Von D. Volbracht
Das Wichtigste in Kürze
Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe, auch Grundwasser-Wärmepumpe genannt, holt die Wärme über zwei Brunnen aus dem Grundwasser. Weil das Grundwasser das ganze Jahr 8 bis 12 °C hat, arbeitet sie laut Energieberatung der Verbraucherzentrale mit der höchsten Effizienz unter den Wärmepumpen. Sie ist aber nur möglich, wo genug geeignetes Grundwasser vorhanden ist und die Behörde die Brunnen erlaubt.
- Wärmequelle: Grundwasser mit 8 bis 12 °C, kaum Schwankungen über das Jahr
- Erschließung: Förderbrunnen und Schluckbrunnen, Grundwasser in etwa 8 bis 20 m Tiefe
- Genehmigung: Erlaubnis nach Wasserhaushaltsgesetz nötig, erste Anlaufstelle ist die untere Wasserbehörde
- Risiko: zu viel Eisen oder Mangan im Wasser führt zur Verockerung und stört den Betrieb
- Kosten: keine belastbare Auswertung für Grundwasser, Wärmepumpen im Einfamilienhaus insgesamt 20.000 bis 50.000 € mit Installation (Energieberatung der Verbraucherzentrale)
- Förderung: 30 bis 70 % der förderfähigen Kosten, bei niedrigem Einkommen bis 80 %
Ob sich die Brunnen auf Ihrem Grundstück rechnen, zeigt erst ein Angebot mit Heizlastberechnung. Über das Formular erhalten Sie Angebote von Fachbetrieben aus Ihrer Region und können die Grundwasser-Wärmepumpe mit anderen Arten vergleichen.
Wie funktioniert eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe?
Eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe entzieht dem Grundwasser Wärme und gibt sie an das Heizungswasser ab. Daher der Name: Wasser als Quelle, Wasser als Abnehmer. Das Grundwasser hat laut Verbraucherzentrale das ganze Jahr eine konstante Temperatur von 8 bis 12 °C. Die Wärmepumpe hebt diese Wärme mit Strom auf die Temperatur, die Heizung und Warmwasser brauchen.
Für den Betrieb sind zwei Brunnen nötig. Der Förderbrunnen, auch Saugbrunnen genannt, bringt das Grundwasser zur Wärmepumpe. Der Schluckbrunnen führt das abgekühlte Wasser zurück in den Boden. Er muss in Fließrichtung des Grundwassers hinter dem Förderbrunnen liegen, sonst saugt die Anlage ihr eigenes kaltes Wasser wieder an.
- FörderbrunnenEine Pumpe hebt Grundwasser mit 8 bis 12 °C nach oben.
- WärmepumpeDas Kältemittel nimmt die Wärme auf, ein Verdichter macht es heiß.
- HeizungDie Wärme geht an Heizungswasser und Warmwasserspeicher.
- SchluckbrunnenDas abgekühlte Wasser fließt zurück in den Grundwasserleiter.
Die Technik im Gerät ist dieselbe wie bei jeder Wärmepumpe. Der Unterschied liegt in der Quelle: Sie bleibt auch bei Frost gleich warm. Deshalb braucht die Grundwasser-Wärmepumpe laut Energieberatung der Verbraucherzentrale selbst bei sehr kalten Außentemperaturen keinen Elektroheizstab. Wie sich die anderen Bauarten unterscheiden, zeigt der Beitrag zu den Wärmepumpen-Arten.
Kühlen mit Grundwasser
Im Sommer kann das kühle Grundwasser das Haus passiv kühlen. Der Kältekreis der Wärmepumpe bleibt dabei ausgeschaltet, es laufen nur die Pumpen. Das Wasser nimmt die Wärme aus dem Heizkreis auf und trägt sie in den Boden. Am besten funktioniert das mit einer Fußboden- oder Wandheizung.
