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Solartechnik 2026 – Photovoltaik & Solarthermie im Überblick
Zusammenfassung

Solartechnik umfasst Photovoltaik (Strom aus Sonnenlicht) und Solarthermie (Wärme aus Sonnenlicht) – zwei zentrale Säulen der Energiewende.

Photovoltaikanlagen kosten 2026 zwischen 1.000 und 1.800 €/kWp ohne Speicher. Eine typische 10-kWp-Anlage liegt bei 11.000–15.000 € netto.

Die Einspeisevergütung beträgt seit Februar 2026 7,78 ct/kWh (Teileinspeisung) bzw. 12,35 ct/kWh (Volleinspeisung) für Anlagen bis 10 kWp.

Eigenverbrauch ist der zentrale Wirtschaftlichkeitsfaktor: Selbst erzeugter Strom kostet ca. 7–10 ct/kWh, Netzstrom dagegen 31–37 ct/kWh.

Der Nullsteuersatz (0 % MwSt.) gilt für begünstigte PV-Anlagen auf Wohngebäuden. Einnahmen können nach § 3 Nr. 72 EStG steuerfrei sein.

Stromspeicher erhöhen den Eigenverbrauch von 25–35 % auf 60–80 % und kosten 5.000–8.000 € (5–10 kWh).

Die Amortisation einer PV-Anlage liegt bei 8–12 Jahren, die Lebensdauer bei über 25 Jahren.

Ab 2027 wird politisch über eine Ablösung der festen Einspeisevergütung durch marktorientierte Modelle diskutiert.

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Einführung in die Solartechnik

Solartechnik bezeichnet alle Technologien, die Sonnenlicht in nutzbare Energie umwandeln. Sie umfasst zwei Hauptbereiche: Photovoltaik zur Stromerzeugung und Solarthermie zur Wärmegewinnung. Beide Technologien spielen eine Schlüsselrolle beim Übergang zu erneuerbaren Energien.

Die Sonne liefert in einer Stunde mehr Energie, als die Menschheit in einem Jahr verbraucht. In Deutschland erreicht die solare Einstrahlung je nach Region 900–1.200 kWh pro Quadratmeter und Jahr. Diese Ressource steht kostenlos zur Verfügung und macht Solartechnik zu einem Grundpfeiler der Energiewende.

Für Eigenheimbesitzer ist Solartechnik heute wirtschaftlicher denn je. Die Kombination aus gesunkenen Anlagenpreisen, steigenden Stromkosten und attraktiven Förderbedingungen macht den Einstieg besonders lohnend. Der Eigenverbrauch von Solarstrom spart bei aktuellen Strompreisen rund 20–30 Cent pro Kilowattstunde.

Geschichte der Solartechnik

1839 Alexandre Edmond Becquerel entdeckt den photovoltaischen Effekt – die Grundlage aller Solarzellen.
1883 Charles Fritts baut das erste funktionsfähige Photovoltaikmodul aus Selen mit ca. 1 % Wirkungsgrad.
1905 Albert Einstein erklärt den photoelektrischen Effekt theoretisch – ein Meilenstein für die moderne Physik und spätere Solartechnik.
1954 Bell Labs entwickelt die erste Silizium-Solarzelle mit 6 % Wirkungsgrad – der Startschuss für die industrielle Photovoltaik.
2000 Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) führt die Einspeisevergütung ein – anfangs über 50 ct/kWh. Der deutsche Solarboom beginnt.
2023 Der Nullsteuersatz (0 % MwSt.) für begünstigte PV-Anlagen auf Wohngebäuden tritt in Kraft. Einkommensteuerbefreiung nach § 3 Nr. 72 EStG greift.
2024/25 Das Solarpaket I und EEG-Novellen bringen Reformen: Ausweitung der Direktvermarktungspflichten und Aussetzung der Vergütung bei negativen Börsenstrompreisen (§ 51 EEG). Der Vergütungszeitraum verlängert sich um diese Phasen.
2026 PV-Anlagenpreise auf niedrigem Niveau. Politisch wird über eine Ablösung der festen Einspeisevergütung durch marktorientierte Modelle ab 2027 diskutiert.

