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Dachfläche berechnen für Photovoltaik 2026 – Rechner, Formel & Anleitung

Dachflächen-Rechner für Photovoltaik (Satteldach)

Alle Werte inklusive Dachüberstände eingeben:

0° (flach) 30° 60° (steil)

Ergebnis: Ihre Dachfläche

Gesamtfläche:
92,38
Pro Dachhälfte:
46,19

Für Photovoltaik nutzbare Fläche (ca. 85 %):

Nutzbare Fläche:
78,52
© Solar.red | Alle Angaben ohne Gewähr

Dachneigung unbekannt? So können Sie die Dachneigung berechnen.

Wie funktioniert der Dachflächen-Rechner?

Dachfläche berechnen Beispiel: Satteldach mit Beschriftung von Dachlänge, Dachbreite und Dachneigung
Beispiel: So messen Sie Dachlänge, Dachbreite und Dachneigung am Satteldach

Schritt 1: Dachparameter eingeben

Dachlänge inklusive Dachüberstände messen. Das ist die Gesamtlänge Ihres Daches von Traufe zu Traufe – also die lange Seite, parallel zum Dachfirst. Vergessen Sie nicht, die Überstände auf beiden Seiten mitzumessen.

Dachbreite inklusive Dachüberstände messen. Das ist die Strecke von Giebel zu Giebel – also die kurze Seite, quer zum First. Auch hier zählen die Dachüberstände mit.

Dachneigung eingeben. Die Neigung Ihres Daches in Grad. Typische Werte für Satteldächer in Deutschland liegen zwischen 20° und 45°. Falls Sie den Wert nicht kennen: Dachneigung berechnen – per Wasserwaage, Smartphone-App oder aus dem Bauplan.

Schritt 2: Die Berechnung im Hintergrund

Der Rechner korrigiert Ihre Grundfläche um die Dachneigung. Denn ein geneigtes Dach hat mehr Fläche als die horizontale Projektion (Grundfläche) des Hauses. Die Formel: Dachfläche = (Dachlänge × Dachbreite) ÷ cos(Neigungswinkel). Bei 30° Neigung ist die Dachfläche bereits rund 15,5 % größer als die Grundfläche. Bei komplexen Dachformen (Gauben, Versprünge, Mansarde) zerlegen Sie das Dach in einzelne Teilrechtecke und berechnen jede Fläche separat.

Die nutzbare Fläche wird automatisch mit 85 % berechnet – ein typischer Daumenwert. Realistische Werte liegen zwischen 75 und 90 %, je nach Anzahl der Hindernisse. Dachfenster, Schornsteine, Gauben, Lüftungsrohre, Feuerwehrwege und vorgeschriebene Randabstände reduzieren die tatsächlich belegbare Fläche. Bei vielen Hindernissen kann der Wert bei nur 70–75 % liegen, bei freien Dachflächen auch über 85 %.

Schritt 3: Ergebnis ablesen

Sie erhalten drei Werte auf einen Blick. Die Gesamtdachfläche beider Hälften, die Fläche pro Dachhälfte (wichtig, wenn nur die Südseite für Photovoltaik geeignet ist) und die nutzbare Fläche für Module.

💡 Was kann ich mit dem Ergebnis anfangen?

Nutzbare Fläche ÷ 5 = ungefähre kWp-Leistung Ihrer Anlage. Beispiel: 78 m² nutzbar ÷ 5 = ca. 15,6 kWp. Das reicht für ein großes Einfamilienhaus mit Stromspeicher und E-Auto-Ladung. Nutzen Sie anschließend den PV-Ertragsrechner, um Ihren voraussichtlichen Stromertrag zu berechnen.

Wie ermittle ich meine Dachmaße?

Bauplan des Hauses – die genaueste Methode. Die Original-Bauzeichnungen enthalten exakte Angaben zu Dachlänge, Dachbreite und Dachneigung. Diese Pläne erhalten Sie beim Architekten, Bauunternehmer oder der zuständigen Bauaufsichtsbehörde.