Voraussetzungen: Grundwasser, Tiefe und Qualität
Eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe ist nur möglich, wenn ausreichend geeignetes Grundwasser zur Verfügung steht. Das klingt banal, ist aber der Punkt, an dem die meisten Vorhaben scheitern. Drei Dinge müssen stimmen: die Menge, die Tiefe und die chemische Zusammensetzung. Alle drei klärt eine Untersuchung des Untergrunds, bevor gebohrt wird.
Menge und Tiefe
Das Grundwasser sollte laut Energieberatung der Verbraucherzentrale in etwa 8 bis 20 m Tiefe verfügbar sein. In diesem Bereich ist die Temperatur in der Regel hoch genug, und der Brunnenbau bleibt bezahlbar. Liegt das Wasser tiefer, steigen die Kosten für die Bohrung und der Strombedarf der Förderpumpe. Die Verbraucherzentrale nennt außerdem eine Bedingung, die leicht übersehen wird: Das Grundwasser muss auf absehbare Zeit in ausreichender Menge vorhanden sein.
Wasserqualität und Verockerung
Auch die chemische Zusammensetzung muss passen. Enthält das Grundwasser zu viel Eisen oder Mangan, kommt es zur sogenannten Verockerung. Dabei lagern sich die Stoffe in der Anlage ab, was laut Energieberatung der Verbraucherzentrale zu Betriebsstörungen der Wärmepumpe führen kann. Eine Wasseranalyse vor der Planung ist deshalb Pflicht und kein Extra.
Hydrogeologische Untersuchung
Vor dem Einbau ist eine ausführliche Untersuchung der hydrogeologischen Verhältnisse am Einbauort erforderlich. Sie zeigt, wie tief das Grundwasser steht, in welche Richtung es fließt und wie viel die Brunnen liefern können. Der Planungsaufwand ist damit höher als bei anderen Wärmepumpen. Einen ersten Hinweis geben oft Nachbarn, die bereits einen Brunnen haben.
Genehmigung: Was die Behörde verlangt
Für eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe brauchen Sie eine behördliche Erlaubnis. Nach § 8 des Wasserhaushaltsgesetzes bedarf die Benutzung eines Gewässers der Erlaubnis oder Bewilligung. Als Benutzung zählt § 9 unter anderem das Entnehmen von Grundwasser und das Einleiten von Stoffen in das Grundwasser. Beides tut die Anlage mit ihren zwei Brunnen.
Erste Anlaufstelle ist die untere Wasserbehörde, meist beim Landkreis oder bei der kreisfreien Stadt. Für die Bohrungen können laut Energieberatung der Verbraucherzentrale Genehmigungen von verschiedenen Behörden nötig sein. In Wasserschutzgebieten ist eine Genehmigung unwahrscheinlich. Die Einzelheiten regeln die Bundesländer, deshalb unterscheiden sich Unterlagen und Auflagen von Ort zu Ort.
- Voranfrage bei der unteren Wasserbehörde: Liegt das Grundstück in einem Wasserschutzgebiet, und ist eine Nutzung grundsätzlich denkbar?
- Untergrund untersuchen lassen: Tiefe, Fließrichtung, Ergiebigkeit und Wasseranalyse.
- Antrag stellen: mit den Unterlagen, die die Behörde verlangt. Der Fachbetrieb oder das Planungsbüro bereitet sie in der Regel vor.
- Erst nach der Erlaubnis bohren: und den Förderantrag vor Beginn der Arbeiten stellen.
Wie lange das Verfahren dauert, lässt sich nicht pauschal sagen. Fragen Sie die Behörde bei der Voranfrage danach und planen Sie die Zeit ein, vor allem wenn eine alte Heizung nicht mehr lange hält.
Wassermenge berechnen: Wie viel Grundwasser braucht die Wärmepumpe?
Wie viel Wasser die Brunnen liefern müssen, hängt von drei Größen ab: der Heizleistung, der Effizienz und der Abkühlung des Wassers in der Wärmepumpe. Je stärker das Wasser abgekühlt wird, desto weniger Wasser ist nötig. Der Rechner zeigt die Größenordnung und dazu die Stromkosten im Jahr.