Photovoltaik – Strom aus Sonnenlicht

Funktionsweise

Solarzellen aus Halbleitermaterialien wie Silizium wandeln Sonnenlicht direkt in Gleichstrom um. Wenn Photonen auf die Zelle treffen, lösen sie Elektronen aus dem Materialgitter – es fließt Strom. Diesen Vorgang nutzt die gesamte Photovoltaik.

Ein Wechselrichter wandelt den Gleichstrom in haushaltsüblichen Wechselstrom um. Überschüssiger Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist oder in einem Stromspeicher zwischengespeichert. So lässt sich Solarstrom auch abends und nachts nutzen.

Vorteile und Grenzen der Photovoltaik

✅ Vorteile

  • Stromkosten senken: Selbst erzeugter Strom kostet ca. 7–10 ct/kWh – Netzstrom dagegen 31–37 ct/kWh.
  • CO₂-Einsparung: Eine 10-kWp-Anlage spart rund 5–6 Tonnen CO₂ pro Jahr ein.
  • Steuervorteile: 0 % MwSt. auf begünstigte Anlagen. Einnahmen können nach § 3 Nr. 72 EStG steuerfrei sein.
  • Energieautonomie: Unabhängigkeit von steigenden Strompreisen und externen Lieferanten.
  • Wertsteigerung: Immobilien mit PV-Anlage erzielen höhere Verkaufspreise.
  • Lange Lebensdauer: Module halten über 25 Jahre bei minimaler Wartung.

❌ Grenzen

  • Wetterabhängig: Die Stromproduktion schwankt je nach Jahreszeit und Bewölkung.
  • Anfangsinvestition: Trotz gesunkener Preise sind 11.000–15.000 € (10 kWp) nötig.
  • Dacheignung: Nicht jedes Dach ist optimal – Ausrichtung, Neigung und Verschattung spielen eine Rolle.
  • Speicher nötig: Ohne Speicher liegt der Eigenverbrauch nur bei 25–35 %.
  • Sinkende Vergütung: Die Einspeisevergütung fällt halbjährlich um 1 %.

Anwendungsbereiche

Einfamilienhäuser: Mit typischen 7–12 kWp decken Haushalte einen Großteil ihres Strombedarfs selbst. In Kombination mit einem Stromspeicher steigt der Eigenverbrauch auf 60–80 %.

Gewerbe und Industrie: Große Dachflächen eignen sich für Anlagen ab 30 kWp. Der hohe Tagesverbrauch trifft direkt auf die Spitzenproduktion – das maximiert die Wirtschaftlichkeit.

E-Mobilität: PV-Überschüsse laden das Elektroauto über eine intelligente Wallbox. Bei 2.500–3.500 kWh Jahresverbrauch eines E-Autos spart das mehrere hundert Euro jährlich gegenüber Netzstrom.

Solarthermie – Wärme aus Sonnenlicht

Funktionsweise

Solarthermische Kollektoren fangen Sonnenwärme ein und übertragen sie auf ein Wärmeträgermedium. Dieses zirkuliert durch das System und erwärmt Brauchwasser oder unterstützt die Heizung. Flachkollektoren und Vakuumröhrenkollektoren sind die gängigsten Bauformen.

Im Sommer kann Solarthermie nahezu den gesamten Warmwasserbedarf decken. Im Winter unterstützt sie das Heizsystem und reduziert den Verbrauch fossiler Brennstoffe oder die Last einer Wärmepumpe erheblich.

Vorteile der Solarthermie

Hoher Wirkungsgrad: Solarthermie-Kollektoren erreichen Wirkungsgrade von 60–80 % – deutlich mehr als Photovoltaikmodule bei der reinen Energieumwandlung.

