Von D. Volbracht
Das Wichtigste in Kürze
Wärmepumpe Vor- und Nachteile lassen sich auf einen Satz bringen: Sie heizt sparsam und klimafreundlich, kostet in der Anschaffung aber viel und verzeiht keine schlechte Planung. Ob die Vorteile überwiegen, entscheidet die Jahresarbeitszahl, also wie viel Wärme die Anlage aus einer Kilowattstunde Strom macht.
- Gemessene Effizienz im Bestand: Luft-Wasser-Wärmepumpen im Mittel 3,4, Erdwärmepumpen 4,3 (Fraunhofer ISE, November 2025).
- Klima: 64 Prozent weniger Kohlendioxid als eine Erdgasheizung, gerechnet mit dem Strommix 2024 (Fraunhofer ISE).
- Größter Nachteil: im Mittel 36.279 Euro für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Einbau, vor Förderung (Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz).
- Förderung der KfW: 30 bis 70 Prozent auf höchstens 28.000 Euro, der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt ab 1. Februar 2027.
- Bei den Durchschnittspreisen 2026 heizt die Wärmepumpe ab einer Jahresarbeitszahl von etwa 3,1 günstiger als Erdgas (eigene Rechnung).
Wärmepumpe Vor- und Nachteile als Tabelle
Die wichtigsten Vorteile einer Wärmepumpe sind niedriger Energieverbrauch, deutlich weniger Kohlendioxid und hohe Förderung. Die wichtigsten Nachteile sind der Kaufpreis, die Abhängigkeit vom Strompreis und der Planungsaufwand. Die Tabelle stellt beide Seiten gegenüber und nennt zu jedem Punkt die Zahl, auf die es ankommt.
| Thema | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|
| Effizienz | aus 1 kWh Strom im Mittel 3,4 kWh Wärme (Luft) oder 4,3 kWh (Erdreich) | Spanne von 2,6 bis 5,4, schlechte Planung kostet Effizienz |
| Klima | 64 % weniger Kohlendioxid als Erdgas im Jahr 2024 | nicht klimaneutral, solange Strom aus Kohle und Gas im Netz ist |
| Anschaffung | 30 bis 70 % Zuschuss der KfW | im Mittel 36.279 € mit Einbau, Förderung nur auf 28.000 € |
| Laufende Kosten | kein Brennstoff, kein Schornsteinfeger | hängt am Strompreis, bei niedriger Effizienz teurer als Gas |
| Gesetz | keine Pflicht zu Biogas wie bei neuen Gasheizungen ab 2029 | Netzbetreiber darf den Strombezug vorübergehend drosseln |
| Komfort | viele Geräte können im Sommer kühlen | Außengerät macht Geräusche, nachts gelten 35 bis 40 dB(A) |
| Einbau | Luft-Wasser fast überall möglich | Erdwärme und Grundwasser brauchen Bohrung und Genehmigung |
Auffällig ist: Fast jeder Vorteil hat eine Bedingung. Die Wärmepumpe ist keine Heizung, die man einfach anschließt. Sie ist ein System, das zum Haus passen muss. Genau darum geht es in den folgenden Abschnitten.
Welche Vorteile hat eine Wärmepumpe?
Eine Wärmepumpe holt den größten Teil der Wärme aus der Umwelt und braucht Strom nur als Antrieb. Daraus folgen ihre Vorteile: niedriger Energieverbrauch, 64 Prozent weniger Kohlendioxid als eine Erdgasheizung, kein Brennstoff, kein Schornsteinfeger und bis zu 70 Prozent Zuschuss vom Staat. Viele Geräte kühlen im Sommer zusätzlich.
Hohe Effizienz, auch im Bestand
Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme hat vier Jahre lang 77 Wärmepumpen in bestehenden Ein- bis Dreifamilienhäusern gemessen. Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichten im Mittel eine Jahresarbeitszahl von 3,4. Sie machten also aus einer Kilowattstunde Strom 3,4 Kilowattstunden Wärme. Erdwärmepumpen kamen auf 4,3. Im Vorgängerprojekt von 2019 lagen die Werte noch bei 3,1 und 4,1.