Näherung mit der Wärmekapazität von Wasser (1,163 Wh je Liter und Kelvin). Die Jahresarbeitszahl steht hier vereinfacht auch für die Effizienz bei voller Leistung. Der Strom für die Förderpumpe ist nicht eigens gerechnet, Startwerte und Strompreis sind Beispielwerte. Die genaue Wassermenge legt der Hersteller für das jeweilige Gerät fest.
Mit den Startwerten kommen von 10 kW Heizleistung rund 7,1 kW aus dem Grundwasser, der Rest aus dem Strom. Bei 3 Kelvin Abkühlung müssen dafür rund 2.047 Liter pro Stunde durch die Anlage fließen, also etwa 2 Kubikmeter. Diese Menge muss der Förderbrunnen dauerhaft liefern und der Schluckbrunnen wieder aufnehmen. Die passende Heizleistung für Ihr Haus schätzt der Wärmepumpen-Rechner.
Effizienz der Grundwasser-Wärmepumpe
Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe arbeitet laut Energieberatung der Verbraucherzentrale mit der höchsten Effizienz unter den Wärmepumpen. Der Grund ist einfach: Je kleiner der Abstand zwischen Quelle und Heizungswasser, desto weniger Strom braucht der Verdichter. Grundwasser mit 8 bis 12 °C ist im Winter deutlich wärmer als die Außenluft.
Unabhängige Messwerte aus bewohnten Häusern, wie es sie für Luft- und Erdwärmepumpen gibt, liegen für Grundwasser-Wärmepumpen nicht vor. Im Netz kursieren Jahresarbeitszahlen von 5 und mehr. Sie stammen meist aus Herstellerangaben und sind kein Versprechen für Ihr Haus. Lassen Sie sich deshalb vor dem Kauf die erwartete Jahresarbeitszahl für Ihre Anlage berechnen, einschließlich des Stroms für die Förderpumpe.
Was die Förderung mindestens verlangt
Feste Zahlen gibt es bei den Mindestwerten der Förderrichtlinie. Wärmepumpen mit Wasser als Quelle müssen eine jahreszeitbedingte Raumheizungs-Energieeffizienz von mindestens 180 % bei 35 °C und 140 % bei 55 °C Vorlauftemperatur erreichen. Für Luft-Wasser-Wärmepumpen liegen die Werte mit 150 % und 125 % niedriger. Dazu muss jede geförderte Anlage rechnerisch eine Jahresarbeitszahl von mindestens 3,0 schaffen.
Die Werte stehen im Datenblatt des Geräts. Sie sind eine Untergrenze und sagen nichts darüber, wie gut die Anlage im eigenen Haus läuft. Das entscheidet vor allem die Vorlauftemperatur: Je niedriger sie ist, desto sparsamer arbeitet die Wärmepumpe.
Kosten der Wasser-Wasser-Wärmepumpe
Für die Wasser-Wasser-Wärmepumpe gibt es keine unabhängige Auswertung echter Angebote. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale nennt für Wärmepumpen im Einfamilienhaus insgesamt eine Spanne von 20.000 bis 50.000 € inklusive Installation. Zur Grundwasser-Wärmepumpe sagt sie nur die Richtung: Die Investition ist oft geringer als bei einer Erdwärmepumpe mit Sondenbohrung.
| Posten | Was dazugehört | Belegter Betrag |
|---|---|---|
| Gesamt | Wärmepumpe im Einfamilienhaus mit Installation, alle Arten | 20.000 bis 50.000 € (Energieberatung der Verbraucherzentrale) |
| Wärmepumpe | Gerät, Speicher, Montage, Elektrik, hydraulischer Abgleich | keine belastbare Auswertung für Grundwasser |
| Brunnen | Förder- und Schluckbrunnen, Förderpumpe, Leitungen | hängt von Tiefe und Untergrund ab, nur per Angebot |
| Vorarbeiten | Untersuchung des Untergrunds, Wasseranalyse, Genehmigung | je nach Behörde und Bundesland verschieden |
| Betrieb | Strom für Verdichter und Förderpumpe, Wartung | Strom: siehe Rechner |
Im Netz stehen für Brunnen und Gerät viele konkrete Preisspannen. Sie stammen fast immer von Anbietern und lassen sich nicht nachprüfen, deshalb nennt Solar.red hier keine. Der größte Unsicherheitsfaktor sind die Brunnen: Ihr Preis hängt an der Tiefe des Grundwassers und am Boden, und beides kennt erst der Brunnenbauer nach der Untersuchung.