Niedrige Betriebskosten: Nach der Installation sind die laufenden Kosten minimal. Wartung beschränkt sich auf regelmäßige Kontrolle des Flüssigkeitsstands und der Pumpe.

Kombination mit Wärmepumpe: Solarthermie kann die Arbeitszahl einer Wärmepumpe verbessern und deren Stromverbrauch senken – ein Ansatz, der mit PVT-Kollektoren noch weiter geht.

Anwendungsbereiche

Warmwasserbereitung: Eine Solarthermie-Anlage mit 4–6 m² Kollektorfläche deckt 50–70 % des Warmwasserbedarfs eines Vier-Personen-Haushalts.

Heizungsunterstützung: Größere Anlagen (10–15 m²) können 20–30 % des Heizwärmebedarfs abdecken – vor allem in der Übergangszeit im Frühjahr und Herbst.

Schwimmbäder und Gewerbe: Solare Prozesswärme senkt die Energiekosten bei Schwimmbädern, Hotels und Produktionsbetrieben erheblich.

Wichtige Komponenten einer Solaranlage

Solarmodule

Monokristalline Module dominieren 2026 den Markt. Sie erreichen Wirkungsgrade von 20–23 % und bieten das beste Verhältnis aus Leistung und Fläche. Für kleinere Dachflächen sind sie die erste Wahl. Mehr zu den Unterschieden finden Sie in unserem Ratgeber zum Modulwirkungsgrad.

Bifaziale Module nutzen Licht von beiden Seiten. Sie erzeugen zusätzlich Strom aus reflektiertem Licht und steigern den Ertrag um 5–15 % – je nach Aufstellungsart und Untergrund.

TOPCon- und HJT-Zellen setzen neue Maßstäbe. Diese Technologien verbessern die Passivierung der Zelloberfläche und erreichen Wirkungsgrade über 24 % in der Serienproduktion. Sie lösen die PERC-Technologie zunehmend als Standard ab.

Tabelle seitlich scrollen
Vergleich gängiger Solarmodul-Typen (Stand: 2026)
Modultyp Wirkungsgrad Preis (ca.) Eignung
Monokristallin (PERC) 19–22 % 240–350 €/Modul Standard für Einfamilienhäuser
Monokristallin (TOPCon) 21–24 % 280–400 €/Modul Premium-Segment, kleine Dachflächen
Bifazial 20–23 % + Rückseitengewinn 300–420 €/Modul Flachdächer, Freiflächenanlagen
Dünnschicht (CdTe/CIGS) 12–18 % 180–280 €/Modul Große Flächen, Fassaden, Schwachlicht
Glas-Glas abhängig vom Zelltyp +10–15 % Aufpreis Extreme Witterung, Langlebigkeit

Wechselrichter

Der Wechselrichter ist das Herzstück jeder PV-Anlage. Er wandelt den erzeugten Gleichstrom in netzkonformen Wechselstrom um und optimiert die Leistung über den Maximum Power Point (MPP). Ohne Wechselrichter fließt kein Solarstrom in Ihren Haushalt.

String-Wechselrichter verbinden mehrere Module in Reihe und eignen sich für Dächer mit einheitlicher Ausrichtung ohne Verschattung. Sie sind kosteneffizient und zuverlässig.

Mikro-Wechselrichter regeln jedes Modul einzeln – ideal bei Teilverschattung oder unterschiedlichen Dachflächen. Der höhere Preis wird durch Mehrertrag bei ungünstigen Bedingungen ausgeglichen.

Hybrid-Wechselrichter ermöglichen sowohl die Netzeinspeisung als auch die Anbindung an einen Stromspeicher. Sie sind die zukunftssichere Wahl, wenn ein Speicher geplant ist oder später nachgerüstet werden soll.