Deutlich weniger Kohlendioxid
Für das Jahr 2024 hat das Fraunhofer ISE berechnet, dass die untersuchten Wärmepumpen im Schnitt 64 Prozent weniger Kohlendioxid verursachten als Erdgasheizungen. Die Forscher haben dafür erstmals viertelstündlich gerechnet, also auch die Stunden berücksichtigt, in denen viel Kohlestrom im Netz ist. Die oft genannten 90 Prozent treffen für den deutschen Strommix nicht zu.
Förderung und keine Brennstoffpflichten
Die KfW zahlt im Programm 458 eine Grundförderung von 30 Prozent. Dazu kommen derzeit 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus beim Tausch einer alten Heizung und ein Einkommensbonus. Zusammen sind höchstens 70 Prozent möglich, gerechnet auf höchstens 28.000 Euro. Alle Sätze stehen im Beitrag zur Wärmepumpen-Förderung.
Dazu kommt ein Vorteil, der erst in einigen Jahren zählt. Wer nach dem 29. Juli 2026 eine neue Gas- oder Ölheizung einbaut, muss nach § 43 Gebäudemodernisierungsgesetz ab 2029 mindestens 10 Prozent der Wärme aus Biogas, Bioöl oder Wasserstoff erzeugen. Der Anteil steigt bis 2040 auf 60 Prozent. Für die Wärmepumpe gilt keine solche Pflicht.
Wenig Wartung, Kühlen und Solarstrom
Eine Wärmepumpe verbrennt nichts. Es gibt keinen Tank, keinen Gasanschluss und keinen Schornsteinfeger. Die Verbraucherzentrale rechnet mit 150 bis 300 Euro Wartung im Jahr. Viele Geräte lassen sich im Sommer zum Kühlen nutzen. Und wer eine Solaranlage hat, betreibt die Heizung zum Teil mit eigenem Strom. Wie viel das bringt, steht unter Wärmepumpe und Photovoltaik.
Welche Nachteile hat eine Wärmepumpe?
Der größte Nachteil einer Wärmepumpe ist der Preis: Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet mit Einbau im Mittel 36.279 Euro vor Förderung. Hinzu kommen die Abhängigkeit vom Strompreis, der hohe Anspruch an Planung und Einbau, Geräusche des Außengeräts und bei Erdwärme oder Grundwasser der Aufwand für Bohrung und Genehmigung.
Hohe Anschaffungskosten
Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hat 160 Angebote für Ein- und Zweifamilienhäuser ausgewertet. Die meisten lagen zwischen 30.000 und 40.000 Euro. Die Förderung federt das ab, aber nicht ganz: Die KfW rechnet nur mit 28.000 Euro. Alles darüber zahlen Sie allein. Eine genaue Aufstellung finden Sie unter Wärmepumpe Kosten mit Installation. Wer nicht kaufen will, kann mieten.
Die Stromrechnung hängt an der Jahresarbeitszahl
Strom ist pro Kilowattstunde rund dreimal so teuer wie Gas. Die Wärmepumpe gleicht das durch ihre Effizienz aus, aber nur, wenn die Anlage gut läuft. In der Messung des Fraunhofer ISE lag die schlechteste Luft-Wasser-Wärmepumpe bei 2,6, die beste bei 4,9. Dieser Unterschied entscheidet über mehrere hundert Euro im Jahr, wie der Vergleich im nächsten Abschnitt zeigt.
Planung und Einbau müssen stimmen
Das Fraunhofer ISE fand trotz guter Mittelwerte typische Fehler. Viele Wärmepumpen waren für das Haus zu groß gewählt, einige schalteten sehr häufig ein und aus. Bei Anlagen mit Kombispeicher wurde das Heizungswasser teils unnötig heiß gemacht. Für Sie heißt das: Die Qualität des Betriebs ist wichtiger als die Marke. Worauf es im Angebot ankommt, zeigt der Beitrag Wärmepumpen-Angebote vergleichen.
Netzbetreiber darf drosseln
Neue Wärmepumpen mit mehr als 4,2 Kilowatt Anschlussleistung gelten seit dem 1. Januar 2024 als steuerbare Verbrauchseinrichtungen. Droht das örtliche Netz überlastet zu werden, darf der Netzbetreiber den Strombezug vorübergehend auf 4,2 Kilowatt begrenzen. Abschalten darf er nicht. Im Gegenzug sinkt das Netzentgelt, die Bundesnetzagentur nennt für die Pauschale je nach Netzbetreiber 110 bis 190 Euro im Jahr.