Selbst messen mit Maßband oder Laser-Entfernungsmesser. Messen Sie Länge und Breite an der Traufe (Dachunterkante) und addieren Sie die Dachüberstände. Die Neigung lässt sich mit einer Wasserwaage und einem Zollstock oder einer Smartphone-Neigungsmesser-App bestimmen.

Professionelle Vermessung durch einen Solarteur. Bei der Planung Ihrer PV-Anlage führt der Fachbetrieb in der Regel eine exakte Vermessung per Drohne oder Laser durch – inklusive Verschattungsanalyse. Das ist die sicherste Variante und meist im Angebot enthalten.

Benötigte Dachfläche pro kWp (Stand 2026)

Moderne Solarmodule brauchen deutlich weniger Platz als noch vor wenigen Jahren. Durch Zelltechnologien wie TOPCon und HJT erreichen aktuelle Serienmodule typisch 21–23 % Wirkungsgrad, High-End-Module bis ~25 %. Das bedeutet: Mehr Leistung auf weniger Fläche.

Wichtig: Modulfläche ≠ Dachfläche. Die Tabelle zeigt die reine Modulfläche pro kWp. Die tatsächlich benötigte Dachfläche ist höher, weil Randabstände, Feuerwehrwege, Schneefanggitter und Hindernisse hinzukommen. Rechnen Sie je nach Situation mit 10–25 % Zuschlag.

Tabelle seitlich scrollen
Benötigte Modulfläche pro 1 kWp nach Solarzelltyp (Stand 2026)
Solarzelltyp Wirkungsgrad Modulfläche / 1 kWp Status
Monokristallin (TOPCon / HJT) 21–23 % (typisch), bis ~25 % (High-End) 4,2 – 5,0 m² Aktueller Standard
Monokristallin (PERC) 18–22 % 4,5 – 5,6 m² Auslaufend
Polykristalline Solarzellen 17–19 % 5,3 – 5,9 m² Kaum noch verbaut
Dünnschicht-Solarzellen 9–17 % 5,9 – 11,1 m² Nischenanwendung
Perowskit-Tandemzellen bis 33 % (Labor), ~29 % (Pilot) ca. 3,0 – 3,5 m² Pilot ab 2024–2026, Skalierung frühestens 2027+

Faustregel für die schnelle Planung: Rechnen Sie mit ca. 5 m² Modulfläche pro kWp. Mit Randabständen und Hindernissen benötigt eine 10-kWp-Anlage etwa 55–65 m² Dachfläche. Mehr zur PV-Leistung pro m² finden Sie im Ratgeber.

Dachfläche berechnen: Ziegel zählen

Kein Maßband zur Hand? Dann zählen Sie die Dachpfannen. Diese Methode eignet sich als schnelle Schätzung, wenn Sie keinen Zugang zu Bauplänen haben und nicht aufs Dach klettern möchten.

1. Sichtmaß der Dachpfanne ermitteln

Sichtmaß einer Dachpfanne: Sichtbare Höhe und Breite eines Dachziegels auf dem Dach
Sichtmaß einer Dachpfanne: Sichtbare Höhe und Breite

Das Sichtmaß ist der sichtbare Teil einer Dachpfanne von unten betrachtet. Der Rest liegt unter dem darüberliegenden Ziegel. Messen Sie die sichtbare Höhe und Breite eines Ziegels. Gängige Werte liegen bei ca. 30 × 25 cm.

2. Dachpfannen zählen

Zählen Sie die Pfannen horizontal und vertikal. Beginnen Sie an einer Ecke und arbeiten Sie sich systematisch vor. Notieren Sie die Anzahl in der Breite und in der Höhe – die Gesamtzahl ergibt sich durch Multiplikation.