Stromspeicher

Lithium-Eisenphosphat-Batterien (LFP) sind 2026 der Standard für Heimspeicher. Sie bieten hohe Zyklenfestigkeit, lange Lebensdauer (über 6.000 Zyklen) und kein thermisches Risiko. Die Kosten liegen bei 500–800 € pro kWh Speicherkapazität.

Die richtige Speichergröße richtet sich nach dem Stromverbrauch. Als Faustregel gilt: 0,5–1 kWh Speicherkapazität pro kWp PV-Leistung. Für einen Haushalt mit 5.000 kWh Jahresverbrauch und 10 kWp PV-Anlage empfiehlt sich ein Speicher mit 5–10 kWh.

Voraussetzungen für die Installation

Dacheignung und Ausrichtung

Südausrichtung mit 30–35° Neigung ist optimal. Aber auch Ost-West-Dächer sind wirtschaftlich sinnvoll – sie verteilen die Erzeugung gleichmäßiger über den Tag und erhöhen den Eigenverbrauch. Der Performance Ratio gibt an, wie viel Prozent der theoretischen Leistung tatsächlich erreicht werden.

Das Dach muss die Last tragen können. Solarmodule wiegen je nach Typ 10–20 kg pro Quadratmeter. Bei älteren Dachstühlen empfiehlt sich eine statische Prüfung vor der Installation.

Verschattung reduziert den Ertrag erheblich. Schon ein teilweise verschattetes Modul kann die Leistung eines ganzen Strings senken. Bäume, Schornsteine und Nachbargebäude sollten bei der Planung berücksichtigt werden.

Genehmigungen und Netzanschluss

Für PV-Anlagen auf privaten Dächern ist in der Regel keine Baugenehmigung nötig. Ausnahmen gelten in Denkmalschutzgebieten oder bei Abweichungen von lokalen Bebauungsplänen. Eine Abstimmung mit der Gemeinde ist trotzdem ratsam.

Die Anmeldung beim Netzbetreiber ist Pflicht. Alle neuen PV-Anlagen benötigen zudem eine Registrierung im Marktstammdatenregister (MaStR) der Bundesnetzagentur. Der NA-Schutz stellt sicher, dass die Anlage bei Netzstörungen automatisch abschaltet.

📋 Checkliste vor der Installation

Stromverbrauch ermitteln: Jahresabrechnung prüfen – 1 kWp pro 1.000 kWh als Faustregel.

Dachfläche prüfen: 5–7 m² pro kWp bei Standardmodulen. Mindestens 3 Angebote einholen.

Speicher einplanen: 0,5–1 kWh pro kWp PV-Leistung. Zukunft berücksichtigen (Wärmepumpe, E-Auto).

Netzbetreiber kontaktieren: Anmeldung, Zählerwechsel und Smart-Meter-Installation klären.

Kosten und Wirtschaftlichkeit 2026

1.000–1.800 €/kWp
PV-Anlage ohne Speicher
11.000–15.000
10-kWp-Anlage (netto)
500–800 €/kWh
Stromspeicher
8–12 Jahre
Amortisation

Aktuelle Preise für PV-Anlagen

Die Preise für PV-Anlagen sind 2026 auf einem historischen Tiefstand. Schlüsselfertige Anlagen kosten im Durchschnitt rund 1.015 €/kWp – ein Rückgang von etwa 4 % gegenüber dem Vorjahr. Seit 2012 sind die Preise von 2.300 €/kWp auf das heutige Niveau gefallen.

Zwischen günstigem und teurem Angebot liegen 30–60 % Preisunterschied. Bei einer 10-kWp-Anlage können das mehrere tausend Euro sein. Deshalb lohnt es sich, mindestens drei Angebote von Fachbetrieben einzuholen.

Mit Stromspeicher (10 kWh) steigt die Investition auf 19.000–23.000 €. Der Speicher erhöht den Eigenverbrauch auf 60–80 % und beschleunigt die Amortisation bei steigenden Strompreisen.