Platz, Bohrung und Genehmigung
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe braucht einen Platz für das Außengerät mit genug Abstand zum Nachbarn. Erdwärme braucht eine Bohrung oder eine große Fläche im Garten, Grundwasser zwei Brunnen und eine wasserrechtliche Erlaubnis. Die Unterschiede erklärt der Beitrag zu den Wärmepumpen-Arten.
Wärmepumpe oder Gasheizung: Was ist günstiger?
Bei den Durchschnittspreisen von 2026 heizt eine Wärmepumpe ab einer Jahresarbeitszahl von etwa 3,1 günstiger als eine Gasheizung. Grundlage sind 37,0 Cent pro Kilowattstunde Strom und 11,93 Cent pro Kilowattstunde Erdgas, die der BDEW für Haushalte nennt. Mit der gemessenen Jahresarbeitszahl von 3,4 liegt die Wärmepumpe knapp vorn.
Die Grafik ist bewusst streng gerechnet. Sie zeigt: Eine schlecht geplante Wärmepumpe ist im Betrieb teurer als Gas, eine gute deutlich günstiger. Wer sagt, die Wärmepumpe spare immer die Hälfte, rechnet mit Preisen, die es so nicht gibt. Wer sagt, sie sei ein Stromfresser, übersieht die Effizienz.
Vier Dinge verschieben die Rechnung zugunsten der Wärmepumpe, und keines davon steckt in der Grafik:
- Verluste des Kessels: Eine Gasheizung macht aus einer Kilowattstunde Gas weniger als eine Kilowattstunde Wärme. Dazu kommen Schornsteinfeger und Grundpreis für den Gasanschluss.
- Günstigerer Strom: Wärmepumpentarife und das reduzierte Netzentgelt senken den Preis unter den Haushaltsdurchschnitt. Eigener Solarstrom ist noch billiger.
- Kohlendioxidpreis: 2026 kostet eine Tonne im nationalen Emissionshandel 55 bis 65 Euro. Ab 2028 soll der europäische Handel für Gebäude starten, dann bildet sich der Preis am Markt.
- Biogaspflicht: Neue Gasheizungen brauchen ab 2029 mindestens 10 Prozent Biogas oder Wasserstoff, ab 2040 sind es 60 Prozent.
Was der Umstieg im Einzelnen bedeutet, steht in den Beiträgen Gasheizung auf Wärmepumpe umrüsten und Ölheizung auf Wärmepumpe umrüsten. Ihre eigenen Zahlen rechnen Sie unter Betriebskosten der Wärmepumpe nach.
Wärmepumpe Nachteile im Winter und im Altbau: Was stimmt?
Im Winter sinkt die Effizienz einer Luft-Wasser-Wärmepumpe, weil kalte Luft weniger Wärme liefert. Das Haus bleibt trotzdem warm. Der Heizstab, der an sehr kalten Tagen hilft, verbrauchte in der Messung des Fraunhofer ISE nur 1,3 Prozent des Stroms. Im Altbau entscheidet nicht das Baujahr, sondern die Temperatur des Heizungswassers.
Zwei Vorurteile halten sich hartnäckig: Die Wärmepumpe schaffe es bei Frost nicht, und im Altbau funktioniere sie nur mit Fußbodenheizung. Die Messung des Fraunhofer ISE widerlegt beides. Untersucht wurden Häuser mit Baujahren von 1826 bis 2001. Einen Zusammenhang zwischen Baujahr und Effizienz fanden die Forscher nicht.
Auch Heizkörper sind kein Hindernis. Ausreichend große Heizkörper ließen sich im Mittel mit ähnlich niedrigen Temperaturen betreiben wie Flächenheizungen. Fairerweise gehört dazu: Die älteren Häuser der Studie waren etwas besser saniert als der Durchschnitt, und die Winter im Messzeitraum waren mild.
Stellen Sie an einem kalten Tag die Vorlauftemperatur Ihrer jetzigen Heizung auf 50 bis 55 Grad und drehen Sie alle Thermostate auf. Werden die Räume warm, ist das Haus in der Regel bereit für eine Wärmepumpe. Bleibt ein Raum kühl, braucht dort meist nur der Heizkörper mehr Fläche.
