

Flisom (Schweiz): Entwickelt ultraleichte CIGS-Panels für Luft- und Raumfahrt sowie Spezialanwendungen. Die Module wiegen laut Herstellerangaben nur 0,3 kg/m².

2002 First Solar startet die kommerzielle CdTe-Produktion
2016 CdTe-Zell-Rekord erreicht 22,1 % (First Solar / NREL)
2019 CdTe-Modul-Effizienz überschreitet erstmals 20 %
2023 First Solar: Zell-Rekord 23,1 % mit Gruppe-V-Dotierung
2024 Dünnschichtmarkt erreicht 9,7 % des globalen PV-Einsatzes (>29 GW installiert)
2025 First Solar baut neue 3,7-GW-Fabrik in den USA – Serie 6, 30-Jahres-Garantie

Herstellungsprozess

Die Herstellung ist deutlich einfacher als bei kristallinen Modulen. Der aufwendige Wafer-Herstellungsprozess entfällt komplett. Stattdessen wird das Halbleitermaterial direkt auf das Trägermaterial aufgebracht – ein kontinuierlicher Prozess, der sich gut für Massenproduktion eignet.

Schritt 1 – Substrat vorbereiten: Ein Trägermaterial (meist Glas, alternativ Kunststoff oder Metallfolie) wird gereinigt und für die Beschichtung vorbereitet.

Schritt 2 – Halbleiterschicht auftragen: Die dünne Halbleiterschicht wird per Vakuumabscheidung (VTD), chemischer Gasphasenabscheidung (CVD) oder Sputtern aufgetragen. Bei CdTe erfolgt dies laut Herstellerangaben unter einem einzigen Dach in einer vollintegrierten Fertigungslinie.

Schritt 3 – Strukturieren und Kontaktieren: Lasergravur trennt die Schichten in einzelne Zellen und stellt die elektrischen Kontakte her (monolithische Serienverschaltung).

Schritt 4 – Verkapselung: Die Module werden versiegelt, um sie gegen Feuchtigkeit, UV-Strahlung und mechanische Einwirkung zu schützen. Typisch ist eine Glas-Glas- oder Glas-Folie-Konstruktion.

Lebensdauer und Degradation

25 bis 30 Jahre Lebensdauer sind der Standard. First Solar gibt eine Leistungsgarantie über 30 Jahre auf seine CdTe-Module – die längste Garantie in der Dünnschicht-Branche. In einem NREL-Langzeittest über 25+ Jahre behielten die Module laut veröffentlichten Studien noch über 88 % ihrer Ausgangsleistung.

Die jährliche Degradation ist gering. CdTe-Prototypen aus dem Jahr 1995 zeigen nach 30 Jahren Dauerbetrieb eine Degradationsrate von nur 0,42 % pro Jahr. Neuere Serien-2-Module kommen auf 0,24 % pro Jahr nach 22 Jahren – besser als viele kristalline Module.

Ausnahme: Amorphes Silizium. A-Si-Module verlieren in den ersten 1.000 Betriebsstunden 20–25 % ihrer Ausgangsleistung (sogenannte Staebler-Wronski-Degradation). Diese initiale Degradation ist jedoch in den Herstellerangaben zum Nennwirkungsgrad bereits einkalkuliert.

💡 Praxis-Hinweis

Achten Sie beim Kauf von Dünnschichtmodulen auf die Produktgarantie und die lineare Leistungsgarantie. CdTe-Module von First Solar garantieren nach 30 Jahren noch mindestens 87,5 % der Nennleistung – das ist branchenüblich bei Premium-Modulen.

Zukunft: Perowskit und Tandemzellen

Die nächste Revolution in der Dünnschicht-PV heißt Perowskit. Dieses kristalline Material lässt sich günstig herstellen, ist extrem lichtempfindlich und hat das Potenzial, die Effizienzgrenzen klassischer Solarzellen zu sprengen.