3. Fläche berechnen

Formel: Anzahl Dachpfannen × (Sichtbreite × Sichthöhe) = Dachfläche. Beispiel: 120 Pfannen × (0,30 m × 0,25 m) = 120 × 0,075 = 9,0 m² pro Dachhälfte.

Dachfläche berechnen mit Google Maps

Google Maps liefert eine schnelle Schätzung vom Schreibtisch aus. Die Satellitenansicht zeigt allerdings nur die projizierte Grundfläche – die tatsächliche Dachfläche ist wegen der Neigung größer. Multiplizieren Sie das Ergebnis daher mit dem Faktor X (Tabelle weiter unten). Beachten Sie: Die Messgenauigkeit ist abhängig von Auflösung und Perspektive der Satellitenbilder. Ein Solarkataster liefert oft genauere Werte.

So gehen Sie vor: Öffnen Sie Google Maps, geben Sie Ihre Adresse ein und aktivieren Sie die Satellitenansicht. Rechtsklick auf eine Dachecke → „Entfernung messen". Klicken Sie nacheinander alle Dach-Ecken an, um die Kantenlängen abzulesen. Bei einem rechteckigen Grundriss: Länge × Breite = Grundfläche.

Alternativ: Solarkataster nutzen. Viele Bundesländer bieten kostenlose Online-Solarkataster an, die Dachfläche, Neigung, Ausrichtung und Verschattung bereits berücksichtigen.

Dachfläche berechnen: Flachdach

Beim Flachdach ist die Berechnung am einfachsten: Länge × Breite = Dachfläche in m². Eine Neigungskorrektur entfällt, da Flachdächer weniger als 5° Neigung haben.

Die nutzbare Fläche ist beim Flachdach geringer. Solarmodule werden auf Flachdächern aufgeständert, damit sie im optimalen Winkel stehen. Zwischen den Modulreihen braucht es Abstände, um Eigenverschattung zu vermeiden. Rechnen Sie daher mit nur 50–75 % nutzbarer Fläche (typisch 60–70 %), abhängig von Aufständerwinkel, Reihenabstand, Attika und Wartungswegen. Alle Details zur PV-Montage auf dem Flachdach.

Faktor X Tabelle für alle Dachformen

Der Faktor X wandelt die Grundfläche in die tatsächliche Dachfläche um. Formel: Dachfläche = Grundfläche (inkl. Dachüberstände) × Faktor X. Diese Methode funktioniert für alle symmetrischen Dachformen – Satteldach, Walmdach, Pultdach. Bei komplexen Dächern (Mansarddach, viele Gauben, Versprünge) zerlegen Sie das Dach in Teilflächen und berechnen jede einzeln.

Übersicht gängiger Dachformen: Satteldach, Walmdach, Pultdach, Flachdach, Mansarddach und Zeltdach
Gängige Dachformen in Deutschland (Quelle: Stilfehler / Wikipedia)
Tabelle seitlich scrollen
Faktor X nach Dachneigung (10°–70°)
Neigung Faktor X Neigung Faktor X Neigung Faktor X
10°1,01530°1,15550°1,556
11°1,01931°1,16751°1,589
12°1,02232°1,17952°1,624
13°1,02633°1,19253°1,662
14°1,03134°1,20654°1,701
15°1,03535°1,22155°1,743
16°1,04036°1,23656°1,788
17°1,04637°1,25257°1,836
18°1,05138°1,26958°1,887
19°1,05839°1,28759°1,942
20°1,06440°1,30560°2,000
21°1,07141°1,32561°2,063
22°1,07942°1,34662°2,130
23°1,08643°1,36763°2,203
24°1,09544°1,39064°2,281
25°1,10345°1,41465°2,366
26°1,11346°1,44066°2,459
27°1,12247°1,46667°2,559
28°1,13348°1,49568°2,669
29°1,14349°1,52469°2,790
70°2,924

Beispielrechnung mit Faktor X

📐 Angaben

Hauslänge: 8,00 m · Hausbreite: 7,50 m

Dachüberstand Traufe: 0,40 m · Dachüberstand Giebel: 0,30 m

Dachneigung: 30° · Faktor X: 1,155

Grundfläche mit Dachüberständen: Hauslänge inkl. Überstände: 8,00 + 2 × 0,40 = 8,80 m. Hausbreite inkl. Überstände: 7,50 + 2 × 0,30 = 8,10 m. Grundfläche: 8,80 × 8,10 = 71,28 m².