Wie das im Einzelnen geht, steht im Beitrag Wärmepumpe im Altbau. Für Häuser mit mehreren Wohnungen gibt es einen eigenen Beitrag zur Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus.
Wärmepumpe Nachteile Lautstärke: Wie laut ist sie wirklich?
Geräusche macht vor allem die Luft-Wasser-Wärmepumpe, weil ihr Außengerät einen Ventilator hat. Maßgeblich ist, was am Fenster des Nachbarn ankommt. Die TA Lärm nennt dafür nachts 35 Dezibel in reinen Wohngebieten und 40 Dezibel in allgemeinen Wohngebieten. Erdwärme- und Grundwasser-Wärmepumpen haben kein solches Außengerät.
| Gebiet | tags | nachts |
|---|---|---|
| Reines Wohngebiet | 50 dB(A) | 35 dB(A) |
| Allgemeines Wohngebiet | 55 dB(A) | 40 dB(A) |
| Misch-, Dorf- und Kerngebiet | 60 dB(A) | 45 dB(A) |
In der Praxis entscheiden vier Dinge: der Schallleistungspegel des Geräts, die Betriebsweise in der Nacht, der Standort und der Schallschutz. Das Fraunhofer ISE hat an fünf Anlagen über lange Zeit gemessen. Bei zwei Häusern ging die Wärmepumpe im Umgebungslärm unter. Bei dreien war sie nachts zeitweise messbar zu hören, zum Beispiel bei einem Reihenmittelhaus.
Stellen Sie das Außengerät deshalb nicht in eine Ecke zwischen zwei Wänden und nicht unter das Schlafzimmerfenster des Nachbarn. Fragen Sie im Angebot nach dem Schallleistungspegel und nach einem leisen Nachtbetrieb. Was nachträglich hilft, steht im Beitrag zur Schallschutzhaube für die Wärmepumpe.
Vor- und Nachteile nach Art der Wärmepumpe
Die Vor- und Nachteile hängen stark von der Wärmequelle ab. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist am einfachsten einzubauen, aber am wenigsten effizient und am lautesten. Erdwärme und Grundwasser arbeiten sparsamer und leiser, kosten wegen Bohrung oder Brunnen aber mehr. Die Luft-Luft-Wärmepumpe ist günstig, macht aber kein Warmwasser.
| Art | Gemessene Jahresarbeitszahl | Größter Vorteil | Größter Nachteil |
|---|---|---|---|
| Luft-Wasser | 3,4 im Mittel, 2,6 bis 4,9 | fast überall möglich, keine Bohrung | Geräusche, im Winter weniger effizient |
| Sole-Wasser (Erdwärme) | 4,3 im Mittel, 3,6 bis 5,4 | sparsam und leise, das ganze Jahr | Bohrung oder große Gartenfläche nötig |
| Wasser-Wasser (Grundwasser) | in der Studie nicht gemessen | gleichmäßig warme Wärmequelle | zwei Brunnen, Erlaubnis, nicht überall möglich |
| Luft-Luft | in der Studie nicht gemessen | günstig, kühlt im Sommer | kein Warmwasser, Luftzug im Raum |
Zur Einordnung: 61 der 77 gemessenen Anlagen waren Luft-Wasser-Wärmepumpen. Sie sind laut Fraunhofer ISE die häufigste Bauart in Deutschland. Welche Geräte gut abschneiden, zeigt der Wärmepumpen-Test.
Passt eine Wärmepumpe zu meinem Haus?
Eine Wärmepumpe passt zu einem Haus, wenn es mit Heizungswasser von höchstens etwa 55 Grad warm wird, ein Platz für das Außengerät vorhanden ist und der Eigenanteil nach Förderung tragbar ist. Treffen diese drei Punkte zu, überwiegen in der Regel die Vorteile. Die folgenden Schritte führen Sie in dieser Reihenfolge durch die Prüfung.
- Vorlauftemperatur testen: An einem kalten Tag die Heizung auf 50 bis 55 Grad stellen. Werden alle Räume warm, ist die wichtigste Hürde genommen.
- Verbrauch notieren: Den Gas- oder Ölverbrauch der letzten Jahre heraussuchen. Geteilt durch 3,4 ergibt er grob den Strombedarf einer Luft-Wasser-Wärmepumpe.