Die hier genannten Preise sind unverbindliche Richtwerte der Energieberatung der Verbraucherzentrale für Wärmepumpen allgemein (abgerufen am 08.10.2026). Die tatsächlichen Kosten hängen vom Haus, vom Gerät, vom Untergrund, vom Betrieb und von der Region ab. Ein verbindlicher Preis steht nur im Angebot eines Fachbetriebs.
Achten Sie darauf, dass Brunnen, Untersuchung und Genehmigung im Angebot einzeln ausgewiesen sind. Welche Posten sonst hineingehören, zeigt der Beitrag Wärmepumpen-Angebote vergleichen. Die laufenden Kosten stehen im Beitrag zu den Betriebskosten der Wärmepumpe.
Förderung der Wasser-Wasser-Wärmepumpe
Die KfW fördert die Wasser-Wasser-Wärmepumpe im Programm 458 mit 30 bis 70 % der förderfähigen Kosten, bei niedrigem Einkommen mit bis zu 80 %. Die Grundförderung beträgt 30 %. Dazu kommen 16 % Klimageschwindigkeitsbonus, wenn Sie im selbst genutzten Haus eine alte Heizung ersetzen, und je nach Einkommen ein Einkommensbonus.
Den Einkommensbonus gibt es in drei Stufen: 40 % bis 30.000 € zu versteuerndem Haushaltseinkommen, 30 % bis 40.000 € und 10 % bis 50.000 €. Mit Kind liegen die Grenzen um 10.000 € höher. Gerechnet wird im Einfamilienhaus auf höchstens 28.000 €. Einen eigenen Bonus für Grundwasser als Wärmequelle, den es früher gab, führt die KfW in den aktuellen Konditionen nicht mehr auf.
| Fall | Fördersatz | Zuschuss |
|---|---|---|
| Nur Grundförderung | 30 % | 8.400 € |
| Mit Klimabonus | 46 % | 12.880 € |
| Klimabonus, bis 50.000 € | 56 % | 15.680 € |
| Klimabonus, bis 40.000 € | 70 % (Deckel) | 19.600 € |
| Klimabonus, bis 30.000 € | 80 % (Deckel) | 22.400 € |
Kostet die Anlage mehr als 28.000 €, zahlen Sie den Rest ohne Zuschuss. Ob Brunnen und Untersuchung zu den förderfähigen Kosten zählen, klären Sie vor dem Antrag mit dem Fachbetrieb oder dem Energieberater. Für den Eigenanteil gibt es bei der KfW einen Ergänzungskredit.
Die Förderung gilt nur für bestehende Wohngebäude, nicht für den Neubau. Technisch verlangt die Förderrichtlinie neben den Mindestwerten zur Effizienz einen hydraulischen Abgleich und eine digitale Schnittstelle für die netzorientierte Steuerung. Alle Einzelheiten stehen im Beitrag zur Förderung der Wärmepumpe, die Finanzierung des Eigenanteils im Beitrag zum Wärmepumpen-Kredit.