Tandem-Solarzellen kombinieren das Beste aus zwei Welten. Eine Perowskit-Schicht absorbiert hochenergetisches blaues Licht, darunter fängt eine Silizium-Schicht das verbleibende rote und infrarote Spektrum auf. Gemeinsam erreichen sie Wirkungsgrade jenseits der 30-%-Marke.

Die Rekorde purzeln im Jahrestakt: JinkoSolar hat im Labor bereits 33,84 % mit einer Perowskit-Silizium-Tandemzelle erzielt. Qcells schaffte 28,6 % auf einer vollflächigen M10-Zelle, die industriell skalierbar ist – ein entscheidender Schritt Richtung Massenproduktion.

Das Fraunhofer ISE arbeitet an der Praxistauglichkeit. Mit einem Hybridverfahren aus Aufdampfen und Klingenbeschichtung wurden serienreife Tandemzellen mit knapp 28 % Wirkungsgrad hergestellt. Ziel ist es, industriell gefertigt über 30 % zu erreichen.

Noch gibt es Hürden: Perowskit-Schichten degradieren deutlich schneller als Silizium – in manchen Labortests fällt die Effizienz bereits nach Tagen unter 80 %. Die Langzeitstabilität über 25+ Jahre ist die zentrale Herausforderung, bevor Tandemmodule massenhaft auf Dächer kommen.

🔬 Forschungsausblick

Auch reine CdTe-Module haben noch Potenzial: First Solar visiert laut eigener Roadmap 25 % Zell-Effizienz bis 2025 und 28 % bis 2030 an. CdTe-Perowskit-Tandems wurden unter Laborbedingungen bereits mit 24,3 % gemessen (ZSW/Fraunhofer).

Umweltverträglichkeit und Recycling

Der ökologische Fußabdruck ist überraschend klein. Dünnschichtmodule benötigen nur 1–2 % des Halbleitermaterials, das für kristalline Module nötig ist. Die Folge: weniger Energie in der Produktion, kürzere energetische Amortisation und ein geringerer CO₂-Fußabdruck über den Lebenszyklus.

Cadmium in CdTe-Modulen ist ein oft genanntes Thema. Im fertigen Modul ist das Cadmium fest in der Verbindung Cadmiumtellurid gebunden und laut Fraunhofer ISE bei bestimmungsgemäßem Gebrauch nicht gesundheitsgefährdend. Beim Brand oder bei unsachgemäßer Entsorgung könnte es jedoch freigesetzt werden – daher ist professionelles Recycling Pflicht.

First Solar betreibt eines der umfassendsten Recyclingprogramme der PV-Branche. Das Unternehmen garantiert die Rücknahme seiner Module am Ende der Lebensdauer und gewinnt über 90 % der Halbleitermaterialien zurück. Dieses Kreislaufkonzept sichert die Rohstoffversorgung mit dem seltenen Element Tellur langfristig ab.

CIGS und a-Si sind weniger problematisch. Diese Technologien verwenden kein Cadmium. CIGS nutzt allerdings das seltene Element Indium, dessen Verfügbarkeit langfristig begrenzt sein könnte.

Häufige Fragen (FAQ)

Ein Dünnschichtmodul ist ein Solarmodul, bei dem extrem dünne Halbleiterschichten (nur 1–3 Mikrometer) auf ein Trägermaterial wie Glas, Kunststoff oder Metallfolie aufgebracht werden. Typische Materialien sind Cadmiumtellurid (CdTe), Kupfer-Indium-Gallium-Diselenid (CIGS) oder amorphes Silizium (a-Si). Sie sind leichter, flexibler und günstiger in der Herstellung als kristalline Module.

Der Wirkungsgrad variiert stark nach Technologie: CdTe erreicht kommerziell bis zu 19,3 %, CIGS etwa 15–17 %, amorphes Silizium nur 5–7 %. Im Labor wurden CdTe-Zellen mit 23,1 % (NREL-zertifiziert) gemessen.