Einspeisevergütung 2026

Tabelle seitlich scrollen
Einspeisevergütung ab Februar 2026 – Sätze je Leistungsanteil (Quelle: Bundesnetzagentur, EEG 2023). Bei Anlagen über 10 kWp wird die Vergütung anteilig je Leistungsstufe berechnet.
Anlagengröße Teileinspeisung Volleinspeisung Gültig bis
Bis 10 kWp 7,78 ct/kWh 12,35 ct/kWh 31.07.2026
10–40 kWp 6,73 ct/kWh 10,35 ct/kWh 31.07.2026
40–100 kWp 5,50 ct/kWh 10,35 ct/kWh 31.07.2026

Die Vergütung sinkt halbjährlich um 1 %. Ab August 2026 gelten niedrigere Sätze: 7,71 ct/kWh (Teileinspeisung) bzw. 12,23 ct/kWh (Volleinspeisung) für Anlagen bis 10 kWp. Die Vergütung wird bei Inbetriebnahme für 20 Jahre festgeschrieben.

💡 Eigenverbrauch vs. Einspeisung

Jede selbst verbrauchte kWh spart mehr als die Einspeisung einbringt. Bei Strompreisen von 31–37 ct/kWh und einer Einspeisevergütung von 7,78 ct/kWh sparen Sie mit jeder selbst genutzten kWh rund 20–30 Cent. Mehr dazu erfahren Sie im Ratgeber Eigenverbrauch.

Wirtschaftlichkeitsberechnung

Die Stromgestehungskosten einer kleinen Dach-PV-Anlage liegen 2026 bei 7–10 ct/kWh. Das ergibt sich aus Anschaffungs- und Betriebskosten, verteilt auf 20–25 Jahre Nutzungsdauer. Damit ist Solarstrom deutlich günstiger als Netzstrom.

Die laufenden Kosten privater Dachanlagen sind gering. Für Versicherung und den Betrieb des intelligenten Messsystems (Smart Meter) fallen jährlich etwa 100–150 € an. Eine optionale Wartung oder Reinigung wird in der Regel nur alle paar Jahre nötig.

Die Nennleistung in kWp bestimmt den Ertrag. Pro kWp erzeugt eine Anlage in Deutschland rund 900–1.100 kWh Strom pro Jahr. Eine 10-kWp-Anlage liefert also 9.000–11.000 kWh – mehr als der durchschnittliche Jahresverbrauch eines Vier-Personen-Haushalts.

Förderungen und steuerliche Vorteile

Der Nullsteuersatz (0 % MwSt.) gilt für begünstigte PV-Anlagen nach § 12 Abs. 3 UStG. Auf oder in der Nähe von Wohngebäuden können auch Anlagen über 30 kWp begünstigt sein. Bei Mehrfamilienhäusern gilt eine Grenze von 15 kWp pro Wohneinheit. Im Regelfall zahlen Einfamilienhaus-Besitzer bei Kauf und Installation keine Umsatzsteuer.

Einnahmen aus Solarstrom können nach § 3 Nr. 72 EStG einkommensteuerfrei sein. Die Befreiung hängt von der Gebäudeart und einer Leistungsgrenze je Wohn- bzw. Gewerbeeinheit ab (auf Einfamilienhäusern: bis 30 kWp). Pro Steuerpflichtigem gilt eine Gesamtgrenze von 100 kWp. Bei typischen Einfamilienhaus-Anlagen entfällt die Steuererklärung für PV-Erlöse.

KfW-Programm 270 bietet zinsgünstige Kredite. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau finanziert bis zu 100 % der förderfähigen Kosten. Die Laufzeit beträgt 5–20 Jahre mit 1–3 tilgungsfreien Anlaufjahren. Ausführliche Informationen finden Sie in unserem Ratgeber zur Photovoltaik-Förderung.