- Standort suchen: Wo kann das Außengerät stehen, ohne dass es nachts beim Nachbarn stört?
- Förderung klären: Welche Boni der KfW treffen auf Sie zu? Der Antrag muss vor dem Auftrag gestellt sein.
- Heizlast berechnen lassen: Sie verhindert eine zu große Anlage, den häufigsten Fehler aus der Studie des Fraunhofer ISE.
- Angebote vergleichen: Mindestens zwei vollständige Angebote einholen, Posten für Posten.
Eine erste Zahl zur passenden Leistung liefert der Wärmepumpen-Rechner.
Häufige Fragen
Was spricht gegen eine Wärmepumpe?
Gegen eine Wärmepumpe sprechen vor allem der hohe Kaufpreis und die Abhängigkeit von guter Planung. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet mit Einbau im Mittel rund 36.000 Euro vor Förderung. Braucht das Haus sehr heißes Heizungswasser, sinkt die Effizienz und die Stromkosten steigen. Das Außengerät macht außerdem Geräusche. Mehr zu den Kosten mit Installation.
Sind Wärmepumpen Stromfresser?
Nein. Eine Wärmepumpe macht aus einer Kilowattstunde Strom mehrere Kilowattstunden Wärme. Das Fraunhofer ISE hat in bestehenden Häusern für Luft-Wasser-Wärmepumpen im Mittel eine Jahresarbeitszahl von 3,4 gemessen. Für 20.000 Kilowattstunden Wärme braucht eine solche Anlage rund 5.900 Kilowattstunden Strom. Eine Elektroheizung bräuchte dafür 20.000 Kilowattstunden.
Was kostet Heizen mit Wärmepumpe im Monat?
Bei 20.000 Kilowattstunden Wärme im Jahr, einer Jahresarbeitszahl von 3,4 und dem Strompreis von 37,0 Cent pro Kilowattstunde kostet der Strom rund 2.176 Euro im Jahr, also etwa 181 Euro im Monat. Mit Wärmepumpentarif, eigenem Solarstrom oder besserer Jahresarbeitszahl wird es weniger. Details stehen unter Betriebskosten der Wärmepumpe.
Was ist die beste Alternative zur Wärmepumpe?
Das hängt vom Haus ab. Wo ein Wärmenetz liegt, ist der Anschluss daran oft die einfachste Lösung. Eine Pelletheizung liefert hohe Temperaturen für schlecht gedämmte Häuser. Eine neue Gasheizung bleibt erlaubt, muss ab 2029 aber einen steigenden Anteil Biogas oder Wasserstoff nutzen. Einen Überblick geben die Heizungsarten.
Welche Nachteile hat eine Wärmepumpe im Winter?
Bei Frost arbeitet eine Luft-Wasser-Wärmepumpe weniger effizient, weil die Außenluft weniger Wärme liefert und das Haus zugleich mehr braucht. Ein Heizstab hilft an sehr kalten Tagen. Sein Anteil ist klein: In der Messung des Fraunhofer ISE lag er bei Luft-Wasser-Wärmepumpen bei 1,3 Prozent des Stromverbrauchs.
Welche Nachteile hat eine Wärmepumpe im Altbau?
Im Altbau ist die Planung aufwendiger. Zu kleine Heizkörper erzwingen heißes Heizungswasser, und das kostet Effizienz. Manchmal müssen einzelne Heizkörper getauscht werden. Das Baujahr allein entscheidet aber nicht: Das Fraunhofer ISE fand in Häusern von 1826 bis 2001 keinen Zusammenhang zwischen Baujahr und Effizienz. Mehr dazu unter Wärmepumpe im Altbau.
Wie laut ist eine Wärmepumpe?
Entscheidend ist, was beim Nachbarn ankommt. Nach der TA Lärm gelten nachts 35 Dezibel in reinen und 40 Dezibel in allgemeinen Wohngebieten als Richtwert. Erdwärme- und Grundwasser-Wärmepumpen haben kein Außengerät mit Ventilator. Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen helfen ein guter Standort und notfalls eine Schallschutzhaube.
Ist eine Wärmepumpe wirklich klimafreundlich?