Stichtage: Welche Termine zählen
Der Klimageschwindigkeitsbonus und der Höchstbetrag sinken in festen Schritten, die technischen Bedingungen werden strenger. Für die Grundwasser-Wärmepumpe ist das wichtiger als für andere Arten, weil Untersuchung und Genehmigung Zeit kosten.
| Termin | Was gilt | Herkunft |
|---|---|---|
| Vor Beginn der Arbeiten | Förderantrag stellen, Vertrag mit Förderklausel | KfW |
| 1. Quartal 2027 | Wertschöpfungsbonus geplant: Für Wärmepumpen, die außerhalb der EU und assoziierter Märkte gebaut wurden, könnte die Grundförderung sinken. Details stehen aus | KfW |
| 01.02.2027 | Klimageschwindigkeitsbonus sinkt um 4 Prozentpunkte, Höchstbetrag um 750 €, danach halbjährlich zum 01.02. und 01.08. | KfW |
| 01.07.2027 | Die digitale Schnittstelle neuer Wärmepumpen muss ein einheitliches Format haben, zum Beispiel EEBUS | Förderrichtlinie BEG EM |
| 01.01.2028 | Gefördert werden nur noch Wärmepumpen mit natürlichem Kältemittel wie R290 | Förderrichtlinie BEG EM |
| 01.08.2028 | kein Klimageschwindigkeitsbonus mehr für neue Anträge | KfW |
Nach der Zusage haben Sie 36 Monate Zeit für die Umsetzung. Stellen Sie die Voranfrage bei der Wasserbehörde trotzdem früh, damit der Förderantrag nicht in eine niedrigere Stufe rutscht.
Vor- und Nachteile der Wasser-Wasser-Wärmepumpe
Die Grundwasser-Wärmepumpe ist die sparsamste Wärmepumpe, aber auch die mit den meisten Bedingungen. Ihre Vorteile liegen im Betrieb, ihre Nachteile in der Planung. Wer sich für sie interessiert, sollte beide Seiten kennen, bevor Geld für Gutachten fließt.
Vorteile
- Höchste Effizienz unter den Wärmepumpen
- Wärmequelle bleibt das ganze Jahr gleich warm
- Kein Elektroheizstab nötig, auch bei strengem Frost
- Passive Kühlung im Sommer möglich
- Kein Außengerät mit Ventilator
- Investition oft geringer als bei Erdsonden
Nachteile
- Nur möglich, wo genug geeignetes Grundwasser vorhanden ist
- Genehmigung nötig, im Wasserschutzgebiet unwahrscheinlich
- Untersuchung des Untergrunds vorab erforderlich
- Hoher Planungsaufwand
- Verockerung bei zu viel Eisen oder Mangan
- Grundwasser muss auf absehbare Zeit verfügbar bleiben
Typische Probleme im Betrieb
Das bekannteste Problem ist die Verockerung durch eisen- oder manganhaltiges Wasser. Ob das Risiko besteht, zeigt die Wasseranalyse vor dem Bau. Das zweite Risiko ist die Wassermenge: Liefert der Brunnen weniger als geplant, fehlt der Wärmepumpe die Quelle. Beides sind Fragen der Planung, nicht des Geräts. Fragen Sie den Betrieb deshalb, wie viele Grundwasser-Anlagen er bereits gebaut hat.
Altbau, Neubau und Alternativen
Eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe kann laut Energieberatung der Verbraucherzentrale auch in bestehenden Häusern eingesetzt werden. Voraussetzung sind eine gute Dämmung und möglichst niedrige Temperaturen im Heizsystem. Eine Fußboden- oder Wandheizung passt am besten, große Heizkörper oder Tieftemperaturheizkörper gehen aber auch. Was im Bestand sonst zu prüfen ist, steht im Beitrag zur Wärmepumpe im Altbau.
Im Neubau lassen sich die Brunnen leichter einplanen, weil der Garten noch nicht angelegt ist. Dafür ist der Wärmebedarf klein, und die Ersparnis beim Strom fällt entsprechend geringer aus. Außerdem gibt es die Heizungsförderung der KfW nur für bestehende Gebäude. Am stärksten wirkt die hohe Effizienz dort, wo viel Wärme gebraucht wird, zum Beispiel im größeren Haus oder im Mehrfamilienhaus.
Alternativen, wenn Grundwasser nicht geht
Erlaubt die Behörde die Brunnen nicht oder passt das Wasser nicht, bleibt als nächste Wahl die Sole-Wasser-Wärmepumpe. Sie nutzt das Erdreich über Sonden oder Kollektoren und hat ebenfalls eine Quelle, die im Winter warm bleibt. Am einfachsten ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe: Sie kommt ohne Bohrung aus und lässt sich fast überall einbauen, braucht dafür aber mehr Strom.