Regionale Förderprogramme ergänzen die Bundesförderung. Viele Kommunen und Bundesländer bieten Zuschüsse – häufig an die Bedingung eines Stromspeichers geknüpft. Die Förderdatenbank des BMWK gibt eine Übersicht über aktuelle Programme.

✅ Mögliche Reform ab 2027: Zeitfenster nutzen

Politisch wird diskutiert, die feste Einspeisevergütung für neue kleine PV-Anlagen durch marktorientierte Modelle zu ersetzen. Ob und in welcher Form das ab 2027 geschieht, hängt von künftigen Gesetzgebungsverfahren ab. Wer bis Ende 2026 in Betrieb nimmt, sichert sich in jedem Fall den aktuellen Vergütungssatz für 20 Jahre.

Zukunft der Solartechnik

Technologische Innovationen

Perowskit-Tandemzellen versprechen Wirkungsgrade über 30 %. Diese Technologie kombiniert eine Perowskit-Schicht mit einer Siliziumzelle und nutzt dadurch ein breiteres Lichtspektrum. Erste kommerzielle Produkte werden in den nächsten Jahren erwartet.

Druckbare und flexible Solarzellen eröffnen neue Anwendungsfelder. Semitransparente organische Zellen können auf Fassaden, Fenster und gekrümmte Oberflächen aufgebracht werden – ein Paradigmenwechsel für die gebäudeintegrierte Photovoltaik (BIPV).

Recycling-Verfahren für Solarmodule werden industriell skaliert. Neue Prozesse ermöglichen die Rückgewinnung von über 95 % des Siliziums und weiterer Rohstoffe. Das stärkt die Kreislaufwirtschaft und senkt langfristig die Materialkosten.

Marktentwicklung und Trends

Der deutsche PV-Markt wächst weiter dynamisch. 2023 gab es bereits rund 2,6 Millionen einspeisende PV-Anlagen in Deutschland. Die Bundesregierung treibt den Ausbau voran – auch wenn die Förderstrukturen sich in den kommenden Jahren verändern dürften.

Sektorkopplung wird zum Schlüsselthema. Die Kombination von PV-Anlage, Stromspeicher, Wärmepumpe und Elektromobilität maximiert den Eigenverbrauch und schafft ein ganzheitliches Energiesystem. Die Netzeinspeisung verliert relativ an Bedeutung gegenüber der intelligenten Eigennutzung.

Smart-Home-Steuerung optimiert den Solarstrom-Einsatz automatisch. Energiemanagementsysteme verteilen den PV-Strom intelligent an Wärmepumpe, Wallbox, Waschmaschine und Speicher – in Echtzeit und ohne manuellen Eingriff.

Häufige Fragen zur Solartechnik

Was kostet eine Photovoltaikanlage 2026?

Eine schlüsselfertige PV-Anlage kostet 2026 zwischen 1.000 und 1.800 €/kWp ohne Speicher. Eine typische 10-kWp-Anlage für ein Einfamilienhaus liegt bei 11.000–15.000 € netto. Mit einem 10-kWh-Stromspeicher kommen 6.000–8.000 € hinzu. Seit 2023 gilt der Nullsteuersatz – Sie zahlen 0 % Mehrwertsteuer.

Wie hoch ist die Einspeisevergütung 2026?

Seit Februar 2026 beträgt die Einspeisevergütung 7,78 ct/kWh (Teileinspeisung) bzw. 12,35 ct/kWh (Volleinspeisung) für Anlagen bis 10 kWp. Die Sätze sinken halbjährlich um 1 %. Ab August 2026 gelten 7,71 ct/kWh bzw. 12,23 ct/kWh. Die Vergütung wird für 20 Jahre ab Inbetriebnahme garantiert.

Was ist der Unterschied zwischen Photovoltaik und Solarthermie?