Ja, auch mit dem heutigen Strommix. Das Fraunhofer ISE hat für 2024 berechnet, dass die untersuchten Wärmepumpen im Schnitt 64 Prozent weniger Kohlendioxid verursachten als Erdgasheizungen. Die oft genannten 90 Prozent gelten nicht für den deutschen Strommix. Mit eigenem Solarstrom oder Ökostrom verbessert sich die Bilanz weiter.
Soll man mit der Wärmepumpe noch warten?
Warten kostet Förderung. Der Klimageschwindigkeitsbonus der KfW von 16 Prozent sinkt ab dem 1. Februar 2027 halbjährlich um 4 Punkte und entfällt für Anträge ab dem 1. August 2028. Auch der Höchstbetrag der förderfähigen Kosten von 28.000 Euro sinkt ab Februar 2027. Alles dazu unter Wärmepumpen-Förderung.
Lohnt sich eine Wärmepumpe mit Photovoltaik?
Ja, eigener Solarstrom ist günstiger als Netzstrom und senkt die Heizkosten. Das Fraunhofer ISE hat sechs Häuser mit Wärmepumpe und Photovoltaik untersucht: Ohne Batterie deckten sie 25 bis 40 Prozent ihres Strombedarfs selbst, mit Batterie 32 bis 62 Prozent. Mehr unter Wärmepumpe und Photovoltaik.
Fazit: Überwiegen bei der Wärmepumpe die Vorteile?
Für die meisten Häuser ja, wenn sauber geplant wird. Die Wärmepumpe heizt sparsam, verursacht deutlich weniger Kohlendioxid und wird stark gefördert. Ihre Nachteile sind echt, aber fast alle lassen sich vor dem Kauf klären: der Preis über die Förderung, die Effizienz über die Vorlauftemperatur, die Lautstärke über den Standort.
Mein Tipp: Entscheiden Sie nicht nach Schlagzeilen, sondern nach Ihrem Haus. Machen Sie den Test mit 55 Grad Vorlauf und lassen Sie die Heizlast berechnen. Fällt beides gut aus, holen Sie Angebote ein, solange der Klimageschwindigkeitsbonus noch bei 16 Prozent liegt. Fällt der Test schlecht aus, tauschen Sie zuerst die schwächsten Heizkörper und prüfen Sie dann erneut.
Quellen und Methodik
Jahresarbeitszahlen, Kohlendioxid-Vergleich, Heizstab-Anteil und Schallmessungen stammen aus dem Projekt WP-QS im Bestand des Fraunhofer ISE (Presseinformation vom 3. November 2025). Die Anschaffungskosten beruhen auf einer Auswertung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz von 160 Angeboten, die Preise für Strom und Gas auf den Analysen des BDEW vom August 2026, der Kohlendioxidpreis auf Angaben der Deutschen Emissionshandelsstelle, die Regeln zur Drosselung auf der Bundesnetzagentur. Die Energiekosten in der Grafik und die Schwelle von 3,1 sind eigene Rechnungen. Solar.red hat keine Anlagen gemessen.
- Fraunhofer ISE: Wärmepumpen heizen auch im Altbau klimafreundlich - gemessene Jahresarbeitszahlen, Kohlendioxid-Vergleich, Schall und Photovoltaik
- BDEW: Strompreisanalyse Herbst 2026 - durchschnittlicher Strompreis für Haushalte 2026
- KfW: Merkblatt Zuschuss 458, Heizungsförderung für Privatpersonen - Fördersätze, Boni, Höchstbetrag und Termine
- Gebäudemodernisierungsgesetz: § 43 - Pflichtanteile für Biogas und Wasserstoff bei neuen Gas- und Ölheizungen
- TA Lärm: Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm - Immissionsrichtwerte nach Gebiet, tags und nachts
Hinweis: Dieser Beitrag dient der unabhängigen Information und ersetzt weder eine Energieberatung noch eine Heizlastberechnung. Solar.red steht in keiner Verbindung zu den genannten Instituten, Verbänden und Behörden. Preise, Fördersätze und Rechtslage können sich ändern, verbindlich sind die Angaben der KfW, der Gesetzestext und das Angebot Ihres Fachbetriebs. Über die Formulare auf dieser Seite werden Anfragen an Fachbetriebe vermittelt, dafür erhält Solar.red eine Vergütung.
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