Unabhängig von der Art senkt eigener Solarstrom die Heizkosten. Wie das zusammenpasst, erklärt der Beitrag zur Kombination von Wärmepumpe und Photovoltaik.
Häufige Fragen
Wie viel kostet eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe?
Eine belastbare Auswertung von Angeboten für Wasser-Wasser-Wärmepumpen gibt es nicht. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale nennt für Wärmepumpen im Einfamilienhaus insgesamt 20.000 bis 50.000 Euro inklusive Installation. Bei der Grundwasser-Wärmepumpe kommen die beiden Brunnen und das Gutachten dazu, die Investition ist nach ihrer Einschätzung aber oft geringer als bei Erdwärme mit Sondenbohrung.
Was sind die Nachteile einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe?
Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe funktioniert nur, wo genug geeignetes Grundwasser vorhanden ist. Sie braucht zwei Brunnen, eine Genehmigung und vorab eine Untersuchung des Untergrunds, der Planungsaufwand ist höher als bei anderen Wärmepumpen. Enthält das Grundwasser zu viel Eisen oder Mangan, kann es zur Verockerung kommen, die den Betrieb stört. Außerdem muss das Grundwasser auf absehbare Zeit in ausreichender Menge vorhanden sein.
Wann lohnt sich eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe?
Sie lohnt sich, wenn Grundwasser in etwa 8 bis 20 Metern Tiefe in ausreichender Menge und guter Qualität vorhanden ist und die Behörde die Brunnen genehmigt. Dann arbeitet sie laut Energieberatung der Verbraucherzentrale mit der höchsten Effizienz unter den Wärmepumpen und braucht auch bei strengem Frost keinen Elektroheizstab. Je höher der Wärmebedarf des Hauses, desto stärker wirkt sich das aus.
Wie hoch ist der Wasserbedarf einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe?
Der Wasserbedarf hängt von der Heizleistung, der Effizienz und davon ab, wie stark das Grundwasser abgekühlt wird. Eine Wärmepumpe mit 10 Kilowatt Heizleistung und einer Arbeitszahl von 3,5 entzieht dem Grundwasser rund 7,1 Kilowatt. Bei 3 Grad Abkühlung sind dafür rund 2.047 Liter pro Stunde nötig. Das ist eine eigene Rechnung mit der Wärmekapazität von Wasser, den genauen Wert legt der Fachplaner fest.
Brauche ich eine Genehmigung für eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe?
Ja. Grundwasser zu entnehmen und wieder einzuleiten ist eine Benutzung im Sinne des Wasserhaushaltsgesetzes und braucht nach Paragraf 8 eine Erlaubnis. Erste Anlaufstelle ist die untere Wasserbehörde. Vorab ist eine ausführliche Untersuchung der hydrogeologischen Verhältnisse am Einbauort erforderlich. In Wasserschutzgebieten ist eine Genehmigung unwahrscheinlich.
Wie tief muss der Brunnen für eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe sein?
Das Grundwasser sollte laut Energieberatung der Verbraucherzentrale in etwa 8 bis 20 Metern Tiefe verfügbar sein. In diesem Bereich ist die Temperatur in der Regel hoch genug und der Brunnenbau nicht zu teuer. Nötig sind immer zwei Brunnen: ein Förderbrunnen und ein Schluckbrunnen, der in Fließrichtung des Grundwassers hinter dem Förderbrunnen liegt.
Ist eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe für den Altbau geeignet?
Ja, wenn Grundwasser vorhanden ist und das Haus die üblichen Voraussetzungen erfüllt: eine gute Dämmung und möglichst niedrige Temperaturen im Heizsystem. Eine Fußboden- oder Wandheizung ist besonders gut geeignet, große Heizkörper oder Tieftemperaturheizkörper gehen laut Energieberatung der Verbraucherzentrale aber auch.