Photovoltaik wandelt Sonnenlicht direkt in elektrischen Strom um – über Halbleiterzellen (meist Silizium). Solarthermie nutzt die Wärme der Sonne, um Wasser zu erhitzen oder Gebäude zu heizen – über Kollektoren mit Wärmeträgerflüssigkeit. Beide Technologien lassen sich kombinieren: PVT-Kollektoren erzeugen gleichzeitig Strom und Wärme.

Lohnt sich eine Solaranlage 2026 noch?

Ja, mehr denn je. Der Eigenverbrauch ist der zentrale Wirtschaftlichkeitsfaktor: Selbst erzeugter Strom kostet ca. 7–10 ct/kWh, Netzstrom dagegen 31–37 ct/kWh. Pro selbst verbrauchter kWh sparen Sie 20–30 Cent. Die Amortisation liegt bei 8–12 Jahren, die Lebensdauer der Module bei über 25 Jahren. Dazu kommen steuerliche Vorteile und der Schutz vor steigenden Strompreisen.

Welche Förderungen gibt es 2026 für Solaranlagen?

Der Nullsteuersatz (0 % MwSt.) gilt für begünstigte PV-Anlagen auf Wohngebäuden – auch über 30 kWp möglich (§ 12 Abs. 3 UStG). Einnahmen können nach § 3 Nr. 72 EStG einkommensteuerfrei sein (abhängig von Gebäudeart und Leistungsgrenze je Einheit). Die KfW bietet über Programm 270 zinsgünstige Kredite (bis 100 % Finanzierung). Zusätzlich gibt es regionale und kommunale Förderprogramme – oft an einen Stromspeicher gekoppelt. Alle Details im Förderungsratgeber.

Brauche ich einen Stromspeicher?

Ein Stromspeicher ist nicht zwingend nötig, aber in den meisten Fällen wirtschaftlich sinnvoll. Ohne Speicher nutzen Sie nur 25–35 % Ihres Solarstroms selbst, mit Speicher steigt der Wert auf 60–80 %. Bei Strompreisen von 31–37 ct/kWh macht sich der Mehrertrag schnell bezahlt. Die Kosten liegen bei 5.000–8.000 € für 5–10 kWh Kapazität.

Fazit

Solartechnik ist 2026 so zugänglich und wirtschaftlich wie nie zuvor. Die Anlagenpreise befinden sich auf einem historischen Tiefstand, die steuerlichen Rahmenbedingungen sind attraktiv und der Eigenverbrauch von Solarstrom schützt zuverlässig vor steigenden Strompreisen.

Die Kombination aus PV-Anlage, Stromspeicher und intelligenter Steuerung schafft maximale Unabhängigkeit. Wer jetzt investiert, sichert sich die aktuell gültige Einspeisevergütung für 20 Jahre – unabhängig davon, wie sich die Förderlandschaft ab 2027 entwickelt.

Ob Photovoltaik oder Solarthermie – die Sonne liefert die Energie frei Haus. Mit der richtigen Planung, guter Beratung und einem soliden Vergleich der Angebote steht Ihrer persönlichen Energiewende nichts im Weg.

Unsere Empfehlung: Holen Sie mindestens drei Angebote ein. Berechnen Sie vorab Ihren Bedarf mit unserem Solarrechner.

Hinweis: Alle Angaben zu Preisen, Vergütungssätzen und technischen Daten basieren auf öffentlich zugänglichen Informationen, Herstellerangaben und dem EEG 2023 (Stand: März 2026). Preise im Artikel beziehen sich, sofern nicht anders angegeben, auf schlüsselfertige Anlagen inkl. Montage und können je nach Anbieter, Region und Dachbeschaffenheit variieren. Die genannten Einspeisevergütungssätze entsprechen den Veröffentlichungen der Bundesnetzagentur. Steuerliche Angaben ersetzen keine individuelle Beratung. Für verbindliche Angebote und technische Beratung wenden Sie sich bitte an einen zertifizierten Fachbetrieb. Dieser Artikel dient ausschließlich der unabhängigen Information.

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