Dachfläche mit Neigung: 71,28 m² × 1,155 = 82,33 m². Pro Dachhälfte rund 41,2 m².

Nutzbare PV-Fläche (ca. 85 %): 82,33 × 0,85 = 69,98 m². Mit TOPCon-Modulen (ca. 5 m² Modulfläche/kWp) ergibt das rechnerisch eine Anlage mit rund 14 kWp – die tatsächliche Anlagengröße hängt von Randabständen und Hindernissen ab.

Nächster Schritt: Nutzen Sie den Photovoltaik-Konfigurator, um ein individuelles Anlagenkonzept zu erstellen. Oder vergleichen Sie direkt Photovoltaik-Angebote von Fachbetrieben in Ihrer Nähe – kostenlos und unverbindlich.

Häufige Fragen

Wie berechne ich die Dachfläche für eine Solaranlage?

Grundfläche × Faktor X = Dachfläche. Messen Sie Dachlänge und -breite (jeweils inkl. Dachüberstände), multiplizieren Sie die Werte miteinander und dann mit dem Faktor X für Ihre Dachneigung. Bei 30° beträgt der Faktor 1,155.

Wie viel Dachfläche brauche ich pro kWp?

Mit aktuellen TOPCon-Modulen etwa 4,2 bis 5,0 m² Modulfläche. Die tatsächlich benötigte Dachfläche ist wegen Randabständen und Hindernissen höher. Ältere polykristalline Module benötigen 5,3 bis 5,9 m². Dünnschichtmodule bis zu 11 m² – werden auf Hausdächern aber kaum noch eingesetzt.

Wie viel Prozent der Dachfläche kann ich für PV nutzen?

Typisch 75–90 % beim Satteldach (oft 80–85 % bei wenigen Hindernissen), 50–75 % beim Flachdach (oft 60–70 %). Abzüge durch Dachfenster, Schornsteine, Gauben, Randabstände, Feuerwehrwege und Schneelasten. Ihr Solarteur prüft die tatsächlich belegbare Fläche bei der Anlagenplanung.

Kann ich meine Dachfläche mit Google Maps berechnen?

Ja, aber nur als grobe Schätzung. Google Maps zeigt die Grundfläche von oben – multiplizieren Sie das Ergebnis noch mit dem Faktor X Ihrer Dachneigung. Für exakte Werte nutzen Sie Baupläne oder lassen den Fachbetrieb vermessen.

Fazit

Die Dachflächenberechnung ist der erste Schritt zu Ihrer Solaranlage. Ob mit dem Rechner oben, per Faktor-X-Formel oder Ziegel-Methode – alle Varianten liefern eine solide Grundlage für die weitere Planung.

2026 lohnt sich Photovoltaik auf fast jeder Dachfläche. Module mit über 21 % Wirkungsgrad, Steuerfreiheit bis 30 kWp (§ 3 Nr. 72 EStG) und die aktuelle Einspeisevergütung machen PV-Anlagen häufig in 8–12 Jahren wirtschaftlich – die realistische Bandbreite liegt bei 6–15 Jahren, abhängig von Strompreis, Eigenverbrauch, Region und Verschattung. Berechnen Sie Ihre Dachfläche, prüfen Sie die Kosten einer PV-Anlage und starten Sie mit dem Konfigurator Ihre Planung.