Im Großhandel liegen die Kosten 2026 bei etwa 90–150 €/kWp, abhängig von Abnahmemenge und Technologie. Für Endverbraucher sind die Preise inklusive Montage höher. Eine genaue Kalkulation erhalten Sie über den Photovoltaik-Konfigurator.

Ja, Dünnschichtmodule eignen sich hervorragend für die Fassadenmontage und gebäudeintegrierte Photovoltaik (BIPV). Dank ihres geringen Gewichts (6–10 kg/m²), ihrer Flexibilität und der homogenen Optik lassen sie sich in Fassaden, Dächer und Fensterelemente integrieren.

Dünnschichtmodule haben eine Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren. First Solar bietet eine 30-Jahres-Garantie und hat in einem NREL-Langzeittest nachgewiesen, dass CdTe-Module nach über 25 Jahren noch mehr als 88 % ihrer Ausgangsleistung behalten.

Dünnschichtmodule arbeiten bei diffusen und schwachen Lichtverhältnissen zuverlässiger als kristalline Module. An der Nordseite ist der Ertrag allerdings um bis zu 70 % geringer als an der Südseite. Eine Prüfung der Wirtschaftlichkeit vorab ist daher empfehlenswert. Mehr dazu in unserem Artikel zur optimalen Ausrichtung.

Monokristalline Module erreichen höhere Wirkungsgrade (20–24 %), benötigen weniger Fläche und dominieren den Privatmarkt. Dünnschichtmodule sind leichter, flexibler, günstiger pro Fläche und arbeiten besser bei diffusem Licht. Sie eignen sich besonders für Großanlagen, BIPV und Standorte mit viel Diffusstrahlung.

Dünnschichtmodule haben eine kürzere Energierücklaufzeit als kristalline Module und benötigen weniger Material. CdTe-Module enthalten Cadmium, das im fertigen Modul fest gebunden ist. First Solar betreibt ein umfassendes Recyclingprogramm mit über 90 % Materialrückgewinnung.

Fazit

Dünnschichtmodule sind keine Alleskönner – aber in der richtigen Nische unschlagbar. Für das typische Einfamilienhaus sind monokristalline Module weiterhin die erste Wahl. Wer jedoch große Flächen, Fassaden, Leichtbaudächer oder Spezialanwendungen bestücken will, kommt an Dünnschicht nicht vorbei.

CdTe hat sich als einzige Dünnschicht-Technologie im Gigawatt-Maßstab etabliert. Mit Wirkungsgraden nahe 20 %, einer 30-Jahres-Garantie und überlegenen Temperaturkoeffizienten ist die Technologie besonders für Utility-Scale-Projekte und gewerbliche Flachdachanlagen wirtschaftlich attraktiv.

Die Zukunft liegt in Tandems. Perowskit-Silizium-Tandemzellen versprechen über 30 % Wirkungsgrad zu marktfähigen Kosten – und könnten den gesamten PV-Markt in den nächsten Jahren verändern. Wer sich für erneuerbare Energien interessiert, sollte diese Technologie im Blick behalten.

Sie planen eine Solaranlage? Unser PV-Ertragsrechner hilft bei der ersten Einschätzung. Für ein individuelles Angebot empfehlen wir den Angebotsvergleich – kostenlos und unverbindlich.

Hinweis: Solar.red steht in keiner geschäftlichen Verbindung oder Kooperation mit First Solar, AVANCIS, Flisom oder anderen hier genannten Unternehmen. Alle Angaben zu Preisen und technischen Daten basieren auf öffentlich zugänglichen Informationen und Herstellerangaben (Stand: Februar 2026). Preise sind Richtwerte ohne Installation und können je nach Händler und Region variieren. Angaben zu Wirkungsgraden, Degradationsraten und Lebensdauer beruhen auf Herstellerangaben und veröffentlichten Studien und können je nach Einsatzbedingungen abweichen. Für verbindliche Angebote und technische Beratung wenden Sie sich bitte an einen zertifizierten Fachhändler. Dieser Artikel dient ausschließlich der unabhängigen Information.

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