Kann eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe auch kühlen?
Ja. Im Sommer kann das kühle Grundwasser das Haus passiv kühlen. Der Kältekreis der Wärmepumpe bleibt dabei ausgeschaltet, es laufen nur die Pumpen. Das ist ein Vorteil gegenüber der Luft-Wasser-Wärmepumpe, die zum Kühlen den Verdichter braucht.
Welche Alternativen gibt es zur Wasser-Wasser-Wärmepumpe?
Die nächste Alternative ist die Sole-Wasser-Wärmepumpe, die das Erdreich über Sonden oder Kollektoren nutzt. Auch das Erdreich ist eine Wärmequelle, die das ganze Jahr gleichmäßig warm bleibt. Am einfachsten ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe, die ohne Bohrung auskommt und fast überall umgesetzt werden kann, dafür aber weniger effizient ist.
Fazit: Für wen lohnt sich die Wasser-Wasser-Wärmepumpe?
Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe lohnt sich für Hausbesitzer, die drei Dinge zugleich haben: nutzbares Grundwasser in geringer Tiefe, eine Behörde, die zustimmt, und einen Wärmebedarf, bei dem die Stromersparnis ins Gewicht fällt. Dann ist sie die sparsamste Art zu heizen und kühlt im Sommer fast nebenbei. Fehlt eine der drei Bedingungen, ist sie die falsche Wahl, egal wie gut die Zahlen im Prospekt aussehen.
Mein Tipp: Geben Sie kein Geld für ein Gerät aus, bevor die Wasserbehörde geantwortet hat und die Wasseranalyse vorliegt. Die Voranfrage ist der günstigste Schritt im ganzen Vorhaben. Und lassen Sie sich parallel eine Luft-Wasser-Wärmepumpe anbieten. So sehen Sie schwarz auf weiß, ob die Brunnen ihren Mehrpreis über die Stromrechnung wieder einspielen.
Ob sich die Grundwasser-Wärmepumpe für Ihr Haus rechnet, zeigt der Vergleich konkreter Angebote. Über das Formular erhalten Sie Angebote von Installateuren aus Ihrer Region.
Quellen und Methodik
Funktion, Voraussetzungen und Einordnung der Kosten stammen von der Verbraucherzentrale und ihrer Energieberatung, die Genehmigungspflicht aus dem Wasserhaushaltsgesetz, Fördersätze von der KfW, technische Mindestwerte aus der Förderrichtlinie des Bundes. Solar.red hat keine Anlagen gemessen und keine Angebote erhoben. Der Rechner ist eine eigene Rechnung mit der Wärmekapazität von Wasser, Startwerte und Strompreis sind Beispielwerte.
- Energieberatung der Verbraucherzentrale: Wasser-Wasser-Wärmepumpen - Temperatur, Tiefe, Brunnen, Verockerung, Kühlung und Einordnung der Kosten
- Verbraucherzentrale: Welche Arten von Wärmepumpen gibt es und wie funktionieren sie? - Funktion der zwei Brunnen und Voraussetzungen
- Wasserhaushaltsgesetz, § 8 Erlaubnis, Bewilligung - Erlaubnispflicht für die Benutzung von Grundwasser
- KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen, Wohngebäude (458) - Fördersätze, Höchstbetrag und Fördertermine
- Bundesministerium für Wirtschaft und Energie: Förderrichtlinie BEG Einzelmaßnahmen, Bundesanzeiger - Mindest-Effizienz je Wärmequelle, Schnittstelle und Kältemittel
Hinweis: Die genannten Kosten sind Richtwerte und kein Angebot für Ihr Haus. Fördersätze, Höchstbeträge, Stichtage und technische Anforderungen können sich ändern. Ob Brunnen genehmigt werden, entscheidet die zuständige Behörde. Der Rechner liefert eine Näherung und ersetzt weder eine Heizlastberechnung noch die Auslegung der Brunnen. Für ein verbindliches Angebot wenden Sie sich an einen Fachbetrieb. Alle Angaben ohne Gewähr.
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